| 23.12.2006:
Geheimhaltung der Toten | Wieder Erstürmung eines Clubs
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Nachdem sich der 37 Jahre alte Siam B. letzte Woche in der JVA-Moabit
erhängte, veranlasste die neue Justizsenatorin Gisela von
der Aue per Dienstanweisung, dass Selbsttötungen in den Haftanstalten
Berlins nicht mehr an die Öffentlichkeit kommen. Nach dem
drastischen Anstieg der Toten in Haft sollen mit dieser Informationspolitik
die misserablen Verhältnisse in den Haftanstalten verschleiert
werden (Anfang Dezember wurde angemerkt, dass die JVA-Moabit
die Häftlinge z.T. verfassungswidrig unterbringt. Wir zählen
allein im Jahr 2006 insgesamt 16 Tote in Berliner Haftanstalten).
Gisela von der Aue begründet die Verheimlichung mit den Persönlichkeitsrechten
der Gefangenen. Die Gefängnisleitung und auch die Justizsenatorin
verkennen, dass jeder Suizid im Knast unmittelbar mit dem erheblichen
Druck zusammenhängt, dem die Inhaftierten ununterbrochen
ausgesetzt sind. Knast ist unmenschlich und wird auch zukünftig zu
Todesfällen führen, nur wird es in Zukunft niemanden
mehr interessieren.
Presseartikel
dazu:
Justizsenatorin
will Suizide in der Haft nicht mehr melden
Haftbedingungen
in Berlin - Hinter dichten Gardinen
Keine
Auskünfte über Suizide im Gefängnis
Tod
hinter Gittern
Bln.
Justiz will Tote in Haft verheimlichen
Interview
mit Gisela von der Aue
Justizsenatorin
macht dicht
Berliner
Justiz verschweigt künftig Selbstmorde im Knast
Der
Underground-Club "Golden Gate" wurde am 10.
Dezember brutal von der Polizei gestürmt und durchsucht! Mehrere
Verletzte und wenig beschlagnahmte Betäubungsmittel waren
die Folge: Indymediabericht
08.12.2006:
LKA macht Rückzieher | Haft in Moabit verfassungswidrig
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Der für den 12.12.2006 angesetzte Termin für die Berufungsverhandlung
gegen Christian und Leila wegen Landfriedensbruch in Dresden
am 13.02.2005 wurde kurzfristig auf März 2007 verschoben.
Wahrscheinlich findet das LKA nach dem vernichtenden Urteil
des Verwaltungsgerichts keine PolizeizeugInnen mehr, die in
dem Verfahren unverkleidet auftreten wollen. In ihrer Panik haben
LKA-Beamte sogar ein Fernsehteam des OKB festgenommen
und die Kamera beschlagnahmt. Pressemitteilung
der Soligruppe. und Indymedia-Beitrag
166
Gefangene in der JVA Berlin-Moabit sind verfassungswidrig untergebracht,
gibt die neue Justizsenatorin Gisela von der Aue zu. Tagesspiegel
berichtet
30.11.2006:
Polizeigewalt in Kreuzberg | Solirap
| Knastdemo
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Am 14.11.06 kam es im Berliner Wrangelkiez zu einem kurzen Aufruhr
nachdem Polizeieinheiten zwei 12-Jährige Jugendliche brutal festgenommen
und rassistisch beleidigt hatten. Seitdem kommt der Kreuzberger
Kiez nicht zur Ruhe. Am folgenden Freitag demonstrierten knapp 200 Kreuzberger
gegen die rassistischen Übergriffe am Dienstag und die ihrer Meinung
nach alltägliche Polizeigewalt im Kiez. Hintergründe
auf Indymedia
Gerappte
Grüsse von St.Pauli nach Kreuzberg: Der linke Hamburger
Rapper Holger
Burner hat einen kleinen Rap zu den Ereignissen im Wrangelkiez
aufgenommen. Holger Burner spielt am 2.Dezember im Kreuzberger Bethanien
auf einer antirassistischen Party. Zieht euch das rein und werdet aktiv!
MP3 download
31.12.2006
// 23.15 U-Bhf. Turmstr.: Traditionelle Silvesterdemo zum Knast
Auch dieses Jahr findet in der Silvesternacht
die traditionelle Knastdemo zur JVA Moabit statt. Wir wollen den dort
Inhaftierten unsere Neujahrsgrüsse überbringen und darauf aufmerksam
machen das solange Knäste und alle anderen Zwangsanstalten nicht
abgeschafft worden sind, kein selbstbestimmtes Leben möglich ist.
Desweiteren sollen die desolaten Haftbedingungen thematisiert und an die
vielen Todesfälle dieses Jahr in der JVA Moabit erinnert werden.
Knast tötet! Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
Für
alle, die Angst haben, dass mit dem Konzept das Chaos statt die allgemeine
Freiheit herrschen wird, hat Arap-Berlin
einen sinnvollen Text "Eine Gesellschaft
ohne Knäste???" geschrieben. Außerdem wollen
wir hiermit auf einen etwas älteren, aber in der Kritik am Strafen
sehr guten Text, aus der sinistra!
hinweisen.
25.11.2006:
Entscheidung des Verwaltungsgerichts
| Termine
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Mit zwei Wochen Verspätung gibt es nun endlich eine Entscheidung
des Verwaltungsgerichts Berlin zu der Anonymisierung von
PolizeizeugInnen vor Gericht. Das Gericht verhandelte am 25. Oktober darüber
> Bericht.
Teilweise wird Christians Klage stattgegeben. Tatsächlich kann die
Innenbehörde keine Anweisungen an Polizeibeamte geben
sich im Gerichtssaal zu vermummen oder andere Anonymisierungsmaßnahmen
vorzunehmen. Andererseits ist die Kodierung von Bematen zum Schutz
im Einzelfall zulässig. Nichts anderes ist von einem Verwaltungsgericht
zu erwarten. Christian geht gegen diese Entscheidung in Berufung.
Pressemitteilung der Soligruppe Chrisitan
S.
Presse dazu : 1. Senatsverwaltung
2. Neues Deuschland
ist empört 3. TAZ
diskutiert über die Kennzeichnungspflicht.
Christians
Veranstaltungsplan:
1.
12. Christian in Hamburg >>> Repressionen
gegen Antifas: Christian aus Berlin berichtet über seine U-Haft,
Prozesse und staatlichen Repressalien.
7.12. Christian in Friedrichshain >>> Infoveranstaltung
um 20 Uhr im X-Beliebig (Liebigstr. 34)
8.12.
Christian in Schöneberg >>> 17.00 Uhr Rote Insel:
Café Rojo (Mannsteinstr. 10)
"Polizeitaktik. Über Zivis, Kameraüberwachung und kodierte
Polizeizeugen - am Beispiel des Falls Christian S." Flyer
zum Download
15. November
2006: Prozessvorbereitung | HipHop-Jam | Infoveranstaltung
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Der stellvertretende Vorsitzende vom Berliner Landgericht Dr. Lindemann
will Christian und Leila zur Berufungsverhandlung wegen Landfriedensbruch
pp. schnell aburteilen. Er veranschlagte gerademal einen
Prozesstag. Schon der vorherige Prozess hatte sieben Tage in Anspruch
genommen und diesmal gibt es wahrscheinlich sogar noch neue Beweismittel.
>>> Flyer
für den Prozess
Derweil
wird versucht Christian noch vor Beginn des Prozesses in Haft
zu nehmen, um seine Verteidigung zu erschweren. Er erhielt eine
Ladung zum Haftantritt am 24. November, um einen Bewährungswideruf
von 10 Monaten wegen Landfriedensbruch im März 2000 abzusitzen.
Hinzukommt
ein Gimick aus der Vergangenheit. Der berühmtberüchtigte
Aussteiger und Kronzeuge gegen die Revolutionären Zellen Tarek
Mousli alias Daniel (will wohnen in der Sportschule seines
Kumpels Frank Zampich, Alte Rhinstr. 16, 12681 Berlin) fordert von Christian
knapp 800 Euro (Kosten für Sportstudio) und will einen Haftbefehl
gegen ihn erwirken. Soweit bekannt hat Mousli selber Geldsorgen
und lässt sich vom BKA-Zeugenschutzprogramm immer noch die
Gläubiger vom Hals halten >>> Kronzeugen:
Wie sich ein Terroraussteiger seinem Gläubiger entzieht. Sein
Anwalt Frank Asner, Burgsdorfstr. 1 im Wedding hat die Gerichtsvollzieherin
Anke Dörwald, Rhinstr. 133, 12681 Berlin mit der Forderungsdurchsetzung
beauftragt.
Seien wir gnädig und glauben an einen Zufall, dass die Versuche Christian
in Haft zu nehmen alle gleichzeitig kommen und nicht mit dem LKA abgesprochen
wurden.
Zur Prozessvorbereitung und um die aktuelle Repression gegen linke
Strukturen zu thematisieren ist eine Infoveranstaltung
am 7.12. um 20 Uhr im X-Beliebig (Liebigstr. 34 | Berlin-Friedrichshain)
mit ABC-Berlin.
Beim
Hip-Hop-Jam in der Köpi waren knapp 300 Menschen.
Die Polizei hielt sich bei der Party zurück. Ein Mensch, der für
die Party Flyer verteilte wurde festgenommen und seine Wohnung
durchsucht.
2.
November 2006: Berufungsverhandlung ab 12. Dezember | Datenschutz
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Am
12. Dezember 2006 | soll am Landgericht Berlin (Turmstraße
91, Raum 142 um 9 Uhr) die Berunfungsverhandlung gegen Christian
und Leila wegen Landfriedensbruch pp. beginnen. Die beiden waren am 13.
