Prozeßmobilisierungen
1.
Mai 2004 Prozesstermin NO.2
03.12.2004 // 9 Uhr // Turmstr.91 // Raum 500 (Sicherheitsschleuse)
Der
Prozess gegen einen Antifaschisten am 28.10. wegen der Verhinderung des
Naziaufmarsches am 1. Mai endet nach nur zwei Stunden damit, dass der
Angeklagte aufgrund von Formfehlern aus der sechs Monate andauernden Untersuchungshaft
entlassen werden musste! Seit dem muss er sich vier mal pro Woche bei
den Bullen melden. Am Freitag dem 3. Dezember folgt nun der eigentliche
Prozess gegen ihn wegen schwerem Landfriedensbruch und Brandstiftung.
Die Staatsanwaltschaft kann bis zu vier Jahre Haft fordern. Es wird eine
Prozeßerklärung des Angeklagten geben..
Am
1. Mai 2004 wollten 3000 Alt- und Neonazis jeglicher Couleur von Lichtenberg
aus durch Friedrichshain marschieren. Ihre rassistische Forderung „Volksgemeinschaft
statt Globalisierungswahn“ mit positivem Bezug zum Nationalsozialismus
und offenem Antisemitismus musste kein Friedrichshainer an diesem Tag
ertragen. Der Aufmarsch wurde nach langem Hin und Her von der Polizei
aufgrund der starken Gegenproteste aufgelöst und nach nur einem Kilometer
Wegstrecke zurück zum Bahnhof Lichtenberg geleitet.
Die antifaschistischen Proteste in Lichtenberg und später dann in
Friedrichshain waren nur möglich durch die Zusammenarbeit von vielen
tausend Menschen, welche die Lichtenberger- Brücke und die Frankfurter
Allee blockiert hielten. Obwohl die Polizei noch am frühen Nachmittag
verlautbaren ließ den Nazi-Aufmarsch gegen jeden Widerstand durchzuprügeln,
musste zwei Stunden später, als ein paar Barrikaden in Friedrichshain
brannten, und Leute auf den Dächern Steindepots anlegten doch eingerückt
werden und die 3000 Nazis unter Polizeischutz nach hause fahren.
Vier Personen, die bei diesen Protesten von der Polizei festgenommen wurden,
saßen noch mehrere Monate danach wegen Landfriedensbruch in Untersuchungshaft.
Landfriedensbruch, ein Vergehen welches in seiner juristischen Handhabe
eher einem Bungeejumping-Seil entspricht als einer Straftat im herkömmlichen
Sinne, beschreibt in diesem Fall das vermeintlich undemokratische Handeln,
von Menschenansammlungen, die sich mit allen nötigen Mitteln gegen
die Durchsetzung des Naziaufmarsches gewehrt haben.
Wenn Demokratie bzw. der Frieden des Pluralismus nur dann funktioniert
wenn auch bekennende Nationalsozialisten offen ihre autoritären und
menschenfeindlichen Meinungen propagieren können, dann sollte dieser
Pseudo-Frieden öfters als nur am 1. Mai gebrochen werden!
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Prozesstermin
>> 28.10.2004 // 9 Uhr // Turmstr.91
Am
1. Mai 2004 wollten 3000 Alt- und Neonazis jeglicher Couleur von Lichtenberg
aus durch Friedrichshain marschieren. Ihre rassistische Forderung „Volksgemeinschaft
statt Globalisierungswahn“ mit positivem Bezug zum Nationalsozialismus
und offenem Antisemitismus musste kein Friedrichshainer an diesem Tag
ertragen. Der Aufmarsch wurde nach langem Hin und Her von der Polizei
aufgrund der starken Gegenproteste aufgelöst und nach nur 500 Metern
Wegstrecke zurück zum Bahnhof Lichtenberg geleitet.
Die antifaschistischen Proteste in Lichtenberg und später dann in
Friedrichshain waren nur möglich durch die Zusammenarbeit von vielen
tausend Menschen, welche die Lichtenberger- Brücke und die Frankfurter
Allee blockiert hielten. Obwohl die Polizei noch am frühen Nachmittag
verlautbaren ließ den Nazi-Aufmarsch gegen jeden Widerstand durchzuprügeln,
musste zwei Stunden später, als ein paar Barrikaden in Friedrichshain
brannten, doch eingerückt werden und die 3000 Nazis unter Polizeischutz
nach hause fahren.
Vier Personen, die bei diesen Protesten von der Polizei festgenommen wurden,
saßen noch mehrere Monate danach wegen Landfriedensbruch in Untersuchungshaft.
Landfriedensbruch, ein Vergehen welches in seiner juristischen Handhabe
eher einem Bungeejumping-Seil entspricht als einer Straftat im herkömmlichen
Sinne, beschreibt in diesem Fall das vermeintlich undemokratische Handeln,
von Menschenansammlungen, die sich mit allen nötigen Mitteln gegen
die Durchsetzung des Naziaufmarsches gewehrt haben.
Wenn Demokratie bzw. der Frieden des Pluralismus nur dann funktioniert
wenn auch bekennende Nationalsozialisten offen ihre autoritären und
menschenfeindlichen Meinungen propagieren können, dann sollte
dieser Pseudo-Frieden öfters als nur am 1. Mai gebrochen werden!
Der letzte Prozess gegen einen der antifaschistischen Aktivisten, der
immer noch in Untersuchungshaft sitzt und nach Angaben des Haftrichters
der „dickste Fisch seit Jahren“ ist, findet am 28. Oktober
um 9 Uhr im Amtsgericht Berlin (Turmstr. 91 – Moabit) statt.
|