| 20.06.2009:
PMS |
Alex | MG | 1. Mai | Körting-Watch
| Kurzmeldungen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die anhaltene Medienhysterie gegen die Actionweeks hat heute am Rande
der versuchten Besetzung des Flughafen Tempelhofs zum Amoklauf
eines LKAA-Beamten geführt. Dem Vernehmen nach sah er sich
gezwungen ein Zeichen für die Unnachgiebigkeit der Berliner Polizei
zu setzen. Wegen ähnlicher Fehltritte geraten LKA-Beamte immer mehr
in Kritik. Vor kurzem wurde ein PMSler in eine Einsatzhunderschaft versetzt.
Am
10.Juni
2009 versammelten sich Freunde und weitere politische Unterstützer_innen
der derzeit Inhaftierten Alexandra R. zu einer Kundgebung.
Alex wurde am 20.Mai `09 auf dem Weg zu einer politischen Kundgebung verhaftet.
Der Grund dafür ist der Vorwurf, sie habe einen PKW
angezündet, was Zivilbeamte beobachtet haben sollen Neues zum
Fall Alex unter free-alexandra.tk
Inge
Höger (MdB) war am 18.6.
Prozessbesucherin im MG-Prozeß +++ erneute Behinderung
der ProzessbesucherInnen durch die Justizvollzugsbeamten am Einlass +++
Erklärung von RA Lindemann zur gestrigen Zeugenaussage von KOK Schartenberg
+++ Zeugenvernehmung von KOK Andreas Wagner, 28, BKA +++ wurde zu der
von ihm gemachten Auswertung von Asservaten und retrograden Verbindungsdaten
befragt +++ Erklärung von RA Hoffmann, die Aussage von KOK Wagner
nicht zu verwerten +++ nächster Prozesstag am Mittwoch 24.06.2009
um 10 Uhr mit Zeugenvernehmung von Carsten Hohoff, DNA-Forensiker +++
Drei
Knastkundgebungen innerhalb von einer Woche dürfen nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Solidarität mit den 21 Gefangenen,
die seit den ersten Mai im Zusammenhang mit politischen Aktionen inhaftiert
worden ind, katastrophal ist – eine
kritische Nachbetrachtung auf Indymedia..
Am
Montag, den 08.06. trat wieder der Ausschuss für Inneres, Sicherheit
und Ordnung im Abgeordnetenhaus zu Berlin zusammen. Und die Aktion
Körting-Watch war vor Ort um zu dokumentieren und den
Verantwortlichen ins Auge und auf die Finger zu schauen.
Senatorin
von der Aue will 4-Wochen-Knast für Jugendliche vergrößern
Attacke auf Gebäude des Bund
der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands, Landesverband Berlin
Juli 2008: David
S., verblutet in der JVA Nürnberg
25.05.2009:
Körting-Watch | Alex | Knastprivatisierung | Angst | Party
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Aktion "Körting-Watch – wir wollens wissen!"
will verstärkt die Amts- und Würdenträger dieser Stadt
dort zur rede stellen wo sie sich naturgemäß bewegen - im Abgeordnetenhaus,
in den Ausschüssen und Bürgersprechstunden. Ein "How-TO"
wie auch du dabei sein kannst und wieso sowas mal gemacht werden muss
findet ihr auf Indymedia.
Erste Aktion
am 2 5.5.
Einer
21
Jährigen Tatverdächtigen wird dieser Tage durch die Presse erheblich
zugesetzt. Die Justiz sah sich sogar genötigt
aufgrund einer Anfrage durch die CDU im Innenausschuss die junge Frau
wieder in Haft zu nehmen. Sie wurde in der Nähe einer Brandstiftung
letzte Woche aufgegriffen und erst zwei Tage später nachträglich
in U-Haft genommen. Sachschaden ist keiner entstanden. Roland
wundert sich auf Indy warum weiterhin Autos brennen.
Nachdem
im Jahr 2006 über die Pläne des Landes Berlin berichtet wurde,
den geplanten Neubau eines Gefängnisses (JVA Heidering) möglicherweise
durch private Firmen abwickeln und dann auch betreiben zu lassen, bat
Thomas Meyer Falk mit Schreiben vom 12.10.2006 die Senatsverwaltung für
Justiz um Zugang zu einem Gutachten zur – Zitat - „Untersuchung
alternativer Realisierungsformen der JVA Heidering“.
Erst in Folge eines längeren Rechtsstreits mit dem Land Berlin
erhielt ich schlussendlich Ende
April 2009 das 150 Seiten starke Gutachten.
Der
Polizeipräsident
von Berlin und das LKA 5 prognostizieren: „Das Thema
Gentrification wird auch im Jahr 2009 von Bedeutung sein. Zurückliegende
demonstrative Aktionen mit einem teilweise hohen Mobilisierungsgrad unterstreichen,
dass diese Thematik und der Aufbau und Erhalt linker Freiräume nach
wie vor innerhalb der Szene einen hohen Stellenwert einnehmen. [...] Es
ist in Betracht zu ziehen, dass Exekutivmaßnahmen der Polizei gegen
Personen und Einrichtungen der linken Szene [...] mit Straftaten gegen
Einrichtungen der Bundes- bzw. Länderpolizeien oder Einrichtungen
der Justiz „beantwortet“ werden. Desweiteren sind vielfältige
Aktionen (zum Beispiel unangemeldete und spontane Demonstrationen), in
deren Verlauf es zu gewaltätigen Ausschreitungen kommen kann, in
Betracht zu ziehen.“
Samstag,
30.05., 22.00 Uhr Køpi: Soliparty
im Köpikeller, für Christian und Alex. Christian S. befindet
sich immer noch in den Händen des Feindes. Er wurde zu 46 Monate
Knast verurteilt, weil er eine Barrikade gegen einen Naziaufmarsch am
1.5.2004 gebaut hatte. Er sitzt jetzt seit 39 Monaten. Alex wurde am 20.5.2009
festgenommen, weil sie angeblich ein Auto angezündet haben soll.
Aber sie sitzt eigentlich wegen der Konstrukten von dem Staatsschutz und
der Pressehetze. All time favorites zum Angebot... Tanzen gegen den Knast.
Eintritt: Spende.
DJs:
Andy Waffen & Marky Marc (Alltimes, Lieder unserer Jugend)
Visual DJs:
Yuppie Yuppie D-Day & Violenta (Eurotrash Fuck off)
05.05.2009:
Stresspeiler | Gefangene | Überwachung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die
beiden Berliner Neonazis Alexander Basil und David Gudra haschen
nach medialer Aufmerksamkeit, indem sie den Stressfaktor Adressteil
als investigative Anti-Antifa Recherche verkaufen und Ihre"Erkenntnisse"
im Internet verbraten. Über den Friedrichshainer Fischladen (Rigaerstr.
85) schreiben sie: "Hier halten sich außerdem zeitweilig die
Unterstützer des linken Schlägers Christian S. auf."
Am
1. Mai in Köpenick sorgten Berliner Polizeibeamte mal wieder dafür,
dass sich u.a. Gudra und Basil auf dem Hof der NPD-Bundeszentrale sammeln
konnten. 3000 Antifas demonstrierten gegen 300 Nazis. Die Polizei
ging mit Quarzhandschuen, Pfefferlöscher und Schlagstock gegen Bahnhofsblockierer
und Demonstranten vor. Fotostrecke auf SPIEGEL
ONLINE und Flickr
Am
1. Mai in Berlin sind über 300 Personen festgenommen worden.
Erstmalig in der Nachkriegsgeschichte wurde von der Staatsanwaltschaft
Berlin Anklage gegen 4
Demonstranten wegen Mordverusch erhoben. Zusammenfassung
zum 1. Mai. Kein Wunder dass die Polizei und Justiz durchdreht. Die
Öffentlichkeit
forderte im Vorfeld soziale Unruhen und klare Statements des Staates
dazu.
Der
Nato-Gipfel ist seit über einem Monat vorbei und kaum ein Mensch
erinnert sich noch an die Proteste geschweige denn deren Inhalte. Während
des Gipfel wurden viele Demonstrant_innen, die sich an den Protesten beteiligten,
in Gewahrsam genommen. Einige wenige davon wurden willkürlich
in Schnellverfahren zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Über
einem Monat nach den Verhaftungen haben es die inhaftierten Gipfelgegner_innen
nun geschafft ein gemeinsames Statement zu verfassen.
Indymedia.
Wer
im Gefängnis sitzt, bezahlt für etwas, das er/sie getan hat
mit Lebenszeit, so genannter Strafhaft – oder für etwas, das
er/sie tun könnte, so genannter Sicherungsverwahrung. Was
ist Zeit aus Gefangenensicht?
T-Mobile plante, unterstützt von
Samsung, ein Konzert der "The Ting Tings" im ehemaligen
Frauenknast Charlottenburg. In diesem Knast wurde in der NS-Zeit
Jugendarrest an Frauen vollstreckt. Darauf wollte sich T-Mobile ausgerechnet
am 9.Mai positiv beziehen. Kurz
vorher wurde es abgesagt.
Im
MG-Prozess wird immer mehr interessantes zur Polizeiarbeit offenbart.
Stichwort: "Gemeinsames
Terrorabwehrzentrum"
Die
JSA Plötzensee filmt und überwacht illegale zufällig
vorbeilaufende Passanten und besucher einer nahegelegenden Gedenkstätte:
Wir haben unser Augenmerk insbesondere auf die Beobachtung der unmittelbaren
Außenbereiche gelegt, also ein angrenzendes Grundstück des
Deutschen Paketdienstes, die Gedenkstätte Plötzensee sowie die
öffentlich zugänglichen Straßen und Bürgersteige.
Unsere Prüfung ergab, dass eine Rundumkamera, die eigentlich die
Kontrolle einer Torzufahrt ermöglichen soll, nicht nur das Gelände
der JSA, sondern auch Teile der angrenzenden Gedenkstätte Plötzensee
erfasst. Datenschutzbericht
Seite 70
18.04.2009:
Blitzaktionen | Hasso-Karriere | Klageabwendung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am Donnerstag sind
30
Aktivisten in der Justizverwaltung Berlin aufgelaufen, um
sich über die weitere Inhaftierung von Christian zu beschweren. Weil
die Justizsenatorin keine Zeit für ein Gespräch hatte, wurde
ihr am abend noch Hundescheiße vor die Tür gelegt. Die Presse
meint eine neue
Qualität des Straßenterrorismus vorzufinden. Tagesspiegel
Nach den Aktionen wure Christian in der JVA-Plötzensee endlich der
Beschluss des Landgerichts vom 3.4.09
über seinen Antrag auf Reststrafenerlass ausgehändigt. Dieser
umgeht das Problem geschickt, indem ein psychologisches Gutachten
eingefordert wird.
Es
gibt einen
neuen Leitfaden für Berlins Schöffen - doch die
Richter am Landgericht wollen das Büchlein nicht herausgeben. Das
nämlich, so der Vorwurf, sei fehlerhaft und diene vor allem dazu,
Werbung für andere Bücher des Autors zu machen. Der heißt
Hasso Lieber (Bild) und ist Justizstaatssekretär
bei Berlins Senatsverwaltung für Justiz.
Gefangene,
die etwa unzufrieden über Raumausstattung, Haftbedingungen oder Verlegungen
sind, haben ab sofort die Möglichkeit, sich mit Vertretern der Justizvollzugsanstalt
in
einem Mediationsgespräch zu einigen. Damit soll verhindert
werden, dass Gefangene weiterhin wegen der schlechten Knastbedingungen
klagen.
12.04.2009:
Reststrafenerlass | Militanz | Polizei und BKA | Ersatzstrafe
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Über Christians Ersuchen auf Erlass der Reststrafe (seine volle Haftzeit
endet im November 2009) wird wohl nicht mehr entschieden: Der
fuer Christians Verfahren zustaendige Richter Schwanitz wurde beurlaubt
und wird danach nicht mehr fuer den Fall verantwortlich sein, die 585.
Strafvollstreckungskammer ist nicht mehr beschlussfähig!
Das einem Richter ein Fall entzogen wird, weil die Justizverwaltung eine
Entscheidung verhindern will, in diesem Fall die Freilassung von Christian,
ist eine typische Reaktion des Verwaltungsapparats. Unliebsame Entscheidungen
werden verschleppt und somit "weichen" Methoden abgelehnt. Auch
auf Indymedia
empören wir uns.
Ein Auto
auf dem Mitarbeiterparkplatz der JSA Plötzensee wurde angezündet.
Außerdem wurde der technische Kontrolldienst für Geräte,
die in den Knast gegeben werden Fernsehdienst Jürgen Krüger
eingeworfen. In einer Erklärung zu den Anschlägen heißt
es "Knastprofiteure
gibt es überall und sie sind angreifbar"
Warum werden
jetzt auch die Haftanstalten und das Knastsystem im allgemeinen breiter
kritisiert? Die
Grüne Jugend war in der JVA Tegel und zählt viele gute Gründe
auf: "Die Leute vom Dorf haben immer irgendwie über
mich geredet. Das hat sich auch nicht sonderlich gewandelt. Meine Ehefrau,
die ganze Familie, der FreundInnen- und Bekanntenkreis halten zu mir und
fassen sich bloß an den Kopf über unsere Strafjustiz
und deren Vollstreckungsmissstände..."
Polizei dreht
wieder auf - Vor allem gegen Arme. Zivilpolizisten kontrollieren
Radfahrer in Berlin-Wedding. Indymedia
Anfang
März 2009 erhielten mehrere Einzelpersonen aber auch Firmenadressen
in Berlin Post vom Bundesamt für Verfassungsschutz.
Darin wurden sie darüber informiert wurden, dass über bestimmte
Zeiträume "gemäß §12 Abs. 1 G 10“ Telefonanschlüsse,
E-Mails und Postverkehr überwacht, aufgezeichnet und geöffnet
worden waren. Diese Überwachungsmaßnahmen fanden meist über
viele Jahre statt, teilweise mit Unterbrechungen, einige abgehörte
Telefonnummern wurden aufgeführt.
Weil
sie ihre Geldstrafen nicht bezahlen konnten oder wollten, wurden im vergangenen
Jahr 3268 Berliner zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Darunter waren auch 200 Schwarzfahrer. Nur wenige machten im letzten Moment
noch einen Rückzieher, beglichen ihre Schulden. Für das Land
Berlin hat das unangenehme Folgen.
28.03.2009:
BKA | Überwachung | Krankenkasse | Schwarzfahrer | Roland
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Verfahren gegen die mg musste das BKA zugeben die sog. "Militanzdebatte"
in der Interim gezielt mit eigenen Texten vorangetrieben zu haben, um
Reaktionen
der mg zu provozieren. Dies ist Inhalt der "Handakte", die
dem Gericht bisher vorenthalten wurde. Offensichtlich versucht
das BKA den Prozess zu steuern, indem Beweismaterial unter falschen
Prämissen eingeführt wird. Neues
Deutschland und Junge
Welt berichten. Auf der Krisendemo
war das BKA auch vertreten.
Anfang
März 2009 erhielten mehrere Einzelpersonen aber auch Firmenadressen
in Berlin Post vom Bundesamt für Verfassungsschutz.
Darin wurden sie darüber informiert wurden, dass über bestimmte
Zeiträume "gemäß §12 Abs. 1 G 10“ Telefonanschlüsse,
E-Mails und Postverkehr überwacht, aufgezeichnet und geöffnet
worden waren. Diese Überwachungsmaßnahmen fanden meist über
viele Jahre statt, teilweise mit Unterbrechungen, einige abgehörte
Telefonnummern wurden aufgeführt.
Seit dem 1.1.09 werden entlassene
Gefangene nicht mehr von Krankenkassen pflichtversichert. möglich
wurde das durch den §5a SGB . inhaftierungen werden von den krankenkassen
wie zeiten mit privatversicherung behandelt, danach ist eine pflichtversicherung
über das job center nicht mehr möglich. das heißt wer
auch nur mal kurz im knast war muß sich danach privat krankenversichern.
für fast alle unbezahlbar - sozialverträgliches frühableben
für kriminelle sozusagen!
2008
landeten rund 1.400 Menschen wegen Schwarzfahren hinter Gittern.
Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Plötzensee Udo
Plessow bestätigt gegenüber der Abendschau: "Diese
Vollstreckungsfälle haben zugenommen. Die haben sich in den letzten
15 bis 20 Jahren in der Tat verdoppelt. Der
ganze Wahnsinn von Geldstrafern die Absperrgitter für den 1.Mai schweißen
und JVA Leiter Plessow im RBB.
Roland
wurde nach 11 Verhandlngstagen zu einer Geldstrafe über
1200 Euro erstinstanzlich verurteilt. Zusätzlich wird Roland wegen
einer "Ungebühr" im Gerichtssaal zwei Tage im Gefängnis
absitzen müssen.
22.03.2009:
18Maerz | Polizeikrise
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der
18. März hat seine historischen Wurzeln im Aufstand der Pariser
Commune am 18. März 1871 und wurde deshalb 1922 von der
Internationalen Roten Hilfe zum Tag der politischen Gefangenen ausgerufen.
Erst 1993 wurde der Tag für die Freiheit aller politischen Gefangenen
von "Libertad" in der BRD wieder ins Leben gerufen, nachdem
er vom Faschismus in Deutschland blutig zerschlagen wurde. Historie
und Veranstaltung
zum 18.3.2009
Am vergangenen Sonnabend fand in Prenzlauerberg die diesjährige
Antirepressionsdemo statt, die sich auf den Tag der politischen
Gefangenen bezog. Es
nahmen etwa 300 Personen teil. Alle Redebeiträge
zur Demo.
Erst
kürzlich wurden von Berlins Polizei-Chef Glietsch die Zügel
angezogen. Grund: Funde von Quarzsandhandschuhen bei Beamten, Gewalttaten
aus dem Polizeiapperat und weitere Vorkommnisse unschöner Art. Nach
diesem Wochenende allerdings steht fest: Der
Strudel gen Krise ist für die Berliner Beamten noch nicht gestoppt.
14.03.2009:
Zitterpartie | Warten auf Entscheidung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitterpartie
für von der Aue: Sie soll im Brandenburger Rechnungshof
den Vize gemobbt haben. Vertreten wird sie in dem Prozess von Johannes
"Jonny" Eisenberg, der regelmäßig
Journalisten für den Senat verklagt. Bild: v.l.n.r. Gisela von der
Aue, Daniel Abbou, Johannes Eisenberg

Christians Anhörung hat für einigen Wirbel gesorgt. Der Richter
will erst in zwei Wochen entscheiden, ob er Christians Antrag auf Erlass
der Reststrafe annimmt. Die TAZ
fasst ganz gut zusammen warum Christians Fall besonderes Augenmerk von
der Justizverwaltung verlangt. Auch die Junge
Welt hat Christian zum Thema.
07.03.2009:
Anhörungstermin |
Polizeigewalt
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Berliner Abgeordnete
der LINKEN Evrim
Baba hat sich wegen der bisher versagten Aussetzung der Reststrafe von
Christian an die Justizsenatorin von der Aue sowie die zuständige
Richterin beim Landgericht Berlin und die JVA Plötzensee gewandt.
Auch Dr. Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten
des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) unterstützt das Schreiben. Babas-Schreiben,
Coppis-Schreiben. Der Anhörungstermin
ist am 11.03. um 11 Uhr am Berliner Landgericht. Pressemitteilung
dazu.
Die
letzten Fälle von besonders schwerer Polizeibrutalität
und vor allem die juristischen Konsequenzen zeichnet die Zeitschrift
Hintergrund nach. Lesenswert für alle, die es nicht wahr haben wollen
: Außer
Rand und Band – Polizeigewalt in Berlin.Der NDR nimmt die aktuellen
Fälle in einer Panorama
Sendung auseinander.
04.03.2009:
Soli | 1.Mai | Handys | Medi-Skandal | Fußfesseln | Knastarbeit
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am Abend des 2.3.09 hat in Kreuzberg eine Spontandemo
für Chrisitian stattgefunden. Diese richtete sich gegen
die andauernde Inhaftierung des antifaschisten Christian S.. Es nahmen
ca. 50 Menschen an der Aktion teil. Die Polizei
bauscht natürlich auf.
Ein
Polizist, der am 1. Mai 2008 einen taz-Journalisten geschlagen
hat, ist zu
einer Mindestgeldstrafe verurteilt worden. Staatsanwaltschaft
und Gericht verzichten auf ein öffentliches Verfahren.
Das illegale Einschleusen von
Handys in Berlins Gefängnisse können die Justizmitarbeiter offenbar
nicht unterbinden. So wurden 2008 mehr als 700 Geräte sichergestellt.
Der Berliner Senat hat die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen,
das Telefonieren mit Handys in den Berliner Haftanstalten zu verhindern.
Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) legte ein Gesetz vor, in dem
das Aufstellen
von Störsendern auf dem Gelände der Haftanstalten geregelt
ist. Ein Pilotprojekt soll in der ugendvollzugsanstalt Plötzensee
gestartet werden.
Seit der Medikamentenaffäre
hat sich in Moabit offenbar wenig geändert. Justizbedienstete berichten
von Selbstbedienung
und fehlender Kontrolle. CDU und Grüne kritisieren
Justizsenatorin Gisela von der Aue wegen der Vorgänge im Moabiter
Gefängnis. Der Arzneimittelklau soll per Dienstanweisung gestoppt
werden. Und das Dementi folgt sofort: Die Senatsjustizverwaltung hat Vorwürfe
zurückgewiesen, wonach sie aus der sogenannten Medikamenten-Affäre
in der Haftanstalt Moabit keine Konsequenzen gezogen hat. Die
Kontrollen seien «massiv ausgebaut» worden, sagte Sprecher
Daniel Abbou am Montag auf ddp-Anfrage. «Der Tagesspiegel»
hatte berichtet, dass sich die Bediensteten zwei Jahre nach dem Skandal
weiterhin mit Tabletten versorgten, weil die Ausgabe von Arzneimitteln
nicht dokumentiert werde. Die Opposition verlangt von Justizsenatorin
Gisela von der Aue (SPD) Aufklärung über die Vorgänge.
Keine
Fußfesseln: 423 Männer und Frauen verbüßen
laut jüngsten Zahlen derzeit eine Ersatzfreiheitsstrafe in Berliner
Justizvollzugsanstalten: weil sie sich nicht in der Lage sahen, eine Geldstrafe
zu zahlen, auch etwa wegen Schwarzfahrens. Säßen sie in Baden-Württemberg
hinter Gittern, so hätten die Delinquenten künftig zumindest
theoretisch die Möglichkeit, die Zelle gegen eine elektronische Fußfessel
einzutauschen.
Arbeit
im Knast: 2,1 Millionen Euro haben die zehn Berliner Gefängnisse
2007 durch Aufträge von externen Firmen und Personen eingenommen.
Hinzu kamen Aufträge im Wert von 6,25 Millionen Euro, die die 2500
beschäftigten Insassen für Senatsverwaltungen erfüllten.
Diese Summe wird mit Ausgaben der Anstalten verrechnet. Für die etwa
5000 Berliner Häftlinge gibt es 131 Ausbildungsplätze, belegt
sind zurzeit 65. 34 Häftlinge beendeten 2008 ihre Ausbildung. Hinzu
kommen rund 280 Weiterbildungsplätze.
Berliner Senat setzt Politik
der Entstaatlichung fort: In Bau befindliche Strafvollzugsanstalt
im brandenburgischen Großbeeren soll teilprivatisiert in Betrieb
gehen
24.02.2009:
Bunker | Jugendknast | Konjunkturpaket JVA
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Planet-Tegel
fragt "Was
ist ein Bunker?": Der sogenannte Bunker befindet sich
in der Regel im Untergeschoss einer Teilanstalt und wird daher seitens
des Vollzugspersonals auch als ?Keller" bezeichnet. Um etwaigen Zerstörungen
vorzubeugen, befinden sich im besonders gesicherten Haftraum keinerlei
bewegliche Gegenstände. Die sanitären Einrichtungen aus massiven
Edelstahl sind in das Mauerwerk integriert und auch der als Schlafstätte
dienende Betonsockel, mit abgerundeten Kanten, ist ohne Hilfsmittel nicht
zu zerstören. Ggf. vorhandene Fenster bestehen aus bruchfestem Panzerglas.
Für die Einnahme von Mahlzeiten wird kurzzeitig Plastikgeschirr sowie
Plastikbesteck gereicht. Aus aktuellem Anlass, haben wir hier den Plan
der JVA-Tegel.

Die
Grünen stellen eine populistisch Anfrage um Senatorin von der Aue
vorzuführen: Jugendarrestanstalt:
Alles beim (schlechten) Alten?
Geld
aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung soll auch dafür
eingesetzt werden, Gefangenen in Sachsen-Anhalt zu besseren Ausbildungs-
und Arbeitsbedingungen zu verhelfen. Neun
Millionen Euro sind im Bereich der Justiz für Bau- und Investitionsmaßnahmen
beantragt.
15.02.2009:
Stellungnahme Plötze | Pol-Kongress | Knast für Autorin | MG
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die JVA Plötzensee hat eine Stellungnahme
zu Christians Antrag auf Erlass der Reststrafe verfasst. Darin
heißt es: "Seine sozialen Kontakte außerhalb der Vollzugsanstalt,
die überwiegend ebenfalls politisch aktiv zu sein scheinen, werden
kritisch gesehen und führten bereits bei Behandlungsuntersuchung
legalprognostisch zu der Einschätzung, dass es wahrscheinlich ist,
dass Hr. S. nach Haftentlassung in sein politisch geprägtes Milieu
zurückkehren wird, aus dem heraus begünstigt wird, dass er seine
politische Haltung und Überzeugung auch weiterhin mit illegalen Mitteln
durchzusetzen versucht." Ja, Christian wird weiterhin Antifaschist
bleiben. Ein Bekenntnis, dass 2009, so massenhaft wie es vorgetragen wird,
fast schon konservativ anmutet. Dass einem Strafgefangenen daraus Nachteile
erwachsen und die Verweigerung der Erlassung Reststrafe von acht Monaten
ausschließlich auf diesem Argument beruht lässt keinen
Zweifel darüber offen, dass hieer Gesinnungsstrafhaft von der JVA-Plötzensee
angewand wird.
Am
Dienstag den 10.02.2009 um 18:00 Uhr versammelten sich ca. 600 Menschen
am U-Bahnhof Kottdusser Tor, um gegen den 12.
Europäischen Polizeikongress zu protestieren. Auf dem
Alexanderplatz wurde die Abschlusskundgebung abgehalten und die Polizei
formierte sich um Verhaftungen auf vermeintliche Straftäter zu verüben.
Nachdem sich ein Großteil der Teilnehmer in die U-Bahn zurück
ziehen wollte um die Heimreise anzutreten wurde dieser von der Polizei
gesperrt und Festnahmen vorgenommen.
Die
Autorin Barbara Keller verbrachte ab dem 23. Januar 2009 zehn
Tage in Ordnungshaft. Sie hatte im August 2008 in einem Beitrag
("Schöne
Grüße aus Moabit") über russische Schutzgelderpresser
in der Justizvollzugsanstalt Tegel (JVA Tegel) Aussagen von Häftlingen
zitiert, die als Aussagen vor Gericht geäußert wurden. Die
JVA Tegel brachte gegen die Autorin Rechtsanwalt Johannes
Eisenberg in Stellung, der ihr unter anderem vorwarf, sich die "Latrinenparolen"
der Häftlinge zu Eigen zu machen. Berlinkriminell
zieht die Geschichte groß auf.
Vor
dem Berliner Kammergericht läuft der mg-Prozess noch mindestens
bis Sommer. Am Donnerstag wurde der angeblich letzte von zehn
MEK-Beamten des Berliner LKA, die an der Verhaftung von Axel, Florian
und Oliver beteiligt gewesen sein soll, vernommen. Die Zeugenaussagen
in Gesamtheit betrachtet sind widersprüchlich. Prozessbericht
08.02.2009:
Faxaction | Polizeikongress
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian sitzt seit mehr als 3 Jahren im Knast. Nach Ablauf der
2/3-Strafe im August 2008 hat seine Anwältin nun einen Antrag auf
Erlassung der Reststrafe (bis November 2009) gestellt. Christian
ist grad im offenen Vollzug, geht tagsüber arbeiten. Die Verwaltung
der JVA-Plötzensee will den Antrag ohne Begründung ablehnen.
Da wir wollen, dass Christian so schnell wie möglich rauskommt, rufen
wir zu einer internationalen Faxaction am 9.2.09 zwischen 8.00
und 16.00 Uhr auf. Schickt den untnestehenden Text an die Nummer: 004930901442002.
