Aktuelle
Situation des in Berlin inhaftierten Antifaschisten Christian S. im Knast
Berlin-Tegel
Oktober 2007
Christian
ist wegen seiner politischen Einstellung und der Öffentlichkeitsarbeit
zu seinen Prozessen und zu seiner Haft permanenten Schikanen und Intrigen
durch Justizangestellte ausgesetzt. Zudem ist in der JVA-Tegel auch eine
beträchtliche Zahl von Neonazis inhaftiert, die die im Internet gegen
Christian ausgesprochenen Morddrohungen umzusetzen trachten.
Post
verschwindet auf dem Dienstweg
Die Schikanen durch die Schließer sind zum Beispiel derart, dass
er einige der für ihn von draußen abonnierten Zeitungen zum
Teil seit Wochen nicht ausgehändigt bekomm und das seine Briefe nicht
oder nur unvollständig ankommen.
Begründet wird das von den Sozialarbeitern im Haus 1 wahlweise mit
dem zu hohen Kontrollaufwand oder damit, das Zeitschriften nicht dem Gedankenaustausch
dienen würden, daher keine Post im eigentliche Sinne seien und deshalb
auch nicht weitergegeben werden müssten. Manchen wird auch erklärt
zuviel Papier in der Zelle sei ein Brandrisiko und gefährde somit
die Sicherheit und Ordnung in der JVA-Tegel.
Ein
sclechter Versuch:
Ende August spitzte sich die Situation zu: Christian fand seine Zelle
irgendwie verändert: So guckte er sich eines Abends diesem komischen
Gefühl folgend seine Zelle genauer an und fand unterm Spiegel - welch
Zufall - ein Päckchen Heroin, welches er umgehend im Klo entsorgte.
Am folgenden Morgen um sechs Uhr morgens stürmte ein Kommando von
acht Schließern seine Zelle, fesselten ihn, zogen ihn nackt aus
und durchsuchten hektisch die ganze Zelle, fanden aber nicht was sie gesucht
hatten. Die Zelle war also scheinbar präpariert worden.
Besuch
wird unterbunden:
Wenige Tage später wurde seiner Frau Leila dann ohne weitere Begründung
ein ihr zuvor genehmigter Besuch verweigert. Mittlerweile wurde gegen
Leila mit der Argumentation, sie habe sich bei dem verweigerten Besuch
den Anordnungen der Anstaltsbediensteten widersetzt, von der JVA Leitung
ein dreimonatiges Besuchsverbot verhängt. Auf Nachfrage eines Parlamentariers
war von ihr eine schriftliche Entschuldigung gefordert worden. Und zwar
bei der Leiterin von Haus 1 Frau Lichtenberg persönlich. Leila forderte
zunächst eine schriftliche Erklärung wofür genau sie sich
denn entschuldigen sollte, statt dieser schriftlichen Begründung
erhielt sie jedoch ein Einschreiben über die Verhängung eines
Besuchsverbotes, da sie die Sicherheit und Ordnung der Anstalt gefährde.
Christian beantragte daraufhin ein Gespräch mit Frau Lichtenberg,
was aber der Sozialarbeiter Herr Heinkel ihm auszureden versuchte, das
würde doch zu nichts führen und überhaupt sei noch Milde
geübt worden, denn es wäre auch ein lebenslängliches Besuchsverbot
möglich gewesen, da Leila angeblich eine Justizangestellte bedroht
habe.
Boykott
der Gesundheitsversorgung
Besorgt macht auch, dass eine für Anfang August terminierte Blutkontrolle,
die für die nachfolgende Medikation seiner Hepatites-C Erkrankung
ausschlaggebend ist erst im September durchgeführt wurde. Bisher
wurde ihm das Ergebnis der Untersuchung nicht mitgeteilt.
Uns
drängt sich der Eindruck auf, dass seine Situation klar über
das leider übliche Maß der Repression gegen Gefangene hinausgeht
und er auf die eine Art oder andere Weise zu einem angepassten und ruhigen
Gefangenen gemacht werden soll. Wenn er ob der Ungerechtigkeiten aufbegehrt,
wäre das wieder Anlass zu neuen Situationen. Eine klassische no-win-situation.
Dazu
kommt als Bonbon gewisserweise, ein absolut unsinniges Verfahren wegen
plakatierens eines ironischen Plakates, dessen Inhalt als Verleumdung
und Verunglimpfung von Verfassungsorganen von der politischen Staatsanwaltschaft
aufgeblasen wurde.
Der
Termin ist dazu ist der 20. November 2007 - 9 Uhr am Amtsgericht Tiergarten.
Soweit so - so schlecht - so ungerecht.
Wir halten Euch auf dem Laufenden. Schreibt ruhig weiter ...
More
Infos: http://www.freechristian.gulli.to |