Februar 2005 in Dresden bei Gegenprotesten zu einem Naziaufmarsch
von Berliner Zivilbematen observiert und festgenommen worden. Der zuständige
Richter ist Dr. Lindemann. Es wird mit mehreren Verhandlungstagen
gerechnet. Richter Lindemann hat endlich den Haftbefehl gegen
Christian aufgehoben - Christian muss sich nun nicht mehr dreimal
die Woche bei der Polizei melden.
Bevor der Prozess beginnt, behindert die Justiz die Verteidigung
der beiden, indem Sitzungsprotokolle des ersten Verfahrens und auch die
Akte seit neun Monaten den VerteidigerInnen nicht zugestellt werden.
Schon im ersten Verfahren kam es zu Verschleppungen und unseriöser
Beweismittelbehandlung. So löschte Staatsanwalt Fenner beachtliche
Teile eines Beweisvideos, weil sie ihm "irrelevant" erschienen.
Wie erst jetzt bekannt wurde, war das Video sowieso illegal
von Berliner LKA Beamten erstellt worden. Der Datenschutzbeauftragte
von Sachsen monierte, dass die am 13.02.05 in Dresden eingesetzte
Berliner Polizei keine Erlaubnis hatte verdeckt zu filmen und auch von
der Dresdner Polizei dazu nicht angewiesen war (siehe Kleine
Anfrage Dresden)
Christian und Leila sind in Berufung gegangen, weil im ersten Verfahren
noch viele Fragen der Beweisführung offen geblieben sind und ein
Freispruch erreicht werden soll. Im Januar war Christian
zu einem Jahr Haft und Leila zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt
worden.
Auch
der Berliner Datenschutzbeauftragte hat sich mit dem
Fall beschätigt. Leila hatte sich beschwert, dass das Berliner LKA
ihren Arbeitgeber umfassend zu ihrer Person, Arbeits- und sozialem
Umfeld befragt hatte. Der Berliner Polizeipräsident gab
an, dass diese Maßnahme nötig war um sie vor der Untersuchungshaft
zu bewahren. Obwohl die Befragung erst über einen Monat nach ihrer
Festnahme am 13. Februar in Dresden stattfand und nie zur Diskussion stand
sie in U-Haft zu nehmen wertet der Datenschutzbeauftrage das "höchst
grenzwertige" Verhalten des LKA als "fürsorglich".
28.
Oktober 2006: Hip Hop Jam gegen Polizeigewalt und Repression
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Freitag | 10.11. | 21 Uhr | Köpi | Köpenicker Str. 137
| Kreuzberg | Eintritt 3 Euro
Berlin
ist die Hauptstadt der staatlichen Repression. Mitte der 90er Jahre hatten
wir hier die höchste Polizeidichte in ganz Europa, und seitdem ist
es kein Stück erträglicher geworden. Die Bullen haben einen
Freibrief jeden von uns zu kriminalisieren und zu terrorisieren wie es
ihnen gefällt, und kein Bürgermeister oder Senat kann ihnen
in die Parade fahren. Sie agieren als Staat im Staat, ausgestattet mit
scheinbar unbegrenzten Machtmitteln und von niemanden zu kontrollieren.
Und so benehmen sie sich dann auch. Sie jagen Graffiti-Künstler mit
BGS-Hubschraubern, machen Hetzjagten auf Nicht-Deutsche und greifen linke
Demonstrationen an. Wer es wagt sich Naziaufmärschen auch praktisch
entgegenzustellen, muss damit rechnen
festgenommen und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt zu werden.
Dabei setzt das LKA Geheimeinheiten ein, die vor Gericht als anonyme Zeugen
aussagen, deren Glaubwürdigkeit für die Verteidigung nicht zu
überprüfen ist. Wir werden uns von diesem Staatsterror jedoch
nicht einschüchtern lassen und machen weiter die Stadt bunt und Nazinasen
blutig. Und um hinterher auch die Anwaltsrechnung bezahlen zu können
brauchen wir Geld. Deshalb laden wie euch alle ein, zu unserem fetten
HipHop-Jam gegen Bullengewalt u.a. mit:
Live:
AFRO HESSE (Rap/Darmstadt/Paris/Berlin), HOLGER BURNER (Classwar-Rap /
Hamburg), MADCAP (Rap/Independentzia/Bielefeld), RED STAR SOUNDSYSTEM
(HipHop/Podstam), DJ´s
AK47 (Red Star/Podstam) & Prograffiti-Soundsystem (Berlin)
Special: Graffiti & Riotvideos, VoKü und Infos
zur staatlichen Repression
von und mit Prograffiti
und Soligruppe
Christian S.
25. Oktober
2006:
Entscheidung vertagt |
Toter in Haft | Nazi-Einheit
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Die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht war schnell vorbei. Die Entscheidung
wird schriftlich zugestellt. Geklagt hatte Christian gegen die
Anonymisierung der Polizeizeugen durch den Innensenat in dem Verfahren
gegen ihn im November 2005. Als Vertreterin der Innenbehörde
tauchte Julia Beckel mit ihrem AG-Leiter Kalus auf. Den Vorsitz
der Verhandlung führte der Vizepräsident des Berliner Verwaltungsgerichts
Dr. Rueß. Ein detailierter
Bericht ist auf Indymedia erschienen. Es zeichnet sich ab,
dass der Innensenat seine Kompoetenzen mit der Sperrerklärung überschritten
hat und dass es bisher keine individuelle Prüfung zur Kodierung
von Polizeizeugen gibt. Entscheidung
des Verwaltungsgerichts
Im
Tagesspiegel
waren vor der Verhandlung sämtliche Protagonisten im Code-Cop
Streit zu Wort gekommen. Die
TAZ hat selbst Polizeipräsident Glietsch
zu einem Statement gebracht. Und die Junge
Welt schreibt erst nach der Verhandlung.
Im
Haftkrankenhaus
tötete sich der 61 Jährige Häftling Terletzki mit einem
Stromkabel. Er hatte eine Strafe von 14 Jahren zu verbüßen.
Zeitgleich
wurde am Verwaltungsgericht die Kündigung
eines Bundespolizisten bestätigt, der seine MKÜ-Einheit
(Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit) mit rechtsextremer Musik
und Klamotten beliefert hat. Ein kleiner Trost, denn die Forderung
zur Auflösung der Nazi-Bundespolizei-Einheit gibt es schon
seit 2005.
Immer
wieder kommt es bei der Berliner Polizei zu rechtsextremen Ausschreitungen.
Anfang 2004 wurde ein Polizist entlassen, weil er mehrfach
für
Rechtsextreme Schulungen über die internen Strukturen und Einsatztaktik
der Polizei gehalten hatten.
Nach
dem Bombenanschlag von Düsseldorf drohte ein Polizist
aus Berlin per Telefon mit "rechtem Terror". Natürlich
verliefen die Ermittlungen gegen ihn ohne Erfolg.
20.
Oktober 2006: Verwaltungsgericht entscheidet zu Codierungen
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Am Mittwoch, 25. Oktober, 9.30 Uhr findet im Verwaltungsgericht
Kirchstraße 7 in Berlin-Moabit eine Berufungsverhandlung
statt, in der geklärt werden soll, warum die Kodierungspraxis des
Berliner LKAs rechtswidrig ist. Das LKA läßt seine Beamten
standardmäßig in Verfahren nur noch identitätsverschleiert
als Nummer statt mit Namen auftreten, was fundamental gegen die
Strafprozessordnung und die Rechte der Angeklagten verstößt.
Mehr Informationen in der Pressemitteilung
dazu. Der Raum ist mit dem Aktenzeichen VG 1 A 245.05 zu finden.
Wir
haben zusammen mit StrafverteidigerInnen eine Liste mit Verfahren
erstellt, in denen Polizeizeugen anonym aufgetreten sind. Es
sind uns mittlerweile 50 Polizeibeamte bekannt, die nur noch kodiert auftreten.
Liste mit Kodiernummern.
Die
Veranstaltung
zu kodierten Polizeizeugen, die am 23. Mai 2006 im KATO stattfand
isr als Video jetzt unter nichtarbeit.i-networx.de
( Teil
1 //Teil
2 // Teil
3) zum download bereit.
Der
menschenunwürdige Strafvollzug wird in der aktuellen
Ausgabe des Freitags beklagt. Die spezifische Regelung nach Länderrecht
führt zu hoher Ungleichbehandlung der Gefangenen in den einzelnen
Bundesländern. Die Spar- und Privatisierungswut mancher Innenminister
führt zu einem "Wettlauf der Schäbigkeiten".
17.
September 2006: Wahlboykott im Knast | Jeton | Reportage zur PMS
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In der JVA Tegel verweigern
massenhaft Häftlinge die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Der Grund sind
die schlechten Haftbedingungen. Eine ähnliche Aktion
zur Verbesserung der Haftbedingungen im letzten Jahr, wobei einige Häftlinge
sich kollektiv weigerten den Hofgang zu beenden wurde
als Meuterei gewertet und entsprechend geahndet. Tagesspiegel
Die
Razzia einer Fußballfanparty im Friedrichshainer Jeton
im August 2005 war z.T. rechtswidrig. Das Amtsgericht Berlin entschied
zugunsten eines Betroffenen, der gegen die rüde Behandlung
durch die Polizei geklagt hatte. Ein kleiner
Bericht dazu und das
Urteil
Als
Linktipp was ganz besonderes: Jubelreportage
über die PMS aus dem Jahr 2000. Ermittler, Richter,
Vollstrecker - alles in einer Polizeieinheit. Trailer
9.
September 2006: 16 Todesfälle | Kandidaten äußern sich
| Übergriff
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Und
wieder hat die Justizsenatorin von Berlin, Karin
Schubert, keine Erklärung dafür, warum in der ersten
Hälfte diesen Jahres genauso viele Menschen im Berliner Strafvollzug
umgekomen sind, wie im ganzen vergangenen Jahr. Allerdings schließt
sie "vollzugstypischen Ursachen" aus.
