Redebeitrag vom 18.3.08 vor dem Knast Plötzensee.

Wir sind heute hier, weil ein Antifaschist Christian S. in diesem widerlichen Knast eingesperrt ist. Er wurde insgesamt zu 57 Monate Haft verurteilt worden, weil er sich aktiv an zwei antifaschistischen Demonstrationen beteilgt hat, und weil er bei einer weiteren anwesend war.
Seitdem er im Knast ist wurde er ständig Chikaniert. Seine Post wurde nicht ausgehändigt, seine Zelle wurde ständig durchgesucht. Der Paragraph 82b wurde ständig gebraucht um bei ihm körperlichen Durchsuchungen zu machen. Es wurde bei ihm auch ständig Urinkontrollen gemacht und er wurde sogar deswegen zwei Wochen in der Suchtstation in Tegel verlegt aber dank die Protesten die danach passiert sind wurde er hier zurückverlegt.
Im November wurde einen Vollzugsplan von codierten Sozialarbeitern erstellt. In diesem steht, dass er zu viel Hass, Wut und Verachtung gegenüber faschistische Organisationen hat. Das wird als Haftgrund genommen.
Hier ist es nicht besser als in Tegel, die einzige Sache die man in diesem Scheissverein kriegen kann ist davon schneller wegzukommen als in Tegel. Wenn man in Tegel sitzt kriegt man nie Lockerungen, hier ist es anders. Aber nur wenn man nicht total bescheuerte Sozialarbeiter hat wie Christian einen hat. Der Sozialarbeiter von Christian Herr König hat Christian vorgeworfen, dass er ein Antifaschist und ein Anarchist ist und Anarchie wäre eine ganz schlimme Sache. Wollt ihr wissen wann hat für Herr König Anarchie stattgefunden? In wilden Westen, ja es ist ganz klar dass John Wayne und Clint Eastwood zwei der bekanntesten Figuren dieser ganz berühmte politische Periode sind. Die anarchistische Wilden West Periode. Diese Aussagen sind dramatischer Weise lustig. Aber es ist leider dieser Typ der das weiteren Vollzugsplan von Christian schrieben wird und deswegen wird er auch über die Freiheit von Christian entscheiden. Wir sind echt nicht gerettet.
Das weitere Vollzugsplan von Christian wurde hier noch nicht gemacht, weil seine Akte seit mehr als einen Monat noch in Tegel liegt. Sie wurde noch nicht hierher geschickt. Wir vermuten, dass die Beamten von Tegel zu viele Fälschungen recht zu biegen haben und deswegen müssen sie ganz schön aufpassen, welches Papier sie senden dürfen oder nicht. Wir erinnern uns an diesen Schreiben von Markus und Brigitte zwei Beamte von Tegel die sich ein Zettelchen geschrieben hatten wo drauf steht, dass Christian ein spezieller Gefangener wäre. Das Zettelchen ist dann, weil die nicht gut genug aufgepasst haben in den Händen von der Anwältin von Christian gelandet und seitdem nicht nur in ihren Händen. Das ist ja immer problematisch wenn solche Informationen, dann in der Öffentlichkeit kommen, nicht wahr?
Deswegen sind wir auch da. Wir wollen nicht, dass die Verantwortungsträger ungestört ihre scheissentscheidungen ohne Wiederspruch oder Protest treffen und dass sie sich als ganz grosse Antirassissten und Antifaschisten verkaufen, während sie gleichzetig Leute dafür im Knast einsperren. Deswegen wurde auch am 8 März das rote Rathaus von Antifaschisten besucht. Es lief nämlich an dem Tag ein Preisverleih für eine Frau, die sich für antirassisstische Arbeit eingesetzt hatte. Die Aktivisten wollten mit den Störung zeigen, dass sie nicht hinnehemen, dass mache für ihr Engagement ein Preis bekommen und anderen wie Andrea oder Christian im Knast gesperrt werden.
Es gab auch vor der Senatsverwaltung für Justiz eine kleine Kundgebung um Gisela zu zeigen, dass wir mit ihr überhaupt nicht einverstanden sind und dass sie besser hätte die elf Monate die Christian unrechtsmässig in U-Haft verbracht hat auf seiner restlichen Strafe anzurechnen.
In dem Sinne zeigt eine ungehorsame Solidarität, stört und stürmt die andere Seite hasst so was, sie müssen nämlich immer das Bild ihren Kackdemokratie aufbewahren.

Freiheit für Christian für Andrea für die Gefangenen der RAF und Freiheit für Alle.