Pressekonferenz
Zum Thema „Strategien gegen Rechts? Berliner Polizei und Justiz
vereint gegen Antifaschisten. Protest regt sich.“
Termin:
10.03. / 10 Uhr / Haus der Demokratie
Sehr
geehrte Damen und Herren,
am
8. März demonstrieren antifaschistische Gruppen unter dem Motto:
„Holt die Antifaschisten aus den Knästen!“ zum Frauen-Gefängnis
in Berlin-Pankow. Hintergrund ist u.a. die dort einsitzende Antifaschistin
Andrea N.
Sie wurde wegen verschiedener geringfügiger Vergehen im antifaschistischen
Kontext (meist Verstoß gegen das Versammlungsgesetz) zu insgesamt
14 Monaten Haft verurteilt. In Haft wird sie nun u.a. zur Arbeit gezwungen
und ist weiteren Schikanen aufgrund ihrer politischen Gesinnung ausgesetzt.
Für
den 12. März ist eine Kundgebung vor der Senatsverwaltung für
Justiz in Schöneberg zum Thema: „Haftstrafe ohne Urteil? Schluss
mit der inflationären Verhängung von Untersuchungshaft. Angemessene
Entschädigung, jetzt!“ geplant.
Spätestens seit dem Fall des Antifaschisten Matthias Z., der aufgrund
von Falschaussagen zweier Neonazis ab November 2006 insgesamt 101 Tage
in Untersuchungshaft saß, ist eine Kritik an der unverhältnismäßigen
Anordnung von Untersuchungshaft in Berlin angebracht.
Wie im Fall von Matthias Z. wurde auch gegen den Antifaschisten Christian
S. eine 11 monatige Untersuchungshaft im Februar 2005 unrechtmäßig
angeordnet. LKA-Beamte der Sondereinheit PMS hatten den Berliner belastet
er hätte gewalttätig gegen einen Neonaziaufmarsch am 13.02.2005
in Dresden demonstriert. In erster Instanz noch zu einem Jahr Haft verurteilt,
wurde er in der Berufungsverhandlung vor dem Berliner Landgericht am 21.09.2007
endlich von dem Vorwurf freigesprochen. Seit dem kämpft er darum,
die abgesessene Untersuchungshaft von 11 Monate auf eine andere Strafe
anzurechnen, zu der er wegen Barrikadenbaus gegen einen Neonaziaufmarsch
am 1. Mai 2004 verurteilt wurde. Über sein Gnadengesuch will die
Justizsenatorin Gisela von der Aue noch im März entscheiden. Falls
sie es ablehnt hat das erstinstanzliche Urteil im Dresden-Verfahren von
1 Jahr Haft quasi Rechtskraft – abgesessen hat er die Strafe ja
bereits mit der U-Haft. Der Freispruch in der Berufung wäre somit
nahezu wirkungslos.
Zum
internationalen Tag der politischen Gefangenen, dem 18. März, wird
außerdem zu einer Aktion vor der JVA-Plötzensee (Männer)
gegen die schlechten Haftbedingungen des dort einsitzenden Antifas Christian
S. mobilisiert.
Christian sitzt seit Juni 2007 eine Haftstrafe von 3 Jahren wegen Barrikadenbau
ab. Ihm wurde der offene Vollzug mit Verweis auf seine politischen Tätigkeiten
verweigert. Am 13.02.2008 wurde er nach zähen Verhandlungen aus der
JVA-Tegel in die JVA-Plötzensee verlegt, da er u.a. in Tegel durch
einsitzende Neonazis bedroht war. Dort war er als „spezieller Gefangener“
geführt worden. Auch in der JVA-Plötzensee geht die Sonderbehandlung
nun weiter - Post verschwindet, ständige Kontrollen, jedes kleinste
Privileg muss vor der Strafvollstreckungskammer eingeklagt werden. Der
Protest seiner Angehörigen und Freunde ist unabdingbar, um die Haftschikanen
auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
Termine im einzelnen:
8. März, 14 Uhr, U-Bhf. Eberswalderstraße
Demonstration „Holt die Antifaschisten aus den Knästen. Freiheit
für Andrea!“
Weiteres unter: freeandrea.de.vu
10.
März, 10 Uhr, Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4, VH
1. OG
Pressekonferenz zu den Aktionen. Mit Maren Burkhardt (Rechtsanwältin),
Vertretern des Bündnis „Freiheit für Andrea“ sowie
der Soligruppe für Christian S.
12.
März, 14 Uhr, Salzburgerstr. 21
Kundgebung vor der Justizverwaltung Berlin. Der Senatorin von der Aue
soll eine Petition, zur Unterstützung des Gnadengesuchs des Antifas
Christian S., persönlich überreicht werden.
18.
März, 18 Uhr, Lehrter Straße 61
Kundgebung vor der JVA Plötzensee. Protestiert wird gegen die besonderen
Haftbedingungen, die der Antifa Christian S. dort durch JVA-Bedienstete
ausgesetzt ist.
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