Währenddessen
erhängte sich Nico
K. nach zwei Wochen Untersuchungshaft in Moabit in seiner
Zelle. Er war wegen Verdacht auf Betrug inhaftiert worden.
Unter
Kandidatenwatch
äußern sich Kandidaten für die Berliner Abgeordnetenhauswahl
zu kodierten Polizeizeugen und geloben durch die Bank
Besserung in der exzessiven Anwendung der anonymisierung von Polizeizeugen
vor Gericht. Die gesammelten Antworten:
     
  
Und
wieder hat ein Polizeibeamter
zugeschlagen und wird nun von seiner eigenen Behörde
dafür belangt. Bei einer Demo trat er auf einen verletzten
Demonstranten, der am Boden lag, ein bis dieser bewußtlos
war.
22.
August 2006: Wieder Toter | Cops prügeln Nazis den Weg frei
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Wieder hat sich in
Moabit ein junger Man das Leben genomen. Er saß
seit drei Tagen wegen Erschleichen von Leistungen in
Untersuchungshaft. Polizeiticker.
Ein
brutaler Polizeieinsatz hat mal wieder ein politisches
Nachspiel im Innenausschuss, Mit Fäusten, Tritten, Knüppeln
uns Reizgas ging die Berliner Polizei gegen Sitzblockaden bei
einem Naziaufmarsch zum Todestag des Hitler Stellvertreters Hess in Berlin
vor. Indymedia-Bericht
Ein
noch detailierterer Bericht
mit Video von der Demo am 19.8.06
Ein
Fall von Polizeigewalt und anschließender Falschaussagen
mehrerer Polizeibeamte ereignete sich in Teltow (Brandenburg).
Peter P. hat in seiner Funktion als Polizeibeamter bei einem "ganz
normalen Einsatz" ein paar Jugendliche in ihrer Wohnung misshandelt
und die Einrichtung zerstört. Tagesspiegel
Im
Infobrief des Republikanischen Anwaltsverein hat Christians
Anwältin Studzinsky einen Artikel zu Codierte
Zeugen - ein Schritt in den Geheimprozess geschrieben.
Auch in der neuen Ausgabe des Antifaschistischen
Infoblatts ist ein Artikel von ihr erschienen.
7.
August 2006: Erklärung zu Todesfällen | Personalkarussel bei
Polizei
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Die Justizsenatorin
Karin Schubert nimmt Stellung zu der Todesserie im
Berliner Strafvollzug.
Auf Indymedia versucht jemand nachzuweisen wie personell
verwoben der Verfassungsschutz und der Polizeiapparat in
Deutschland ist.
25.
Juli 2006: Hitzetoter in JVA Tegel | Überflüssige
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In den Gefängniszellen
in Berlin-Tegel wurden 46 Grad Celsius gemessen. Klar, dass es
bei nicht selbstbestimmtem Tagesablauf, Einschluss, Rundgang, verschlossenen
Duschen und schlechter medizinischer Versorgung irgendwann zu Todesfällen
wegen der starken Hitze kommt. Ein paar Tage bevor Alper K. starb, war
Volker Ratzmann (Grüne) in Tegel und bemängelte bereits die
mangelnde Kühlung. Der Tagesspiegel
berichtet nur über den Todesfall, weil Mitgefangene
Informationen weitergaben. Die Anstaltsleitung hüllt sich in Schweigen.

Im Prozess
gegen die Überflüssigen wird bekannt, dass der
LKA Beamte Walkenhorst Strafanzeigen gefälscht hat,
um gegen missliebige Personen vorgehen zu können. Die Angeklagten
wurden freigesprochen.
15.
Juli 2006: Schlechte Verteidigung in einem 1.Mai Verfahren
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Ein
Beispiel für miserable Verteidigung eines politischen Mandanten,
der am 1. Mai in Kreuzberg festgenommen wurde, liefert ein Verfahren
vor dem Berliner Amtsgericht. Julia Louisa
Bunzel (Beisitzerin des FDP Bezirksverband Charlottenburg-Wilmersdorf),
die Anwältin von Kai U. arbeitet in dem Verfahren enger mit der Staatsanwaltschaft
und kodierten Polizeizeugen zusammen, als mit ihrem Mandanten.
Ein
Link der bei uns zu größtem Gelächter führte: http://www.polizei-poeten.de/
23.
Juni 2006: Der siebte Tote dieses Jahr in Moabit
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Wieder ist ein Häftling in der
JVA Moabit zu Tode gekommen. Wieder gibt die Justizbehörde
Selbstmord als Grund an. Was die Menschen in der JVA
Moabit dazu treibt sich das Leben zu nehmen, wird nicht hinterfragt. Eine
kleine Zusammenstellung der aktuellen "Selbstmorde"
im Berliner Strafvolzug, mal in Beziehung zueinander gesetzt.
16.
Juni 2006: Briefgeheimnis im Knast | Rechte Cops
| Wieder Tote
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Der Datenschutzbeauftragte
von Berlin kommt nach langer Prüfung zu dem Schluss, dass die JVA
Moabit gegen das Briefgeheimniss und das Vollzugsgesetz verstößt,
indem bereits vom Gericht geprüfte Post von Insassen nocheinmal vom
JVA Personal gelesen und willkürlich aussortiert wird. Weiterhin
ist auch interessant, dass z.B. Newsletter grundsätzlich auch unter
das Briefgeheimniss fallen, da es sich um Gedankenaustausch zwischen Gefangenem
und Umfeld handelt.
Christian hatte schon 2004 gegen die Beschlagnahme
von Broschüren durch die JVA geklagt und Ende 2005, wegen dem
oben genannten
Newsletter.
Gegen
zwei Polizeibeamte aus dem gehobenen Dienst werden in Berlin Ermittlungen
wegen Volksverhetzung aufgeneommen. Presse
In
der JVA Moabit gab es wieder einen Todesfall. Der Tagesspiegel
nutzt den aktuellen Fall, um sich mit den bisher 6 Todesfällen
dieses Jahr in Moabit zu beschäftigen.
8.
Juni 2006: Polizeigewalt | Anwältin Interview
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Bei
einer Demo gegen Sozialabbau griff die Berliner Polizei
mehrfach den "Wir wollen ales"-Block an, um die Transparente
zu entfernen. Da an der Demo viele unterschiedliche Spektren teilgenommen
haben und auch massig Presse vertreten war, wird nun
wegen Körperverletzung im Amt
ermittelt. Indymedia
dazu.
Silke
Studzinsky, Christians Anwältin hat in der neuen Ausgabe
der Roten-Hlfe-Zeitung das Verfahren
nocheinmal zusammengefasst und die juristischen Streitpunkte
wie z.B. Kodierung von PolizeizeugInnen dargestellt.
25.
Mai 2006: Veranstaltung zu kodierten Polizeizeugen
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Am
23.05. fand im voll besetzten KATO in Berlin eine Veranstaltung der Kritischen
JuristInnen mit hochkarätigen ReferentInnen zum Thema Kodierte Polizeizeugen
und Vergeheimdienstlichung der Polizei statt. Alle waren
sich einig, dass Polizisten eindeutig zu oft anonym auftreten
dürfen und das Ganze eher dazu dient die Gefährlichkeit
einer Linken herbeizureden, die schon lange keine Zähne
mehr zeigt. Einen guten Bericht
gibt es auf Indymedia. Die Veranstaltung als Video
gibts unter nichtarbeit.i-networx.de
( Teil
1 //Teil
2 // Teil
3)
Die
Soligruppe "Christian S." wollte per Flyer
nochmal klarstellen, dass sich linksradikale Kritik an staatlicher
Repression nicht an den Staat, seine Verwaltung und Protagonisten
richtet, sondern sich vielmehr auf sich massenhaft verweigernde
Menschen bezieht, die für eine grundlegende Änderung
bzw. Aufhebung der derzeigien Herrschaftsverhältnisse eintreten.
Wie
Mensch den Repressionsorganen die Arbeit etwas erschweren kann beschreibt
die Hamburger Wasserturm Antirepressionsgruppe
in einem neuen Artikel in der Hamburger Autonomen Postille ZECK.
15.
Mai 2006: Prügel beim LKA
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Achim W. Leiter der Einheit „LKA 633 Aufklärung und
Intervention“, die eigens zur WM eingerichtet wurde, animierte
den LKA Beamten Axel B. bei Observationstätigkeiten am 1. Mai in
Berlin per Faustschlag zum schnelleren Funken. Thomas
G. sagte als Zeuge gegen den Vorgesetzten aus. Der Polizeipräsident
versetzte daraufhin das Opfer und den Zeugen in eine andere Einheit.
Der Presssprecher der Polizei Marcel Kohlmey wiegelt im KLARTEXT-Interview
nur ab. Artikel dazu im Tagesspiegel.
10.
Mai 2006: Toter mit diplomatischen Auswirkungen | Haftkrankenhaus
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Ein
Mensch kommt durch Suizid zu Tode - ein normaler Vorgang in der JVA Moabit.
Während sich Behörden und Presse über die tatsächlichen
Todeszahlen in Haftanstalten streiten (Focus,
Innensenat Berlin), wird in Moabit
weiter gestorben. Diesmal interessieren sich aber Angehörige und
sein Herkunftsland für die mysteriösen Todesumstände.
Wegen Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wurde Aamir
Cheema in Untersuchungshaft gebracht. Der Bundesnachrichtendienst
war an dem Islamisten so sehr interessiert, dass er mehrfach
mit immer härteren Methoden verhört wurde. Dem Druck
konnte er nach einem Monat nicht standhalten und wählte den Freitot.
Artikel
im Schweizer Sonntags Bild . Währenddessen werden in Pakistan,
dem Herkunftsland von Amer Cheema, deutsche Fahnen verbrand,
die Vereinten Nationen haben eine Protestnote seiner Anwälte zu bearbeiten.
Artikel
Spiegel.