Aufruf von Indymedia.
Hiermit
teilen wir der JVA Plötzensee mit, dass wir mit der Art und Weise
wie Herr Christian Sümmermann behandelt wird überhaupt nicht
einverstanden sind.
Herr Sümmermann hat, seitdem er im Haus 2, sitzt eine Einzelzelle
beantragt und seine Anwältin hat mehrere Male schriftlich die JVA
aufgefordert eine Begründung zu geben, warum Herr Sümmermann
sich mit einem anderen Gefangenen eine Minizelle teilen muß.
Die JVA hat sich stur gestellt und sich überhaupt nicht dafür
verantwortlich gefühlt die Bestimmungen des Strafvollzugsgesetzes
zu beachten.
Außerdem obwohl Herr Sümmermann eine feste Einstellung hat
und dafür auch einen Arbeitsvertrag, weigert sich der Knast ihn zu
seiner Arbeit gehen zu lassen und beutet ihn lieber im Aussenkommando
aus wo er maximal 120 Euros pro Monat verdient.
Seine Besuche bei der Sadtmission werden auch erschwert indem er dafür
extra eine Genehmigung beantragen muss, obwohl es eine Maßnahme
von der JVA selbst ist.
Seine Termine in Haftkrankenhaus werden auch erschwert, indem wenn er
frühmorgens einen Termin beim Arzt hat, danach ihm verboten wird
zur Arbeit zu gehen. Deswegen muss er immer wählen zwischen zum Arzt
zu gehen was nicht nur notwendig ist aber auch und vor allem ein Menschenrecht
ist, oder einige Stunden außerhalb der JVA zu verbringen, was ihm
als Gefangenen im offenen Vollzug zusteht.
Wir fordern die JVA Plötzensee auf erstens sich vernünftig zu
benehmen und die Rechte, die Herrn Sümmermann zustehen, nicht zu
sabotieren. Zweitens Herr Sümmermann ist bei der nächsten Anhörung
vor der Strafvollstreckungskammer freizulassen!!! Freiheit für alle
Antifaschisten!!!
Zur
Zeit findet der europäische Polizeikongress in Berlin statt.
Auf Indymedia
hat sich endlich jemand erbarmt einen Aufruf zu hinterlassen. News auch
unter http://euro-police.noblogs.org/
Hier die geplanten Aktionen:
9.2.
- 17.00 Uhr
Am Tag der Eröffnungskundgebung wird es um 17.00 Uhr (pünktlich)
im Foyer des Krähenfußes (HU Berlin) eine letzte Infoveranstaltung
mit den letzten Updates zum Kongress und der Demo (10.2.) geben.
9.2. - 18.00
Uhr
Kundgebung vor der rumänischen Botschaft (Dorotheenstr. 62-66).
10.2. - 18.00
Uhr
Demo vom Kottbuser Tor (über Skalitzer, Moritzplatz, Annenstr, Fischerinsel,
Karl-Liebknecht, Alex).
02.02.2009:
Polizei schützt Nazis
| Sondereinheit aufgedeckt | G-Info
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am
06.12.2008 haben knapp 1500 Antifaschist_innen versucht den Naziaufmarsch
in Lichtenberg zu blockieren. Durch engagierte Aktionen konnte eine Verkürzung
der Nazidemo durchgesetzen werden. Ein Film der Kiezreporterdokumentiert
den Ablauf des Tages und zeigt die Aktion-Reaktionskette zwischen dem
notwenigen Protest und der überzogenen Polizei-Gewalt. Mirror: Indy
| Youtube | Kiez-TV
Die
Macher
der beliebten aber schrecklich unaktuellen Internetseite sondereinheit.fateback.com
haben sich auf Indymedia zu Wort gemeldet, weil sie zufällig
Einblich in die Ermittlungen gegen ihre Seite hatten. Der Abschluss des
Artikels stellt endlich mal klart, dass es sich nicht um Überläufer
handelt: "Was wollten wir damit beweisen? Dass das LKA-Berlin ein
Haufen überdrehter, machtversessener Blindgänger ist, die sich
in Sondereinheiten zusammentun, auf eigene Faust ermitteln, Kompetenzen
überschreiten wann es ihnen passt und eine Gefahr für alle darstellen
die ihnen in die Quere kommen. Die immer weiter ausgebauten gesetzlichen
Zuständigkeiten und Freiheiten erlauben diesem Männerbund mafiös
zu handeln, und wie im Beispiel Schönfliess aus verletztem Stolz
mal eben den Lover der Ex zu killen."
Mit
Mühe und etwas Verspätung ist vor einigen Tagen das neue Gefangenen
Info endlich rausgekommen. Die Zeitung der Gefangenen Angehörigen,
die zu Zeiten der Hungerstreiks 1989 der Gefangenen aus der Roten Armee
Fraktion RAF als Hungerstreik Info erschien, wird somit auch im seinem
20. Jahr fortbestehen. Nachdem der ehemalige Herausgeber GNN-Verlag das
Projekt mit der 343. Ausgabe im Dezember 2008 aus diversen Gründen
stillegen wollte, übernahm eine neue Redaktion - bestehend aus Aktivistinnen
und Aktivisten des Netzwerks Freiheit für alle politischen Gefangenen
und dessen Freundinnen und Freunden - die Herausgeberschaft und veröffentlichte
in der zweiten Januarhälfte mit einigen Anlaufproblemen die 344.
Ausgabe der Zeitung.
17.01.2009:
Soliabend | OutingPlakate | Silvester-Toter
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Jeden
Freitag könnt ihr uns ab sofort ab 21 Uhr im XB-Liebig
in Berlin Friedrichshain antreffen. Wir werden an den Abenden
den Knast thematisieren, Solidarität organisieren und Geld für
Inhaftierte sammeln. Wann genau was geplant ist, findet ihr im Stressi
Am
16. Januar 2009, musste sich ein Antifaschist wegen des Plakatierens
von Outing-Plakaten im Berliner Amtsgericht Tiergarten verantworten.
Auf dem Plakaten, die bei dem Antifaschisten gefunden wurden, waren Fotos
und Namen von sechs organisierte Neo-Nazis abgebildet. Neues zum Prozess
unter http://plakataktion.wordpress.com/
Am
16. Januar 2009, fand in Berlin eine Gedenkdemonstration
für den am Silvesterabend durch einen Polizisten erschossenen Dennis
statt. Etwa 200 Menschen zogen vom Hermannplatz zum Berliner Polizeipräsidium.
Dennis wurde von einem Beamten abgeknallt, weil er mit der Freundin des
Polizisten eine Affäre hatte.
03.01.2009:
Silvesterdemo
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Unter
dem Motto "Reissen wir die Mauern ein, die uns trennen – in
Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik
in Italien" gab es zu Silvester eine Demonstration zur JVA Moabit
in Berlin. Zwischen 400 und 500 Personen kamen, trotz eisiger
Temperaturen, und setzten ein eindeutiges Zeichen gegen die herrschenden
Zustände. Die Demo wurde von den Gefangenen schon erwarteten und
mit den zur Verfügung stehenden Mitteln begrüßt - Rufe,
Pfiffe und nicht zu vergessen Schläge gegen die Vergitterung der
Fenster. Neben lautstarken Parolen, Redebeiträgen und Grußworten,
Musikwünschen von Gefangenen, wurde auch an den Tod von Alexandros
Grigoropoulos erinnert, welcher von einen Bullen in Athen am 6. Dezember
erschossen wurde. In Athen selber demonstrierten zur gleichen Zeit über
800 Personen vor dem Knast, direkte Grüße wurden übermittelt.
Indymedia
26.12.2008:
Verlegt | Prügel-Cop | Antifa | Oury | Klar | SenJus | Greece
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian wurde kürzlich in den offenen Vollzug der JVA Plötzensee
verlegt. Für die Bereichsleitung der Haftansttalt in der
Lehrter Straße war das dies die geeigneteste Möglichkeit ihn
als unbequemen Gefangenen loszuwerden.
Trotzdem
stellt diese Verlegung keine wirkliche Hafterleichterung dar, denn:
1.) Christian hätte schon im August 2008 nach Verbüßung
von 2/3 der Haftzeit freigelassen werden müssen
2.) Die Unterbringung im offenen Vollzug bringt neue Probleme mit sich.
Christian muß außerhalb der Anstalt arbeiten, um die Chance
zu wahren, demnächst auf Bewährung vorzeitug entlassen zu werden.
Wenn er nicht arbeitet, muß er alles absitzen und danach tritt Führungsaufsicht
ein. Mit strengen Regeln der Führungsaufsicht sollen ehemalige Gefangene
diszipliniert werden, die nicht auf Bewährung entlassen wurden. Der
Verstoß gegen die Führungsaufsichte ist eine Straftat und wird
selbst mit bis zu einem Jahr Haft bestraft. z.B. ist es möglich in
den Knast zu kommen, weil man umzieht oder die Arbeit hinschmeißt
oder Kontakte zu Personen hat die einem untersagt worden sind. Und das
alles, obwohl die eigentliche Strafe komplett verbüsst wurde.
Jedenfalls
arbeitet Christian nunmehr für 120 Euro im Monat jeden Tag
8 Stunden. Wenn er in den Knast zurück geht, bekommt er
aber dort kein Essen mehr. Er muss sich also von den 120 Euro monatlich
selbt ernähren, sein BVG Ticket kaufen und alle anderen Ausgaben
tragen für die ein Hartz IV Empfänger 350 Euro zur Verfügung
hat.
Offener Vollzug
bedeutet keine „kleine Freiheit“ sondern die Gefangenen mit
Zwang einer totalen kapitalistischen Verwertungslogik auszuliefern. Wer
das nicht erträgt kann flüchten oder in den geschlossenen Vollzug
zurück verlegt werden, kommt aber der Freiheit dadurch auch nicht
näher.
Die
Aufregung war groß, als kürzlich rauskam, dass der Polizist,
der beim Spiel BFC Dynamo gegen Tennis Borussia zwei Fans niedergeschlagen
hat als Chef
einer Einsatzhundertschaft identifiziert wurde. Bis zur Klärung
der Vorwürfe wurde er von seinen Aufgaben entbunden. Video
von der Schlägerei. Manche sehen gar die Berliner
Polizei in einer Krise.
Am
06.12.2008 wurden 80 AntifaschistInnen bei Protesten gegen einen
Naziaufmarsch in Berlin festgenommen und mit Anzeigen überhäuft.
Nun formiert sich Widerstand
gegen das Vorgehen der Polizei, die an dem Tag sogar die Bürgermeisterin
des Bezirks Lichtenberg kurzzeitig festgenommen hatte. Artikel
zum Vorgehen der Bullen
Am
Montag, dem 8. Dezember, wurden vom Dessauer Landgericht die beiden
angeklagten Polizisten wegen des Mordes an dem Asylbewerber Oury Jalloh
freigesprochen
(Prozessberichte).
Er war Anfang 2005 im Polizeigewahrsam verbrannt. Der Vorsitzende Richter
Steinhoff erklärte, es hätte keinen rechtsstaatlichen Prozess
gegeben, der Prozess sei eine Farce gewesen, da Polizeizeugen im Prozess
viele widersprüchliche Aussagen gemacht haben und logen.Klare Ansage:
Aus Protest
gegen den Freispruch für die Mörder von Oury Jalloh
in Dessau hat Till Meyer die Scheiben einer Bank in Charlottenburg
mit Pflastersteinen beworfen.
Das
Oberlandesgericht Stuttgart hatte entschieden nach 26 Jahren Freiheitsentzug,
das ehemalige
Mitglied der RAF, Christian Klar zum 03.01.2009 auf Bewährung aus
dem Strafvollzug zu entlassen.
Die
Senatsverwaltung für Justiz hat mal wieder einige Pannen zu vermelden.
Plötzensee: Zaun
um Jugend-Gefängnis wird viel teurer als geplant.
Jeder Dritte in der JVA-Plötzensee sitzt wegen Schwarzfahrens.
Tatsächlich zahlt der Staat drauf, wenn Leute 150 Tagessätze
zu 10 Euro abzusitzen haben. Tagesspiegel
| Welt
Tegel: Gefängnispfarrer
Markus Wächter
gibt im Interview zu: "Es geht hier drin so viel verloren, die
Freiheit, die Wohnung, die Arbeit, die Familie, die Freunde. Da ist man
entwurzelt. Ich würde es hier keine zwei Jahre aushalten." Inforadio
läßt zur Weihnachtszeit auch die Gefangenen zu Wort
kommen.
Der Trost: Angeblich sinken
die Gefangenenzahlen. Warum Berlin an Knastneubauten
in Großbeerern und Düppel festhält ist unklar.
Es
gibt einen Blog,
der News aus Griechenland auf deutsch bringt. Bekanntermaßen
wankt Griechenland
zum Jahresende auf einen Bürgerkrieg zu. Bundesweit
und international hat es im Dezember Kundgebungen und Demonstrationen
aus Solidarität mit den Protesten in Griechenland gegeben. Berichten
zufolge kam es dabei immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen.
Auch durch Agent
Provocateure der Polizei. Video
dazu aus Hamburg.
05.12.2008:
Roland | Handyblocker | Klage | Aktionstag | Knastneubau
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Berliner
Aktivist Roland stand heute vor Gericht, weil er gegen die Staatschefs
der BRD und Frankreichs demonstriert hat. Der angeblich so verwirrte schreibt
ansehnliche
Prozessberichte,. Highlights im aktuellen Prozess: "Das
LKA 534 fragte beim Arbeitsamt nach, ob ich Leistungen beziehe
und das Arbeitsamt gibt denen ohne weitere Nachfrage Auskunft. Mein ehemaliger
Lehrer, den ich vor 6 Jahren hatte, faxt dem LKA 534 auf Nachfrage alte
Entschuldigungszettel und gibt noch viel mehr detailierte Auskunft."
Die
Probemessungen
für die Handyblocker haben begonnen. Ab nächsten
Jahres sollen sie in allen Berliner Haftanstalten eingesetzt werden. Hauptproblem
bei dem Vorhaben sei, dass der Störbereich exakt an der Gefängnismauer
enden muss.
Eine
Verfassungsbeschwerde
betrifft die Ungleichbehandlung männlicher und weiblicher Gefangener
in der Justizvollzugsanstalt B. in Bezug auf die Möglichkeit des
Telefonierens und des Einkaufs von Kosmetika. Das BVG entschied zu gunsten
des Antragsstellers.
Die
JVA-Düppel
in Zehlendorf wird neu gebaut: Marode Barackenbauten des
Gefängnisses wurden abgerissen, um bis Ende 2009 einen Neubau
zu errichten. Baubeginn
ist Anfang 2009. Dem Land Berlin kostet der Gefängnisneubau rund
13,6 Millionen Euro. An der Robert-von-Ostertag-Straße 2 entsteht
im kommenden Jahr auf einer etwa 5000 Quadratmeter großen Fläche
ein markanter roter Gebäudekomplex für 250 Häftlinge, ausschließlich
Männer. Sie werden in Düppel im offenen Vollzug einsitzen. 80
Bedienstete des Justizvollzugs sind künftig am Düppeler Standort
im Dienst.
Anlass
für einen MG-Aktionstag
am 13.12. ist der aktuell stattfindende §
129-Prozess gegen Axel, Florian und Oliver, drei Antimilitaristen
aus Berlin. Es werden in mehreren Städten Aktionen zum dezentralen
bundesweiten Aktionstag gegen Repression stattfinden. Auf Indymedia erschien
nun ein Interview
mit den Initiatoren. (Auswertung
des Aktionstags)
12.12.2008
| 19.00 Uhr | Demonstration | Kottbusser Tor
21.11.2008:
Prügelbullen | Nazirichter | Konferenzen | Knastnews
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Nach Rouven K. der
nächste pressewirksame Fall der aus der Dunkelziffer herausfällt:
Gegen
sieben Führungskräfte der Berliner Polizei ermittelt ein Spezialkommissariat.
Die Beamten sollen unerlaubte Ausrüstungsstände eingesetzt haben
und Bürger mit unangemessener Härte angegangen sein.
Am
23. August 2007 bezeichnete Rechtsanwalt Hans-Rainer Elfferding (67) während
einer Verhandlung den vorsitzenden
Richter Hans-Jürgen B. als Scheiß Nazipack.
Auf
der 187.
Justizministerkonferenz, die gestern in Berlin tagte, wurde
eine Erhöhung
der Haftentschädigung kontrovers diskutiert. Der Vorschlag der
Berliner Justizsenatorin von der Aue, die Haftentschädigung auf 100
Euro zu erhöhen, wurde abgelehnt.
Den gefundenen Kompromiss über 25 Euro pro Hafttag kommentiert Senatorin
von der Aue: “Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Justizministerkonferenz
mit dem schwierigen Thema der Haftentschädigung
befasst und es eine ernsthafte Diskussion dazu gegeben hat. Dennoch bin
ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und werde mich weiter für eine
höhere Haftentschädigung einsetzen.”
In Potsdam tagten zeitgleich die Innenminister der Länder. Bericht
von der Demo dagegen
Der
Bundesgerichtshof entschied, dass Sicherungsverwahrung
auch nachträgliche angeordnet werden kann.
Nach Mitteilung des
Statistischen Bundesamtes saßen am 30. November 2007 fast 75 200
Gefangene in deutschen Justizvollzugsanstalten ein oder waren (etwa wegen
eines Hafturlaubs) nur vorübergehend abwesend. Bezogen auf je 100.000
gemeldete Einwohner ergab sich damit für Deutschland eine
Gefangenenrate von 91.
Im Ländervergleich der Gefangenenraten für 2007 lag Berlin
mit 151 Gefangenen je 100 000 Einwohner vor Hamburg mit 117.
Die niedrigste Gefangenenrate ergab sich am 31.12.2007 mit 53 für
Schleswig-Holstein.
10.11.2008.:
Nazi-Cop | Roland | MG | BKA-Gesetz
| Knast-News
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Anlässlich
des 70. Jahrestag der Reichspogromnacht , nahmen am 9.11.2008 in Berlin
rund 500
Menschen an der traditionellen Moabiter antifaschistische Demonstration
teil. Am Rande der Demonstration provozierte ein mit Thor-Steinar
Jacke gekleideter Zivilbeamter einzelne Demonstrationsteilnehmer,
woraufhin es kurzzeitig zu tumultartigen Szenen kam. Die Situation beruhigte
sich erst, nachdem die Zivilbeamten von uniformierten Kollegen in Sicherheit
gebracht wurden.
Roland
nimmt die Berichterstattung über seine Prozesse selbst in die Hand:
"Gestern begann der Gerichtsprozess gegen mich wegen dem Angriff
auf die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen
Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Mir wurde ausserdem vorgeworfen
am 24. Dezember 2006 trotz eines Waffenverbots für den Einzelfall
drei Waffen besessen zu haben. Der dritte Anklagepunkt war, dass ich gegen
das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe verstossen hätte,
da in meiner Wohnung Ammoniumnitrat und angeblich Schwarzpulver gefunden
worden wäre." Viel Glück! Berlinkriminell
featuered ihn ebenfalls
Während
im Landgericht das mg-Verfahren
weitergeht, diskutieren die Internationalen Kommunisten über
die Verrrechtlichung
der Soliarbeit. Am 13.12.2008 findet - an vielen Orten überall
in der BRD - ein von mehreren linken Gruppen initiierter Aktionstag
gegen staatliche Repression statt. Anlass hierfür ist
der seit dem 25. September 2008 vor dem Berliner Kammergericht laufende
§ 129-Prozess gegen drei linke Aktivisten aus Berlin - Axel, Florian
und Oliver.
Obwohl
der genaue Text des Koalitions-"Kompromisses" zu den neuen Befugnissen
des Bundeskriminalamts noch nicht einmal bekannt ist, soll
das sog. BKA-Gesetz bereits am Mittwoch nächster Woche (!) im Bundestag
verabschiedet werden. Wenn der Bundesrat dann auch noch zustimmt,
könnten wir zum ersten Januar ein deutsches FBI bekommen, mit allen
Problemen, die damit verbunden sind - Vermischung von Polizei
und Geheimdienstarbeit, fehlende richterliche und bundesanwaltliche
Kontrollen, Kompetenzwirrwarr mit den Ländern, Auskunftspflicht für
Journalisten, großem Spähangriff auf Privatwohnungen und natürlich
der heimlichen Online-Durchsuchung. Daher gilt es jetzt schnellstens aktiv
zu werden.
Bundestags-News:
Der Knast
macht Kasse, in Deutschlands Strafanstalten florieren die
Wirtschaftsbetriebe. "Die
Vollzugspläne sind eine reine Farce"
Daniel Abbou spricht
klartext: "Wer
in Tegel Knackis ruhigstellt, kann auch in öffentlichen Verkehrsmitteln
Krawallmacher zur Räson bringen". Abbou und seine
Medienkompetenz: Gewerkschaft
der Justizbediensteten mischt Pressekonferenz auf
Wanzenbefall
in Gefängnis: Kammerjäger im Einsatz: Morgenpost
31.10.2008:
Andrea | Handys in JVA | Timo-Soli | Sicherheit
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am
23. Oktober 2008 fand eine Gerichtsverhandlung gegen die Antifaschistin
Andrea in Berlin statt. Der sich momentan in Haft befindende
Antifaschistin wurde vorgeworfen sich mit einen Pfefferspray einer Demonstration
genähert und somit gegen das Versammlungsgesetzt (VersammlG) verstoßen
zu haben. Von
diesem Tatverdacht wurde sie freigesprochen. Die Verhandlung
wurde allerdings zur Farce - der Sall wurde durch Polizeikräfte
der 23. EHU geräumt. Es wurden fünf ProzeßbeobachterInnen
festgenommen, vier von ihnen wurden Stunden später aus der Gefangenensammelstelle
Perleberger Straße entlassen. Die fünfte Person wurde nicht
am selben Tag entlassen. Eine Person wurde offensichtlich leicht verletzt.
Prozessbericht
Eine
Nacht vorher sind einige AktivistInnen in den ehemaligen Knast
Moabit (1875 - 1989) eingestiegen, und haben diesen mit Farbe umgestaltet.
Die Geschichte dieses Ortes ist vor allem während der Nazizeit von
Verfolgung, Folter und Ermordung an politischen Gefangenen und somit antifaschistischen
WiderstandskämpferInnen geprägt. Da die heute noch stehende
Außenmauer dieses Knastes als Denkmal an die schreckliche Vergangenheit
dienen sollte, wurde es offenbar für angemessen erachtet die BesucherInnen
dieses Ortes über die heutigen Zustände in diesem Land aufzuklären.
Wie
wir am 10. August 2008 berichteten, wird in den Berliner JVAs gerade versucht
die Gefangenen zu zwingen mögliche illegale Handys selbst zu vernichten
("An alle Insassen").
Jeder Gefangene, der eins besitzt soll 150 Euro an eine Kontrollfirma
zahlen, damit diese die Handy-Daten ausliest und löscht. Falls der
Löschung nicht zugestimmt wird, werden die Daten kopiert und der
Anstalt zugänglich gemacht. Der Datenschutzbeauftragte
von Berlin meint, dass dieser Vorgang in der Sache nicht
zu kritisieren ist, da das Landgericht schon 2007 eindeutig zu Handys
im Strafvollzug Stellung bezogen hat. Dennoch sollen nun die beiden privaten
Kontrollfirmen genauer unter die Lupe genommen werden: KDZ Kundenzentrum
für Unterhaltungselektronik GmbH, Gleimstr. 44, 10437 Berlin, Tel.:
4932020 und Jürgen Krüger-Fernsehdienst, Oranienstr.
69, 10969 Berlin, Tel.: 6141915
8.11.
| 21 Uhr | Köpi (Köpenickerstr. 137, Berlin-Mitte).
Soliparty
für Timo, der 2007 insgesamt 147 Tage in griechischer
Untersuchungshaft gesessen hat nachdem er nach Studentenprotesten in Thessaloniki
festgenommen wurde.
mit Konzert (AGH): "united and strong" (Hardcore / Metal / Punk),
Organic Fat (Punkrock Berlin); Kopfsteinpflasta (Oi Punk Berlin)
& DJs im Koma F: Tante Jackie (Chicabeats), Red K (80er, HipHop, Black),
DJ Eno (Kiezbiets).
Soliseite
Der
Bundesrat
hat die Sicherungsverwahrung für Jugendliche abgesegnet.
Sie darf dann verhängt werden, wenn Jugendliche (14 bis 18 Jahre)
wegen schwerster Verbrechen zu mindestens sieben Jahren Gefängnis
verurteilt worden sind. Zwei Gutachten müssen ihre anhaltende Gefährlichkeit
belegen. Anders als im Erwachsenenstrafrecht ist für Jugendliche
generell nur eine nachträgliche Sicherungsverwahrung am Ende des
Strafvollzugs vorgesehen. Die Fortdauer muss jedes Jahr überprüft
werden.
In
Berlin findet am 10. und 11. November im Kongreßzentrum
am Alexanderplatz der diesjährige
Kongreß zu "Sicherheit und Verteidigung"
statt. Die Veranstaltung wird im Wechsel mit dem "Europäischen
Polizeikongreß" organisiert, der am 10. und 11. Februar 2009,
ebenfalls in Berlin ausgerichtet werden soll.
21.10.2008:
Andrea | Plötze
| Termine | KA zu Offenem
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am 23.10. 2008 beginnt um 10.30 Uhr am Amtsgericht Berlin
Tiergarten (Sicherheitssaal B129) ein neues Verfahren wegen Verstoß
gegen das Versammlunggesetz gegen die Antifaschistin Andrea. Sie sitzt
derzeit unter miserablen
Bedingungen in der JVA-Pankow eine Haftstrafe
verbüßt. PolizeizeugInnen des LKA sollen aus Sicherheitsgründen
wieder codiert, also mit falscher Identität, und beschränkter
Aussagegenehmigung vor Gericht erscheinen. Die Anonymisierung von Zeugen
wird im Berlin seit der Verfahren gegen Chrisitan nun häufiger angewandt
- im Februar sogar in einem Verfahren wo die Angeklagte
ihre Personalien nicht sofort in einer Kontrolle vorzeigte. Ankündigung
auf Indy | Andrea-Soliseite
| Interview mit
der Soligruppe
In
der JVA Plötzensee Berlin wird das Essen knapp
Das Land Berlin spart massiv an den Ausgaben für Lebensmittel für
Gefangene. Am 16.10 reichten daher die Gefangenen der
JVA Plötzensee, Haus 3 eine Petition bei der Anstaltsleitung
ein, in welcher sie sich über die derzeitige Essenssituation beschweren.
Seit Wochen besteht das Essen nur noch aus fauligen Kartoffeln und Steckrübeneintopf.
Zudem liefert die Hauptanstalt nur 85 Portionen Essen für die Rund
100 Gefangenen. Die Stimmung ist schlecht und die Gefangenen beschweren
sich darüber, dass der Einkauf im Gefängnis über die
Firma C und C Schaper immer schlechter und zudem teurer wird.
Bei der Firma bestelltes Essen wird entweder zu spät oder gar nicht
geliefert, Lebensmittel kommen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum an und
sind zudem überteuert. Die Gefangen erhoffen sich von der eingereichten
Petition eine Verbesserung der Lebensmittelversorgung, bevor die Situation
eskaliert.
27.10.
ab 20.00 Uhr, KATO (U-Bhf Schlesisches Tor)
*Präventive Repression - Jeder Mensch ein Risiko* Veranstaltung zur
Verschärfung europäischer Innenpolitik
Auf
europäischer Ebene vollziehen sich mehrere Paradigmenwechsel im Bereich
von "Home Affairs": Grenzüberschreitende Kooperation, Verschränkung
innerer und äußerer Sicherheit sowie ein Ansatz "präventiver
Repression", der mittels Risikoanalysen unter Nutzung bereits jetzt
gewaltiger Datenmengen Straftaten vorhersehen will. Die Rede ist von einer
"europäischen Sicherheitsarchitektur". Die Auswirkungen
werden im Alltag als zunehmende soziale Kontrolle, Kriminalisierung von
Armut und Migrationsbekämpfung erfahren, gesellschaftliche Konflikte
als potentielle Bedrohung angesehen.
