Freiheit für Christian!!!

Momentan verbüßt Christian im Knast in Berlin-Tegel eine 46-monatige Haftstrafe aufgrund seines antifaschistischen Engagements, diese Strafe stammt von zwei verschiedenen Aktionen gegen Neonaziaufmärsche.
Für die erste Aktion im März 2000, bei der er Steine auf die Nazidemo warf, bekam er zehn Monate Haft auf vier Jahre Bewährung.
Am 1. Mai 2004 schob Christian einen Pkw auf die Frankfurter Allee und behinderte damit erfolgreich eine Demonstration von über 3000 Neonazis durch Friedrichshain. Dabei wurde er festgenommen und saß für sechs Monate in U-Haft. Im Prozess bekam er für diese Aktion drei Jahre Haftstrafe ohne Bewährung, wogegen er Berufung einlegte.
Zwischen der ersten und der zweiten Instanz des 1. Mai-Verfahrens wurde er am 13. Februar 2005 in Dresden von Zivilbeamten des Berliner LKA festgenommen mit der Begründung, dass er eine Flasche in Richtung uniformierter Polizeibeamte geworfen haben soll, welche eine Nazidemo schützten. Dafür saß er elf Monate in U-Haft. Um aus der U-Haft rauszukommen wurde er gezwungen seine Berufung für das 1. Mai-Verfahren zurückzuziehen. In der ersten Instanz wurde er zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt, seine angebliche Mittäterin zu sieben Monaten auf zwei Jahre Bewährung. In der Berufungsverhandlung verwickelten sich die codierten und verkleideten Polizeizeugen in Widersprüche, daraufhin wurde Christian freigesprochen, seine Mittäterin wurde zu einer Geldstrafe aufgrund eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.
Momentan sitzt Christian in der ekelhaften JVA in Tegel in einer unbeheizten Zelle mit einer Größe von 5,5 Quadratmetern. Seine Post wird regelmäßig einbehalten, das Essen ist ungenießbar, der Sport fällt regelmäßig aus, die Beamte haben durch die jahrelange monotone Arbeit ihre Kommunikationsfähigkeit verloren und sind oftmals gewalttätig gegenüber den Gefangenen.
Vor ein paar Wochen wurde Christians Vollzugsplan erstellt, in diesem wird er und sein Umfeld aufgrund seiner antifaschistischen Einstellung kriminalisiert. Diese politische Überzeugung und die Ablehnung gegen Unterdrückung, Zwang und Gewaltherrschaft werden als kriminell bezeichnet nur aufgrund dessen, dass mensch diese geistige Haltung innehat. Die Gedanken, wie Hass und Verachtung gegenüber faschistischen Organisationen reichen aus, um Personen als unberechenbar abzustempeln und damit Haftstrafen zu begründen. Ihm wird vorgeworfen, dass wenn er irgendwann den Knast wieder verlässt, erneut Landfriedensbruch begehen wird. Die codierten SozialpädagogInnen und PsychologInnen haben scheinbar in der Einweisungsabteilung jemanden, die oder der hellsehen kann und voraussagen kann, was Christian und sein Umfeld nach seiner Haftentlassung machen werden.
In dem Vollzugsplan steht schwarz auf weiß, dass es für die Justiz mehr als legitim ist, jemanden aufgrund seiner antifaschistischen Haltung einzusperren. Die Formulierungen die für diese Aussagen verwendet werden, könnten ohne Problem auch benutzt werden um jedem antifaschistischen Menschen eine Sicherungsverwahrung anzuhängen.
Da ihm vorgeworfen wird Hass und Verachtung gegenüber faschistischen Organisationen zu empfinden und er dafür eine Haftstrafe verbüßen muss, soll das Ziel seiner Inhaftierung sein bei ihm eine Gleichgültigkeit gegenüber faschistischen Organisationen zu erzeugen. Bei Betrachtung der letzten Repressionsschläge gegen Antifas wird der Eindruck erweckt, dass diese Gleichgültigkeit generell erreicht werden soll. Dieser Entwicklung müssen wir entschieden entgegentreten, da der Antifaschismus in diesem Staat eine legitime geistige Haltung sein muss. Deswegen rufen wir alle AntifaschistInnen auf Solidarität zu zeigen und sich bei der Soligruppe zu melden zwecks einer entschlossenen Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Infos zu Christian auf der Website seiner Soligruppe.

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Grüße von Christian an die Demo

Ich grüße die Gefangenen der JVA Moabit und hoffe, dass ihr euch durch die Untersuchungshaft nicht weichkochen lasst, sondern bei eurem Prozess sauber rauskommt, also: Keine Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz!
Ganz besondere Grüße gehen an alle die in den letzten Monaten durch ihre Aktionen, wie z.B.: bei der Freiraumdemo am 8. Dezember oder vor zwei Wochen in Hamburg, gezeigt haben das Widerstand in dieser repressiven Gesellschaft trotz allem möglich ist. Es wird auch im Knast bei vielen mit Zustimmung registriert, wenn es draußen mal wieder gekracht hat.
Symbolische Aktionen können dabei gut die Mauern zwischen draußen und drinnen überwinden. Die meisten Gefangenen sind nicht nur durch Beton von der antiautoritären Bewegung getrennt, sondern es gibt zu wenig Austausch von Informationen und Perspektiven.
Ich würde es begrüßen, wenn die Repressionsmaßnahmen des zu ende gehenden Jahres zu einer besseren Zusammenarbeit auf unserer Seite führen und das in allen linken Projekten das Hausverbot gegen die Bullen konsequent durchgesetzt wird!

FREIHEIT FÜR ALLE!!!