Rainer
Rex, Leiter des Haftkrankenhauses und damit verantwortlich für
die Toten in Berliner Haftanstalten steht nicht nur wegen dem jüngsten
Fall unter Druck. Bei einem Kongress in Wien, wo er seine
Methoden Häftlinge zu drangsalieren einem Publikum zugänglich
machte, protestieren Menschrechtler gegen ihn. Indymedia
Schweiz. Rainer Rex ist durch Selbstmord
von Dr. Leschhorn des früheren Leiters des Haftkrankenhauses
an seine Positon gekommen. Auf Indymedia hat jemand mal die letzten Todesfälle
unter Rainer Rex aufgezählt.
4.
Mai 2006: Berufungsbegründung | Veranstaltung geplant | 1. Mai
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Die Staatsanwaltschaft hat nun ihre Begründung
geschrieben, warum die Verhandlung gegen Christian und Leila wegen Landfriedensbruch
pp. in Dresden wieder aufgerollt werden soll.
Die
Kritischen JuristInnen
(FU-Berlin) planen für den 23. Mai [20:30 Uhr KATO Berlin]
eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kodierte
Polizeizeugen vor Gericht". Sprechen werden: Dr. Peter
Faust [ Vorsitzender Richter am Landgericht], Volker Ratzmann [Rechtspolitischer
Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus]
und Silke Studzinski [Strafverteidigerin]. Die Veranstaltung soll mehr
Licht ins rechtliche Dunkel bringen, dass Innensenat und LKA in Gerichtsverfahren
gebracht haben.
Der
1.Mai 2006 sei der friedlichste seit 1987 meint Innensenator
Körting. Dennoch wurden knapp 200 Menschen festgenommen, weil sie
sich an den Protesten gegen soziale Ungleichheit beteiligt haben. Davon
bleiben 35
in Untersuchungshaft.
Im Vorfeld des 1. Mai versuchte die Berliner Zeitung und die BZ mit vereinten
Kräften eine Bedrohung
von Links herbeizureden, weil irgendwer die Bilder
von PolizeibeamtInnen ins Netz gestellt hatte. Das die Urheber
solche Massenveröffentlichungen aber auch aus Polizeikreisen stammen
kann, bestätigt ein Interview
mit einem ehemaligen LKA-Fahnder in der autonomen Bravo INTERIM
(Nr. 635)
25.
April 2006: Gesundheit im Knast | Staatsanwalt hat zu tun | MyFest
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Vor ein Paar Tagen
ging der Focus davon aus, dass es seit 10 Jahren bundesweit gerade mal
128 Tote in Polizeigewahrsam gab. Nun gibt der Berliner Innensenat in
einer Kleinen Anfrage
zu, dass in den letzten vier Jahren allein in Berlin schon 58
Todesfälle im Strafvollzug gab. Einer wurde durch
einen Mithäftling dokumentiert. Außerdem findet der Senat
es völlig normal, dass die Arbeit der Anstaltsärzte
nicht durch die Betroffenen überprüft werden kann,
weil die Ärzte die Krankenakten vor den Gefangenen geheimhalten dürfen.
Währenddessen gibt es wieder einen mysteriösen
Todesfall in der JVA Moabit.
Staatsanwalt
Matthias Fenner
erklärt dem RBB, dass er seit mehreren Jahren (!) keine
Kapazitäten hatte, um 23 Neonazis - die mit einem Baseballschläger
einen jungen Mann türkischer Herkunft zusammenschlugen - juristisch
zu verfolgen. Stimmt, er zog mehrere Verfahren gegen Christian und andere
AntifaschistInnen an sich.
Die
Vorbereitungen für den 1. Mai 2006 laufen in Kreuzberg
auf Hochtouren. Mit aller Gewalt sollen "Gewaltexsesse" verhindert
werden, statt mal zu fragen warum da wer auf die Straße geht und
Handlungsfelder nutzt, die ihnen nicht zugebilligt werden. Das Myfest
(Projekt von Bezirksamt, Vereinen und Polizei), Demonstrationsverbote
und "Deeskaltionsstrategien" langfristige und harte Konditionierung
bei SozialarbeiterInnen, Anti-Konflikt-Teams und Secruity-Firmen erfordern,
thematisiert ein Beitrag auf Indymedia durch Veröffentlichung
von internen Protokollen des MyFest Vorbereitungskreises.
20.
April 2006: Straftäter im Amt | Radiointerview
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Aus aktuellem Anlass hat die Taz
herausgefunden dass Polizeibeamte überdurchschnittlich oft
straffällig werden. Unglaublich aber wahr, sind sie doch
relativ gut in der Lage ihre eigenen Straftaten zu vertuschen. Das Rechts-Archiv
hat im Zusammenhang mit der Erstürmung der Berliner Diskothek
"Jeton" einige juristische Überlegungen zum Thema
"Missbrauch
des SEK" angestrengt.
In einer Abgeordnetenhaussitzung am 23.
September 2004 (Aktuelle Fragestunde zum Thema: "Suspendierung
von Beamten bei laufenden Ermittlungsverfahren") gibt
Berlins Innensenator Körting zu, dass Beamte, gegen die ein Verfahren
läuft, trotzdem befördert werden dürfen. Außerdem
sei die Schwelle Polizisten aus dem Dienst zu entfernen sehr hoch. Solange
die betreffenden Beamten nicht zu mindestens einem Jahr Haft
ohne Bewährung verurteilt werden, ist es nach Ansicht der Berliner
Behörden kein Problem weiterhin "Sicherheit und Ordnung"
aufrecht zu erhalten (Zitat: "Das sind Straftaten, bei denen es darum
geht, dass man den betreffenden Beamten eine – auf berlinisch –
besondere „Fiesigkeit“ bei der Straftat vorwirft,
wie dies bei Kameradendiebstahl, Sexualdelikten oder Ähnlichem der
Fall ist." Körting 2004)
Ein
ganz besonders krasser Fall von Amtsmissbrauch zur Begehung von
Straftaten wird seit 2002 vor dem Berliner Landgericht verhandelt:
23 Korrupte
Berliner Polizisten handelten mit Haschisch und Ecstasy-Pillen,
verkauften Daten aus dem Polizeicomputer und tauschten Dienstausrüstung
gegen Anabolika.
Eine
Radiosendung
beschäftigte sich mit dem Thema: "Solidarität
gegen staatliche Repression" und lud Christian S. zum Gespräch.
16.
April 2006: PMS-Bericht | 128 Tote in Polizeigewahrsam | 1. Mai
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In der neuen Ausgabe der autonomen Postille Interim (634) ist ein Artikel
über die "Einsatztaktik
Berliner Spezialeinheiten". Wir dokumentieren den Artikel
unter Presse.
Nach
Angaben des Focus
(14.04.06) sind in den letzten zehn Jahren 128 Menschen
in Polizeigewahrsam zu tode gekommen. Viele der Opfer hätten
überleben können, ergab eine Studie von Rechtsmedizinern der
Universität Halle-Wittenberg.
Der
1. Mai steht vor der Tür und Kreuzberg bereitet sich darauf vor.
Wie eine gemeinsame Strategie von Bezirksamt, Secruity-Firmen,
Gewerbetreibenden und Polizei mitunter praktikables Aufstandbekämpfungsmittel
ist, aber niemals die berechtigten Gründe für einen Aufstand
aus der Welt schafft beschreibt ein Artikel
auf Indymedia. und ein Artikel in der Linken
Zeitung
12.
April 2006: Aufschub gewährt | AOK muss zahlen | Elektro Freiberg
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Christian wurde ein Aufschub des Haftantritts gewährt,
da ein weiteres ärztliches Gutachten noch aussteht. Außerdem
musste seine Krankenkasse zugeben ihm unrechtmäßig
gekündigt zu haben (die AOK erhielt vom Jobcenter weiterhin
Krankengeld für Christian).
Die
Firma "Elektro-Freiberg", die vor kurzem noch als einzige, technische
Geräte für Gefangene der JVA-Moabit gegen Bezahlung
kaputtüberprüfte und durch horende Mieten für
ihre eigenen technischen Geräte die Notlage der Gefangenen ausnutzte,
hat nun marktwirtschaftliche Konkurrenz bekommen, nachdem das Kartellamt
und der Petitionsausschuss des
Abgeordnettenhauses ermittelte. Außerdem musste die
Firma aufgrund des schlechten Images ihren Namen ändern. Firmen die
sich ab jetzt an der Abzocke der Gefangenen beteiligen
sind:
1. Hameyer G.m.b.H (ehem. Elektro-Freiberg GmbH), Beusselstr. 80, 10553
Berlin
2. Jürgen Krüger-Fernsehdienst, Oranienstr. 69, 10969 Berlin
3. Kundendienstzentrum für Unterhaltungselektronik G.m.b.H, Gleimstr.
44, 10437 Berlin
Für
die Miete der Antennendose müssen Häftlinge in Berlin an die
ETW Communication GmbH bezahlen.
5.
April 2006: Haftantritt steht bevor | Letzte Schikanen | Kleine Anfrage
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Christian S. hat überraschend eine Haftantrittsaufforderung
für den 7. April bekommen. Er soll nun insgesamt drei Jahre
wegen seinem 1. Mai 2004 Verfahren absitzen, da er die Berufung gegen
das Urteil zurückgezogen hat, um im Januar 2006 aus der U-Haft entlassen
zu werden. Gegen das Urteil im Dresden-Verfahren
wurde Berufung eingelegt.
Obwohl ein ärtzliches Gutachten empfohlen hat, ihn
aufgrund seiner schweren Hepatitis-C Erkrankung nicht wieder einzusperren,
kommt er nun doch schneller als erwartet in Haft. Währenddessen hat
die Krankenkasse AOK ihm rückwirkend gekündigt,
da seine Krankheit scheinbar zu teuer ist.