Veranstaltung von Statewatch, Gipfelsoli,
Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein, six hills berlin,
euro-police, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Bürgerrechte
& Polizei/ CILIP
Derzeit
läuft auch das mg-Verfahren gegen drei Männer,
denen insgesamt 38 Anschläge vorgeworfen werden. Die bisherigen Prozeßzage
waren Musterstücke für Staatsschutzprozesse, wie sie seit RAF-Zeiten
nicht mehr zu bewundern waren. Also nicht verpassen: 29./30. Oktober und
5./6. November, ab 9 Uhr im Gerichtsgebäude Berlin-Moabit, Turmstraße
91, Saal 700. Sonderseite
zum Prozess
Der
Senat
weiss nicht viel zum offenen Vollzug in Berlin: Es fragte
Benedikt Lux (Bündnis 90 / Die Grünen)
01.10.2008:
Zensur | Datenschutz | Einheitskleidung | Rocker-Razzia
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ihr erinnert euch? Vor einiger Zeit haben wir einen Gerichtsreport verlinkt.
Der Beitrag
"Schöne Grüße aus Moabit" (Hauptbelastungszeuge
im Prozess um das 'Tegeler Russensyndikat' bangt um sein Leben und mutiert
zum 'Enthüller') wurde aufgrund einer einstweiligen Verfügung,
veranlasst durch den leitenden Sozialdirektor Ralph Adam JVA Tegel, vertreten
durch die Kanzlei Johannes Eisenberg & Partner aus dem Netz genommen.
Sämtliche anderen Beiträge zum Thema sind in Bearbeitung. Groteskerweise
vom gleichen Anwalt der auch die Berliner Justizsenatorin Gisela von der
Aue oder den Bundesnachrichtendienst bei Gegendarstellungen vertritt.
Die
taz ist erfolgreich vor das Verfassungsgericht Berlin gezogen.
Behörden wie das Amt des Berliner Polizeipräsidenten
Dieter Glietsch können nun nicht mehr den Abdruck jeder Gegendarstellung
verlangen.
Ebenfalls geklagt
wird von der
Telekom gegen die Bundesnetzagentur, da sogar die Telekom versucht
den letzten Rest Datenschutz zu behalten: Geklärt wird die Frage:
Müssen Telekommunikationsunternehmen entschädigungslos
Überwachungstechnik anschaffen und bereithalten?
In der Jugendhaftanstalt
Plötzensee, gibt es absofort Einheitskleidung
für die Insassen auch in der Freizeit. Die Einheitsuniform
für alle Gefangenen im Jugendknast ist nach
Meinung der TAZ kein gutes Mittel, um die Probleme zu lösen,
die der Senat damit lösen will. Die BILD
findet schon.
Eine weitere Entscheidung,
die die Presselandschaft in Atem hielt, war das unrechte Stürmen
eines Rocker-Clubhauses. Die Polizei
darf das Clubgelände nicht ohne richterliche Anordnung betreten.
Die Erstürmung
war also rechtswidrig. Der Sieg
über die Polizei wird gefeiert.
22.09.2008:
Presse | Menschenunwürdig | Justiz-Pläne | Cop-Control
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In der französischen Zeitung
Voyage Liberation ist ein Artikel über Christian erschienen:
Je n'ai pas fait rêver mes proches, en leur annonçant
que la destination de mon voyage serait l'Allemagne de l'Est. Question
cocotiers et ambiance vahinée, on a fait mieux, j'en conviens...
Quoi qu'il en soit, je n'en démords pas, et je continue à
soutenir que les régions post industrielles ont leur charme...
„Die
Haftbedingungen in deutschen Gefängnissen sind nicht mehr vereinbar
mit den Menschenrechten.“ Zu diesem Fazit kam am Wochenende
das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Die Bürgerrechtsorganisation
hatte in Bonn zu einer öffentlichen Anhörung eingeladen,
Thema der Expertenrunde waren die Lebensbedingungen im Gefängnis.
Dort verbüßen derzeit rund 75 000 Menschen eine Freiheitsstrafe.
Die
Sicherung der Jugendstrafanstalt (JSA) Plötzensee
durch einen zusätzlichen Innenzaun wird mehr als doppelt so teuer
wie bisher bekannt. Die Justizsenatorin rüstet auf: Ein
Zaun für
900 000 Euro
Nach der Justizvollzugsanstalt
Großbeeren wird auch der
offene Vollzug Düppel deutlich teurer als geplant
Nebenklage
fordert Haftstrafen für JVA-Wärter. Im Prozess
gegen 13 Wärter der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel wegen
Misshandlung eines Gefangenen hat die Nebenklage Gefängnisstrafen
zwischen einem und zwei Jahren für alle Angeklagten gefordert. Die
Staatsanwaltschaft plädierte zuvor auf Freispruch.
Liefert
die Polizei dem Verfassungsschutz zu? Der VS-Berlin
wirft mit Informationen um sich, die eigentlich nur das LKA haben dürfte.
Die Abgeordneten sehen das Gewaltenteilungsgesetz beeinträchtigt
und fordernAufklärung eines Anquatschversuches.
10.09.2008:Keine
2/3 | US-Knast | §129 | Sicherungsverwahren | DPolG
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Keine Entscheidung
ist auch eine: Heute entschied sich das Landgericht nicht für
oder gegen die Entlassung Christians nach Verbüßung von 2/3
seiner Haftstrafe. Obgleich das Gericht die erhebliche Verzögerung
des Verfahrens durch die JVA Plötzensee als groben Verfahrensfehler
wertete zog Christian seinen Antrag zurück und zu gegebener Zeit
einen erneuten Antrag auf Frühzeitige Entlassung stellen. Wir danken
allen UnterstützerInnen und hoffen dass er bald wieder frische Luft
atmen kann.
Brunswick,
Virginia, USA: Unser Autor hat die Häftlingsnummer 179212.
Auf dem Knastblog
beschreibt er einen ganz normalen Tag im Knast. …
Am
25. September beginnt vor dem Berliner Kammergericht (OLG) ein Staatsschutzprozess
gegen die Genossen Axel, Florian und Oliver. Der
Vorwurf lautet: Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, konkret:
militante gruppe (mg), und versuchte Brandstiftung, konkret:
sie hätten Bundeswehrfahrzeuge auf dem Gelände der MAN AG in
Brandenburg/Havel angezündet.
Nachdem
in Berlin erstmalig
gegen einen Jugendlichen Sicherungsverwahrung angeordnet werden soll,
hebt der BGH
reihenweise solche Anordnungen auf.
Das
brutale
Vorgehen der Berliner Polizei am vergangenen Wochenende gegen die Rockerbande
Hells Angels wird von der Deutschen Polizeigewerkschaft begrüßt.
300 Rocker aus ganz Deutschland und Europa hatten sich in Berlin getroffen,
um in einem Korso durch die Stadt zu fahren. Die Polizei hatte diesen
sogenannten „City Run“ aus verkehrlichen und "sicherheitsrelevanten"
Gründen verboten. Daraufhin eskalierte die Situation. Mitglieder
der Hells Angels, die die Verbote ignorierten, wurden von der Polizei
vorübergehend festgenommen.
08.09.2008:
2/3-Anhörung | Kleine Anfragen | Hungerstreik | Müllpolizei
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Unter dem Aktenzeichen
589STVK801/08 findet morgen, den 10.09.2008 um 10.15 Uhr, Raum
144 im Landsgericht Tiergarten, die Anhörung zur Entlassung
von Christian aus der JVA-Plötzensee nach 2/3 der Haftzeit statt.
Nach vielen Anläufen und erst nach Protest diverser gesellschaftlicher
Kräfte vom Abgeordnetenhaus bis zum Vollzugsbeirat kommt es - mit
mehr als einem Monat Verspätung, endlich zur lang erwarteten Entscheidung
über Christians Antrag gemäß §§57 STVGB frühzeitig
entlassen zu werden. Unsere Pressemitteilung
dazu
In
letzter Zeit wurden wieder viele Anfragen im Abgeordnetenhaus
von Berlin gestellt, die sich kritisch mit dem Strafvollzug auseinandersetzen:
- Umgang
mit in der JVA Tegel sichergestellten Mobiltelefonen
- "Sicherheitskonzept
2008“ in der JVA Tegel
- Vollzugsgemeinschaften
von Berlin und Brandenburg für jugendliche Inhaftierte
- Impfungen
in den Justizvollzugsanstalten des Landes Berlin
Außerdem
die Regelanfrage des Abgeordneten
Behrendt zu Todesfällen
im Knast vom August 2008. Noch nicht darin erfasst ist der
Suizidversuch des Herrn Weiss letzten Freitag. Er liegt
derzeit mit mehreren Schnittwunden im Krankenhaus.
Weitere Anfragen beschäftigen
sich mit Rechtsbeugung durch das Berliner LKA:
- Ermittlungen
gegen Berliner Pressefotografen
- Müssen
Zwillinge mehr Ermittlungsmaßnahmen dulden?
Zum Hungerprotest
von über 561 Gefangenen erschien eine
Zusammenfassung auf Indymedia: Am 7.8. endete die Aktion der Gefangenen
nicht nur in der BRD, sondern auch von Gefangenen aus der Schweiz, Holland,
Italien,Spanien und Belgien. Wie der Gefangne Pit Scherzl, Sprecher der
Interessenvertretung Inhaftierter (IvI) meinte, kann so schon von einem
internationalen Streik gesprochen werden.
Die Kosten
der JVA Heidering sind von einst geplanten 97 Millionen
Euro auf jetzt 118,5 Millionen Euro gestiegen
Donnerstag Nachmittag
stürmte die Berliner Polizei den Görlitzer Park
in Berlin-Kreuzberg und führte eine rassistische Polizeikontrolle
durch. Die PolizistInnen
hatten sich Müllwagen der BSR verschafft, mit denen
sie direkt vor eine Personengruppe fuhren um diese zu überrumpeln.
25.08.2008:
Soliparty | Knastnazis | Gisela im Interview
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Sommerpause beenden
wir mit einer Soliparty Ende nächster Woche:
05.09.
Soliparty für Antifa-Knackis
XB-Liebig (Liebigstr. 34), ab 21 Uhr
mit DJ Schürze und anderen Evergreens
Nazizuwachs
in der JVA-Tegel: Der jetzt 23 jährige Leonhard S. muss seine neunjährige
Strafe voll in der JVA-Tegel verbüßen. Die Bluttat
vor der Heidenheimer Diskothek K 2, bei der drei Jugendliche mit Messerstichen
getötet wurden, liegt fast fünf Jahre zurück. Der Täter
wurde nun aus der Jugendstrafanstalt in die JVA Tegel in Berlin verlegt.
Im Moment, so die Justizpressestelle, sehe es aber eher so aus, also ob
Leonhard S. zu einem Fall für die nachträgliche Sicherungsverwahrung
werde, weil er sich den Angeboten im Jugendgefängnis komplett verweigert
hatte.
Der
rechtsextreme JVA-Report steht wieder im Rampenlicht. Diesmal bei den
Ostfriesichen
Nachrtichten: Stefan Richardt steuert von Carolinensiel aus
die Propaganda
Gisela
von der Aua plaudert
aus dem Nähkästchen im Interview mit dem Tagesspiegel.
Die Scharfmacher des TS fragen: "Es gab immer wieder Kritik an der
Laschheit mancher Jugendrichter, wenn sie nur Bewährungsstrafen aussprechen."
Gisela antwortet soverän: Wir können belegen, dass dem nicht
so ist. Die Berliner Richter sind konsequent. Es werden in Berlin längere
Haftstrafen und damit auch härtere Strafen als in anderen Ländern
ausgesprochen. Herzlichen Glückwunsch. Die Welt legt nach: Berlin
hat die meisten Strafgefangenen - 5150
Menschen sitzen derzeit hinter Gittern
17.08.2008:
Andrea | Knast-Leben | Sicherungsverwahrung | RAF
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Seit Februar geht es
der in Pankow einsitzenden Aktivistin Andrea nicht gut. Sie hat im Februar
beantragt in ein Haftkrankenhaus zu gehen, um eine Blutprobe abzugeben,
da die Funktion ihrer Schilddrüse besorgniserregend ist und die Medikamentierung
neu eingestellt werden muss. Bis dahin bekam sie EUCHYROXIN 75. Am 9.5
wurde ihr endlich Blut abgenommen. Die Ergebnisse hat sie bis dato nicht
erhalten, obwohl sie ständig nachgefragt hat. Die Anstalts-Ärztin
Friedemann hat ihr gesagt, dass sie sie schon informieren würde,
falls ein Problem vorläge.
Am 21.7 wurde eine weitere Blutprobe gemacht, weil angeblich die erste
schlecht gewesen sei. Erst jetzt wurde festgestellt, dass die Werte ihrer
Schilddrüsefunktion tatsächlich kritisch sind. Am 28.7 bestätigte
eine weitere Blutprobe diesen Verdacht. Seit zwei Wochen sagt man ihr,
dass weitere Tests nötig seien, bevor sie neue Medikamente bekommt.
Seit Februar leidet Andrea also an einer Schilddrüseüberfunktion,
die nicht behandelt wird. Die Kritik an der medizinischen Versorgung in
den Berliner Haftanstalten ist wird mal wieder durch den Fall Andrea deutlich.
Nachdem
der Kurier berechtigterweise titelte: "Wucherverdacht: Staatsanwalt
ermittelt - Werden
die Knackis hier ausgeplündert?", ist einem Häftling
der Kragen geplatzt. Nur knapp soll eine Gruppenleiterin
der Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel in der letzten Woche einem Mordanschlag
entgangen sein.
Der
Bundesrat hat die Sicherungsverwahrung
für Jugendliche abgesegnet. Sie darf dann verhängt
werden, wenn Jugendliche (14 bis 18 Jahre) wegen schwerster Verbrechen
zu mindestens sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden sind.
Gegen
EX-RAF-Mitglieder,
die keine Aussage im Mordfall-Buback machen wollen, darf keine Erzwingungshaft
angeordnet werden, entschied nun der Bundesgerichtshof.
13.08.2008:
Nazi-Kader-Knast | Hungestreik-Brand | JVA-Tegel
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Rassistischer
Mörder Enrico
Hilprecht steuert Internet-Netzwerk „Freundeskreis Brandenburg"
aus Brandenburger Gefängnis heraus. Im Jahr 2000
hat er Alberto
Adriano umgebracht.
In Berlin brannten wieder vermehrt Firmenwagen
von Siemens und Metro. In
einem Bekennerschreiben wird auf mehr als 500 Strafgefangene im Hungerstreik
in deutschen Gefängnissen Bezug genommen.
Daniel
S., Hauptbelastungszeuge im laufenden Verfahren gegen vier mutmaßliche,
russische Schutzgelderpresser und Häftlinge der Justizvollzugsanstalt
Tegel erhebt
weiter schwere Vorwürfe gegen die JVA Tegel.
Er beschuldigt sie, Missstände unter den Teppich gekehrt, Straftaten,
in die Bedienstete verwickelt waren, vertuscht, Beteiligte zum Schweigen
genötigt zu haben und erstattete erneut in zwei Fällen
bei der hiesigen Staatsanwaltschaft Anzeige, darunter auch gegen den Anstaltsleiter
der JVA Tegel, Ralph-Günter Adam.
10.08.2008:
Vollzugsplan | Knast-Leben | Nazi-Morde
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am 10. September wird nun endlich die 2/3-Anhörung stattfinden.
In der Klage, um den Vollzugsplan
gibt es auch Neuigkeiten. Eine Stellungnahme
der JVA-Plötzensee bzw. des Bearbeiters Hörmann
bestreitet die Zuständigkeit seiner Anstalt für Vollzugspläne,
die in anderen Anstalten erstellt wurden.
Die
Justizverwaltung in Berlin sorgt über einen Umweg dafür,
dass Häftlinge ihre illegalen Mobiltelefone freiwillig vernichten.
Einer internen
Aufforderung zufolge wird jedem Besitzer einens Handys damit
gedroht die Daten des Telefons auszulesen und gegen 150Euro löschen
oder dass Mobile zerstören zu lassen.
Armut:
Der Großteil der in den neun Berliner Justizvollzugsanstalten einsitzenden
Häftlinge, derzeit rund 5.340, wünscht sicher
nichts sehnlicher, als so schnell wie möglich wieder in Freiheit
zu sein. Aber es gibt auch einen verschwindend geringen Prozentsatz unbescholterner
Berliner, der gerade bei
widrigen Wetterverhältnissen nichts sehnlicher wünscht, als
hinter Gittern zu sitzen.
Bewährung
für Punkermord: Das 2. Schwurgericht des Landgerichts
Erfurt verurteilte gestern einen Exneonazi zu zwei Jahren Haft auf Bewährung
und 20 Arbeitsstunden. Der 27-jährige Dirk Q. hat laut Gericht 2003
den Punker Hartmut Balzke mit einem Faustschlag so schwer verletzt, dass
er tödlich stürzte. Dem Punker Sebastian Q. zertrümmerte
er mit Tritten das Gesicht. Die Tat habe einen „heilsamen Schock"
beim Angeklagten ausgelöst, so Richter Roland Zoller in der Urteilsbegründung.
„Punks sind Opfer zweiter Klasse`, kommentierte die mobile Opferberatung
Sachsen-Anhalt.
Letzte Woche wurde in Marzahn ein Vietnamese, der als Straßenhändler
Zigaretten verkaufte von einem Deutschen abgestochen. Indymedia.
06.08.2008:
Knastleben | Hungerstreik | Flügges-Karriere
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Berliner
Knastalltag von der Aktivistin Andrea ist ist geprägt
von Monotonie und Schikane, Besuchstermine werden regelmäßig
kurzfristig verschoben oder abgesagt, was es sehr erschwert einen kontinuierlichen
Kontakt zwischen "Drinnen" und "Draußen" aufrecht
zu erhalten. Post wird aufgemacht und je nach Schikanelust der Schließer_innen
zum Inspizieren weitergeschickt. Ihr wird nicht mitgeteilt, wenn Post
nicht durchkommt. Lange bürokratische Wege erschweren grundsätzlich
die Kommunikation aber auch das Reinschicken von Büchern oder CD's.
Der von Sicherungsverwahrnung betroffene Thomas
Meyer-Falk hat eine aufschlussreichen Artikel auf Indymedia veröffentlicht,
in dem beschrieben wird wie
mit Aussiedlern in deutschen Knästen umgegangen wird.
Vor den Berliner Justizvollzugsanstalten
(JVA) Plötzensee und Moabit haben am Dienstag rund 60
Leute Solidarität mit dem inhaftierten Antifaschisten Christian S.
und den seit fünf Tagen hungerstreikenden Gefangenen in über
30 Knästen geübt.
In
49 Knästen Deutschlands finden zur Zeit Hungerstreiks
von 539 Gefangenen statt, um sich gegen die Willkür
von Schließern und die schlechten Bedingungen zu wehren. Auch in
anderen
Ländern wird sich beteiligt. Die Behörden versuchen
herunterzuspielen, die autonome Linke zeigt sich solidarisch:
Dresden
| Hamburg
| Köln
| Aufruf
von Gabriel Pombo Da Silva
Artikel in der Tagespresse: Telepolis
| Neues
Deutschland | Junge
Welt | Linke
Zeitung | Stimmen
aus dem Knast
Der Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz, Daniel Abbou,
sagte, ihm sei nichts davon bekannt, dass sich in Berlin Gefangene an
dem Streik beteiligten. Überdies
seien Hungerstreiks erst bei einer Dauer von mehr als sieben Tagen berichtspflichtig.
Der Freizeit-Märchenerzähler, jetzige Pressesprecher der Justizverwaltung
und Ex-Stuttgarter Daniel Abbou möchte Beruf und Freizeit offenbar
nicht trennen. Wenn er in Gottfried
Kellers Ballade vom jungen Mörder Haube selbigen den Fängen
der Gendarmerie auslieferte ist das eine Sache, einen bundesweiten
Hungerstreik schlicht zu leugnen, eine Andere.
Wie ist der eigentlich an den Job gekommen: Der erste
Arbeitstag als Justiz Pressesprecher ( vorher gelernter Radio-
und ernsehjournalisten sowie Politikberater aus Baden-Württemberg)
begann mit 38,9 Grad Fieber - man schickte ihn sofort nach Hause.
Hintergrundstory
zum Hungerstreik
Ein renitenter (sozialer) Gefangener hat Strafanzeige wegen Begünstigung
und Strafvereitelung im Amt gegen drei Leiter der JVA Tegel, darunter
Anstaltsleiter Ralph-Günter Adam, sowie den Vollzugsdienstleiter
der Teilanstalt III Frank R. gestellt. Folgen:
- Er wurde wegen eines nicht gegen ihn vorliegenden Haftbefehls von der
JVA-Hakenfelde in die JVA Tegel verbracht. In die Teilanstalt III, Station
C1, intern auch "Drogenstation" genannt. Daniel S., raucht nicht
, trinkt nicht und nimmt keine Drogen,
- Simone Strycek seine Diplom-Psychotherapeutin hat sowas während
ihrer sechsjährigen Praxis als Vollzugshelferin noch nicht erlebt.
Sie wird unter Druck gesetzt und sucht schließlich einen Rechtsanwalt
auf.
- Am 15. Juni 2008 macht der Inhaftierte innerhalb einer Verpflichtungsklage
den Anstaltsleiter Ralph-Günter Adam auf das seiner Meinung nach
kriminelle 'Telio-System' aufmerksam. Das konkurrenzfreie Festnetzangebot
der Telio AG in der JVA, die den Gefangenen Telefonate für 9 Cent/Minute
offeriert, die sie selbst mit der Telecom für schlanke einen Cent/Minute
abrechnet. Sie sei, anders als behauptet, ihrem Ursprung, der Verteilung
der Gewinne, sprich Provisionszahlungen, nach alles andere als eine justizunabhängige
Gesellschaft.
Aus dem Statement der Justizpressestelle in dieser Sache sei folgende
Essenz zitiert.
"Don't trust him", warnt Pressesprecher Daniel Abbou.
Daniel
Abbou war langjähriger ARD-Redakteur beim SDR und SWR in Stuttgart
und Heilbronn. Er hat seine Laufbahn bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften
fortgesetzt und ist derzeit Pressesprecher bei der Berliner Senatsverwaltung
für Justiz.
Immer
neue Infos zum Hungerstreik beim ABC-Berlin
Justizsenatorin
Gisela von der Aue (SPD) hatte den für den Strafvollzug zuständigen
Staatssekretär Flügge im Februar 2007 wegen eines "gestörten
Vertrauensverhältnisses" suspendiert. Nun soll Christoph
Flügge (61) neuer
Richter des Kriegsverbrechertribunals für das frühere Jugoslawien
in Den Haag werden. Tagesspiegel
"Wenn es wirklich die in Fachkreisen gerühmte Kompetenz
Flügges gewesen sein sollte, die die Senatorin zu seinem Rauswurf
veranlasste, dann hat sie jetzt ein Problem weniger. Übermäßige
Kompetenz hat ihren engsten Vertrauten noch niemand vorgeworfen."
Berliner
Zeitung | Märkische
Allgemeine
31.07.2008:
Kundgebung | 129a fallengelassen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
2/3 der Strafe hat Christian am 4. August offiziell abgesessen.
Am letzten Dienstag hat endlich eine Vollzugsplanungs-Konferenz mit ihm
stattgefunden. Hier wurde über Lockerungen geredet.
Sehr spät wie wir finden. Und zu spät um ihn tatsächlich
nach 2/3 freizulassen. Kein Wort von dem Antrag auf frühzeitige Freilassung,
wie im Strafvollzugsgesetz vorgesehen. Der Antrag liegt seit Anfang Juni
der Straffvollstreckungskammer und der Anstaltsleitung vor.
Mit der Verschleppung der Vollzugsplanung und der damit ausbleibenen
Möglichkeit auf Lockerungen wurde Christian durch die JVA-Plötzensee
eine frühzeitige Entlassung nach 2/3 am 4. August ohne gesetzmäßig
Entscheidung verwehrt. Aufgrund dieser Verfahrensfehler erwarten
wir seine bedingungslose Freilassung am 4. August. Unsere
Pressemitteilung dazu.
Kundgebung
für Christian am Montag | 4. August 2008 | 18 Uhr
vor der JVA Berlin-Plötzensee | Lehrter Straße 61 (nähe
S-Hauptbahnhof)
Keine
§129a-Anklage gegen Antifas: Ein umstrittenes "Terrorismus-Verfahren"
gegen elf Antifas aus Hamburg, Berlin und Niedersachsen ist eingestellt
worden. Aufgrund der "Terroranklage" wurden die Antifas
mit umfassender technischer Überwachung überzogen.
Junge
Welt | Berliner
Zeitung
26.07.2008
: LKA & Obama | 1976 | Prozessblog | Tote | Knast-Chefs
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
US-Präsidentschaftskandidat
Barack Obama in Berlin: Durch den Staatsschutz wurde ein junger
polizeibekannter Mann am 25. Juli 2008 präventiv und ohne konkrete
Rechtsbegründung festgenommen und später in der Gefangenensammelstelle
im Tempelhofer Damm offenbar durch die Polizei misshandelt und
anschließend vor der GeSa abgelegt. Der
Misshandelte meldet sich bei Indymedia mit einem langen Bericht.
youtube videos: Auffinden
vor der Gesa | Gespräch
| Schilderung
der Passanten vor Ort / Sanitäter | im
Krankenhaus. Bei der Morgenpost liest sich das so:
"gegen 19 Uhr nahmen Beamte "rein
vorsorglich" in der Nähe der Siegessäule den einschlägig
bekannten Berliner Roland B. in Gewahrsam. Wir empfehlen bei solchen Erlebnissen
anwaltliche Beratung und bei Bedarf: http://www.outofaction.net/
Story
der Abendschau zur JVA Plötzensee: Im Juli gelingt vier
Frauen die Flucht mit Bettlaken aus der Justizvollzugsanstalt in der Lehrter
Straße. Sie gelten als sehr gefährlich. Die spätere RAFlerin
Inge Viett und ihre drei Mit-Ausbrecherinnen werden nicht gefasst. Sie
setzen sich nach Ost-Berlin ab. Die gravierenden Sicherheitsmängel
in der JVA fordern ein politisches Opfer. Justiz-Senator Oxfort muss den
Hut nehmen.
Der
Prozessblog
hat sich gegründet. Das Internetprojekt will politische Prozesse
beobachten und Hintergründe ins Netz stellen.
Seit Jahresbeginn bis einschließlich
31. Mai 2008 gab es insgesamt 2
Todesfälle in den Berliner Justiz-vollzugsanstalten.
In beiden Fällen lag kein Suizid vor.
Ein
Workshop
für Knastleiter gegen Medikamentenklau vom Juni 2008
liest sich wie folgt: "Für die Leitungen der Justizvollzugsanstalten
hatte bereits am 25. Juni 2007 ein halbtägiger Workshop zum Berliner
Haushaltsrecht stattgefunden, in dem die Rollen der am Haushalt beteiligten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die wesentlichen haushaltsrechtlichen
Begriffe vorgestellt und neben Fragen der Delegation praxisnah diskutiert
wurden." Jetzt kam raus: Eine
Apotheke
in Magdeburg hat für zwei Jahre die Versorgung der Berliner Gefängnisse
mit Medikamenten übernommen.
Troike
(JVA-Hakenfelde) meldet sich mal wieder: "Seine"
Häftlinge möchten unter keinen Umständen in den geschlossenen
Vollzug verlegt werden und verhalten sich entsprechend.
20.07.2008:
KA zu Knast-Nazis | JVA-Gesetz | Polizei-Schläger
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Eine Kleine
Anfrage zu Nazistrukturen in Berliner Haftanstalten an Justizsenatorin
Gisela von der Aue hat für Aufregung gesorgt. Inhalt sind nicht nur
Christians Behandlung als Antifa, sondern auch die nachweisliche
Begünstigung von Neonazis in Haft.
Dass Gefangene im Verlauf von Gottesdiensten auf andere Gefangene treffen,
liegt in der Natur von Gemeinschaftsveranstaltungen. Es finden
jedoch keine „Kameradschaftsabende“
in Kirchenräumen statt. TAZ
schluckt Giselas Runterspielerei.
Justizsenatorin
Gisela von der Aue (SPD) will mit Störsendern die Handynutzung
in Gefängnissen verhindern. Ein entsprechendes Landesgesetz
ist in Vorbereitung. Doch nun formiert sich Widerstand. Andererseits
will sie die U-Haftentschädigung
bei zu Unrecht Festgehaltenen erhöhen.