Zusätzlich
zu dem Haftantritt wurde er am 4. April vom (Hauptzollamt) unsanft
geweckt, da dieses nach verwertbaren Gegenständen in seiner
Wohnung suchen wollte. Hintergrund ist ein Vollstreckungsauftrag vom 21.
Oktober 05 der von Richter Gutschalk unterschrieben wurde, da das Jobcenter
von Christian 300 Euro zurückforderte. Da er während des genannten
Zeitraums in Untersuchungshaft saß, wußte er nichts von der
Forderung. Beim Türaufbrechen, obwohl jemand gerade diese von innen
öffnen wollte, hat geholfen der Schlüsseldienst
Schroeder. Die Zollbeamten Rose, Neumann und Zander nahmen CD-Player
und Playstation ansich. Die Durchsuchung, die Kündigung der Krankenversicherung
und der zeitnahe Haftantritt zeigt wie vielschichtig Repression
sein kann.
Eine
Kleine Anfrage zur Überwachung
von Demonstrationen durch die Polizei ist von Innensenator
Körting nun beantwortet worden. Er ist der Meinung, dass exzesives
Filmen nicht rechtens ist und Menschen dadurch in ihrer Entscheidung
beeinträchtigt sein könnten zu Demonstrationen zu gehen. Der
beste Spruch ist, dass immer im Einzelfall entschieden
wird, ob gefilmt wird oder nicht. Wer die Praxis bei Demos im gesamten
Bundesgebiet kennt, weiß dass der Innensenator scheinbar nicht auf
Demonstrationen geht.
Im März 2006 ist eine bundesweite Kampagne gegen die Bevorzugung
von Polizeizeugen in Gerichstverfahren gestartet. Unter www.polizeizeugen.de.vu
kann mensch seine Erlebnisse mitteilen.
18.
März 2006: Tag der politischen Gefangenen
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Überall
in Deutschland gab es Aktionen zum Tag der polititischen Gefangenen. In
Potsdam
demonstrierten 500 Menschen wegen der Repression gegen AntifaschistInnen
in Berlin, Frankfurt (Oder), Magdeburg und Potsdam. In Kreuzberg
gingen knapp 1000 Menschen zusätlich gegen den Irakkrieg auf die
Straße. In Nürnberg
wurde ein Knast mit Farbbeuteln angegriffen. Vor dem RAF-Gefängnis
Stammheim (Stuttgart) wurde eine Kundgebung mit 50 Teilnehmenden
durchgeführt. Rund 100 Menschen beteiligten sich an einer Fahrraddemo
in München.
Am Porta Nigra in Trier
wurden Transparente angehangen und Flugblätter gegen Krieg, Folter
und Knast verteilt.
Pünktlich
zum Tag der politischen Gefangenen setzt sich die Zeitschrift "Analyse
und Kritik" mit der Praxis der Codierung von Polizeizeugen
vor Gericht auseinander.
15.
März 2006: Knastzeitung eingestampft | Falschaussagen
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Weil
in der neuesten Ausgabe der Gefangenenzeitschrift
Lichtblick in der JVA Tegel (Berlin) Vollzugsbedienstete
in einem zu schlechten Licht dastehen, wurde die gesamte Ausgabe von 5000
Exemplaren von der Anstaltsleitung beschlagnahmt und vernichtet, sowie
die Redakteure in Einzelzellen gesperrt. Die Ausgabe beschäftigte
sich mit dem Umgang der Beamten mit den Häftlingen. Der Anstaltsleiter
Klaus Lange-Lehngut erstattete Strafanzeige gegen vier Redakteure.
Das aktuelle Beispiel zeigt nicht nur dass es im Knast keinerlei Pressefreiheit
gibt, sondern dass Justizbeamte Häftlinge verprügeln können,
Menschen im Strafvollzug aus nicht ersichtlichen Gründen sterben,
und die Häftlinge dies nichtmal der Öffentlichkeit mitteilen
dürfen. Ganzer Bericht in der Berliner
Zeitung. Ein Interview
mit einem Redakteur des Lichtblicks beim FSK
Radio Hamburg. Eine etwas längere Stellungnahme
von der Lichtblickredaktion
Der
Polizist Robert R. bezichtigte einen Studenten am 1.
Mai 2002 eine Flasche geworfen zu haben, weil dieser sich über die
Festnahmemethoden einer Bulleneinheit aufregte. Nur durch die Aussage
von mehreren anderen Cops konnte die Aussage des Polizeibeamten entkräftet
werden und der Student wurde freigesprochen. Jetzt kam raus, dass der
Flaschenwurf nie stattgefunden hat und Robert R. wegen Falschaussage
und Freiheitsberaubung vor Gericht kommt. Presse dazu gibts hier.
Februar
2006: Antirepressionsdemo geplant | Presse | Hamburg
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Am
18. März, dem "Tag der politischen Gefangenen",
findet um 14 Uhr in Potsdam eine Antirepressionsdemo statt, die sich vor
allem auf die letzten Repressionschläge in Magdeburg, Berlin, Frankfurt
/Oder) und Potsdam bezieht. Alle Infos dazu findet ihr auf www.antirepressionsdemo.tk
oder hier
Die
Interim, Sprachrohr der radikalen Linken, hat mit Christian
ein längeres Interview geführt. Nachzulesen unter Presse,
da die Interim nicht digital, sondern nur in linken Info- und Buchläden
erhältlich ist.
Wie
Zeitungen berichteten, wurden im Hamburger Justizvollzug
im Jahr 2005 mindestens zwei Gefangene gewaltsam nackt ausgezogen, um
dann nackt auf einer Liege fixiert zu werden. In einem Fall soll die Fixierung
20 Stunden angedauert haben. Indymedia
dazu und Hamburger
Abendblatt
10.
Februar 2006: Aufmarsch in Dresden steht bevor | Presse
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Der
jährliche im Februar stattfindende Nazigroßaufmarsch in Dresden
steht bevor. Infos zu den geplanten Gegenaktionen am 11.2.
findet ihr auf der Seite der Antifa
Dresden.
Im letzten Jahr sind Christian und seine Freundin unter konstruierten
Vorwürfen dort vom Berliner LKA festgenommen worden. Die Berliner
Zeitung widmet sich daher dem Fall Christan S.
und Dresden heute auf Seite 3.
4.
Februar 2006: Staatsanwalt legt Berufung ein | Knast-Hintergrund
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Der Staatsanwalt Fenner hat gegen seinen eigenen Deal Berufung eingelegt.
Seiner Forderung nach einem Jahr Haft für Christian wegen einem Flaschenwurf
folgte am 11. Januar das Gericht. Wahrscheinlich war Fenner von der Ankündigung
der Verurteilten in Berufung zu gehen so genervt, dass er es
ihnen gleichtun wollte. Indymedia
dazu.
Zur-Habe-Nahme
von Post in der JVA kommt relativ häufig vor. Oftmals nicht
rechtmäßig, was niemals ans Tageslicht kommt, da sich die Gefangenen
nicht dagegen wehren. Eine Sendung eines Antifas an Christian
S. wurde zunächst richterlich zugelassen, von der JVA Moabit
aber einfach einbehalten, mit der Begründung die Sicherheit und Ordnung
im Knast sei dadurch gefährdet. Das Amtsgericht Tiergarten
musste die Anstalt zusätzlich auffordern nun endlich den
Brief auszuhändigen. Christians Brieffreund gegenüber behauptete
die Anstalt die Sendung sei verloren gegangen. Wir veröffentlichen
den Briefwechsel um Inhaftierte, Angehörige, Anwälte
oder einfach nur Brieffreunde anzustiften gegen Zur Habe Nahme vorzugehen
und sich von übereifrigen Schließern nichts gefallen zu lassen.
27.
Januar 2006: Prozess wird wieder aufgerollt | Neuigkeiten
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Irgendwie waren Christian und Leila nicht zufrieden mit dem Ergebnis des
Prozesses und legten beide Berufung in dem Prozess wegen Landfriedensbruch
in Dresden am 13. Februar 2005 ein. Denn eins hat der Prozess gezeigt:
Eine Flasche ist niemals geflogen, das Berliner LKA konstruiert wo es
nur kann, um missliebige Personen mundtot zu machen. Das muss
weiter thematisiert wrden, schließlich geht es hier um eine gängige
Praxis und nicht um den Einzelfall Christian S. Stellungnahme
dazu auf Indymedia.
Unter
"Texte" findet ihr eine knuffige Kleine
Anfrage im Hamburger Senat aus dem Jahr 1992, die im Zusammenhang
mit einem Prozess gegen Aktivisten der Roten Flora gestellt
wurde. Polizisten traten bei dem Prozess künstlerisch geschminkt
auf.
In
Heidenheim wurde am 25. Januar ein Antifaschist zu fünf Monaten
auf Bewährung und 700 Euro Strafe verurteilt, weil er einen
"verdeckt ermittelnden Beamten" auf der Flucht
vor einer Festnahmeeinheit im Rahmen von Anti-Nazi-Protesten umgerannt
hatte. Der Zivi ist wie so oft der einzige Zeuge des Zusammenpralls und
behauptete gezielt angegriffen worden zu sein. Indymedia.
13.
Januar 2006: Öffentlichkeit zum Prozess | Gesundheit
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Ein Bericht über den 7. Prozesstag findet ihr zur Abwechslung mal
nicht auf Indymedia sondern hier. Die Presse
hat sich relativ positiv zu dem Fall geäußert. Drei Artikel
fassen die öffentliche Meinung zusammen >> Presse.
Hinter
den Kulissen arbeitete die JVA-Moabit gegen Christian. Ihm wurden Medikamente
verweigert und seine Therapie gegen Hepatitis C nicht durchgeführt.
Als sich Christian Freundin bei der Anstalt beschwert fühlen sich
die Beamten J. Landt, Miachael Sonntag, Detlef Herich, Ines Bronewski
und Gisela Buuck bedroht. Eine
interne Meldung vom 10.01.2006 liegt nunmehr vor (EDIT 2008)
11.