Seine
Frau soll er wegen Nichtigkeiten geschlagen haben. Auch im Dienst ist
er laut Anklage handgreiflich geworden. Letzte
Woche wurde ein 41-jähiger Polizist aus Schöneberg zu einer
Bewährungsstrafe verurteilt, weil er beim Dienst in
Friedrichshain mehrfach ausrastete. Ein Einzelfall bei der Berliner Justiz:
2007
wurden in Berlin 746 - unter anderem seit mehreren Jahren laufende - Verfahren
gegen Polizisten eingestellt, es gab 21 Freisprüche, nur drei
Verurteilungen. Mi der Einstellung ist der Weg frei für Aufstiegschancen.
DDP
zur Statistik
18.07.2208:
Aktuell | Leila | Demo | Tel Aviv | JVA-Diebe & Nazis | Bayern
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die JVA Plötzensee sabotiert Christians grundlegendes Recht
auf 2/3 Anhörung durch Verschleppung wichtiger Stellungnahmen.
Laut Paragraph 57 Svg ist es vorgesehen, dass ein Gefangener nach 2/3
seiner Strafe, die restliche Zeit auf Bewährung verbüßen
kann. Dafür gibt es eine Anhörung bei der Strafvollstreckungskammer.
Dazu muss die Staatsanwaltschaft eine Stellungsnahme abgeben und um ihre
Stellungnahme zu begründen braucht sie wiederum eine Stellungnahme
von der Knastleitung. Bei Christian wurde die Knastleitung von der Staatsanwaltschaft
aufgefordert diese Stellungnahme vor dem 3. Juli 2008 abzugeben. Damit
sie ihre eigene Stellungnahme abgeben kann und vor dem 4. August 2008
eine 2/3 Anhörung stattfinden kann. Die Haftanstalt hat diese Frist
nicht eingehalten und es sieht nicht so aus als ob sie beabsichtigt dies
zu tun.
Gleichzeitig hat die Anwältin von Christian einen Antrag nach Paragraph
109 SVG gestellt und beantragt, dass der falschen Vollzugsplan aufgehoben
wird und durch einen neuen ersetzt wird. Der Vollzugsplan ist relativ
wichtig, weil er die Grundlage der 2/3 Anhörung ist. Die Anstalt
hat die Anklage erwidert indem sie behauptete, dass sie für den Vollzugsplan
der in Tegel gemacht worden ist nicht zuständig sei. Die Anstalt
hat gleichzeitig jedoch der Strafvollstreckungskammer zugesichert im Juni
einen neuen Vollzugsplan zu erstellen, was sie ebenfalls nicht gemacht
hat.
Stattdessen deutet die JVA-Plötzensee mündlich an, dass sie
ein psychologisches Gutachten bei Christian zu erstellen plane, da sie
ihn für hochgefährlich und aggressiv halte. Ein Antrag auf Ausgang
zum Vorstellungsgespäch bei dem Arbeitsgeber von Christian, den er
normalerweise am 14. Juli 2008 hätte haben müssen, wurde garnicht
erst bearbeitet.
Die Anstalt will offensichtlich so lange die Sachen verschleppen, bis
Christian seine 2/3 Anhörung mit dem alten und falschen Vollzugsplan
machen muss.
Was bisher geschah: Unsere aktualisierte
Chronik 1.Mai 2004 - 10. Juli 2008. > Indymedia-Zusammenfassung
Passend dazu liefert der Gefangene Thomas Meyeer-Falk historisches
zum Strafvollzugsgesetz.
Christians
Ehefrau Leila musste sich letzte Woche vor Gericht dafür verantworten,
dass sie Christian in der JVA-Tegel besucht hat und Anweisungen von Vollzugsbediensteten
nicht Folge geleistet hat. Unsere Einladung
zu dem schikanösen Prozess und der abschließende
Bericht
auf Indymedia.
Am
10. Juli beteiligten sich rund 300
DemonstrantInnen. Das Polizeiaufgebot war martialisch. Ein
sehr guter Bericht mit Bildern von der gemeinsamen Antirepressionsdemo
auf Indymedia.
Ein Teilnehmer wurde sogar zweimal
auf der gleichen Demo verhaftet. Irrsinn. Ein Aktivist drehte
den Spieß um und sorgte für den Rausschmiss
eines Zivi-Cops aus der Demo. Nicht nur weil einen Tag vorher
bei ihm eine Hausdurchsuchung
war, sondern vorallem begründet mit dem Versammlungsgesetz. In der
Jungen
Welt erschien ein Artikel zur Demo. Wir dokumentieren unseren
Redebeitrag.
Übrigens: Polizisten, die auf Demonstrationen filmen, dürfen
fortan mit "Kameramann,
Arschloch" angeredet werden. Dies entschied in 2. Instanz
das Berliner Landgericht.
Zwischen
den viele Demonstrationen und Aktionen in den West-Bank haben
israelische AnarchistInnen am 30. Juni auch Zeit gefunden, mit einer Kundgebung
vor der deutschen Botschaft in Tel Aviv ihre Solidarität
mit den in Deutschland gefangenen AntifaschistInnen Andrea und Christian
zu zeigen. Orginal-Link
Zwei
Justizbedienstete und ein Häftling im Knast Tegel stehen im Verdacht,
eingemottete
Habseligkeiten von Gefangenen geklaut zu haben. Die beiden
Justizbeamten
wurden versetzt. Amüsanter
Pöbel-Kommentar
beim Berliner Kurier dazu.
Der
»JVA-Report«, eine Hilfsorganisation für inhaftierte
Neofaschisten, sammelt Spenden für Kay Diesner. Dieser ermordete
1997 einen Polizisten und sitzt seitdem eine Haftstrafe ab. Doch die Solidarität
der Kameraden ist in der Szene umstritten. Ein
schöner Bericht über die Hintergründe des JVA-Reports
und den Verantwortlichen NPD-Kandidat Stefan Richardt aus Wittmund (geb.
1983), Koch, Wahlkreis: Friesland.
Der
bayrische Verwaltungsgerichtshof
entschied, dass Zivi-Cops von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen
verwiesen werden können. Zeitgleich wurde das neue Versammlungsgesetz
in Bayern beschlossen, dass Versammlungen unter freiem Himmel stark
einschränkt.
04.07.2008:
KA | Demo
| Knast-Handys | Knast-Nazis
| Hungerstreik
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kleiner kann eine Anfrage im Senat eigentlich nicht ausfallen.
Drei Fragen, die der Grüne Dirk Behrendt zu Christians Vollzugsplan
gestellt hat werden dennoch von Gisela von der Aue abgeschmettert. Statt
zu erklären weshalb Antifaschismus als Haftgrund herhällt dreht
sie den Spieß um: "Das
überaus wichtige bürgerschaftliche Engagement gegen Rechtsextremismus
hat mit der Begehung von strafbaren Handlungen nichts zu tun"
Am 10.
Juli (18.30 Uhr - Berlin-Hauptbahnhof) findet wieder eine Demonstration
in Berlin statt, welche uns allen die Möglichkeit bietet
unsere Ablehnung gegen alle Formen des Eingesperrtseins auf die Straße
zu tragen. Als Anlass dafür steht die fortdauernde Inhaftierung
unserer GenossInnen Andrea und Christian, welche sich aufgrund
ihres aktiven Engagements gegen diese kapitalistische Gesellschaft im
Knast befinden, sowohl die Inhaftierung eines kurdischen Aktivisten, welcher
seit Ende März in Moabit gefangenen gehalten wird unter dem Vorwurf
Teil des Kaderapparates der PKK zu sein – sprich Verfolgung nach
§129b. Aufruf
ABC und Anreißer
zu den Themen
Gisela tut was
für ihr Geld. Die Justizsenatorin will den Handyempfang in
den Haftanstalten stören. Ziel ist es die Häftlinge
noch weiter sozial zu isolieren. Was in anderen Hightec-Knästen bereits
üblich soll nun auch in Berlin klappen: Handys
in Berliner Gefängnissen ohne Empfang.
Wie geht das Land
Berlin mit Rechtsextremen im Strafvollzug um? Zumindest die Wunschvorstellung
wird in der Beantwortung einer KLeinen Anfrage offenkundig: Rechtsradikale
Inhaftierte in Berlins Strafvollzugsanstalten.
Derzeit
findet ein Hungerstreik
von bislang 478 Inhaftierter bundesweit in 29 Haftanstalten.statt.
Sinn und Zweck des Hungerprotestes, welcher lediglich Auftakt weiterer
vollkommen legaler Protestaktionen sein wird, ist es, den durch Willkür-
und Schikaneakte, durch vorsätzliche Rechtsbeugung, unterlassene
Hilfeleistung, durch Psychoterror und Folter geprägten Alltag in
deutschen Haftanstalten anzuprangern und Veränderung zu schaffen.
20.06.2008:
Kundgebung | JVA-Prozess | Suzid | JVA-Klage | U-Haft
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wenig Menschen wollten gestern Christian zum Geburtstag gratulieren. Die
Staatsmacht war etwas angestrengt und versuchte durch regiede Auflagen
die Kundgebung einzuschränken. Doch ein wenig Dissidenz wird wohl
noch erlaubt sein - alle können sie schwerlich hinter Gitter bringen!
Auf Indymedia
stand, warum überhaupt demonstriert wurde.

Vielen
Dank an die Freunde, Fans, GenossInnen und Musiker ( u.a. Schlagzeiln,
Monkey Mob,
MC Mueller, Gitta
Spitta, Bruda und Kronstädta
) die zur Kundgebung vor die JVA gekommen sind und sie trotz polizeilicher
Verzögerungen, Auflagen, Anzeigen und Platzverweisen mit uns erfolgreich
durchgezogen haben. Alles gute zum Geburtstag Christian!

Auch
in Rom fand zeitgleich eine Kundgebung für Christians-Freilassung
statt: Presidio
Antifascista/Anticarcerario 19-06-2008
Der Prozess
gegen drei Häftlinge der JVA-Tegel wegen räuberischer
Erpressung und Körperverletzung wird zu einer Kritikparty
gegen die Anstaltsbediensteten selbst. Die Opfer der Angeklagten
thematisieren nicht nur die desaströse Personalbesetzung in Tegel,
den ortsüblichen Drogenkonsum und Handyhandel, sondern auch das Verhalten
der Belegschaft. Letzteres trotzdem ein diesbezügliches Ermittlungsverfahren
bereits wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt wurde.
3.
Suizid
innerhalb eines Monats in Berliner Knästen. Wie heute
morgen bekannt wurde, hat sich gestern ein Mann in der JVA Plötzensee
umgebracht. Dies ist der 3. Suizid in Berliner Knästen der diesen
Monat bekannt wurde. Dazu passend die Antwort auf die monatliche
Anfrage im Abgeordnettenhaus Berlin zu den Todesfällen
im Knast.
In NRW
klagen Häftlinge gegen die Doppelbelegung von Zellen
und haben vermutlich Erfolg
Wie ist
es in U-Haft? Der
KnastBlog veröffentlicht einen Erfahrungsbericht von Matthias,
der zwei Wochen in Untersuchungshaft verbrachte: "Die
Polizisten kommen rein, drücken mir als erstes ein rosafarbiges
Blatt in die Hand und sagen mir, dass ein Haftbefehl gegen mich vorliegt
und sie mich jetzt mitnehmen müssen. Kaum habe ich mich angezogen
werden mir auch schon Handschellen angelegt und ich werde abgeführt."
13.06.2008:
Geburtstag | Vollzugsplan | Skandal-Prozeß | Suizid | 129a
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Donnerstag,
19.6.08: Geburtstagskonzert für Christian
um 17 Uhr vor der JVA Plötzensee (Lehrter Str. 61, Nähe
Hauptbahnhof)
mit HipHop von Schlagzeiln, Monkey Mob, MC Mueller, Gitta Spitta, Bruda
und Kronstädta und lekka Kuchen
Mittlerweile
sind die 2/3 der Strafe von Christian fast abgesessen
und er hat wieder keinen ordentlichen Vollzugsplan. Der zuständige
Verwaltungsangestellte König behauptet diee Aufgabe einfach
nicht fristgerecht erledigen zu können. Im Gesetz heißt
es allerdings: "Der Vollzug einer Strafe ist ein dynamischer Prozess,
dessen Verlauf nicht immer im Einzelnen vorhersehbar ist. Aus diesem Grunde
ist gem. § 7 Abs. 3 StVollzG in angemessenen Zeitabständen eine
Aktualisierung des Vollzugsplanes durch Fortschreibung vorgesehen. Angemessen
ist ein Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten." Christians
letzter Vollzugsplan liegt 8 Monate zurück, wurde juristisch
angefochten und bis dato nicht geändert. Unsere Pressemitteilung
zur Kundgebung
Zeugenmauschelei
im JVA-Prozess:
Im Gerichtsverfahren gegen 13 Bedienstete der Justizvollzugsanstalt (JVA)
Brandenburg/Havel haben sich Zeugen untereinander abgesprochen. Protokolle
der einzelnen Verhandlungstage wurden an eine Zeugin versandt.
Prignitzer | RBB
| Abendschau
Im Untersuchungsgefängnis
Moabit hat sich ein Häftling das Leben genommen. Der
24-jährige Ungar befand sich wegen mehrerer Delikte dort. Er wurde
bereits am 2.6. früh erhängt in seiner Zelle gefunden, bestätigte
ein Justizsprecher. Es ist der erste Suizid in einer Berliner Haftanstalt
in diesem Jahr.
Fast
zwei Jahre lang warf die Bundesanwaltschaft elf jungen Leuten
vor, Terroristen zu sein. Die Ermittlungen erbrachten keinen einzigen
Beweis. Die
Berliner
Zeitung widmet dem Fall die Seite 3.
01.06.2008:
Chaostage-Berlin | KnastKritik | Knast-Nazis | 129a-Schlappe
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Berlin
hat sich in den letzten Tagen zu einer Polizeistadt verwandelt. Repression
und Schikanen gegen Menschen aus der linken Szene findet sich an allen
Orten. Die Medien hetzen mittlerweile stark gegen die Freiräume-Aktionstage.
Bisheriger Höhepunkt: Angriff
auf die Köpi in der Nacht zu Sonntag.
Am 28.5. fand in der Köpi eine Veranstaltung mit Autoren
des Buches "Autonome
in Bewegung" !im Rahmen der "Wir-bleiben-alle"Aktionstage-
statt.
In der Nacht zu Freitag wurden Jugendliche beim Randalieren in Spandau
festgenommen. Am Tempelhofer Damm werden sie vom LKA (Bild) bearbeitet.
Ein 18 Jähriger hält dem Druck nicht stand und erhängt
sich in seiner Zelle. Polizeipräsident Glietsch ist
ratlos wie es dazu kommen konnte. Knast tötet!
Ein
"Bild"-Artikel hat Lügen über den Knast-Kritischen
Abgeordneten Benedikt Lux verbreitet und sich dabei erwischen
lassen. Nun
ist der Wirbel groß. Derweil klagt die Morgenpost über
Verstöße
gegen die Menschenwürde in JVA Moabit
Berlins Justizsenatorin will Jugendliche im Gefängnis in
Plötzensee
mit einem zusätzlichen Zaun an der Flucht hindern. Dabei flieht
niemand. Experten sprechen von Geldverschwendung. Gisela von
der Aue weist Vorwürfe zurück, besonders schwierige
Insassen des Jugendknasts würden nach Brandenburg abgeschoben.
Nazi-Agitation
im Knast: JVA-Report
hält Kontakt über das Internet zu Insassen.
LKA-Hamburg
ohne Peilung: Klage auf Herausgabe eines Senders im 129a-Verfahren
Oldesloh scheitert
25.05.2008:
Solitermine | Nazis in JVA | Demoverbot | VS-Schlappe
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hiermit
fordern wir die Senatsverwaltung für Justiz, die Leitung der JVA
Plötzensee, die Strafvollstreckungskammer und die Staatsanwaltschaft
Christian S. am 4. August freizulassen.
Die Argumente
für seine Vollverbüssung, die in seinem Vollzugsplan nachzulesen
sind, sind unerträglich und nicht akzeptabel, weil Christian S. vorgeworfen
wird, er empfinde "zu viel Hass, Verachtung und Wut gegenüber
faschistischen Organisationen". Das impliziert, dass seine Haftstrafe
dazu dienen soll, faschistische Organisationen akzeptieren zu lernen.
Außerdem wird ihm vorgeworfen, dass gerade seine antifaschistische
Haltung eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.
Das können wir nicht tolerieren! Faschistische Organisationen sind
menschenverachtend, rassistisch, homophob und verherlichen die NS-Zeit.
Ist es das, was Christian S. durch Absitzung seiner Haftzeit akzeptieren
soll? Wir fordern
die Freiheit für Christian am 4. August 2008! Unsere Geduld ist zu
Ende!!!
07.06.2008
Soliparty für Christian und Andrea!
21 Uhr Linienstraße 206, Nähe U-Bhf Rosenthaler Platz)
Grillvokü und anschließend Party mit DJ Julio80(HipHop) und
DJ Schürze (Indieclash)
19.06.2008 Geburtstagskundgebung für Christian
18 Uhr JVA Plötzensee, Lehrterstr.61, nahe Haupbahnhof Berlin
mit lecker Kuchen und Mucke von Schlagzeilen, Gittaspitta, Bruder und
Kronstädta und Monkey Mob
10.07.2008 Prozess gegen Leila "Nichtbefolgung von Anweisungen
Justizbediensteter"
14 Uhr Amtsgericht Moabit Turmstr.91
Alexander-Willibald
Bahls seines Zeichens Neonazirocker der "Vandalen - Ariogermanische
Kampfgemeinschaft" und Musiker bei den Neonazibands "Spreegeschwader"
und "Lunikoff-Verschwörung" hat mittlerweile Freigängerstatus.
Er darf aber noch zum musizieren in der JVA-Tegel eigenen "Gefangen-Band"
in die JVA-Tegel, um diese mit seinen musikalischen Qualitäten
unterstützen. Derweil wurde endlich die Kleine
Anfrage zur Nazi-Knast-Zeitung/Internetpräsenz JVA-Report von
der Landesregierung Brandenburg beantwortet.
Die
Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin wollte eine Demo vor dem
Haus des Bürgermeisters abhalten, um mehr Geld zu fordern.
Diese
Demo wurde jetzt - von der Polizei - verboten. Offenbar sind nicht
einmal Polizisten in der Lage, zu erkennen, welche Demos erlaubt und welche
verboten sind.
Die
Verfassungsschutzbehörde muss Richtigkeit von Tatsachenbehauptungen
im Verfassungsschutzbericht
beweisen, entschied das Bundesverwaltungsgericht.
11.05.2008:
Urteil im Medikamentenskandal | Andrea | 129a
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gewohnt milde hat das Amtsgericht am Freitag fünf
Bedienstete der JVA-Moabit zu Bewährungsstrafen und Geldstrafen verurteilt,
weil sie Medikamente über Jahre hinweg mitgenommen hatten. Vieles
konnte ihnen nicht mehr nachgewiesen werden. Die
insgesamt 16 Fälle seinen nur "die Spitze des Eisbergs".
Bericht vom Vortag in der TAZ
Am
8. Mai wurde die in Berlin inhaftierte Antifaschistin Andrea 40 Jahre
alt. Aus diesem Grund und außerdem aufgrund des 63. Jahrestages
des Tages der Befreiung fand eine Kundgebung
vor der JVA Pankow im Norden Berlins statt. Aufgrund der
Zeitverschiebung gab es bereits mehrere Stunden früher eine Kundgebung
vor der deutschen Botschaft in Wellington in Neuseeland,
bei der Transparente gezeigt wurden sowie ein Geburtstagsständchen
gesungen wurde. TAZ-Artikel
im Vorfeld der Kundgebung
Anläßlich
des Jahrestages der bundesweiten Hausdurchsuchungen im Vorfeld
des G8-Gipfels am 9. Mai 2007 forderten Katja Kipping (MdB Die
Linke), Pedram Shahyar (Mitglied des Attac-Koordinationskreises) und die
beiden RechtsanwältInnen Christina Clemm (Berlin) und Alexander Hoffmann
(Kiel) die Einstellung der §129a-Verfahren gegen 40 linke
Aktivisten. Eingeladen hatten zu der Pressekonferenz
in Berlin Beschuldigte aus vier §129(a)-Verfahren.
07.05.2008:
Medizinklau | Besetzung | Chronik | Rom | Vollzug | 1.Mai
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am Freitag dem 25.4
begann der Prozess gegen fünf Beamte des Haftkrakenhauses der JVA
Berlin-Moabit. Sie sollen zwischen Mai 2005 und September 2006 Medikamente
im Gesamtwert von 2.230 Euro gestohlen und gewinnbringend weitervertickt
haben. Den erkrankten Gefangenen wurden ihre Medikamente vorenthalten.
Auch Christian wurde von den Beamten seine Hepatitis-C-Medizin nicht verabreicht.
Heute wurde, zusätzlich zu dem Verfahren, von Christain Anzeige
gegen die Beamten wegen Körperverletzung durch Unterlassen pp. erstattet.
Unsere Pressemitteilung
dazu. Der Prozess wird am 9. Mai fortgesetzt.
Am 25.4.08
wurde das Parteibüro
der Grünen Kreuzberg in der Dresdner Straße von einigen Aktivist_innen
besetzt. Ziel war es, die Grünen endlich dazu zu bewegen,
die Forderung nach der 2/3-Verbüßung für die inhaftierten
Antifas Christian S. und Andrea N. zu unterstützen.
Wir haben
unsere Chronik etwas aufgefrischt. Hier
findet ihr alles was mit Christian zutun hat in Reihenfolge.
Am
15.5 wird eine Veranstaltung in Rom im Squat Laurentino 36 zu
Christians Fall und die Repression gegen AntifaschistInnen in
Deutschland stattfinden. Sie wird im Zusammenhang mit anderen Aktionen
stehen, weil der neue Burgermeister von Rom, der Nazi Alemanno, im Zweiten
Weltkrieg aktiv in der Schlägertrupper der Nazis (auf italienisch
"Picchiatori") gedient hat. Er hat sogar ein Hakenkreuz auf
der Schulter tatooiert. Am 17.5. wird eine große Antifa-Demo in
Verona stattfinden, weil dort letzte Woche ein Antifa
von Nazis totgeschlagen wurde.
In
der Justizvollzugsanstalt (JVA) Charlottenburg wird seit einigen Tagen
ein neuer Besuchersaal genutzt, in dem Gefangene und Besucher
keine oder kaum noch Kontaktmöglichkeiten haben. Tagesspiegel
beschwert sich.
Der
langjährige Gefangene Thomas
Meyer-Falk hat pünktlich zum 1. Mai Informationsschnipsel
rund um den Bereich Strafvollzug zusammengestellt.
Wie
ihr vielleicht mitbekommen habt wurden am 1. Mai in Berlin über
138 Menschen bei und nach Demos festgenommen. 92 wurden einem
Ermittlungsrichter vorgeführt. Bei etwa 30 wurde Untersuchungshaft
verhängt, einer sei davon in Haft verblieben.
Es gab gerade mal 9 Sachbeschädigungen in den zwei Nächten und
angeblich massig verletzte Polizeibeamte, die alle nicht behandelt werden
mussten. Davon wurden Die Berliner
Polizei zeigt sich genügsam.
23.04.2008:
Dreiste Polizei | Medikamentenskandal | 1. Mai | Big
Gisela
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Mehrere aktuelle Fälle dreister Polizeimaßnahmen:
- Sonderrechte
für SEK-Angeklagte: "Medienvertreter, die von Angeklagten
Aufnahmen anfertigen, haben dafür Sorge zu tragen, dass auch andere
Personen diese Aufnahmen nur in anonymisierter Form veröffentlichen."
Die vier SEK-Beamten,
die einen 17-Jährigen bei der Erstürmung einer Wohnung
verletzt haben sollen, sind frei. Bei der Urteilsbegründung
liest der Richter der Polizei allerdings die Leviten.
- Kieler
LKA will Wanze zurück: In Schleswig-Holstein zieht das Innenminsterium
vor Gericht. Ein Mann solle ihm endlich die Wanze wiedergeben,
mit der er überwacht wurde - oder 2.500 Euro zu zahlen.
- Die
Polizei, dein Freund und Zensor: Der Berliner Polizeipräsident
verliert Prozess gegen die taz: Dieter Glietsch darf Medien künftig
nicht mehr wegen Kleinigkeiten mit teuren Klagen überziehen
- Ein Presserechtsstreit
durch alle Instanzen: Wegen falscher Zahlen fühlt sich
der Polizeipräsident von der taz in seiner Ehre gekränkt
und beschäftigt die Gerichte
- Landespolizeischule
Berlin - Lehrer nannte sich Adolf Hitler: Er war Lehrer der
Landespolizeischule und er nannte sich gern Adolf Hitler. Nun hat ihn
Polizeipräsident Dieter Glietsch vom Lehrbetrieb entfernt –
und das sogar schon zum zweiten Mal.
Pillen
zum Nulltarif: Arzneimittel-Affäre
kommt vor Gericht. Fünf Justizbedienstete der JVA Moabit haben
Medikamente aus der Gefängnisapotheke entwendet. Der Fall
führte zu erheblichen Turbulenzen in der Justizverwaltung.
Pikant: Anfang 2006 behandelten die Angeklagten Christian S.
nur notdürftig und ließen Medikamente verschwinden. Deshalb
konnte seine Hepatitis-C-Erkrankung nicht therapiert werden. Als sich
Christians Freundin bei der Anstalt beschwerte fühlten sich die Beamten
J. Landt, Miachael Sonntag, Detlef Herich, Ines Bronewski und Gisela Buuck
bedroht. Eine interne
Meldung vom 10.01.2006 liegt nunmehr vor (EDIT 2008)
In
Berlin wird es wieder viele sozialrevolutionäre 1.Mai-Demonstrationen
geben. Traditionell kommt es dabei zu vielen Verhaftungen. Um die Leute
zu unterstützen, die in U-Haft landen findet am 4.
Mai um 16 Uhr eine Knastkundgebung vor der JVA-Moabit statt.
„Big
Brother ist watching you“ – legt
die Senatsverwaltung für Justiz „Bewegungsprofile“ von
Abgeordneten an? fragt Abgeordneter Rissmann von der CDU
in Berlin, weil er sich von der Justizverwaltung beschattet fühlt.
19.04.2008:
11 Monate weniger | Andrea-Birthday | Zug der Erinnerung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Strafvollstreckungskammer hat noch bevor der Gnadengesuch
von Justizsenatorin Gisela von der Aue bearbeitet werden konnte entschieden
Christian die 11 Monate U-Haft, die er im Dresden-Verfahren unrechtmäßig
erleiden musste, auf seine aktuelle Haftstrafe (1. Mai 2004-Verfahren
sowie Bewährungswideruf von 2000) anzurechnen. Demnach müsste
er, bei Vollverbüßung, am 13. November 2009
rauskommen. Die nächste Hürde wird also sein, dass die 2/3 Regelung
bei ihm angewandt wird.
Geburtstags-Knastkundgebung
für Andrea
mit musikalischer Unterstützung durch Guts Pie Earshot (Breakbeatpunk
Münster/Berlin) und Schlagzeiln (Pgasuz Basement, HipHop Berlin)
zum Tag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Freiheit für alle
Gefangenen!
8.
Mai ab 17.00 Uhr vor dem Frauenknast Berlin-Pankow
(Borkumstr/Arkonastr. - nähe U & S-Bhf. Pankow)
Am Wochenende wurde
der Zug der Erinnerung in Berlin begrüßt.
Natürlich waren wir auch vor Ort. Unser Flyer
dazu.
14.04.2008:
Knastschikanen | Soli-Essen | Faule Schließer| 1. Mai
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian muss in der
JVA Plötzensee weitere Schikanen erleiden. Die Schliesser
zwingen ihn Knastklamotten anzuziehen, wenn es ins Haftkrankenhaus geht.
Als er sich am Dienstag weigerte, da die Sachen zu klein waren, wurde
er 3 Stunden im Haus 1 in eine Wartezelle gepackt. Seinem Pysiotherapeut
wurde mitgeteilt, dass er leider verhindert wäre. Der Arzt konnte
das nicht glauben, fand Christian zufällig in dem Warteraum und nahm
ihn mit zur Behandlung.
In den letzten zwei Monaten hatte er bereits drei Urinkontrollen
und mehrere Durchsuchungen aller Körperöffnungen, was
nicht normal ist.
Christian hat einen längeren
Bericht über den Knastalltag in Berlin geschrieben.
Hierin wird verdeutlicht wie kompliziert das Sozialsystem Knast ist und
wie menschenunwürdig die Unterbringung.
Die
Soligruppe Christian braucht Geld, deswegen gibts am 16.4. ab
19 Uhr ne super leckere Gastronomia Sovversiva in der schreinerstr.47
(Berlin-friedrichshain)
Offensichtlich
findet die CDU die Schließer zu faul oder unsportlich: Kleine
Anfrage
In
Vorbereitung zum 1. Mai gibt es wieder Hinweise
zum Fotografieren auf Demos und wie linke Medien den Repressionsorganen
ungewollt in die Hände spielen. Hinweis auf unseren älteren
Flyer: "No
camera, no problem"
12.04.2008:
Codierte Cops | Cop2Cop | 129a-Verfahren
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In einem Verfahren gegen SEKler, die einen Neuköllner in
seinem Bett schwer misshandelt hatten, traten
die Angeklagten codiert auf. Die SEK-Beamten sind 35 bis
42 Jahre alt. Drei von ihnen kamen mit einer Perücke getarnt. Zu
ihrer Sicherheit, sagte einer der Verteidiger. Man soll sie auf der Straße
nicht wiedererkennen. Einer der Angeklagten, ist inzwischen zum Ausbilder
beim SEK aufgestiegen. Berliner
Zeitung
Unter
cop2cop
der "Website von und für Polizisten" tummelt sich
so einiges rechtsradikales Gedankengut, und jede menge Blödsinn.
Dennoch lesenswert.
Der
Freundeskreis
Videoclips hat einen 7-minütigen Kurzfilm über
die aktuellen §129(a)-Verfahren produziert.
02.04.2008:
JVA-Report vor dem Aus |
Datenschutz bei PMS
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kaum ein inhaftierter
Neonazis aus der JVA Tegel, der dem "JVA-Report" noch kein Interview
gegeben hätte, nun hat die Berliner Linkspartei das Hetzblatt angezeigt.
Die Interviews waren zwar schon mehrmals Thema im Petitionsausschuss und
ein Argument im Fall der Verlegung von Christian S., der Leiter
der Abteilung Sicherheit in der JVA-Tegel Bernd Engelke gibt sich dem
ND gegenüber jedoch ahnungslos. Mit
Grüßen von SS-Priebke - LINKE-Abgeordnete zeigt Macher
von rechtem Blatt an und Strafanzeige
gegen Verantwortliche des "JVA-Report"
Der
Datenschutzbeauftragte
von Berlin moniert im Jahresbericht
2007, dass der Polizeiliche Staatsschutz in Berlin zufällig immense
Daten über angeblich Angehörige linker bzw. rechter Szenen sammelt.
Ohne
Zutun der Betroffenen geraten diese in einen Strudel nicht mehr nachvollziehbarer
Erkentnisse und Erfahren so Einschränkungen, die nicht gerechtfertigt
sind. Der Polizeipräsident sieht das bisher anders. Artikel "Auswertedatenbank
Polizeilicher Staatsschutz"
26.03.2008:
Druck auf Gisela | Störsender | Personalkarussel
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Nachdem die TAZ
über unsere Forderungen bei der Kundgebung berichtetet, sah sich
die Justizverwaltung genötigt sich zu äußern. Die Junge
Welt nimmt dies nun als Aufhänger. Die Hoffnung besteht
weiterhin, dass noch im März darüber entschieden wird, ob Christian
die 11 Monate U-Haft aus dem Dresden Verfahren auf die aktuelle Haftstrafe
wegen 1. Mail 2004 angerechnet wird. Auch im neuen Antiberliner
wird Christian zum Thema
Der
Verband der deutschen Handynetzbetreiber
hat Berlin mit einer Schadenersatzklage gedroht, wenn das
Land an der geplanten Einrichtung von Störsendern in den Gefängnissen
festhält. Daniel Abbou der neue Justiz Pressesprecher erklärte
umgehend, die Klage ignorieren zu wollen.
Zum
1. Februar 2008 hat Daniel Abbou (37 - Bild: links)) die Aufgabe
des Pressesprechers in der Senatsverwaltung für Justiz übernommen.
Er löst damit Barbara Helten ab, die in die Privatwirtschaft gewechselt
ist. Daniel Abbou ist Journalist und kommt aus Stuttgart. Er war lange
für den Hörfunk und das Fernsehen des Südwestrundfunks
tätig, arbeitete auch als Medienberater für Bundes- und Landespolitiker
in Baden-Württemberg. Auch das Büro der Justizsenatorin
Gisela von der Aue hat neue Unterstützung bekommen. Guido Bömer
ist der neue persönliche Referent.
19.03.2008:
Nachbereitung | Imagekampagne | Haeftling
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gestern haben etwa 50 Menschen vor der JVA-Plötzensee für
bessere Haftbedingungen für Christian und 2/3-Für alle demonstriert.
In der TAZ
ist ein langerer Bericht erschienen, der den bei Indymedia
bei weitem toppt. Ein Artikel im Neuen
Deutschland verband das Thema Christian mit den Aktionen
zum Tag der politischen Gefangenen. Unser
Redebeitrag.
Die Demo
zum 18.03. die dieses Jahr am 15. März stattfand war von 200
TeilnehmerInnen besucht. Ein umfangreicher Demobericht findet sich auf
Indymedia.
Interview
mit Christians und Andreas Anwältin auf Radio Corax Halle.
Berliner
Imagekampagne: Unter dem Titel "Eine unschlagbare Truppe"
lobte ein Bereitschaftspolizist in der neuen Imagekampagne Berlins "das
offensive Auftreten und die konfrontative Einsatztaktik"
seiner Hundertschaft. Dann schrieb er: "Und
wenn doch mal ein paar linke Chaoten aufmüpfig werden, gibt es halt
was auf die Mütze, dazu sind wir da."
Vor
kurzem wurde in Mitte nicht nur der Tönsberg-Naziladen entglast,
sondern auch ein Laden namens "Haeftling". Tagesspiegel:
Die Rede ist von der Haeftling KG. Die Marke „Haeftling“ gibt
es seit 2003. Produziert wird "Jailwear" – Knastmode.
Ausgangspunkt dieses Labels ist Berlin bzw. die Justizvollzugsanstalt
Tegel. Vollzugsanstalten in mehreren Bundesländern sorgen dafür,
dass die Produktion rund läuft im Unternehmen Haeftling, dessen Geschäfte
von Stefan Bohle, dem Inhaber einer Berliner Werbeagentur, geführt
werden. Für das Konzept von "Jailwear" zeichnet
sich Stefan Bohle, alias Herr
Ledesi Werbeagentur, verantwortlich. Noch in der Nacht veröffentlichten
die Inhaber des Ladens „Häftling“ eine Protestnote
auf „indymedia“.
13.03.2008:
Andrea-Demo | Jugendknast | Sichererungsverwahr | Anfragen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Knapp 1000
demonstrierten am 8. März gegen Patriarchat und für die Freilassung
der Aktivistin Andrea in Berlin Pankow. Artikel dazu auf Indymedia
und im Neuen Deutschland "Strafe
mit Politzuschlag - Andrea N."
Gisela
von der Aue ist im Bauwahn - gerne noch ein Jugendknast mehr:
Kurier
Interview
Die
JVA-Tegel stellt sich auf immer mehr Sicherheitsverwahrte ein:
Diese
Täter kommen nie wieder frein!
Der
Grüne Behrendt fragt jeden Monat ob sich jemand im Knast das Leben
genommen hat oder umgekommen ist. Gisela von der Aue würde
am liebsten nicht antworten. Auch unter der aktuellen
Beantwortung (2008 bisher 3 Suizidversuche und 1 Todesfall) im Abgeordnetenhaus
findet sich der Spruch: "Abschließend erlaube ich mir nochmals
darauf hinzu-weisen, dass ich den Rechtsausschuss regelmäßig,
zuletzt am 16. Januar 2008, über die Zahl der Suizide, Suizidver-suche
und natürliche Todesfälle in den Berliner Justiz-vollzugsanstalten
informiere."
Wie
umfangreich das Berliner LKA die neuen technischen und rechtlichen Möglichkeiten
nutzt: Beim Landeskriminalamt Berlin wurden im Jahr 2007 insgesamt
1723
Untersuchungsanträge für Handyauswertung und 589 Anträge
für die Auswertung von Computern gestellt.
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Bündnis 90/Die Grünen)
vom 04. Februar 2008 zur Rolle
des Staatsschutzes im Fall Matthias Z. Tagesspiegel
dazu: Justizsenatorin
- Unerlaubt gelauscht?
Die
progressiven habens schwer: Bild
Zeitung schießt gegen Grünen Abgeordneten:
Bene Lux hat Ballerspiele in die JVA gebracht.
04.03.2008:
Aktionen | Kleine Anfragen | Kennzeichnungspflicht
| Blogger
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
8. März,
14 Uhr, U-Bhf. Eberswalderstraße
Demonstration „Holt die Antifaschisten aus den Knästen. Freiheit
für Andrea!“
Weiteres unter: freeandrea.de.vu
10. März,
10 Uhr, Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4, VH 1. OG
Pressekonferenz zu den Aktionen. Mit Maren Burkhardt (Rechtsanwältin),
Vertretern des Bündnis „Freiheit für Andrea“ sowie
der Soligruppe für Christian S. Einladung
12. März,
14 Uhr, Salzburgerstr. 21
Kundgebung vor der Justizverwaltung Berlin: „Haftstrafe ohne Urteil?
Schluss mit der inflationären Verhängung von Untersuchungshaft.
Angemessene Entschädigung, jetzt!“. Forderungen
und Indy-Beitrag
15. März,
15 Uhr, Mehringdam/Gneisenaustr.
"Freiheit
für alle politischen Gefangenen weltweit! Gegen §§ 129a/b!
Kampf der Klassenjustiz! Kriminell ist nicht der Widerstand sondern das
System!" Aufruf
18. März,
18 Uhr, Lehrter Straße 61
Kundgebung vor der JVA Plötzensee: "Schluss mit den 'speziellen'
Haftbedingungen für Antifas!"
Eine
Kleine Anfrage der Grünen thematisiert die Rolle rechtsextremer
gefangener in den JVAen Berlins. Zitat: "Die
sogenannten HNG-Nachrichten (neonazistisches Blatt der Hilfsorganisation
Nationaler Gefangener) wurden in der Vergangenheit nach § 31 Strafvollzugsgesetz
(StVollzG) eingezogen. Seit einigen Jahren ist kein Eingang dieses Blattes
zu verzeichnen gewesen."
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Bündnis 90/Die Grünen)
vom 21. Januar 2008 zu Tegels Leitungen II: Telefonieren
und Einkaufen im Knast zu erhöhten Kosten?
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Bündnis 90/Die Grünen)
vom 21. Januar 2008 zu Polizeiangestellte
im Ermittlungsdienst
Todesfälle
im Knast Februar 2008 > Keine (Regelanfrage
von Dirk Behrendt)
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Peter Trapp (CDU) vom 25. Januar 2008 zu Verwahrfähigkeitsuntersuchungen
in Gefangenensammelstellen
In
Berlin wird es in absehbarer Zeit keine
Entscheidung geben, ob Polizeibeamte individuelle Nummern tragen müssen.
Nach Angaben der Innenverwaltung sollen zunächst polizeiliche Untersuchungen
und ein von Polizeipräsident Dieter Glietsch angekündigtes unabhängiges
Gutachten ausgewertet werden. Bis Jahresende sollen sie dem Senat Erkenntnisse
liefern, ob eine individuelle Kennzeichnung erforderlich erscheint.
Das
LKA-Berlin hat gern ein Amtshilfeersuchen
wegen Verleumdung ausgeführt und beim linken Blog-Betreiber Blogsport.de
eine Hausdurchsuchung gemacht.
29.02.2208:
Haftbedingungen | 18.März | Petition | VS-Anquatschversuch
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian werden seine
Tageszeitungen von der Leitung der JVA-Plötzensee
verweigert. Auch wurde noch kein neuer Vollzugsplan erstellt.
Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht
soll dem nun Abhilfe verschaffen.
Antifaschistische
Gefangene haben einen eignen Aufruf zum 18. März (Tag der politischen
Gefangenen) geschrieben.
"Unser Vorschlag den Tag der politischen Gefangenen thematisch und
praktisch auszuweiten ist etwas Berlin lastig, weil sich im letzten Jahr
die Skandale zum Thema extrem häuften. Die angesprochenen Probleme
sind natürlich bundesweit in ähnlicher Konstellation anzutreffen.
Von der radikalen Linken sind die Auseinandersetzung, die es in den letzten
Jahren in den Knästen gegeben hat weitgehend ignoriert worden, vielleicht
weil es auch nur wenige „eigene“ Gefangene gab." Ganzer
Aufruf
Der
Petitionsausschuss vom Berliner Abgeordnetenhaus hat Leilas
Petition zu den Haftbedingungen von Christian abgelehnt und
sieht sich derzeit "nicht veranlasst weitere Maßnahmen"
zu ergreifen. Leila hatte gefordert Christian wieder in den offenen
Vollzug zu verlegen, da er in Tegel durch Neonazis bedroht wird, seine
Hepatitis-C Erkrankung nicht ordentlich behandelt wird, er seine Ausbildung
nicht beenden kann. Nach
der ersten Ablehnung im September 2007 wurden
weitere Infos zu den Neonazis in Tegel nachgereicht und Hinweise auf die
verfassungsrechtlich problematische Unterbringung in Haus 1 aufmerksam
gemacht. Auch die Tatsache, dass Christian keine weiteren offenen Verfahren
hat und mehrere gegen ihn vom LKA konstruierten Vorwürfe fallengelassen
werden mussten (Dresden, Plakatverfahren, Brandstiftung), ist für
den Petitionsausschuss kein Grund die Entscheidung der jVA-Hakenfelde
zur Verlegung Christians in die JVA-Tegel zurückzunehmen.
Am
27.02.08 gab es - vermutlich vom VS ausgehend - einen erneuten
Anquatschversuch in Berlin.
26.02.2008:
Gnadengesuch 2 | Jugendkriminalität
|
Anfragen
| Knast-Ware
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Derzeit entscheidet Gisela von der Aue über ein Gnadengesuch
von Christian, die im Dresden-Verfahren (angeblicher
Landfriedensbruch 13.02.2005) abgesessene U-Haft von 11 Monaten nicht
mit Geld zu entschädigen, sondern auf seine derzeit abzusitzende
Haftstrafe im 1.Mai-Verfahren (rechtskräftig zu 3 Jahren verurteilt)
anzurechnen. Im Dresden Verfahren war er nach knapp einem Jahr
Haft freigesprochen worden, da LKA-Beamte ihn per Falschaussage belastet
hatten. Die Beamten sind weiterhin gegen Linke tätig.
Die
Medien finden es unerhört: Ein Viertel der verurteilten jugendlichen
Täter mussten letztes Jahr ihre Strafe nicht antreten, weil
die Berliner JVAs überfüllt sind. Gisela von der Aue
in Abwehrhaltung: Welt
| Berliner
| Tagesspiegel.
Nun sollen weitere Arreststellen geschaffen werden. Von
der Aue habe bereits mit dem Leiter
der Jugendarrestanstalt und der BIM (Berliner Immobilienmanagement) Kontakt
aufgenommen, um Standorte zu prüfen. Probleme gibt es ohnehin
in der Sicherheitsfrage. Allein aus Haus 2 der JVA-Plötzensee (Jugendvollzug)
sind 2007 insgesamt 68
Jugendliche geflüchtet.
Vorangegangen
waren Kleine Anfragen im Abgeordnetenhaus:
Kleine Anfrage des Abgeordneten Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen)
vom 23. Januar 2008 zur Zeit
bis zur Vollstreckung von Jugendstrafe und
-arrest?
Kleine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Kluckert (FDP) vom 15. Januar
2008 zu Vollzugslockerungen
und Urlaub in Berliner Strafvollzugsanstalten
Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Thamm (CDU) vom 17. Januar 2008
zu den künftigen Aufgaben
von Justizvollzugsbeamten
Kleine Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux vom 08. Januar 2008 zum Abschiebungsgewahrsam
2007
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Björn Jotzo (FDP) vom 07. Januar 2008 "Der
Polizeipräsident und das Presserecht". In wie vielen
Fällen wurden in den letzten fünf Jahren (2003 bis 2007) durch
den Polizeipräsidenten presserechtliche Maßnahmen wegen
Medienbericht-erstattung gegenüber Medien eingeleitet? Die
Polizei wurde in allen genannten Fällen durch eine auf Medienrechtsfragen
spezialisierte Anwaltskanzlei vertreten. Da kommt eigentlich nur die Kanzlei
von Johannes "Johnny" Eisenberg in Frage.
Der Verfassungsgerichtshof
des Landes Berlin hat mit Beschluss vom 26. Februar 2008 eine presserechtliche
Gegendarstellung, die der Polizeipräsident in Berlin von der „Tageszeitung“
(taz) verlangt, vorläufig gestoppt und die Fortführung
der Zwangsvollstreckung gegen die taz durch eine einstweilige Anordnung
untersagt.
Am
letzten Freitag (22. Februar) eröffnete in Berlins Mitte
in der Rosa-Luxemburg-Strasse 25 ein Laden
des Modelabels „Haeftling“. In diesem können
unter Zwangsarbeit in Knästen hergestellte Produkte erworben werden.
16.02.2008:
Verlegung | Einstellung | Codierter Prozess
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian wurde nunmehr
verlegt. Bitte schreibt ihm nun an:
Christian
Sümmermann
Bnr: 441/08/5
JVA Plötzensee
Lehrter Str. 61
10557 Berlin
Christian
letztes offenes Verfahren wurde eingestellt. Er wurde
eines Abends zusammen mit kanpp 5 anderen Passanten von der Köpenickerstr.
wegverhaftet. Angeblich sei in der Nähe ein Auto in Flammen aufgegangen.
Diese willkürliche Festnahme war ausschlaggebend für
die Beurteilung er sei untauglich für den Offenen Vollzug.
Am
Amtsgericht Berlin fand unter dem Vorsitz von Richter Lebe ein
Prozess gegen eine Antifaschistin statt, die sich gegenüber dem LKA
nicht ausweisen wollte. Sie wurde zu 150 Euro Bußgeld verurteilt.
Die LKA Beamten traten teilweise codiert auf und waren auch im
Zuschauerraum massiv vertreten. In dem Prozessbericht
auf Indymedia werden die Hintergründe und Zusammenhänge
mit anderen Prozessen genannt. Auch Neonazis Lars Wünsche
und Phillip Bornemann waren anwesend und konnten ungesört
außerhalb des Gebäudes Antifas abfotografieren. Name-
bzw. Nummerndropping: Uwe Rühl (LKA 63), 99100330, 99100310 (LKA
644).
13.02.2008:
Großbeeren-Heidering | Meetings gekürtzt | Nazi-Entlassung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Aktuelles vom Knast Neubau in Großbeeren: Heidering
soll nur mittelschwere Knackis beherbergen (TAZ,
Berliner,
Morgenpost).
Durch den Gefängnisneubau im Landkreis Teltow-Fläming sollen
Berlins überfüllte Haftanstalten entlastet werden. Anfang Februar
meldete die Justizverwaltung allein für den geschlossenen Männervollzug
eine Überbelegung
von fünf Prozent. In den vier geschlossenen Anstalten
der Stadt sind rund 3 240 erwachsene männliche Gefangene untergebracht.
Justizsenatorin von der Aue sucht
jetzt nach Firmen, die in der neuen JVA Gefangene
beschäftigen. Häftlinge sollen einen größeren Teil
ihrer Haftkosten selbst erarbeiten, als es bisher in Gefängnissen
des Landes der Fall ist - als Metall- und Elektrotechniker oder Installations-
und Heizungsbauer. Dafür werden nun private Arbeitgeber gesucht.
Der Österreicher Josef Hohensinn spricht als Knast-Architekt
mit der TAZ über den Neubau. 118
Millionen Euro soll Berlins neues Gefängnis in Großbeeren
kosten. 2011 will die Justizverwaltung den Bau eröffnen.
Die
sogenannten „Meetings“, bei denen die Gefangenen die
Möglichkeit haben, sich im größeren Kreis für längere
Zeit mit Freunden, der Familie und Mitarbeitern der JVA-Tegel
zu treffen, von ursprünglich 12 auf nunmehr 4 im Jahr gekürzt
worden sind. Kleine
Anfrage dazu.
Michael
Regner, der Sänger der verbotenen Rechtsrockband "Landser"
wird nach
3 Jahren aus der Haft in der JVA-Tegel entlassen.
12.02.2008:
Verlegung nach Plötze | Kälte | Weihnachtsferien
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der
Protest hatte Erfolg: Nachdem letzten Sonntag die zweite
Kundgebung vor der JVA-Tegel stattgefunden
hat (Unser Redebeitrag zur Situation in
den Knästen) wurde Christian heute seine Verlegung in
die JVA-Plötzensee angekündigt. Die zweite von ihm
abgegebene Urinprobe war offenbar akzeptabel. Die Rache der Schließer
traf Christian dann heute Vormittag. Seine Zelle und seine Körperöffnungen
wurden nach Drogen durchsucht.
Anfang
Januar 2008 wunderten sich alle über die Kälte in den Gerichten
und Knästen Berlins. Die Energieeinsparung verordnet eine Maixmaltemperatur
von 16 Grad. Nach ein bisschen Recherche haben wir einen der Gründe
gefunden. Bereits im
April 2004 hat die JVA-Tegel unter Vermittlung der Energieagentur
(Andrea Köhnen / Berliner Energieagentur GmbH / Rudolfstr. 9, 10245
Berlin) einen Energiesparvertrag mit Siemens Building Technologies GmbH
& Co. oHG abgeschossen, der zu Einsparungen von 600.00Euro
pro Jahr führen sollte.
Eine
Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Thamm (CDU) zu lacksen
Weihnachtsgrüßen der Justizsenatorin an die JVA-Bediensteten:
„Weihnachten
steht vor der Tür und beschert uns in diesem Jahr besonders
viele freie Tage.“ Die Gefangenen werden sich selbst
überlassen und die wenig übriggebliebenen Bediensteten verhöhnt.
07.02.2008:
Haftbedingungen | Neue Kundgebung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian ist im Haus 2 (Suchtstation) weiteren Schikanen ausgesetzt:
Er darf keinen Sport machen, hat nur noch 2,5 Stunden Umschluss
am Tag und muss Telefonate nun vorher anmelden. Freunde, die
ihm Wäsche bringen, steh n nun unter Generalverdacht Drogen in die
Anstalt schmuggeln zu wollen. Zeitschriften und Briefe,
die er vorher immer erhalten hat, werden nun von der Leitung zurückgehalten.
Aufgrund der öffentlichen
Kritik an seiner Verlegung auf die Suchtstation wurde eine
weitere Urinprobe von ihm genommen. Ein unabhängiger Gutachter wird
von der Anstalt nicht zugelassen.
Christian
gilt als "Spezieller
Gefangener", so eine interne Notiz der Anstaltsleitung von Birgit
an Markus vom 5.10.2007. Um zu klären ob er deshalb andauernden
Schikanen ausgesetzt ist, wird nun das Kammergericht klären müssen.
Wir warten gespannt auf der Rechfertigung von Herr Jahnsmüller Vollzugsdienstleiter
des Haus 1.
Aufgrund
der neuen Ereignisse und um den Druck auf die JVA-Tegel zu erhöhen
ihre Entscheidung zu überdenken ist eine Folgekundgebung
geplant. Unsere Pressemitteilung dazu.
So, 10.2., 16 Uhr vor der JVA-Tegel
(Seidelstraße 39, U-Holzhauserstraße)
04.02.2008:
Kundgebung und Öffentlichkeit | Tote in Haft
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Kundgebung gestern konnte nicht bewirken, dass Christian heute
innerhalb der JVA-tegel ins Haus 2 verlegt wurde. Das ABC-Berlin
hat angekündigt nächsten
Sonntag wieder vor den Knast zu ziehen.
Ein
Bericht
zur Kundgebung findet sich auf Indymedia. Die Unterschriftenliste/
Forderungskatalog/ Petition, die der höchste anwesende Beamte Di
Simoni gestern nicht entgegen nehmen wollte (siehe Bild), wird auf anderem
Weg die JVA bzw. die Senatsverwaltung für Justiz erreichen.
In der Jungen
Welt von morgen ist auch ein Artikel zu
der Verlegungsproblematik. Christian
grüßte alle, die ihren sonnigen Sonntag vor der
JVA-Tegel verbracht haben.
Ein
Flyer, der am Rande der Kundgebung verteilt wurde, war
an die Menschen gerichtet, die auch Freunde oder Angehörige in der
JVA-Tegel haben. Unter anderem finden sich darauf nützliche
Tipps zum Umgang mit Schikanen. Niemand wird allein gelassen!
Im
vergangenen Jahr starben
in Berlin 15 Männer in den Gefängnissen. Sechs
der Häftlinge haben sich erhängt. Die Zahl der Selbstmorde während
der Untersuchungshaft ging deutlich zurück. Die interne Statistik
wurde durch eine Kleine Anfrage des Abgeordneten
Dirk Behrendt öffentlich.
Wenn
es um die Selbstmordrate in der JVA-Tegel geht, erklärt der Anstaltsleiter
Wolfgang Fixson "Eine
vollkommene Überwachung könne es nicht geben".
Diese widerspreche den Grundrechten.
01.02.2008:
Verlegung und Kundgebung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian soll am Montag in die Junkie-Abteilung der JVA-Tegel
verlegt werden und nicht wie angekündigt in die JVA-Plötzensee.
Angeblich sei irgendwas mit seiner Urinprobe. Die neue Hafterschwerung
ist reine Schikane und wird nicht mehr hingenommen. Unsere
Pressemitteilung dazu. Auf Indymedia gibts auch nen
Flyer
zu der Aktion.
Kundgebung gegen JVA-Schikanen
So, 3.2., 15 Uhr vor der JVA-Tegel
(Seidelstraße 39, U-Holzhauserstraße)
28.01.2008:
Veranstaltungsreihe in Frankreich
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In Frankreich regt sich der Protest gegen Berliner LKA und politische
Justiz. Nach einer Veranstaltungsreihe zu Chrisitans Verfahren
in mehreren Städten erschien allerhand in den Medien.In Lyon gab
es einen Bericht über den Fall im Radio "Radio canut".
In Genf gab es den Artikel im COURRIER.
In Strassburg erscheint ein Artikel in Fédération Anarchiste
Strasburg: "L’antifascisme
n’est pas un crime : Liberté immédiate pour Christian"
und in Lille gab es einen Bericht im Radio: "Radio Campus"
23.01.2008:
Glietsch | Reusch-Niewitecki | Madrid | Frankreich | Knast
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Polizeipräsident
Dieter Glietsch
hat eingeräumt, dass seine Behörde Namen von Mitgliedern der
linken Szene an Rechtsextremisten übermittelt hat. Bereits
im vergangenen Jahr habe er untersagt, künftig die Namen von Beschuldigten
an Geschädigte zu übermitteln - "egal ob links
oder rechts".
Der
umstrittene Staatsanwalt Roman
Reusch wird versetzt. Dass die auf eigenen Wunsch passiert
ist, bezweifelt Vera Junker, Vorsitzende der Vereinigung Berliner
Staatsanwälte. Niewitecki bekommt Reuschs Platz
nicht: Von der Aue
nannte die Personalentscheidung "nicht gerade sehr sensibel".
Allerdings sei in der Verwaltung bisher unklar, ob der 54-jährige
Staatsanwalt, der bis Anfang der 90er-Jahre Republikaner-Funktionär
war, seine politische Einstellung inzwischen geändert habe. Dem Vernehmen
nach steht aber schon so gut wie fest, dass die Versetzung nicht erfolgen
werde, um unnötigen Streit zu vermeiden. Der Beamte arbeitet derzeit
im Bereich Jugendschutz. Aue erörterte dies in einem Gespräch
mit den Behördenleitern. Wie die faschistische Zeitung
Junge
Freiheit berichtet, stellt sich die BErliner CDU hinter Reusch.
Am
17.1.08 fand in Berlin eine Veranstaltung
mit zwei Personen der Antifa-Madrid in Berlin statt. Auf Einladung
der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) hielten sie einen Vortrag über
die Situation nach dem Mord an dem 16jährigen Antifa Carlos
vom November 2007. Im Café des KATO lauschten rund 40
Personen den Äußerungen und es kam im Anschluss noch zu einer
Fragerunde und es wurden ein paar Filmsequenzen von Demonstrationen gezeigt.