Januar 2006: Christian nach 7 Prozesstagen aus U-Haft entlassen
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Das LKA-Konstrukt der geworfenen Flasche
konnte auch durch einen neuen codierten Zeugen am 9. und 11. Januar nicht
erhärtet werden. Stattdessen wurden von der Verteidigung unzählige
neue Beweismittel und weitere Zeugen gefordert. Prozessbericht
ist auf Indymedia. Am 7. Prozesstag entschied nun das Gericht den Prozess
gegen Christian und seine Verlobte zu beenden und bot einen Deal
an. Christian musste alle seine Beweisanträge zurückziehen,
sowie von der Berufung in seinem 1. Mai 2004 Verfahren (ebenfalls Landfriedensbruch,
wo er zu dreiJahren Haft verurteilt wurde) absehen. Dafür
wurde er wegen der vermeintlich geworfenen Flasche zu einem Jahr Haft
und seine Freundin zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
Immerhin, denn zu Beginn des Prozesses wurden ihm zweieinhalb Jahre Haft
angeboten. Bedenkt mensch die lange Untersuchungshaft (11 Monate), das
skandalöse durch das Berliner LKA gesteuerte Verfahren
und den völlig haltlosen Vorwurf des Landfriedensbruchs, ist der
Deal mit der Justiz ein schwacher Trost. Dennoch, wenn jemand für
eine nicht geworfene Flasche ein Jahr unter erschwerten Haftbedingungen
in Untersuchungshaft sitzen muss, weil staatliche Verfolgungsbehörden
ihn als Staatsfeind Nr. 1 auserkoren haben, muss es oberste Priorität
haben den Menschen aus dieser Lage zu befreien. An dieser Stelle
später mehr zu dem Fall. Vielen Dank an alle ProzessbeobachterInnen
und UnterstützerInnen in aller Welt.
6.
Januar 2006: 5. Prozesstag | Nächster am 9. Januar
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Der 5. Prozesstag beschäftigte sich ausschließlich mit der
Festnahme von Christian S. und seiner Verlobten in Dresden sowie der mystiriösen
Vergabe der Codiernummern an die PolizeizeugInnen in dem Verfahren. Das
Oberverwaltungsgericht hat nunmehr entschieden dass Polizisten bei Prozessen
anonym auftreten dürfen. Ein detailierter Bericht ist wieder auf
Indymedia
erschienen. Die nächsten Prozesstage stehen auch schon fest sie sind
für den 9. und 11. Januar 2006 wieder um 9 Uhr im Raum 101
im Sicherheitstrakt des Amtsgerichts Tiergarten (Turmstraße 91)
angesetzt.
2.
Januar 2006: 5. Prozesstag bald |
Kleine Anfrage zu Codierungen
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Trotz Haftverschonungsbeschluss vom 16. Dezember 2005 bleibt Christian
S. in Untersuchungshaft, weil der Staatsanwalt Beschwerde eingelgt hat.
Während
Christian und viele andere die Jahreswende hinter Gittern verbringen mussten,
standen zumindest 300 DemonstrantInnen vor der JVA Moabit und 60 vor einem
Knast in Köln und forderten "Freiheit
für alle Gefangenen". Für den nächsten
Prozesstag gegen Christian und seine Verlobte werden wieder zur Belustigung
des Publikums verkleidete Polizeizeugen erwartet. Kommt alle zum
nächsten Prozesstag am 6. Januar 2006 um 9 Uhr im
Raum 101 (Turmstr. 91). Pressemitteilung
dazu.
Das
Berliner Abgeordnetenhaus hat eine Kleine Anfrage bezüglich
der Codierung von Polizeibeamten vor Gericht beantwortet. Im
Endeffekt billigt der Senat eine Codierung wenn "Gefahr für
Leib und Leben" der Polizeibeamten besteht. Allerdings hat
jeder Mensch, der vor Gericht Aussagen macht das gleiche Recht, wenn er/sie
ähnliche Gründe vorlegt. Für alle die sich mal einlesen
wollen, haben wir die Anfrage
hier mal reingestellt.
Das
Verfahren gegen Christian hat jetzt auch die Linke Öffentlichkeit
in Griechenland erreicht. Solidarische Grüße an die
AktivistInnen in Griechenland an dieser Stelle. Am 03. Januar 2006 um
20.00 Uhr ist eine Infoveranstaltung über Christian S. im Raum der
Antiautoritären Bewegung (Thessaloniki) geplant. Am Tag an dem der
Prozess stattfindet am 6. Januar 2006 gibts um 12.00 Uhr eine Soliaktion
in Thessaloniki, vor dem deutschen Konsulat (Karolou
Diehl Strasse 4A). Infos zu den Gruppen, die das veranstalten unter: www.resistance2003.gr
und www.babylonia.gr.
26.
Dezember 2005: Ultimatives Silvester-Erlebnis!
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Kommt alle zur Demonstration gegen Knäste und Zwangsanstalten am
31.12.2005, 23.15h U-Bhf Turmstrasse Berlin. Seit mehr
als zehn Jahren findet nunmehr die Demo zum Knast Berlin-Moabit statt.
Wir wollen auch dieses Jahr den Gefangenen unsere Solidarität zeigen
und für eine befreite Gesellschaft ohne Knäste und Zwangsanstalten
demonstrieren. Hintergründe
zur Reformierung der Strafanstalten in den letzten Jahren sind im
Aufruf. Außerdem wollen wir hiermit auf einen etwas älteren,
aber in der Kritik am Strafen sehr guten Text, aus der sinistra!
hinweisen.
20.
Dezember 2005: Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein
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Der zuständge Staatsanwalt hat erwartungsgemäß gegen die
Haftverschonung Beschwerde eingelgt. Solange eine Entscheidung vom Landgericht
diesbezüglich nicht gefallen ist, ist auch die am 16.12. beschlossene
Haftverschonung für Christian im Dresden Verfahren nicht rechtskräftig.
Währenddessen wurde Christians Verlobte wieder die Besuchserlaubnis
durch Richterin Dreier entzogen. Die Heirat der beiden
wurde allerdings genehmigt und wird demnächst stattfinden.
16.
Dezember 2005: 4. Verhandlungstag
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Eine kleine Sensation ereignete sich am 4. Prozesstag gegen Christian
und seine Verlobte. Das Gericht entschied am Ende des Tages dem
Antrag der Verteidigung auf Haftverschonung nach zehn Monaten
U-Haft aufgrund der geringen Fluchtgefahr stattzugeben. Trotzdem bleibt
Christian ersteinmal in Haft, da vorsorglich im Juli 2005 ein zweiter
Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde, damit er auch ordnungsgemäß
zur Berufungsverhandlung seines 1. Mai 2004 Prozesses erscheint. Großen
Beitrag an der Entscheidung hatte eine Erklärung
der Verlobten Christians, die sich mit der gesundheitlichen
Situation in der JVA Moabit beschätigt.
Ansonsten
brachte der Prozesstag wenig neues, da der erwartete Polizeizeuge nicht
erschien und keine weiteren Beweise gegen Christian und seine Verlobte
wegen Landfriedensbruch in Dresden vorgebracht werden konnten.
Ein detailierter
Bericht findet sich auf Indymedia. Nächster Verhandlngstag
ist der 6. Januar 2006 um 9 Uhr im Raum 101 (Turmstr. 91)
13.
Dezember 2005: 3. Verhandlungstag - Neuer
steht am 16.12. bevor
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Wie schon bei den vorangegangenen Prozessen konnte auch diesmal keinen
Beweis für den vermeintlichen Flaschenwurf durch Christian S. am
13. Febraur 2005 in Dresden gegen einen Naziaufmarsch schützende
Polizeikräfte vorgebracht werden. Lediglich ein weiterer ziviler
Fahnder des Berliner LKA sagte identitätsvermummt mit 'Musketierbärtchen'
und neuen Haaren vor Gericht aus. Einen Bericht zu dem
Prozess gibts auf Indymedia
und im Neuen-Deutschland wird das Verfahren
nochmal allgemein ganz gut beschrieben. Der letzte Verhandlungstag vor
den Weihnachtsferien ist schon am 16. Dezember, wie üblich
aufgrund der 'akuten Gefahr für Leib und Leben der Zeugen' im Hoch-Sicherheitsbereich
des Berliner Strafgericht (Turmstraße 91) im Raum 101.
Pressemitteilung zu dem Termin.Ansonsten
sind schon weitere Fortsetzungs-Prozesstermine am 06.01.06 / 09.01.06
/ 11.01.06 und 26.01.06 festgelegt worden.
10.
Dezember 2005: Prozesstag Nr. 3 steht bevor
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Am 13. Dezember wird
um 9.15 Uhr in Saal 101 im Berliner Strafgericht in der Turmstraße
91 der Prozess gegen Christian fortgesetzt. Diesmal zu hören sein
werden weitere "verdeckt ermittlende" Beamte, die Christian
am 13. Februar 2005 in Dresden observiert haben und nun im Prozess identitäts-verschleiert
nur als Codiernummern, mit alberner Verkleidung auftreten. Pressemitteilung
zum bevorstehenden Termin.
Am
9. Dezember trafen sich verschiedene bundesweit aktive Soligruppen in
Potsdam, um zusammen über die aktuellen Fälle staatlicher Repression
gegen linke AktivistInnen zu diskutieren und Handlungsoptionen für
eine linke Bewegung in diesen Zeiten zu durchdenken. Ein Redakteur der
Zeitung Neues-Deutschland war auch dabei.
05.