Unsere
Veranstaltungstour
durch Frankreich schlägt Wellen. Nun
berichtete die Genfer Tageszeitung Le-Courrier
Thomas
Meyer-Falk meldet sich auf Indymedia
mit einer Recherche zur Privatisierung des Knastes zu Wort:
Man muss kein ausgewiesener Gegner von Privatisierungen öffentlicher
Einrichtungen oder des Strafvollzugssystems an sich sein, um sich vorstellen
zu können, dass Verlagerungen im Bereich des Justizvollzuges vom
Öffentlichen Dienst weg, hin zur Privatwirtschaft zumindest nicht
förderlich für die Gefangenen sein werden. In der Realität
dürften die Privatisierungsbestrebungen viel mehr drastische Verschlechterungen
zur Folge haben, so dass die jetzt schon teilweise krisenhafte Lebenslage
Inhaftierter sich weiter zuspitzen dürfte.
20.01.2008:
REP-StA-Niewitecki | Tegel-Produkte | Prügelbulle Rouven K.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Irritationen um die Personalie Niewitecki, der den Posten vom
Staatsanwalt Reusch übernehmen sollte: Soll jemand, der
sich einst scharf gegen Ausländer positioniert hat, die Intensivtäterabteilung
der Berliner Staatsanwaltschaft leiten? Offenbar
wird diese Frage nun neu geprüft.
In
der JVA Tegel ist Ulrich Fehlau Geschäftsführer
und PR-Beauftragter für Knastprodukte. Die Arbeit soll
Inhaftierten die Resozialisierung erleichtern.
Der
angeblich strafversetzte Berliner LKA-Beamte Rouven K. wurde wieder
gesichtet. Diesmal beim Prügeleinsatz in Hamburg bei der
Antirepressionsdemo
am 15.12.2007.
 
Bei
der Demonstration gegen den Zapfenstreich der Bundeswehr in Berlin
am 26.10.2005, gab es Übergriffe gegen die DemonstratInnen
durch die Polizei. Der"verdeckt ermittelnde" Beamter
Rouven K. posierte damals mit seinem Schlagstock so gut
für die anwesende Presse, dass auch mal die Öffentlichkeit von
der eigentlichen Arbeit des LKA erfährt. Video,
umfangreicher Bericht
auf Indymedia und RBB-Beitrag
zum Prügeleinsatz von damals. Hintergrundbericht
zum Prozess gegen Rouven K. vom 16.12.2007.
19.01.2008:
Reusch-Kündigung | LKA- Sicherheitskonzept | Nazi-Fotos
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Fernsehen durfte
er nicht auftreten, und auch im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses
sollte er am Mittwoch nicht sprechen: Staatsanwalt Roman Reusch
steht wegen seiner Thesen zur Kriminalität von ausländischen
Jugendlichen unter Beschuss. Morgenpost
und Welt.
Nun soll der Ex
Rep Funktionär und Rassist Rolf von Niewitecki, Reuschs Nachfolger
werden. Er hatte in den 90iger Jahren Polizeidossiers und Gerichtsakten
an die REPs weitergegeben. Der leitende Oberstaatsanwalt
Andreas Behm habe daraufhin angekündigt, die Berufung zu überdenken,
sagte von der Aues Büroleiter Mark Weber.
Der
Leiter des Instituts für Konfliktforschung und renommierte Strafverteidiger
Günter Tondorf
hat Roman Reusch am Montag als "geistigen Brandstifter" bezeichnet.
Unterstützung erhielt der Jurist von der Vereinigung der Berliner
Strafverteidiger. Sie fordern Aufklärung darüber, was Reusch
auf der Tagung der Hans-Seidel-Stiftung gesagt hat. Sollten die ihm zugeschriebenen
Zitate stimmen, stünden die Äußerungen "im
krassen Widerspruch zum Jugendgerichtsgesetz und verstießen auch
gegen das beamtenrechtliche Mäßigungsgebot",
heißt es in dem Brief der Vorsitzenden der Vereinigung, Peter Zuriel
und Stefan Conen.
Der
Berliner Kriminaloberrat Christian Steiof (Landeskriminalamt
5 / Polizeilicher Staatsschutz des Landes Berlin) präsentierte
der Europäischen Akademie Berlin einen 35-seitigen Vortrag mit dem
Titel:
"Wer über alles reden will, sagt nichts ..." zur Sicherheitskooperation
in Europa
vor dem Hintergrund extremistischer und terroristischer Bedrohung.
Die philosophische Frage, ob derjenige der über alles redet, tatsächlich
nichts sagt bleibt leider unbeantwortet ...
Wieder
gab es in Berlin Hausdurchsuchungen
gegen Antifaschisten wegen dem Kunsturheberrecht. Das LKA
hatte Nazis aufgefordert gegen drei Antifas zu klagen,
die an einem Festival-Stand Bilder von Neonazis gezeigt hatten. Die persönlichen
Daten der Antifas wurden den Neonazis vom LKA zugespielt. Nun
fürchten die Betroffenen rechte Übergriffe. Die Berliner
Grünen-Fraktion
im Abgeordnetenhaus hat die jüngsten Durchsuchungen bei Antifaschisten
scharf kritisiert. Der Verdacht liege nahe, dass der Staatsschutz
in «gröbster und voraussichtlich rechtswidriger Weise auf sein
Dasein aufmerksam machen wollte», sagte das Grünen-Mitglied
im Innenausschuss, Benedikt Lux, am Freitag in Berlin.
15.01.2008:
Tegelnazis & Vollzugsplan | Haftsituation | VA-Reihe | Reusch
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Neue Clubhaus der Neonazi-"Rockergang" Vandalen
ist offenbar die JVA-Tegel, die selbe Haftanstalt die das Kriterium
"Antifaschismus" als negatives Kriterium beim Vollzugsplan einführt.
Unsere Pressemitteilung zu NaziAktivitäten
in der JVA-Tegel und zu Christians Vollzugsplan.
In
der JVA-Tegel jetzt gibt es seit über 14 Tagen nichts
Sauberes zum Anziehen, weil die Wäscherei geschlossen ist. Dazu
passt die aktuelle Anfrage der Abgeordneten Cornelia Seibeld (CDU) vom
08. Januar 2008 zur Lohnzahlung
in der JVA-Tegel.
Christian werden bestellte Bücher verweigert, da sie angeblich
nicht beantragt wurden. Schon bei der Antragung waren die Titel
als zu linksradikal befunden.
Derweil
läuft in Frankreich eine Veranstaltungsreihe
über Christian und die Verfahren die gegen ihn geführt werden.
Das
Auftrittsverbot
im ARD-Fernsehen für den Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch
sorgt für Aufregung. Eine türkische Zeitung nennt Reusch einen
"Rassisten". Die BILD feiert ihren
Vorzeige-Hardliner: "TV-Verbot
für Deutschlands mutigsten Staatsanwalt"
Telepolis bringt eine gute Medienanalyse:
Natürlich thematisiert BILD nicht, dass sich hier ein Oberstaatsanwalt
vor einen parteipolitischen Karren spannen lässt. Sie fragt
auch nicht, wie der Tenor seiner Rede, dass die Kriminalität ausländischer
Jugendlicher immer schlimmer werde, mit der Polizeistatistik übereinstimmt,
die ja einen Rückgang der Straftaten feststellte.
Die wirkliche Statistik
im Tagesspiegel.
Der Generalsekretär der Berliner CDU, Frank Henkel,
kündigte an, Reusch zu einer Diskussionsveranstaltung der Union
einladen zu wollen.
Gisela von der Aue äußert sich auch: Es ist
aber nicht die Aufgabe eines einzelnen Staatsanwalts, in
der Öffentlichkeit rechtspolitische Forderungen zu Fragen des
Aufenthaltsrechts oder des Einbürgerungsrechts so zu formulieren,
als wäre dies Auffassung der dafür politisch Verantwortlichen.
06.01.2008:
StA hilft CDU | Demo geplant | Chronik
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Oberstaatsanwalt
Roman Reusch leitet die Abteilung 47 der Berliner Staatsanwaltschaft,
die sich um jugendliche Serientäter kümmert. Auf einer Tagung
der CSU-nahen Hans-Seidel-Stiftung im Kloster Banz vom 7. bis 9. Dezember
2007 hielt Reusch eine Rede mit Titel „Migration und Kriminalität".
Hierbei übernimmt der Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch die
NPD-Parole "Kriminelle Ausländer Raus". Dabei wird die
vorgebrachte Statistik unzulässig auf die Kategorie "Ausländer"
umgemünzt, die konkreten Angaben beziehen sich nicht auf "Ausländer",
sondern sind die Gesamtzahl der Mehrfach-Gewalttäter aller
Nationalitäten. Indymedia
deckt es auf.
Seit
dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea
im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe
verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste
gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten. Am internationalen
Frauentag wollen wir deshalb für sie demonstrieren. Andrea-Special
Gegen
Patriarchat und Repression! Demonstration: Samstag, 8. März 2008*
14 Uhr * U-Bhf. Eberswalderstraße * Berlin
www.nea.antifa.de
* www.abc-berlin.net
Weil
wir und vielleicht auch ihr nicht mehr so recht durchseht haben wir unsere
Chronik aktualisiert.
03.01.2008:
Kältekrise | Großbeeren
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Kälte
in der JVA Tegel ist zur zeit unerträglich. Die Heizung
ist nur ein Paar Stunden pro Tag an und wird nachts ausgeschaltet. Statt
der Mindesttemperatur von 16 Grad (auch nicht gerade viel) ist es meist
viel kälter. Der Tagesspiegel läßt die Beamten im Amtsgericht
Moabit zu Wort kommen: Seither
grenzt die Reduzierung der Raumtemperatur laut Oberstaatsanwältin
Vera Junker „teils an Körperverletzung“.
Im Unterschied zu den Gefangenen bringen sich die Schreibtischtäter
Heizlüfter mit ins Büro.
Das
österreichische Architektenbüro Hohensinn (siehe
unsere Meldung vom 26.12.2007) gewinnt mit einem transparenten und offenen
Entwurf den Wettbewerb für den Neubau der Justizvollzugsanstalt
in Großbeeren. Ende 2009 soll damit begonnen werden.
"Hohensinns
Entwurf deckt sich mit unserer Vollzugsphilosophie von Transparenz und
Offenheit", sagte Justizsprecher Mark Weber am Dienstag
zur taz.
01.01.2008:
Silvester | Toter in Abschiebegewahrsam
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Unglaubliche
400
Menschen gingen Silvester zum Knast in Berlin-Moabit um gegen
Knäaste zu demonstrieren und den Gefangenen ein abwechslungsreiches
Silvester zu ermöglichen. Die Demo war ziemlich Christian lastig
- dabei gings eigentlch um alle gefangenen. Naja, persönlich Bindungen
sind es auch, die uns zu solchen Aktionen treiben. Weitere Aktionen
in anderen Städten.
In
der Silvesternacht hatte die Polizei auch sonst viel zu tun. Mindest dreimal
wurden sie gezielt angegriffen, weil sie Feiernde störten. Wie z.B.
in der Friedrichshainer
K9.
Im
Abschiebegewahrsam in Berlin-Grünau gab es einen Suizid-Versuch
eines Tunesiers der mit dem Tod endete. Der Suizid-Versuch
gilt als Möglichkeit aus dem Gewahrsam entlassen zu werden. Daher
so viele Suizidversuche im Abschiebehaft.
Unsere
Anwort:
5.1. 14 Uhr S-Bhf. Köpenick
Antirassistische Demonstration zum Abschiebeknast Grünau
30.12.2007:
Lka-Foto-Konstrukt Teil 2 | Knast-Demo | RBB
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Straftaten Marke Eigenbau?
35 als Gewalttäter
bekannte Berliner Neonazis kriegen Post vom LKA 534 Polizeikomissar Just
(Tel. 030 4664953426) und werden persönlich eingeladen ihnen mißliebige
Journalisten beim Berliner Staatsschutz zu belasten.
Am 24. Oktober 2007 sei im Internet ein Plakat - ein sogenanntes "Nazi-Memory"
festgestellt worden,LKA "welches Sie und insgesamt 35 weitere Personen
zeigt". Es handele sich hierbei um ein im Jahre 2005 bekannt gewordenes
Plakat der Antifa.
Was
steckt dahinter?
Bei einem Antifaschisten fanden LKA-Beamte im November 2005 einige Bögen
mit Bildern von Berliner Neonazi-Aktivisten. Diese Fotos konnte man herausschneiden
und als Memory-Spiel verwenden. Eine öffentliche Verbreitung des
Kartenspiels konnte trotz intensiver polizeilicher Ermittlungen nicht
festgestellt werden. Man vermutete einen Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz
und leitet ein Verfahren ein. Das war nicht zulässig: Ein derartiger
Verstoß ist ein so genanntes Antragsdelikt. Zum anderen müssten
sich Ermittlungen gegen die Urheber des Plakates richten und nicht gegen
Fotografen. Teilnehmer von Neonaziaufmärschen haben als solche auch
kein Persönlichkeitsrecht.
Die Ermittlungen wurden abgeschmettert, was offenbar dazu führte,
dass ein LKA Beamter das Memory dann selbst irgendwo aufhing, fotografierte
und bei flickr.com postete.
Nun fragen die Beamten bei den Neonazis nach: Können Sie Angaben
zum eventuellen Entstehungszeitpunkt des von Ihnen gezeigten Bildes machen?
Können Sie Angaben dahingehend machen, durch wen das in Rede stehende
Bild gefertigt wurde? Und zuguter Letzt um nicht wieder alles zu vermasseln
wird auf die kurze 3 Monatsfrist für einen Strafantrag hingewiesen.
Indymedia-Darstellung
Und
wie jedes Jahr beteiligen wir uns an der Demo "Silvester zum Knast".
31.12. ab U-Bhf. Turmstrasse (22.45 Uhr). Unser
Redebeitrag.
Der
RBB hat einen euphemistischen Beitrag
zur JVA-Tegel gesendet. Klar bleibt das nicht unkommentiert:
Wütende Zuschauer melden
sich zu Wort.
26.12.2007:
Massen-Verlegung | Architekten | Totschlag | Anti-Antifa
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Weil der Platz in der JVA-Plötzensee von Berlin fehlt, werden
35
der 446 einsitzenden jugendliche Straftäter in Brandenburgs JVAs
geschickt. Eingefedelt hat den Deal die Justizsenatorin von
der Aue. Die Auswirkungen auf die Besuche durch Angehörige
ist den Presseberichten keine Zeile wert.
In
unserer Reihe "Wer ist eigentlich verantwortlich?" stellen
wir diesmal das Architektenbüro
Hohensinn Architektur aus Graz vor. Eigenen Angaben zufolge
hat das Büro mehrere Haftanstalten geplant und gebaut. Ihre Werbebroschüre
spricht Bände: "Neue
Österreichische Gerichts- und Strafvollzugs-Architektur – Ein
Beispiel für Kunst und Bau"
Die
Antirepressions-Demo vom 15.12.2007 in Hamburg wird ein
juristisches Nachspiel bekommen. Ein 36jähriger Teinehmer der Demonstration,
dem durch
einen Tonfa-Schlag eines Berliner Polizisten
ein Ohr fast vollständig abgetrennt wurde, hat über seinen
Anwalt Strafanzeige wegen versuchtem Totschlag gestellt. Eine weitere
Teilnehmerin erstattete Anzeige wegen Körperverletzung im Amt. Berliner
Polizisten sind bundesweit für ihre Brutalität berühmt.
Bericht bei Antifa.de
und SPIEGEL-TV
Die
Nürnberger Polizei verwendet für Ermittlungen gegen
linke Personen und Personengruppen offensichtlich Materialien der rechtsextremen
Gruppierung „Anti-Antifa“. In einem Prozess gegen
zwei Antifaschisten vor dem Nürnberger Amtsgericht am vergangenen
Donnerstag hat ein Polizeibeamter der Polizeiinspektion West zu gegeben,
der Klägerin einen Ausdruck der Homepage „Anti-Antifa.net“
vorgelegt zu haben, um darauf die Angeklagte zu identifizieren. Stopp-Anti-Antifa-BLOG
22.12.2007:
Besuchsverbot | Tegel-Vertuschung | Geheimnisverrat | Telio
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Richter Bernhard Weinschütz (geb. 1966, GRÜNE)
am Landgericht Berlin hat entschieden, dass das dreimonatige Besuchsverbot
gegen Leila rechtskräftig ist. Ein "Ermessensfehlgebrauch
des Antragsgegners (Anstaltsleitung JVA-Tegel)" liegt angeblich fern.
Der Beschluss vom 17.12.
> Nun sind die drei Monate auch vorbei..
Ein
Ermittlungsverfahren
gegen JVA-Bedienstete in Tegel ist vorläufig eingestellt
worden. Ihnen (u.a. dem Tegel-Chef Adam) wurde von einem Häftling
vorgeworfen, Straftaten absichtlich unter den Teppich gekehrt zu haben.
So hat es der Chef der Anstalt Ralph Adam doch geschafft seinen
Posten weiterhin zu sichern. Gegen die Inhaftierten, die andere
Gefangene bedroht haben laufen die Ermittlungen. Derweil wurden
sie aus der JVA-Tegel nach Moabit (nur für Untersuchungsgefangene)
verlegt.
WELT Interview mit Adam aus November2007: "Das
Gewaltpotenzial verunsichert das Personal" Wir kommentieren seine
Aussagen mit: "Sorge um Ralph Günther
Adam- Tegeler Anstaltleiter mit Realitätsverlust."
Wie
am 28.11.07 berichtet, ermittelte das LKA gegen einen SEK-Beamten
weil er sich mit einem befreundeten Journalisten zum Kaffee traf. Der
Vermerk des beobachtenden Staatsschützers bleibt ohne Folgen. Das
Ermittlungsverfahren
wegen Geheimnisverrat wurde eingestellt.
2006 wurden insgesamt 23 Verfahren wegen Geheimnisverrat gegen Polizeibeamt
eingeleitet.
In
der JVA
Charlottenburg wurde am Wochenende mit einer Abhöraktion der Telefone
gedroht. Wollte ein Gefangener von den Apparaten auf dem
Flur telefonieren, hörte er die Ansage: „Dieser
Anruf erfolgt von einer öffentlichen Einrichtung und kann im Rahmen
einer gesetzlichen Regelung abgehört und mitgeschnitten werden.“
Dass Häftlinge von Apparaten auf den Gefängnisfluren nach draußen
telefonieren, ist erlaubt; dass die Gespräche abgehört werden,
nicht. Die verantwortliche Firma Telio entschuldigte sich - angeblich
lag ein Software-Fehler vor.
17.12.2007
Vollzug | Andrea N. | Matti-Freispruch | 129a | Kennzeichnung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian S. hat diese Woche seinen Vollzugsplan
in der JVA-Tegel bekommen. Nach Auffassung der Anstaltsleitung
hat er keine Chance auf Offenen Vollzug, da er Hass auf faschistische
Organisationen hat und diesen offenbar nicht unterdrücken
kann. Auch sein Umfeld habe diesen antifaschistischen 'Virus', was ihm
eine schlechte Sozialprognose beschert.
Währenddessen
werden die Haftbedingungen mit zunehmender Kälte immer schlechter:
Die JVA-Tegel kann die Heizung nicht selber regulieren,
Temperaturerhöhungen müssen bei der zuständigen Senatverwaltung
beantragt werden. Die Heizunganlage selbst wird von der Firma Siemens
gesteuert: Die Soll Temperatur ist 16 Grad, im Moment ist sie
meistens niedriger.
Auch
der Antifaschistin Andrea N. wird übel mitgespielt. Sie wurde am
1. Dezember durch LKA-Beamtin Claudia Bauch (im Bild rechts neben
Bernd Lange) bei einer Antifa-Demo in Berlin Rudow festgenommen,
weil sie einer Haftantrittsladung nicht gefolgt war. Sie war zu insgesamt
13 Monaten Haft verurteilt worden und im August nicht zum Haftantritt
erschienen. Jetzt muss sie eine Strafe von 14 Monate absitzen. Diese Strafe
bildet sich aus verschiedenen Verfahren, von denen eines lächerlicher
als das andere ist (Erläuterung).
Nachdem dazu aufgerufen wurde ihr solidarische Briefe zu schreiben, wurde
sie gestern in die JVA Pankow verlegt. Die Haft-Situation
ist mitunter noch misserabler als für Männer.
Postadresse: Andrea Neff,
BNR: 746/07/2, Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin, Arkonastraße
56, 13189 Berlin
Spendenkonto: Rote Hilfe e.V., Kontonummer: 7189590600,
BLZ: 100 200 00 Berliner Bank, Verwendungszweck: Soli Andrea
Der
Berliner Antifa Matti musste wegen versuchtem Totschlag an zwei
Neonazis freigesprochen werden. Er war im November 2006 festgenommen
und 101 Tage in U-Haft gehalten worden, weil sich die angeblichen Opfer
und das LKA Berlin (PMS-Chef KOK Thorsten Fabian) gegenseitig die belastenden
Bälle zuwarfen. Der RBB
interviewte ihn und seinen Anwalt nach der Verhandlung. TAZ
2
| Junge
Welt 2
| Neues
Deutschland | Verdi
Auch
in den 129a Verfahren gibt es neues zu berichten. In
der Berliner Volksbühne berichteten vier vermeintliche Terroristen
über die Ermittlungsmethoden der Strafverfolgungsbehörden. Junge
Welt | TAZ
| Neues
Deutschland
Eine Kennzeichnung
von Polizisten wird es ohne Zustimmung der Gewerkschaft kaum geben.
Die GdP lehnt bisher ab. Die Linkspartei will icht allein vorpreschen.
13.12.2007
LKA-Drogen-Skandal
| Nazis im Knast | Telio-Anschlag
| Grüße
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Staatsanwaltschaft
Berlin führt ein Disziplinarverfahren gegen
Beamte des LKA wegen rechtsfehlerhaft geführter Ermittlungen.
Sie sollen illegale Ermittlungsmethoden verwendet haben. Das Ursprungsverfahren
musste daher eingestellt werden. Tagesspiegel-Story
In
der faschistischen Zeitschrift JVA-Repot schreibt der Neonazi
Sebastian Dahl (BILD), dass in der JVA-Tegel eindeutig zuviele
Ausländer inhaftiert sind. Inforiot
portraitiert die Zeitung und macht auf das Braune Netzwerk
in den Knästen aufmerksam.
In einer
Kleinen Anfrage aus dem Jahr 2000 wurde schonmal die Rolle
rechtsextremer Gefangenenr in den Berliner JVAs unter die Lupe genommen.
Demnach ist die zugehörigkeit zum "rechtsextremen spektrum"
bzw. eine rechtsextreme straftat" oder eine straftat mit "rechtsextremen
hintergrund" für die Senatsverwaltung für Justiz eventuell
zu aufwändig zu ermitteln. Daher auch keine Sonderbehandlung
im Knast.
1.55
Uhr, Borselstraße (Ottensen): Vor dem Gebäude der Telefonfirma
"Telio" gehen Brandsätze in Flammen auf. Als Polizisten
eintreffen, fehlt von den Tätern jede Spur. Sie hatten mehrere Brandsätze
gegen das Haus geworfen. Diese prallten jedoch ab und entzündeten
sich auf dem Gehweg. "Wir glauben nicht, dass dieser Anschlag unserem
Unternehmen galt. In diesem Haus gibt es etliche Firmen", sagt ein
Sprecher von "Telio", das sich darauf spezialisiert hat, Telefonanschlüsse
in Gefängnissen einzurichten. (Hamburger Morgenpost 14.12.2007)
telio war im Oktober in der Presse, weil die Firma in 70 JVA alle Telefongespräche
abhören läßt und überteuerte Tarife von den Inhaftierten
fordert.
Der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) Hamburg hat am 24.
November 2007 seinen Vorstand neu gewählt. Als stellvertretender
Vorsitzender Oliver Drews, 37, (Bild links) von der Telio AG bestätigt..
Grußbotschaft
für Andrea und Christian von TeilnehmerInnen einer Veranstaltung,
die im Vorfeld der Demo "Out of Control, am 12.12., in Hamburg in
der Schwarzen Katze mit der Jugendantifa stattfand.
Liebe Andrea! Lieber Christian!
Wir sind heute auf einer Veranstaltung in Hamburg zu dem im Knast für
46 Monate weggesperrten Berliner Antifaschisten Christian S.. Geplant
war ursprünglich, da du Andrea die Beiträge mit vorbereitet
hast, dass du folglich auch hier sprechen solltest. Am Samstag, den 1.12.
bist du anläßlich einer anti-faschistichen Demo verhaftet worden.
14 Monate mußst du wegen verschiedener Aktionen gegen das herrschende
Unrecht im Knast abbrummen.
Christian ist wegen zweier anti-faschistischen Aktionen inhaftiert worden.
Er wird wegen seiner politischer Gesinnung, im Knast von Nazis mit dem
Tod bedroht. Und der Staat schaut weg und schikaniert ihn trotz seines
angegriffenen Gesundheitszustandes ebenso weiter.
Euch beide, Andrea und Christian,laßt euch nicht unterkriegen und
viele herzliche Grüße ! Wir werden uns dafür einsetzen,
dass ihr so bald wie möglich wieder draußen seid! Deshalb:
Power durch die Mauer, bis sie bricht!
06.12.2007:
Polizeigewalt und Kennzeichnung
| Vertuschung | Vernisage
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Brutale Polizeiattacke bleibt ungesühnt: Nach der
Prügelattacke eines Polizisten auf eine unbeteiligte Myfest-Besucherin
am Abend des 1. Mai in Kreuzberg hat die Staatsanwaltschaft jetzt das
Verfahren eingestellt. Ein Vorgesetzter hatte den Schlagstockeinsatz
gegen Unbeteiligte erlaubt. Tagesspiegel
und TAZ.
Hingegen
werden Beamte
des SEK gekennzeichnet, was wenig gegen die Polizei-Brutalität
ausrichten wird. Und die LINKE
verkauft das als Erfolg um das neue ASOG mit durchzudrücken.
Gewerkschaften
attackieren Polizeichef Glietsch, Vorwurf: Schon
Mitte November wurden zwei Neonazi Attacken zwar intern bearbeitet,
der Öffentlichkeit durch die Polizei aber nicht bekannt gemacht.
der Polizei-Pressedienst wird - wen wunderts - politisch benutzt.
Vom
3. Dezember bis 4. Januar präsentiert sich an der ASFH die
Ausstellung HIER MACHT JEDER SEINS des "ProjektPhoto" der JVA
Tegel. Gezeigt werden Arbeiten der Fotogruppe der Inhaftierten
der JVA Tegel, Sozialtherapeutische Anstalt aus den Jahren 2005 bis 2007.
Der Fokus liegt dabei auf Portraits, Merkwürdigkeiten des Strafvollzuges
und auf dem Erleben des Alltags. Alle Bilder wurden vollständig in
der JVA angefertigt. Die Ausstellungseröffnung findet am
10. Dezember um 16.00 Uhr in der ASFH statt. Gäste sind
herzlichst zur Vernissage eingeladen.
02.12.2007:
Adam vertuscht Gewalt | Giselas Probleme | Knast-News
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wie der Focus
berichtet haben acht JVA-Bedienstete in Tegel eine Clique
gewalttätiger Inhaftierter gedeckt, nachdem diese mehrfach
andere Gefangene misshandelt hatten. Auch gegen den frisch gebackenen
JVA-Chef Ralph Adam wird wegen Strafvereitelung im Amt ermittelt.
Er hat Gefangene erpresst, damit diese Anzeigen zurücknehmen. Auch
Rene S., der sich im Sommer in Tegel angeblich selbst das Leben genommen
hat, war Misshandlungs-Opfer der Bande.
Sprecherin
der Justizsenatorin geht. Nach nur einem Jahr verlässt
die Sprecherin der Senatorin, Barbara Helten, die Verwaltung.
Damit zog Helten offenbar die Konsequenz aus der anhaltenden Kritik
an der Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) seit ihrem Amtsantritt.
Justizsenatorin
Gisela von der Aue
kam nicht zur Einsetzungsfeier des Verfassungsgerichts und kümmerte
sich lieber um den LOTTO-Ausschuß. Die Opposition sieht
darin einen Affront gegenüber den Verfassungsrichtern.
In
Berlins Haftanstalten haben Vollzugsbedienstete in diesem Jahr
schon 10.200
meldepflichtige Vorfälle registriert. Dazu gehören
unter anderem Suizide und Selbstmordversuche, Schlägereien, Pöbeleien
und Drohungen. Die Justizvollzugsanstalt Charlottenburg weist auf eine
dramatische Personalsituation hin.
In allen Berliner Gefängnissen
wird trotz Verbots heimlich telefoniert. Im nächsten
Jahr soll das eine neue Technik in Moabit verhindern. Bereits Alltag in
Baden-Württemberg: Knäste
ohne Funkzellen. Kein Personal aber teure nutzlose Abschirm-Anlagen
bauen!
30.11.2007:
Keine Revision | Soliaktionen für Christian | Haftsituation
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Staatsanwaltschaft Berlin will gegen das Urteil
im 13.22005-Prozess nicht in Revision gehen. Damit ist das
Urteil rechtskräftig und Christian in der Sache freigesprochen. Leila
allerdings wurde zu 1800,- Euro Strafe verurteilt, weil sie in
Dresden Waffen mitsich führte.
Es
gibt jetzt eine Soliseite auf französisch, die sich
mit Christians Fall beschäftigt. www.conf-free-christian.info
Ein
Berliner Aktivist kam heute vermummt zu einem Prozess
gegen ihn. Als Begründung gab er an ""Ich habe den heutigen
Prozess gegen mich zum Anlass genommen um für die Freiheit von Christian
S. zu demonstrieren. Christian vegetiert im Gefängnis, weil die Polizei
(LKA/SS 5) und die Staatsanwaltschaft (SA 8) gegen ihn Straftaten konstruiert
haben. Zudem setzen sie sich mit Hilfe anderer Repressionsorgane über
Gesetze hinweg. Beispielsweise am 26.06 2007 und am 10.09.2007 traten
Polizeibeamte maskiert und mit Codiernummer im Gericht
Turmstrasse auf um gegen Christian auszusagen. Aber auch die ungenügende
gesundheitliche Versorgung von Christian ist auszuräumen. Darum werde
ich während meinem "Prozess" im Gericht maskiert auftreten
und mich nur mit meiner Codiernummer anreden lassen. Was die können,
dass können Wir schon lange!" Sein Bericht
auf Indymedia. Seine Repressionsgeschichte
im Netz. Die Tagespresse (Welt
und Tagesspiegel)
reagiert ebenfalls auf den ungewöhnlichen Auftritt.
Thomas
Meyer-Falk berichtet über vertuschte Suizide
und andere Schweinereien im baden-württembergischen Strafvollzug:
"An einer Glasscheibe im 2. Stock haben Beamte einen weißen
Zettel befestigt mit der Aufschrift: “Hausieren, betteln
und hier herumstehen verboten”; direkt platziert zwischen
zwei Beamtenbüros, in die jeder Gefangene gehen muss, will er einen
Antrag abgeben."
Klagen gegen
die Unterbringung in kleinen Zellen sind unzulässig, weil
es in Berlin keine Norm für die Zellengröße gibt. Das
Kammergericht fndet das auch unbefriedigend, verweist aber an die Politik.
Tagesspiegel: Weniger
Rechte als ein deutscher Schäferhund Auf einem Webblog
entfacht sich eine Diskussion dazu "Gefangene
haben keine Lobby - wozu auch werden einige meinen."
Drogen im
Brot und Würmer im Essen: Zwei ehemalige
Freigänger berichten dem Tagesspiegel von den Zuständen in der
JVA Plötzensee - und fordern den Widerspruch der Justiz heraus.
28.11.2007:
Verlegung | 129a-Akten und BGH-Urteil | Spitzel-Cops | Matti
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian ist bekanntlich gegen seine Verlegung aus dem offenen
Vollzug in Hakenfelde in den geschlossenen nach Tegel gerichtlich vorgegangen.
Der Beschluss des Richters
Volkens am Landgericht Berlin besteht größtenteils
aus einer Meinungsäußerung des Anstaltsleiters von Hakenfeld
Dr. Meyer-Odenwald. Demnach gibt das Landgericht Christians Beschwerde
nicht statt.
Nunmehr
ist auch eine lesenswerte 65seitige
Auswertung der umfangreichen G8-Ermittlungen gegen die Autoren des Buches
"Autonome in Bewegung" ins Internet gestellt worden.
Auch Berliner "Fanatisten" (tagesspiegel) des Berlin LKA 534
(Staatsschutz) sind dort zu finden.
Das BKA wird daraufhin tätig: man erklärt am 13. Juli 2007 dem
Berliner LKA gegenüber, Eigentümer eines in Verlust
geratenen Ortungsmoduls zu sein, und bittet um Ermittlungen.
Das LKA ermittelt nun gegen den Beschuldigten Bert wegen Fundunterschlagung
und gegen drei weitere Personen wegen Hehlerei in Sachen Ortungsmodul
(da sie die Versteigerung durchgeführt bzw. das Gerät ersteigert
hätten). Am 20. Juli 2007 regt der zuständige KOK Thorsten
Fabian an, die Wohnungen der vier Beschuldigten zu durchsuchen,
um dort das Gerät oder Unterlagen über dessen Verbleib zu finden.
Dieganze Sache scheint so wichtig (oder witzig) zu sein, dass es sich
der Berliner Oberstaatsanwalt Raupach nicht nehmen lässt, persönlich
über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Zum Bedauern des LKA teilt
er am 30. Juli 2007 mit, dass Operativmaßnahmen wie Durchsuchungen
aus Verhältnismäßigkeitsgründen nicht in
Betracht kämen (nach Diktat verreist).
Nach
Urteil
des Bundesgerichtshofs von heute sind alle 129a-Gefangenen
gegen eine Kautionszahlung von 30.000 Euro auf freien Fuss zu setzen.
Der Terrorparagraph sei gegen die Militante gruppe nicht anzuwenden, da
nie Menschleben in Gefahr waren und die Gruppe dem Staat nicht bedrohlich
wurde. Weil dieses Urteil Auswirkungen
auf alle anderen 129a- Verfahren hat wird das Thema breit gefeautered.
Audio
und Video-Dokumente zur Einstellung des 129a-Verfahrens
| ND:
Die drei Beschuldigten im 129a-Prozess kommen nun gegen Kaution frei
| Tagesspiegel: Autos
anzünden ist etwas anderes als Bomben legen
Demonstriert
gegen den Ermittlungsparagraphen 129 wird dennoch. Am 8.12.
in Berlin und am 15.12.
in Hamburg

Die
Polizei
ermittelt wegen vermeintlichen Geheimnisverrats in den eigenen Reihen.
Auch ein Journalist ist ins Visier der Ermittler geraten. Ein greiser
SEK-Beamter unterhielt sich mit einem befreundeten Journalisten. Ein LKA-Beamter
sieht seine Stunde gekommen und schreibt einen Erlebnis-Bericht.
Die Zahl
der Disziplinarverfahren gegen Polizisten steigt, wie ein
interner Bericht belegt. Offenbar sind davon auch Beamte betroffen, die
von Medien ohne Nennung des Namens zitiert wurden. Bestraft wird allerdings
kaum jemand
Der
Haftbefehl
gegen den Antifa Matti wurde endgültig aufgehoben. Er
hatte 101 Tage in Untersuchungshaft gesessen weil der übereifrige
Staatsanwalt Raupach Beweismittel falsch bewertete. Vermutlich wird Matti
nun freigesprochen. Freiheitfuermatti.com
20.11.2007
: Freispruch | Terminkalendar | EU-Police | Polizeischläger
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian wurde heute von dem Vorwurf der Verleumdung von Amtsträgern
freigesprochen. Sämtliche Kosten des Verfahrens muss das
Land Berlin tragen. Die angebliche Beleidigung/ Verleumdung lag nicht
vor. Die Anklage bezog sich auf ein V.i.s.d.P., welches Polizeipräsident
Glietsch als Urheber eines satirischen Plakats benannte. Christian wurde
beim Anbringen dieses Plakats kontrolliert. Doch bei den von ihm angebrachten
Plakaten war das V.i.s.d.P. nicht vorhanden. Offensichtlich eine Ermittlungspanne
des übereifrigen LKA (Interner
Bericht zu dem inkriminierten Plakat). Obwohl die Sache schon
so klar in den Akten stand, fand der Prozess unter verschärften Bedingungen
statt.
Die zwei Neonazis
Alexander Basil und David Gudra (Bild: links Gudra; rechts Basil)
versuchten Christians Adresse mitzuschreiben. Daraufhin wurde allen Besuchern
das notieren verboten. Auch ein Übersetzer sollte des Raumes verwiesen
werden, weil er leise im Zuschauerraum englisch-übersetzte. LKA-Beamte
beobachteten den Prozess aus dem Publikum heraus. Indymedia-Beitrag
und Artikel im Neuen Deutschland
Am
12.12.
findet in Hamburg eine Infoveranstaltung zu Christian und
die gegen ihn angestrengten Prozesse statt.
Vor
dem europäischen
Polizeikongress Ende Januar 2008 in Berlin gibts
schon was im Voraus. Ein Handbuch für alle staatlichen Schläger:
Das „Handbook
for police and security authorities concerning cooperation at major events
with an international dimension“ bestimmt z.B.: Informationsmanagement,
Risiko-Analyse, Sicherheit und öffentliche Ordnung, Bekämpfung
von Straftaten, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, operationelle
Unterstützung, Verbindungsbeamte, Medien-Strategie, Weitergabe von
Erfahrungen, strategische Evaluation.
Nach
Misshandlungen eines Obdachlosen mit Pfefferspray ist ein Polizist
vom Amtsgericht-Tiergarten zu zehn Monaten Haft mit Bewährung
verurteilt worden. Der 45-jährige Kommissar muss zudem 6.000
Euro an eine Obdachlosen-Wärmestube am Bahnhof Zoo zahlen.
18.11.2007:
Plakatprozeß | TAZ-Veranstaltung | Adam meldet sich
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am Dienstag ist er hirnrissige Prozess gegen Christian
wegen der angeblichen Verleumdung des Polizeipräsidenten Glietsch.
Unsere Pressemitteilung
dazu diesmal auf Indymedia.
16.11.2007:
129a | Polizeigesetz und Technik | Matti | LKA stiehlt
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In Hamburg wurde wegen dem Verdacht der Bildung einer terrorisitischen
Vereinigung eine Wohnung Monate lange abgehört.
Ein Interview
zur Wirkung der Repression mit dem Betroffenen. Sonderseite
zum Hamburger 129a.
Eine Antirepressions-Kampagne
Hamburg vereint nun viele Betroffene von 129a-Ermittlungen
in einer gemeinsamen
Demo am 15.12..
Am
22. November sollen die Abgeordneten in Berlin über die Erweiterung
des Polizeigesetzes (ASOG II) abstimmmen. Das Gesetz bestimmt
den Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum wie an
Bahnhöfen, Busstationen. Zudem sollen Handys geortet werden können.
Auf Indymedia
gibt es eine Diskussion zur Beteiligung der LINKEN.
In Vorbereitung zum Europäischen Polizeikongreß in
Berlin im Januar 2008 gibt es neue Informationen
zu Polizei-Techniken sowie eine eigene Kampagnenseite.
In
Berlin beginnt ein Jahr nach einer Attacke auf Neonazis der Prozess
gegen den Antifa Matti. Sonderseite
der Soligruppe. Sein Anwalt
gibt der Jungen Welt ein Interview.
Im
Rahmen einer richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung war Anfang
der letzten Woche ein hoher Geldbetrag aufgefunden und beschlagnahmt
worden. Als einige Tage später der versiegelte Umschlag im Zuge der
weiteren Vorgangsbearbeitung geöffnet wurde, stellten die Beamten
das Fehlen eines Teiles des Geldes fest. Ein Ermittlungsverfahren wegen
des Verdachts der Unterschlagung ist eingeleitet worden,
um Tatumstände und Verbleib des Geldes zu klären.
10.11.2007:
Haftbefehle | Journalie | Antirepressionstour | Daten-Klage
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Drei Jugendliche kommen zu spät zu ihrer Verhandlung
(wg. Körperverletzung pp.). Das Gericht
verhängt Haftbefehle und setzt sie gegen Auflagen außer
Vollzug.
Nach Informationen der Deutschen Journalistinnen-Union hat das Bundeskriminalamt
vom 18. bis 22. Mai 2007 die Post an die Berliner Zeitung, die
Berliner Morgenpost, die BZ und den Tagesspiegel im zuständigen
Postverteilzentrum „gefilzt“, um Post der Militanten
Gruppe rauszufiltern. Zeitgleich wird bekannt, dass das BKA
in 129a Verfahren zahlreiche Gespräche mit Journalisten abhörte.
Pressespiegel
zu den Bespitzelungen.
Das Berliner LKA tätigte umfangreiche Ermittlungen
gegen 12 Journalisten wegen eines Antifa-Plakats. Die Staatsanwaltschaft
ließ die Ermittlungen abbrechen und bezeichnete sie als wirr. LKA-Chef
Peter-Michael Haeberer räumte Fehler bei den Ermittlungen ein:
„Wo viel gearbeitet wird, passieren auch Fehler“.
Eine
Tour "Fiese
Tricks von Polizei und Justiz" soll in Nord- und Süddeutschland
über Polizeipraktiken aufmerksam machen, die am Rande der Legalität
und vor allem gegen Linke angewandt werden.
7000
Menschen klagen gegen das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
vor dem Bundesgerichtshof. Wer noch teilnehmen will, meldet sich beim
AK-Vorratsdatenspeicherung
06.11.2007:
Großbeeren | Gisela PR | Belegungszahlen Oktober | Urin
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im neuen Großgefängnis,
das der Senat in Großbeeren im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming
bauen will, werden die Zellen kleiner. Auch wird aus Kostengründen
auf warmes Wasser in den Hafträumen verzichtet. Das geht
aus einem Bericht
von Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) an den Hauptausschuss
des Abgeordnetenhauses hervor.
Anstatt
sich kompetent um Gnadengesuche zu kümmern (siehe Antwort
ihres Untergebenen auf Leilas Untermauerung des Gnadengesuchs) schreibt
Gisela von der Aue Briefe an den Berliner Kurier. Ein Gefangener
hatte im BK den Knast als luxirös bezeichnet. Entsprechend einer
Kleinen Anfrage des Abgeordneten Sven Rissmann (CDU) vom 28. September
2007 zu von der Senatsverwaltung
für Justiz geführten Rechtsstreitigkeiten mit presserechtlichem
Hintergrund seit dem Amtsantritt der Senatorin von der Aue
beauftragt die Senatsverwaltung regelmäßig den Rechtsanwälte,
um gegen unrichtige Darstellungen in der Presse vorzugehen.
Es
gibt neue Belegungszahlen
aus den Berliner Knästen. An Platz Nummer ein bleibt
mit 111% Auslastung die JVA Plötzensee. Die Zahl, der in Berlin inhaftierten
Menschen stieg im Oktober um 20 auf 5.349 Personen.
Das
Bundesverfassungsgericht stellt fest, dass Urinkontrollen
in Untersuchungshaft nur mit richterlicher Anordnung möglich
sind, die dem Gefangenen fristgericht zugestellt wurden.
03.11.2007:
Gnadengesuch | Chronik | JVA-Düppel | Soli-tresen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gestern wurde Christians Gnadengesuch von der Justizsenatorin Gisela von
der Aue abgelehnt. Unerhört wie wir finden. Deshalb unsere PM allgemein
zum Mittel des Gnadengesuchs und Warum
es nicht dasselbe ist jemanden umbringen-, oder eine Neonazimarsch verhindern
zu wollen. Bericht auf Indymedia
und im Neuen Deutschland.
Während Neonazis regelmäßig von Gisela von der
Aue begnadigt werden, müssen Antifas überzogene Strafen absitzen.
Ein weiterer besonders krasser Fall ist der Neonazis Dennis Eister
aus Treptow. KLARTEXT
deckte im Mai auf: Warum ein rechtsextremer Schläger nicht hinter
Gitter kam.
Da
uns viele Menschen immer wieder fragen, warum Christian soviele
Prozesse hat und auch wir z.T. nicht mehr durchsehen, haben wir
eine Chronik erstellt, die zusammenhängend
die letzten Jahre beschreibt.
Die
JVA-Düppel ist aufgrund baulicher Probleme nicht mehr zu
gebrauchen. Die Insassen wurden jetzt in ein umfunktioniertes
Bürogebäude in Lichtenberg verlegt. Die Anwohner beschweren
sich und auf Planet-Tegel,
dem internetportal der Gefangenen äußern sich auch zwei
zur Debatte.
Christian
ist auf Spenden angewiesen, um seinen HAftalltag zu überstehen. Für
alle, die nicht einfach nur Geld auf das Konto überweisen wollen
(siehe rechts), veranstalten wir einen Solitresen:
Solidarität-Volksküche
mit aktuellen Informationen zur Situation des inhaftierten Antifaschisten
Christian S.
!!! La Gastronomia Sovversiva presenta !!!
Menü: Luxus
und Anarchie
Frische Hausgemachte Pasta: C@nnelloni alla Ravacholl, Lasagne Pflasterstein,
Blumenkohl Weiterstadt, Kartoffelbombe, Bachalo Gemüse, Focaccia
P38, Gaetano Bresci’s Kuchen
Am
28. 11. 2007 um 20 h im Café „Schreina“
Schreinerstraße 47 in 10247 Berlin
Liberare
tutti – Liberare tutti- Liberare tutti- Liberare tutti- Liberare
tutti-
26.10.2007:
Besuchsverbot | Gnade? | Knast-Gesundheit | Schußwaffen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Leila darf Christian
weiterhin nicht besuchen. Die
schriftliche Begründung der Anstalt (gez. Adam) mutmaßt,
dass sie "gemäß § 25 Strafvollzugsgesetz
die Sicherheit und Ordnung der Anstalt gefährdet",
indem sie sich den leider nicht näher genannten Anweisungen der Bediensteten
widersetzt habe, als sie einen genehmigten Besuch wahrnehmen wollte. Mittlerweile
liegt auch die Stellungnahme
der Anstalt gegen den Einspruch Leilas gegen das Besuchsverbot
vor. Interessant ist nicht das kurze Schreiben sondern die Anlagen. So
wurde ein Dossier zu Leilas delequenten Verhalten erstellt. Außerdem
ist die Meldetätigkeit zu "Außerordentliche Vorkommnisse,
die Aufsehen in der Öffentlichkeit erregen könnten"
der JVA an die Senatsverwaltung lesenswert.
Leila
und Christians Mutter haben einen Brief
an Gisela von der Aue geschrieben, um das Gnadengesuch Christians
inhaltlich weiter zu untermauern. Von der Aue
läßt den Untergebenen Herr Wilschke antworten.
Unser
Lieblingsthema Gesundheit im Knast. Was es praktisch bedeutet
in der JVA-Tegel krank zu sein: Wenn du krank bist, gehst du
erstmal zum Sannitäter auf der Station. Der sitzt hinter einer Glasscheibe
und kann dich nicht untersuchen. Von dem bekommst du maximal Schmerztabletten.
Als jemand an Herzinfakt gestorben ist, fand das auch niemand verwunderlich,
da er vom Sanni aufgrund der Fehldiagnose nur Hustentabletten bekommen
hat.
Die Sprechstunden vom Arzt ist jeweils eine Stunde am
Montag und Donnerstag. Wann genau ist ungewiss. Manchmal kommt er zwischen
11 und 12 Uhr. Dann musst du dich entscheiden, ob du nun warmes Wasser
im gemeinschaftsraum holst (auch nur in diesem Zeitraum), Essen bekommst
(gleiche Zeit), telefonieren gehst (Vormittags nur um diese Zeit). Faktisch
kann dir folendes passieren: Wenn du dich zum Arzt bewegst, in
der Hoffnung ihn anzutreffen, verpasst du das Essen, kannst kein Warmes
Wasser holen und kannst nicht telefonieren, und wenn du Pech hast, dann
ist der Arzt mal wieder doch nicht da.
Die
Berliner CDU
fordert eine Novellierung des gerade überarbeiteten Jugendvollzugsgesetz
durch Gisela von der AUe. Unter anderem sollen Schließer Schusswaffen
bekommen und auf Schmuggler außerhalb des Knastes schießen
dürfen.
23.10.2007:
Deal | Haft | LKA-Fotografen | HipHop-Gangster | Kundgebung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Stellt euch vor: ihr werdet verhaftet für etwas
was ihr nicht begangen habt. Ihr müßt 11 Monate in Untersuchungshaft
sitzen und seid schwer an Hepatitis C erkrankt. In der Hauptverhandlung
besteht plötzlich die Möglichkeit aus der U-Haft entlassen zu
werden, wenn ihr von eurem Rechtsanspruch auf eine Berufungsverhandlung
in einem anderen Verfahren zurück tretet und der Justiz so weniger
Arbeit macht. Ihr denkt euch, scheiße, ich will hier raus und nehmt
den Deal des Gerichts an. Ein Jahr später werdet ihr in dem Verfahren
weshalb ihr in Untersuchungshaft gesessen habt freigesprochen und sollt
Entschädigung bekommen. Ihr würdet gern euer anderes Verfahren
neu aufrollen. geht natürlich nicht mehr. Genau das ist Christian
passiert und seine Anwältin hat trotz der Rücknahme der Berufung
Widerspruch gegen den Deal eingelegt. Die
Abweisung des Landgerichts ist haarsträubend. Aber lest
selbst..
Christian
bekommt nun endlich seine Tageszeitungen. Derweil gibt es Streit
über die Zeitschriften, die "Zur-Habe-genommen"
wurden, ohne die Absender darüber zu informeiren. Demnach stappeln
sich Hochglanzbroschüren für Chrisitan ungelesen in
der Haftanstalt und werden ihm erst bei der Entlassung ausgehändigt.
Der Eigentumsvorbehalt wird nicht beachtet, das Post-System (was kommt
rein, was nicht) ist undurchschaubar.
Mehrere
Journalisten
sind Opfer umfangreicher Ermittlungen durch das LKA-Berlin
geworden. Etwas übereifrig versuchten die Beamten die Urheber eines
Anti-Nazi-Memorys herauszufinden. Als sie die Wohnungen
von etlichen Journalisten durchsuchen wollten schob die Staatsanwaltschaft
einen Riegel vor. Ein Strafantrag lag zu keiner Zeit vor.
Das
LKA in Berlin stürzt sich nun auf Künstler die anecken. Mal
wieder sind staatskritische
Rapper im Visier.
Bei
einer Kundgebung
vor der JVA-Moabit am letzten Samstag beteiligten wir uns
mit einem Redebeitrag zur aktuellen Situation
in den Berliner Haftanstalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem
in Spanien inhaftierten Binali
Yildirim gewidmet. Binali war bereits Ende Mai im Urlaub
verhaftet worden, und obwohl er seit Jahren legal als anerkannter Flüchtling
in Hamburg lebt, aufgrund eines Haftbefehls der Türkei festgenommen.
Ihm droht seitdem die Abschiebung in Folter und Tod. Außerdem war
die Aktion aus Solidarität mit den in Moabit im Zusammenhang mit
den Ermittlungen gegen die „militante
gruppe“ inhaftierten Genossen Olli, Florian und Axel
und dem türkischen Linken Hasan Subasi, der beschuldigt wird, Mitglied
der verbotenen Organisation DHKP/C zu sein.
10.10.2007:
Haftbedingungen | Neues Verfahren | Polizeikongreß |129a
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Weiterhin wird Leila ihr Besuchsrecht verweigert. Sie
darf ihren Ehemann Christian nicht in der JVA-Tegel besuchen. Im Knast
gehen die Schikanen weiter.
Nachdem er am 6. Oktober Besuch empfangen hatte und gerade auf dem Weg
zum Süßigkeitenautomaten war, überwältigten
ihn fünf Beamte und brachten ihn in einen Raum wo er sich nackt ausziehen
sollte. Auf Anordnung des Anstaltsleiter wurden nach §84
Abs. 2 (Strafvollzugsgesetzt) wegen "Gefahr im Verzug"
alle seine Körperöffnungen nach Drogen untersucht.
Hier wurde, wie bei den etlichen Zellendurchsuchungen, nichts dergleichen
gefunden.
Währenddessen werden ihm weiterhin seine Zeitungsabos verweigert.
Auch Post soll ihm nun nicht mehr ausgehändigt werden, weil er angeblich
zuviel bekommt. Begründet hat das der Sozialarbeiter in Haus 1 damit,
dass dies zuviel Zeit kostet.
Damit nicht genug ist auch Christian durch die prekäre medizienische
Situation in der JVA-tegel betroffen. Pro Woche gibt es für
alle Gefangenen 2 Stunden Sprechzeit beim Arzt. Für
eine Behandlung wegen Christians Hepatitis C Erkrankung
bleibt da keine Zeit. Aktueller
Flyer zu Christians Situation und den Schikanen im Knast
Wieder
wird gegen den inhafiterten Chrisitan S. prozessiert. Diesmal
hat sich das LKA Berlin was ganz besonderes ausgedacht. Er soll gegen
das Pressegesetz verstoßen,
Verfassungsorgane der BRD verunglimpft und Amtsinhaber verleumdet haben.
Eine Polizeistreife hat ihn festgenommen, als er einige Plakate klebte.
Statt ihn wegen der Ordungswidrigkeit "Wildplakatieren" zu belasten
wird ihm nun die Urheberschaft des Plakats vorgeworfen. Der Plan des LKA:
ihm den offenen Vollzug durch möglichst viele langwiedrige
Verfahren, die sich groß anhören, zu verbauen. Der
Prozeß ist angesetzt für den 20.11. ab 11.00 Uhr im
Amtsgericht Tiergarten (Turmstraße 91, Moabit) Raum 370.
Anklägerin ist diesmal Staatsanwältin Karl. Flyer
zu dem Prozess. In der aktuellen Interim ist ein
interner Bericht des LKA zu dem Plakat
abgedruckt.
Der
"Europäische Polizeikongress" ist für
anfang nächsten Jahres angesetzt. Die Konferenz im Berliner
Congress Center am Alexanderplatz wird von der “Behörden
Spiegel-Gruppe” im Besitz der Bonner ProPress GmbH veranstaltet.
Auf Indymedia hat gipfelsoli die aktuellen
Trends der Sicherheitsfanatiker zusammengefasst.
Derzeit
werden bekanntlich viele 129a Verfahren geführt.
Da die Verfahren wegen angeblicher Mitgliedschaft in der "Militanten
Gruppe" relativ präsent in der Medienberichterstattung sind,
wollen wir heute unser Augemerk auf die Durchsuchungen vom 13. und 19.6.2007
in Berlin und Hamburg richten. Wir
dokumentieren dazu ein neues Flugblatt, der Soligruppen in
Berlin
und Hamburg
5.10.2007:
LKAChef | Tegel Chef | Medikamentenskandal | Plötze | Telio
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der
Leiter des Landeskriminalamtes, Peter-Michael Haeberer wird -
wie Polizeipräsident Dieter Glietsch - bis 2010 im Amt bleiben
- zwei Jahre länger als ursprünglich geplant. Dafür änderte
der Senat die Laufbahn-Verordnung, die bislang vorschrieb, dass
Vollzugsbeamte mit 60 Jahren in Pension gehen müssen. Berliner
Zeitung, Welt,
Morgenpost
Gisela
von der Aue hat Ralf
Adam zum Chef der Justizvollzugsanstalt Tegel gemacht. Er
leitet bisher die Anstalt kommissarisch. Die Berufung muss der Senat bestätigen.
Gegen
fünf zum Teil ehemalige
Mitarbeiter der Haftanstalt Moabit hat die Staatsanwaltschaft Anklage
erhoben. Sie sollen zwischen Mai 2005 und September 2006
Medikamente im Gesamtwert von rund 2 230 Euro gestohlen haben. Bei den
Angestellten handelt es sich um drei Pfleger, von denen einer inzwischen
pensioniert ist, eine Krankenschwester und einen Vollzugsmitarbeiter.
Zwei der Angeklagten sind vom Dienst suspendiert. Zu
den meistgestohlenen Medikamenten gehörten die Blutdrucksenker Diovan
und Clonidin sowie das Antidepressivum Seroxat. Öffentlich bekannt
wurde der Medikamenten-Skandal dann im Februar dieses Jahres durch zahlreiche
Medienberichte.
Das
Urteil der Richter und Staatsanwälte über die Verhältnisse
in der Berliner Jugendstrafanstalt Plötzensee JSA ist ziemlich eindeutig.
Von "schrecklichen Zuständen" sprach am Montag
Günter Räcke, Mitglied des Berliner Richterrates und Jugendrichter
am Amtsgericht Tiergarten. Bei den Gewalttaten gebe es "organisierte
Quälereien", sagte Oberstaatsanwältin Vera Junker, zugleich
Vorsitzende der Vereinigung Berliner Staatsanwälte. Die beiden wurden
mit anderen Experten in einer Sondersitzung
des Rechtsausschusses im Abgeordnetenhaus angehört.