Dezember 2005: Besuche verweigert
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Die Verlobte Christians darf ihn aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen
jetzt doch nicht mehr besuchen. Außerdem hat wieder ein Besucher
ein Hausverbot von der JVA ausgesprochen bekommen. Christian
wird von der JVA Moabit seit der Inhaftierung in seinen ohnehin minimalen
Rechten als Gefangener extrem beschnitten und schikaniert. Einen gesundheitlich
so angeschlagenen Menschen, dermaßen zuzusetzen, nur um ihn für
den Prozess kleinzukriegen und gefügig zu machen ist skandalös,
aber leider gängie Praxis im deutschen Strafvollzug.
02.
Dezember 2005: 2. Verhandlungstag
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Auch beim 2. Prozesstag
gegen Christian und seine Verlobte zeigte die Richterin klaren Verurteilungswillen.
Obwohl der Prozess unter massiven Auflagen im Hochsicherheitstrakt
des Gerichts stattgefunden hat, waren viele ProzessbeobachterInnen dort
und haben sich angehört was der erste codierte Polizei-Zeuge zu sagen
hatte. Zwei Tage vor dem Prozess hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden,
dass die generelle Verschleierung der Identität von Polizeizeugen
zwar ordentlich zu prüfen sei, aber der Verwaltungsakt ansich ersteinmal
rechtmäßig zustande gekommen ist. Eine Einschätzung von
uns zu dem vierseitigen Geschreib vom Verwaltungsgericht, gibts
hier. Aufgrund
einer Fehlplanung, die mal eben dem Angeklgten sein wohlverdientes Mittag
kosten sollte, musste der Prozess unterbrochen werden. Ein detailierter
Prozessbericht
findet sich auf Indymedia. Am 13.12.2005 wird er um 9 Uhr im Raum
101 (Turmstraße 91) fortgesetzt. Der Raum wird wahrscheinlich
kurz vorher noch gewechselt.
Derweil
verschlechtert sich Christians Gesundheitszustand zunehmend.
Die Behandlung seiner Hepatitis C Erkrankung mit dem Medikament Interferon
wurde nun ohne abschließende Untersuchung abgesetzt. Das ist nichts
neues, denn in den letzten sieben Monaten wurde er von den Ärzten
der JVA Moabit nicht einaml richtig untersucht. Christian hat starke Blutgerinnungsschwierigkeiten
und die Anstaltsärzte zeigen keinen Behandlungswillen.
28.
November 2005: Neuer Prozesstag steht bevor
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Das
Verwaltungsgericht hat noch nicht über die einstweilige Verfügung
der Verteidigung, die Identität der Polizei-ZeugInnen im Prozess
offenzulegen, entschieden. Die Verhandlung findet am 02. Dezember 2005
um 9.15 Uhr am Amtsgericht Tiergarten, Turmstraße 91, Raum
500 [Raum hat sich geändert] statt.
Pressemitteilung und Junge
Welt Artikel vor dem Prozess
17.
November 2005: 1. Verhandlungstag im Dresden Verfahren
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Der Prozess gegen Christian S. und seine Verlobte hat mit viel Brimborium
begonnen. Anders als von der Justiz geplant wird es kein Geheimprozess,
sondern ein öffentlich ausgetragener politischer Streit um
das Recht von Angeklagten sich vernünftig verteidigen zu können.
Einen Tag vor dem Prozess verhängte der Innensenat für die Zeugen
des LKA, die gegen Christian aussagen sollen, eine Sperrung der
Identität, was soviel heißt, dass sie ihre Identität
nicht preisgeben müssen. Diese Praxis ist nur in absoluten Ausnahmen
zulässig. Die Steuerung des Verfahrens durch das LKA Berlin wird
dennoch nicht gelingen, auch wenn die Richterin bisher nicht gewillt die
Exekutive in ihre Schranken zu weisen. Online jetzt auch: Der
Antrag der Verteidiung zur Aufhebung der Sperrerklärung. sowie
die ordentliche Klage vor dem Verwaltungsgericht
zum gleichen Thema.
Ein Artikel zum Prozess findet sich in der TAZ
und auf Indymedia hat netterweise eine Prozessbeobachterin einen langen
Bericht
verfasst. Der nächste Verhandlungstag ist der 02.12.2005
um 9.15
Uhr im Amtsgericht Berlin Raum 371
Flyer. An diesem Tag werden
auch die Zeugen des LKA mit Spannung erwartet, weil sie "identitätsverschleiert"
auftreten werden.
10.
November 2005: Verhandlungsraum verlegt
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Der Gerichtssaal in
dem am 17.11.2005 um 9.15 Uhr die Verhandlung gegen Christian
S. und seine Verlobte stattfinden soll wurde geändert. Der neue Raum
ist 136B Eingang Wilsnacker Str. 4 in Berlin-Moabit. Flyer
, Artikel zum Prozess und Pressemitteilung
der Soligruppe
08.
November 2005: Antirepressionsbroschüre erschienen
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Die
Broschüre zur Veranstaltung "Kann das alles Zufall sein?!"
ist im A5 Format erschienen. Ein AutorInnenkollektiv versucht einen Einblick
zu geben, wie Repression auf die Betroffenen wirkt, wie mensch damit einen
sinnvollen Umgang findet und wie politische Arbeit unter solchen Gegebenheiten
noch möglich ist. In allen gut sortierten Infoläden Berlins
zu erhalten. Die Broschüre gibts auch als PDF
zum weiterkopieren und als HTML zum lesen.
Die Internetseite
zur Broschüre
November 2005:
Veranstaltung geplant
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28.11.2005
KATO Berlin 20 Uhr - UBhf. Schlesisches Tor
Kann das alles Zufall sein? Aus- und Bewertung der Repression gegen die
Linke in Berlin 2005
Podiumsdiskussion
mit Volker Ratzmann (Grüne, Abgeordnetenhaus Berlin), Otto Diederichs
(CILIP), Peter Nowak (freier Journalist), Uschi Volz-Walk (ACT!)
Staatliche
Angriffe auf antifaschistische Strukturen, freidrehende Sondereinheiten
beim LKA, eine rot-rote Regierung, welche die Verantwortung von sich weist.
Eine Linke, die sich davon einschüchtern läßt wie ein
Kind, was nicht mitspielen darf. Alles scheinbar zufällig, nur punktuell,
Einzelfälle mit dazugehörigen Schicksalen und nicht politisch
einzuordnen. Wir versuchen es trotzdem. Die ReferentInnen beleuchten die
Repressionsschläge der letzten Zeit aus der juristischen, der parlamentarischen
und der autonomen Perspektive und versuchen Handlungsoptionen zu geben.
Flyer und
Plakat für die Veranstaltung.
26.
Oktober 2005: Prügelzivis vom LKA beim ZAPFNIX
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Bei
der Demonstration gegen den Zapfenstreich der Bundeswehr in Berlin, gab
es Übergriffe gegen die DemonstratInnen durch die Polizei. Der"verdeckt
ermittelnde" Beamter Rouven K. posierte mit seinem Schlagstock
so gut für die anwesende Presse, dass auch mal die Öffentlichkeit
von der eigentlichen Arbeit des LKA erfährt. Derweil demenetierte
die Polizei anfänglich den Einsatz von Schlagstöcken. Klar,
denn die Polizeiführung hat selten die Kontrolle über solche
Situationen. Dennoch wird ein solches Verhalten durch die Struktur der
Berliner Polizei und im speziellen des LKAs rechtlich gebilligt. Stellungnahme
der Soligruppe zu dem Vorfall
Video,umfangreicher
Bericht
auf Indymedia und RBB-Beitrag
Polizeigewalt
bei Demonstrationen - ein alter Hut für politische AktivistInnen.
Etwa 5% der Fälle kommen tatsächlich ans Tageslicht und werden
z.T. vor Gericht verhandelt. Wie beispielsweise der Berliner
Polizist Dennis W., der in Hamburg einen Minderjährigen am Rande
der Bambule-Demo 2002 arg verletzt hat. 14 Monate auf Bewährung
lautet das Urteil - entlassen wird der Polizist nicht.
Oktober
2005: Prozesstermin steht endlich fest
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Nach
nunmehr neun Monaten Untersuchungshaft soll der Prozess gegen
Christian und seine Verlobte wegen Landfriedensbruch am 17.11. im Amtsgericht
Berlin (Wilsnackerstr. 4) um 09.15 Uhr im Raum 136 b [Raum wurde geändert!]
stattfinden. Die Richterin ist Dr. Linke. Flyer
für den Prozess und Pressemitteilung
der Soligruppe.
Die
Verzögerung ist auf die Prozessverschleppung der Staatsanwaltschaft
zurückzuführen, die zunächst vor dem Landgericht angeklagt
hat. Das Landgericht verhandelt aber nur Verfahren bei den klar ist, dass
zu mehr als drei Jahre verurteilt wird. Bei einer geworfenen Flasche,
auch wenn daraus ein Landfriedensbruch konstruiert wird, ist es schwer
drei Jahre Haft zu verhängen. Daher hat das Landgericht die Anklage
nicht zugelassen und das Verfahren wieder zurück ans Amtsgericht
gegeben.
Wie mensch den Prozess kritisch begleiten kann findet ihr auf: www.prozesstipps.de.vu
Juni
2005: "Verdeckt ermittelnde" Polizisten
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Die Diskussion, um "verdeckt ermittelnde" Polizeibeamte wird
wieder geführt. Drei parlamentarische "Kleine Anfragen"
(KA15/12320, KA
Dresden, KA 15/12547)
zu dem Thema wurden in Berlin und Sachsen gestellt. Hintergrund sind die
Verfahren von Christian und die offengelegte Praxis des Berliner LKA in
andern Bundesländern. Stellungnahme
der Soligruppe Christian S.
Mai
2005: Gesundheitszustand verschlechtert sich
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Christians Gesundheitszustand wird aufgrund seiner Hepatits C
Erkrankung immer schlimmer. Da ihm die JVA seine Therapie (bestehend
aus den Medikamenten Rebetol und Pegnitroninjektionen) aus Kostengründen
nur unregelmäßig verabreicht, schaltet sich das Kommitee
für Grundrechte ein.
Auch Hepatitis-Zusatzkost oder mehr als eine Stunde an der Luft werden
ihm nicht zugebilligt. Homöopathische Medikamente
welche, mit der Erlaubnis des Staatsanwalts, abgegeben wurden, kamen nicht
zu ihm durch und sind in den Mühlen des Strafvollzugs verschollen
gegangen.
Obwohl die Ermittlungen im Dresden Verfahren schon lang abgeschlossen
sind, darf ihn seine Verlobte immer noch nicht besuchen.
Immer wenn ein Gericht das OK zu einem Besuch gibt, legt der zuständige
Staatsanwalt Fenner Einspruch ein.
April
2005: Neuer Haftbefehl | Veranstaltung
zum 1. Mai
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Der Berliner Staatsanwalt Fenner hat Angst, dass Christian wegen dem Vorwurf
eines Flaschenwurfs in Dresden nicht in U-Haft bleibt und konstruiert
einen neuen Haftbefehl. Zitat Richter Brandt: "Hinzu
kommt, dass die anlässlich der Wohnungsdurchsuchung (im Mai 2004)
vorgefundenen Unterlagen, (...) sowie das in dem Verfahren immense Interesse
durch das offenkundig dem Spektrum der Autonomenszene zugehörige
Publikum (die Hauptverhandlung musste deswegen im grossen Schwurgerichtssaal
des Kriminalgerichts Moabit durchgeführt werden) den dringenden Verdacht
nahe legen, dass der Angeklagte eine herausragende Persönlichkeit
innerhalb der gewaltbereiten autonomen Szene ist."
Stellungnahme der Soligruppe zum neuen Haftbefehl: Die
Wirklichkeit sieht aber so aus: Zitat aus dem Durchsuchungsbericht der
Wohnung vom 02.05.2004: "Es wurden keine Gegenstände beschlagnahmt,
die Massnahme verlief ohne Erfolg". Gerichtsverhandlungen sind öffentlich,
der Besuch einer Verhandlung wegen Landfriedensbruch bedeutet nicht die
Gewaltbereitschaft der Zuschauer. Der Prozess fand in einem Sicherheitssaal
statt, weil der Staatschutz eine Gefahr suggerieren wollte. Die Autonomen
sind keine hierarchische Organisation in der einzelne herausragen und
andere zurückstehen. Ein beliebter Textbaustein in Haftbefehlen ist:"
Der Beschuldigte hat keine sozialen Bindungen, deshalb besteht Fluchtgefahr."
Jetzt wurde der Spieß umgedreht und soziales Umfeld, das frecherweise
auch noch öffentliche Verhandlungen besucht muss für einen Haftbefehl
herhalten., besteht die Fluchtgefahr. Haftgrund ist also angebliche Funktion
in einer angeblichen Szene. Beweis: das öffentliche Interesse.
29.04.2005
Just Beat it! Linke Politik verteidigen! Repression mit Solidarität
erwidern! Kato-Berlin [U-Bhf. Schlesisches Tor]
19 Uhr: Veranstaltung
Auswertung der Repression am 1. Mai mit Ermittlungsausschuss und kritischen
JuristInnen
ab 22 Uhr: Konzert
mit Johnnie Rook [Rock'n'Roll Punk]
Party mit Cable Street Beat [Ska, PunkRock, Reggae] und K Roy [HipHop]
Die
alljährlichen sozialen Proteste am 1. Mai, die sich mitunter in fetzigen
Randalen gegen die Polizei als Stellvertreter der Staatsgewalt äußern,
werden in den letzten Jahren immer öfter als unpolitisch und ritualisiert
dargestellt. Im Zuge dessen dreht sich auch die Repressionsspirale, während
die Randale an Heftigkeit verlieren. Während eine geworfene Flasche
mensch vor zwei Jahren noch nicht in den Knast gebracht hätte, ist
die zunehmende öffentliche Hetze dafür verantwortlich, dass
linke AktivistInnen zu hohrenden Strafen verknackt werden. Wir wollen
nicht klären ob ein paar Flaschen, Steine und brennende Mülltonnen
das Gewaltmonopol des Staates in Frage stellen. Vielmehr müssen,
die sich immer mehr verschärfenden staatlichen Zugriffe auf linke
Politik thematisiert werden. Solidarität mit den Inhaftierten und
für alle anderen: Lasst euch nicht erwischen!
Februar
2005: U-Haft Schikanen
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Christian wird über die Knäste Frankfurt (Oder), Spremberg,
Cottbus, Bautzen und Brandenburg nach Berlin gebracht. Während
der Tour bekommt er z.T. nichts zu Essen und seine wichtigen Medikamente
auch nicht. Christian leidet seit etwa 10 Jahren an Hepatitis
C und benötigt eine Therapie. In Berlin bezieht er eine
knapp 6 qm große Zelle für 23 Stunden täglich.
Bei Zellendurchsuchungen wird seine Anwaltspost geöffnet
was unzulässig ist. Außerdem bekommt er seine Medikamente nur
unregelmäßig. Seine Verlobte darf ihn nicht besuchen, da sie
im Dresden-Verfahren wegen Landfriedensbruch ebenfalls angeklagt ist.
Technische
Geräte, die ihm durch Bekannte reingegeben werden, kommen regelmäßig
kaputt aus der "Sicherheitsüberprüfung". Die Firma
Elektro Freiberg GmbH, Beusselstr. 80, 10553 Bln. ist seit neuestem
dafür zuständig,
13.02.2005:
Festnahme in Dresden
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Christian
S. wird in Dresden von Zivilfahndern des Berliner LKAs
wegen Landfriedensbruch festgenommen, da er sich nicht von der Repression
gegen ihn nach dem 1. Mai 2004 einschüchtern ließ. Wieder kommt
er in Untersuchungshaft. Spendenaufruf und ZeugInnensuche auf Indymedia.
Ein Presseartikel zu dem ungerechtfertigten
Vorgehen gegen Christian.
01.01.2005:
Silvester Knastdemo
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Ungewöhnlich viele, knapp 150 Menschen beteiligten sich an der traditionellen
Silvester-Demo.
17.12.2004:
Urteil wegen 1. Mai 2004 und Spontandemo
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Drei Jahre Haft für Christian S., wegen Barrikadenbau am 1.Mai Prozessbericht
Eine Stellungnahme vom Arbeitskreis
Kritischer JuristInnen zu dem Prozess
Anträge der Verteidigung,
die als gerichtsbekannt abgelehnt wurden
Das "Urteil, im Namen des
Volkes"
Klar, dass da was kaputt ging.. Spontandemo
wegen dem Urteil
Presse zum Prozess und dem Urteil
Nur
zur Verhältnismäßigkeit: Zum 1. Mai 2002 hatte
Körting noch versichert „Wir
werden sicher nicht hektisch auf jede brennende Mülltonne stürzen,
vielleicht laufen wir auch einmal an einem brennenden Auto vorbei.“
und Christian wird jetzt wegen ähnlicher Straftaten zu drei Jahren
Haft verurteilt.
03.12.2004:
1. Verhandlungstag
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Der Prozess gegen gegen Christian S., den "dicksten Fisch
seit Jahren", wurde nach einem langen Verhandlungstag am
3.12. auf den 16.12. verlegt. Ein Bericht zum Prozess ist auf Indymedia
Die Prozesserklärung
wurde vom Angeklagten verlesen. Hier
findet ihr einige Presseartikel zum Prozess.
30.10.2004:
Freilassung nach 1. Mai
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Teilerfolg: Die Justiz muss Christian S. aus der U-Haft entlassen,
da die 6 Monate Frist abgelaufen ist und immer noch keine Verhandlung
stattgefunden hat. Presse dazu.
Christian
wird in der U-Haft nach dem 1.Mai 2004 Post vorenthalten.
Vor allem Broschüren, die ihm zugeschickt wurden haben es dem Gefängnispersonal
angetan. Um zu prüfen ob die Broschüren Feuerworte
Texte zu EZLN, Zapatismus, Kampf, Respekt und Hoffnung, Göteborg
01 the summer of Resistance and the autum of repression und
Global Resistance die Sicherheit und Ordnung im Strafvollzug
stören könnten, gibt es eine lange Einschätzung
vom Verwaltungsgericht zu den Broschüren.
Das Gericht entscheidet, dass es unzulässig war die Schriften zu
Beschlagnahmen und "ZurHabeNahme" generell nur sehr selten zulässig
ist.
28.08.2004:
Agitprop Festival
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Bei einem Festival auf der Oranienstraße in X-Berg demonstrieren
hunderte für die Freilassung der Gefangenen vom 1. Mai >>>
23.06.2004:
Solidemo
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Soli-Demo
durch Kreuzberg für die Freiheit der Gefangenen vom 1. Mai mit 200
TeilnehmerInnen
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12.06.2004:
Knastdemo
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In
Berlin-Moabit findet eine Antirepressionsdemo mit 200 TeilnehmerInnen
für die Freilassung der Gefangenen vom 1. Mai statt. >>>
und >>>
04.05.2005:
Knastkundgebung
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Vor
der JVA-Moabit findet die erste Soli-Aktion für die Inhaftierten
statt. >>>
02.05.2004:
Untersuchungshaft
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Christian wird einem Haftrichter vorgeführt und bleibt, wie 94 andere
Betroffene nach dem 1. Mai, in Untersuchungshaft. Presse
zu den Rechtsbrüchen nach dem 1. Mai
01.05.2004:
Festnahme
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Christian
S. wird am Rande der Proteste gegen einen Nazi-Großaufmarsch in
Berlin-Friedrichshain durch einen Hinweis eines "verdeckt ermittelnden"
Polizeibeamten von einem Greiftrupp festgenommen. >>>
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