Anlass war die Zunahme des Drogen- und Handyschmuggels über die Mauer
der Strafanstalt.
Wie
bereits von uns am 4. August berichtet, betreibt die Firma Telio
die Telefone in der JVA-Tegel. Der Berliner Datenschutbeauftragte
beanstandet in seinem Magazin PRIMA vom 29.1.07, dass sämtliche telefonate
von Telio mitgeschnitten werden:
"Telefonate
von Häftlingen können in zahlreichen deutschen Gefängnissen
automatisch aufgezeichnet werden. In Hessen protestieren Anwälte
und die SPD dagegen. ... Als 'völlig neuartiges Telefonsystem für
den Strafvollzug' preist die Hamburger Firma Telio ihre Anlage 'ComIo'
an. ... Damit können sämtliche Gespräche in Gefängnissen
aufgezeichnet werden, die Häftlinge von der Anstalt aus
führen. Der Einsatz des Geräts sei 'besorgniserregend' und 'rechtswidrig',
moniert die Vereinigung Hessischer Strafverteidiger in einem Schreiben
an Justizminister Jürgen Banzer (CDU). ... Hessen ist keineswegs
das einzige Bundesland, in dem die Anlage verwendet wird. Nach Angaben
des Unternehmens Telio kommt es in allen Ländern außer Bayern,
Rheinland-Pfalz und Bremen zum Einsatz."
Der Tagesspiegel
berichtet, dass die Kosten von Telio bei weitem die handelsüblichen
Tarife übersteigen und die Abhörtechnik in bisher 70
Gefängnissen installiet wurde.
Die Gefangenen haben einen Weg gegen Telio gefunden: Die Morgenpost berichtet,
dass in Berlin allein
2007, 800 illegal betrieben Handys in den Haftanstalten sichergestellt
wurden.
1.10.2007:
Solikonzert | Suizidversuche | Neue Kleine Anfragen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Um
Christian etwas Geld in den Knast zu gebn und seine Anwältin zu bezahlen
veranstalten wir ein Solikonzert am 6. Oktober ab 21 Uhr im Scharup
Thumby (Scharnweberstr. 38). In den Katakomben: "Feindbild"
(Punk-Gewitter aus Osnabrück), "Rattenpisse" (HC-Punk aus
Aken), "Fußpils" (Pogo-Punk aus Parchim). Danach gehts
weiter mit DJ Muerkgyver (Punkklassiker). Oben im Café: HipHop-Tresen.
Wir haben einen neuen aktuellen Flyer
zusammengeschrieben, um bei den zahlreichen Veranstaltungen
in letzter Zeit präsent zu sein.
Ein Artikel im Neuen Deutschland
beschäftigt sich mit Christian und seinem Freispruch.
Fünf
Häftlinge in Berliner Gefängnissen haben im August versucht,
sich das Leben zu nehmen. Das geht aus der Antwort der Justizverwaltung
auf eine Anfrage
des Grünen-Abgeordneten Dirk Behrendt hervor. Behrendt
fragt die Verwaltung jeden Monat, seitdem Justizsenatorin von der Aue
entschieden hat, Todesfälle nicht mehr zu veröffentlichen.
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Sven Rissmann (CDU) vom 20. August 2007. Die
JVA
Tegel braucht einen neuen Anstaltsleiter - Kann der Senat ein ordnungsgemäßes
Auswahlverfahren gewährleisten?
Kleine
Anfrage der Abgeordneten Monika Thamm (CDU) vom 12. September 2007 zur
Zusammenlegung
der JVA Heiligensee und der JVA Hakenfelde. Demnach werden
die Haftanstalten zusammengelegt und das freiwerdenede Personal amtsangemessene
Tätigkeiten erhalten.
Im
Rechtsausschuss des Abgeordnettenhaus wird über das Jugendgefängnis
Plötzensee beraten. Der Tagesspiegel
fasst zusammen.
27.09.2007:
Besuchsverbot | JVA-Düppel
| Justiz-Skandal
| Kleine Anfragen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Leila darf ihren Ehemann Christian für drei Monate nicht
in der JVA-Tegel besuchen weil der Auforderung der Bearbeiterin
Frau Robbel nicht sofort nachgekommen ist den Besuchsschein ein weiteres
Mal auszuhändigen. Die
schriftliche Begründung der Anstalt (gez. Adam) mutmaßt
deshalb, dass sie "gemäß § 25 Strafvollzugsgesetz
die Sicherheit und Ordnung der Anstalt gefährdet",
indem sie sich den leider nicht näher genannten Anweisungen der Bediensteten
widersetzt habe, als sie einen genehmigten Besuch wahrnehmen wollte. "Die
Aufrechterhaltung der sozialen Kontakte zwischen Eheleuten / Familienangehörigen
ist auch weiterhin durch den jederzeit möglichen Schriftverkehr gewährleistet"
heißt es weiter.
Der
offene
Vollzug JVA-Düppel (Außenstelle der JVA-Tegel) ist in "menschenunwürdigem
Zustand", meint der Bundestagabgeordnete Burkhardt
Müller-Sönksen, als er die Anstalt letzte Woche betrat.
Die Gefängnisleiterin Erika Pfahls wollte ihn zunächst nicht
herein lassen. Seit Jahren zerfallen die Baracken, in denen 100 Insassen
untergebracht sind. Im Oktober werden sie alle in die Lichtenberger
Max-Brunnow-Straße verlegt. Schon im April
2007 hat der Berliner Volltzugsrat den Umzug gefordert.
Zu
Unrecht verurteilter Demonstrant
- Erst der Zufall bringt den Freispruch. Polizisten beschuldigen einen
Linken, auf einer Demo vermummt gewesen zu sein. Bei der Festnahme erhält
er einen Schlag ins Gesicht. Erst ein Foto im Internet belegt
seine Unschuld - und wirft ein schlechtes Licht auf die Staatsgewalt.
Der
schnelle Anstieg der Zahl der Sicherungsverwahrten in der JVA-Tegel
von 15 Personen im Mai 2004 auf etwa 30 Personen bis zum Ende
des Jahres 2007 hat zur Einrichtung einer weiteren Sicherungsverwahrtenstation
in der Teilanstalt V geführt. Das deckt die Kleine
Anfrage der Abgeordneten Cornelia Seibeld (CDU) auf.
Eine
Kleine
Anfrage des Abgeordneten Sven Rissmann (CDU) behandelt die Frage bei
wie vielen Beschuldigten in den Jahren 2004 bis 2007 wegen des
Ablaufs der 6-Monats-Frist des § 121 StPO der Vollzug der Untersuchungshaft
nicht aufrecht erhalten werden konnte. In der Presse in den letzten
Wochen hochgekocht, interessiert niemanden, dass die Justiz massenhaft
Beschuldigte über die Frist in Haft hält. Bei Christian S. führte
eine Untersuchungshaft wegen Landfriedensbruch auch nach 11 Monaten zu
keiner Entlassung. Er wurde kürzlich freigesprochen und hat Anspruch
auf Entschädgung.
Außerdem
ein Kleine
Anfrage des Abgeordneten Sebastian Kluckert (FDP) dazu wie
in Berlin mit Ersatzfreiheitsstrafen umgegangen wird und wie
viele Ersatzfreiheitsstrafen in Berlin seit dem Jahr 2004 vollzogen wurden.
21.09.2007:
Freispruch | Tegel Bedingungen | Fristüberschreitungen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Polizeizeugen seien unglaubwürdig und die Videobeweise
nicht zu gebrauchen um nachzuweisen, dass Christian am 13.02.2005 eine
Flasche in Richtung Polizeiketten geworfen hat. Diesbezüglich ist
sich die Verteidigung und Richter Lindemann am Landgericht Berlin einig.
Christian wurde heute freigesprochen. Leila ist wegen Waffenbesitz
zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt
worden.. Christian hat demnach 11 Monate umsonst in Untersuchungshaft
gesessen. Pressemitteilung zum Freispruch.
Christian werden in der JVA-Tegel seine Zeitungsabos vorenthalten.
Die Anstalt weiget sich das Problem zu lösen.
Die Zahl der
wegen Fristüberschreitung
aufgehobenen Haftbefehle wächst auf zehn. Die Aufregung
deswegen wächst überproportional.
18.09.2007:
Petition | Personalmangel | Knastchefs | Giselas Karriere
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die von Leila eingereichte Petition beim Petitionsausschuss des
Berliner Abgeordnetenhaus zur Rückverlegung von Christian aus der
JVA-Tegel (geschlossener Vollzug) in die JVA Hakenfelde (offener Vollzug)
wurde abgelehnt. Zumindest scheuen sie sich nicht eine lange
Begründung zu schreiben. Im Großen und Ganzen
teilen sie die Ansicht der JVAs: Christians Ausbildung sei untergeordnet,
es gäbe keine Bedrohung durch Rechtsextreme in Tegel und die Gesundheitsversorgung
sei im geschlossenen Vollzug sogar Rund um die Uhr möglich. In dieser
Sache meldet sich auch Dr. Meyer Odenwald, der Anstaltsleiter
von Hakenfelde zu Wort und begründet
seine Entscheidung zur Verlegung Christians.
Wer will, kann sich bei einer der wenigen Bürgersprechstunden
des Petitonsausschusses schon MORGEN,
19.09.2007 17-18 UHR im Einkaufszentrum Forum Köpenick, Bahnhofstraße
33-38, beschweren.
Das
Kammergericht Berlin musste den Haftbefehl
gegen einen im September 2006 zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilten
Mann aufheben, weil die Untersuchungshaft hinausgezögert
worden war. Das Kammergericht habe sich daraufhin gezwungen gesehen,
die Untersuchungshaft aufzuheben. Die Verfahrensverzögerung sei «erheblich,
war vermeidbar und ist dem Staat zuzurechnen», hieß es zur
Begründung.
Auch der Richterbund meldet sich in dieser Sache und
verweist auf den angeblichen
Personalmangel, der zu solchen Entlassungen führen
würde. Die Vereinigung Berliner Staatsanwälte schiebt
dem Bundesverfassungsgericht die Schuld zu, da dieses im letzten
Jahr die Hürden für eine U-Haft (aus Justizinternen Gründen)
erhöht hat.
Der
Personalrat der Bediensteten
der Berliner Justiz,
kritisiert die Justizsenatorin und wirft ihr vor untätig die
Knäste verkommen zu lassen. Gewalt gegen Schließer und unter
den Gefangenen seien die Folgen. Außerdem beschwert
sich dbb-Landeschef Joachim Jetschmann (Bild) über die schweren
Beleidigungen des Justizstaatssekretärs in der RBB-Sendung
Klipp-und-Klar am 4. September 2007, gegen die Schließer. Sie seien
"psychisch besonders empfindlich" und "begierig
in die Krankheit zu flüchten und den gelben Urlaub zu nehmen"
und "dabei ihre Helfer zu finden".
Derweil
hält die Führungskrise
in den Haftanstalten an. In der JVA Tegel, die seit April
ohne Chef ist, ging gestern auch der kommissarische Leiter Ralph
Adam in Urlaub. Damit ist Deutschlands größtes Gefängnis
ganz ohne Führung. Selbst Wolfgang Fixon
(Dossier), der Leiter der JVA-Moabit, der
im Notfall für Tegel mitverantwortlich ist, ging in Kur. Dem Vernehmen
nach soll sich jetzt der Chef der Jugendstrafanstalt (die mit den fliegenden
Handys), Marius Fiedler (Bild), um den Posten in Tegel beworben
haben. Weiterhin beworben haben sich Frank-Ulrich
Eichhorn von der Senatsverwaltung für Justiz und der ehemalige Staatsanwalt
Bernd Anders, der schon als Leiter einer kleineren JVA in Westdeutschland
Erfahrungen gesammelt hat. Der Druck
auf die Justizsenatorin die Personalprobleme zu lösen
wächst.
Die
Berliner Justizsenatorin Gisela
von der Aue (SPD) streitet außerdem mit dem Land Brandenburg um
Versorgungsansprüche. Von der Aue überlässt
nichts dem Zufall – jedenfalls, was ihre Karriere angeht: Sie kämpft
um einen sicheren, gut dotierten Job in Brandenburg,
falls sie wegen der vielen Justizskandale doch zurücktreten muss.
RBB-Bericht
12.09.2007:
8. Prozesstag | Toter in JVA-Plötzensee
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der 8.
Prozesstag wird auf Indymedia ausführlich besprochen.
Nur soviel: Der Richter Lindemann wird zynisch und die Polizeizeugen,
die einen Flaschenwurf beobachtet haben wollen, mürbe. Die
Fortsetzungstermine sind 21.9., 25.9. und 28.9.
Eine
Geschichte über den Leiter
der JVA-Hakenfelde Meyer-Odenwald macht deutlich wie ein Klüngel
einflussreicher Männer die Gefangenen in den Haftanstalten
nach ihrem Gutdünken behandeln.
Wie erst jetzt
bekannt wurde starb im
Mai in der JVA-Plötzensee ein Mann mangels ausreichender medizinischer
Versorgung, weil der angeforderte Rettungshubschrauber versehentlich
auf dem Hof der JSA-Plötzensee landete.
10.09.2007:
Hakenfelde | JSA-Plötzensee
| Knast-Tote
| Schläger-Cop
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dr. Meyer-Odenwald,
der Leiter der JVA Hakenfelde (offener Vollzug) rechtfertigt
sich nun für die Verlegung Christians (Eigenbericht
von Christian ) in die JVA Tegel (geschlossener Vollzug).
Christians politische Meinungsäußerung missfiel
dem Leiter der Haftanstalt - weitere Gründe werden nicht genannt.
Das bleibt unsererseits nicht unkommentiert. Pressemitteilung "Leiter
der Justizvollzugsanstalt Berlin Hakenfelde sanktioniert unliebsame Berichterstattung
mit Haftstrafe"
Nach
einem Klartext-Beitrag war die letzte Woche geprägt von Horror-Meldungen
aus der JSA-Plötzensee. Schmuggel, Gewalt
(Berliner Zeitung) und Ausbrüche seien in der Strafanstalt
für Jugendliche an der Tagesordnung. Schuld an den Zuständen
sei Gisela von der Aue, die Justizsenatorin, welche zu wenig für
die Sicherheit tun würde. Die Grünen fordern deshalb einen Untersuchungsausschuß,
während der Berliner Bürgermeister Wowereit sich schützend
vor von der Aue stellt. Endlich wird von der Aue selbst einmal Opfer einer
Medienkampagne - profitierte sie doch seit ihrem Amtsantritt von der strategischen
Manipulation der Medien. Und wenn sich schon der Spiegel
mit dem "Drogen-Knast" beschäftigen muss,
dann steht es schlecht um den Amtsitz. Nach dem ersten Schock geht von
der Aue in die Offensive und behauptete etliche Mängel
beseitigt zu haben. Die FDP
fordert nun eine Anhörung weil der Senatorin keinen Glauben mehr
zu schenken sei. Die TAZ
hat das politische Kalkül der Oppositionsparteien geblickt
und schreibt was zum Medienhype um Gisela und ihre jugendlichen
Straftäter.
Innerhalb
von vier Tagen hat es in der Justizvollzugsanstalt Tegel zwei
große Schlägereien gegeben. Zwei Gefangene
kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Nach Angaben
des Tagesspiegels seien das wenige Personal am Wochenende dafür verantwortlich.
Seit
Jahresbeginn hat es in den Berliner Gefängnissen zehn Todesfälle
gegeben. Das geht aus einer Antwort der Justizverwaltung auf eine parlamentarische
Anfrage der Grünen hervor. Das sei leider ein bedauerlich
hohes Niveau, sagte der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Dirk
Behrendt. Mit der Zahl seien Selbstmörder und Tod durch Krankheit
erfasst. 2006 gab es zehn Selbstmordtote. Nach Behrendts Worten war das
die höchste Rate im letzten Jahrzehnt.
Der Polizist
Thomas K. wurde zu 5 Monaten Haft ausgesetzt auf 2 Jahre Bewährung
verurteilt weil er im November 2006 einen Betrunkenen grundlos misshandelte.
Er darf seinen Dienst wie gewohnt fortsetzen.
04.09.2007:
Besuchsverbot | Vermummung erlaubt | Überwachungsstaat
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am 3.9. wurde Leila
der Besuch von Christian aus unerfindlichen Gründen verweigert.
Die Polizei wurde gerufen, um sie brutal aus dem Besucherareal der JVA-Tegel
zu entfernen.
Vermummung
gegenüber Nazis ist erlaubt. Das Berliner Amtsgericht
hat ein weiteres Mal eine Antifaschistin freigesprochen die sich am
1. Mai 2004 kurzzeitig vermummt hatte um sich vor Nazi-Fotografen
zu schützen. Nach einer Sprungrevision hatte das Kammergericht (=Oberlandesgericht)
am 15. Dezember 2006 das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und den Fall
erneut an das Amtsgericht zurückverwiesen.
Alle
reden vom Überwachungsstaat. Was Innenminister
Schäuble derzeit tatsächlich in Planung hat veröffentlichte
der Chaos Computer Club. Doch auch
ohne Gesetzesänderungen ist der Staatsmacht der lückenlose Eingriff
in Persönlichkeitsrechte von Verdächtigen gestattet.
Einige Beispiel dafür:
In Strausberg
löste die Polizei eine Geburtstagsfeier mit massiver Gewalt auf.
Im bayrischen Lindau werden derzeit insgesmat 176
Hausdurchsuchung wegen des Konsums von Haschisch durchgeführt.
Ausschlaggebend dafür ist die Überwachung eines Hauses in dem
ein vermeintlicher Dealer wohnt.
Im 129a Verfahren gegen vermeintliche Mitglieder der Militanten
Gruppe wird nun die Radikalisierung
in der Soli-Arbeit gefordert. Die BAW versucht derzeit potentielle
ZeugInnen unter Druck zu setzen. Wie es in den nächsten
Wochen weitergeht stellt delete129a.blosport.de
fest.
Die AG
Grauwacke äußert sich zum 129a-Verfahren gegen die Autoren
des Buches "Autonome in Bewegung"
24.08.2007:
Nazis in Tegel | Gnadengesuch | Cop-Kontrolle | 129a
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Taz
hat Christian in der JVA Tegel besucht und einen längeren
Artikel geschrieben. Wir haben von außen versucht zusammenzustellen,
welche bekannten Neonazis gerade in
Tegel einsitzen und wie konkret die Bedrohungssituation
für den Antifaschisten Christian ist.
In einem Interview
auf der neonazistischen Internetseite jva-report.com erklärt
der Neonazi Sebastian Dahl offen heraus, dass sich die knasteigene
Neonaziszene der JVA-Tegel regelmäßig jeden zweiten Sonntag
in der Kirche treffen würde, um Kameradschaftsabende zu veranstalten.
Unter anderem die Neonazigewalttäter Matthias Lange, Manuel Sandmann
und Oliver Oeltze. Am Rande eines Kirchenkonzertes war Christian S. bereits
von Neonazis bedroht worden.
Wie
bereits berichtet, läuft zur Zeit eine Postkartenkampagne,
die das Gnadengesuch Christians an die Justizsenatorin
von Berlin bekräftigen soll (Postkarten findet ihr in allen gut sortierten
linken Buch und Infoläden Berlins). Presseinformation
zu unseren Bemühungen und zum Hintergrund des
Gnadengesuchs.
Während
die außerparlamentarische Linke in der Sommerpause ist, ändert
der Rot-Rote Senat das Polizeigesetz in Berlin. Auf Indymedia
gibt es einen lesenswerten Artikel zu den Änderungen
und unpassendes Gedisse gegen die Pop-Linke.
Am 20. August wurde das bestehende Polizeigesetz an 300 HipHops
in Kreuzberg ausprobiert. Ein kritischer
Kommentar zu der Aktion aber vor allem zu dem massiven Polizeieinsatz,
der gegen die Jugendlichen gelaufen ist.
Das Berliner LKA ist wieder in die Presse geraten. Diesmal
hat ein Beamter
bei Kaufhof Waren umetikettiert. Ein weiteres Beispiel für die
"unkonventionelle Rechtsauslegung" des Berliner LKA.
Wieder
wird der Anti-Terror-Paragraph 129a gegen die Linke in
Stellung gebracht. Diesmal soll angeblich die "Militante
Gruppe" den Fahndern ins Netz gegangen sein. Von vier Verhafteten
beleiben auf Weisung der Bundesanwaltschaft drei Beschuldigte bis auf
weiteres in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit. Die zweite Soli-Kundgebung
war mit 300 TeilnehmerInnen gutbesucht. Eine aktuelle
Situationseinschätzung. Die
Rote Hilfe warnt vor Spekulationen und der durchlöchernden
Ermittlungspraktik der BAW in 129a-Verfahren.
Für den 22.9. ist eine Großdemo gegen Überwachung
und 129a geplant. Check keinfriede.blogsport.de
14.08.2007:
ASOG-Änderung in Berlin |
Kleine Anfragen zu JVAs | Tegel
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am 21.8. will das Abgeordnettenhaus über die Änderung
des Polizeigesetzes in Berlin beraten. Auf der Tagesordnung
stehen: Flächendenkende Videoüberwachung in Verkehrsmitteln,
Ortung von Handys auch zur Gefahrenabwehr und DNA-Abgabe.
Die
FDP stellte im Abgeordnettenhaus von Berlin die Anfrage "Aufschlusszeiten
in den Berliner Justizvollzugsanstalten". Demnach kommt
es in allen Berliner Haftanstalten seit 1995 aufgrund von Personalmangel
zur Verkürzung der Aufschlusszeiten. Ab Oktober
2007 soll es während der Feriensaison möglich
sein die Gefangenen früher auf ihre Zellen zu schicken, damit die
Beamten in Urlaub fahren können.
Ein weiterer Personalmangel entsteht wenn Schließer Gefangene
in externe Krankehäuser begleiten und dort rundum überwachen.
Auch dann müssen die anderen Häftlinge früher auf ihre
Zellen.
Die
Grünen kommen nocheinmal auf die schlechte medizinische Versorgung
in den JVAs zurück und stellten eine Anfrage zu "Haftkrankenhaus:
Ausführungsinflation?". Demnach wurden 2006 pro
MOnat 115 Häftlinge in Berlin in externe Krankenhäuser verlegt,
weil das HAftkrankenhaus überfordert war. Auch nach der populistischen
Inbetriebnahme des neuen Haftkrakenhauses im April 2007 ist keine Verringerung
der sog. Ausführungen zu verzeichnen.
Ist das Haftkrankenhaus eigentlich ein richtiges Krankenhaus Nein:
"Das Justizvollzugskrankenhaus Berlin verfügt über eine
konventionelle Röntgenanlage und eine chirurgische Ambulanz, in der
kleinere Eingriffe bei lokaler Betäubung vorgenommen werden können."
Die
JVA Tegel ist seit Januar 2007 Kopflos. Nachdem der Chef
Klaus Lange-Lehngut in Rente ging übernahm zunächst
Ralph Adam kommissarisch die Leitung. Weil sich bisher kein Nachfolger
fand, soll nun bundesweit per Zeitungsannonce ein geeigneter Kandidat
gefunden werden. Tagesspiegel
08.08.2007:
6. Prozßtag | Nazis
in Tegel | Wieder Toter
| Antirepression
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die kürzlich verschwundenen Videos sind wieder aufgetaucht.
Die wurden geguckt und dann das Verfahren auf den 22.8. vertagt.
Der daraufflgende Prozesstermin ist ebenfalls klar: 10.09., wie
immer am Amtsgericht, Turmstr. 91 in Berlin-Moabit.
Die
Berliner
Zeitung berichtet über den Neonazi Andreas Schönbacher,
der während des offenen Vollzugs (er schläft in der
JVA Hakenfelde) seinen Kumpel Thomas S. erschlagen hat. Grund
für uns mal zu schauen was für
Nazis grad so in der JVA-tegel einsitzen und Christian nun
bedrohen.
Ronny
S. wurde am 6.8. erhängt in seiner Zelle in der JVA-Tegel
aufgefunden.Er kam im April 2007 wegen gefährlicher Körperverletzung
ins Gefängnis. Sein Haftende wäre im Jahr 2009 gewesen. Er wurde
35 Jahre alt.
Zeitgleich
scheiterte ein Brandanschlag auf die Justizverwaltung
Berlin: "Somanche
können ihren Protest gegen die Justiz offensichtlich nicht mehr anders
ausdrücken!"
Seit der Welle
von 129a-Verfahren rückt die Linke enger zusammen.
Ein weiteres Projekt 82megaohm.de
In Berlin finden außerdem regelmäßig Vollversammlungen
statt. Achtet auf Ankündigungen im Stressfaktor.
Auf Indymedia beginnt jemand eine Info-Serie zu 25
Jahre Staatsschutzprozesse und verweist auf die erschreckende
Kontinuität
04.08.2007:
5. Prozeßtag | Tegel Interna | Aktuelle Repression | Nazi-Cop
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der 5. Prozeßtag läßt sich kurz zusammenfassen:
Das Gericht wollte sich die für den angeblichen Tatzeitpunkt relevanten
Stellen auf den Videokassetten nocheinmal ansehen. Bei zwei Videokassetten
sind Stellen gelöscht worden, man sieht jetzt also nur noch
s/w Rauschbilder, der Richter hatte es für unnötig erachtet
die Kassetten zwischen den Prozeßtagen unter besonderen Sichterheitsbedingungen
zu lagern.
Der Fortsetzungstermin ist der 8. August 2007 um 9.00 h im Amtsgericht
Tiergarten. Indymedia-Kurzbeitrag.
Christian wünscht sich weiterhin viel Publikum,
auch wenn sich das Verfahren mit offensichtlich manipulierten
Beweismitteln und Falschaussagen anonymer Polizeieugen endlos
hinzieht.
Nachtrag:
Christians Bericht zur Verlegung
aus der JVA-Hakenfelde nach Tegel
Christian
sitzt zur Zeit im Haus 1 in der JVA-Tegel. Dieses Haus stand
jahrelang leer, weil die Zellen nicht der europäischen Norm entsprechen.
Sie sind unter 6m² groß und werden nun wegen
der Überbelegung genutzt. Der Baulärm und die Hitze machen die
Gefangenen nervös. Ein Häftling äüßert
sich zu einem Suizid 2005,
den er ausschließlich der Tristesse in Haus 1 zuschreibt. Der
langjährige Gefangene Thomas-Meyer Falk, der in
der JVA-Bruchsaal einsitzt schreibt dieser Tage zu Isolationshaft
und das Leben nach Aufhebung der Einzelhaft.
In der Hauskammer arbeiten auch Gefangene, diese machen an der
Stelle der Schließer Zellendurchsuchungen und nehemen sogar die
Fingerabdrücke wenn es nötig ist. Soviel zur Personaleinsparung
und Selbstverwaltung im Vollzug.
In der Justizvollzugsanstalt Tegel haben Häftlinge
abgelaufenen Käse vorgesetzt bekommen; die alten Etiketten
wurden einfach überklebt. Die Anstaltsleitung will davon nichts gewusst
haben. Die FAZ nimmt den aktuellen Skandal zum Anlass, um die Gefängnisküche
in der JVA-Tegel ausgiebig zu porträtieren - "Lebenslang
Anstaltskost". Natürlich kommt der Oberkoch Klaus
Wendorf super bei weg.
Das Telefonieren für die Gefangenen in Tegel wird immer schwieriger.
Die Firma Telio
betreibt die Telefone privat. Pro Minute werden 25cent veranschlagt.
Das Telefongeld wird durch Telio separat von den Angehörigen eingetrieben.
Der Gefangene kann kein Geld von seinem Haftkonto auf sein Telefongeldkonto
überweisen. Alle die keine Unterstützung von außen
haben, können also nicht telefonieren.
Briefe an Christian werden von der Anstaltsleitung aus
unerfindlichen Gründen einbehalten. Weiterhin hat er immernoch nicht
sein Geld erhalten, obwohl ihm schon vor einer Woche etwas überwiesen
wurde. Damit kann er keine Genussmittel einkaufen (Einkauf
ist nur einmal im Monat möglich). Der stellvertretende Anstaltsleiter
Nitschke läßt sich am Telefon verleugnen. Einen richtigen
Anstaltsleiter gibt es derzeit in der größten Haftanstalt Deutschlands
nicht.
Wenigstens kann Christian ab Mitte August wieder besucht werden.
Durch die Verlegung hat er also über eineinhalb Monate keinen Besuch
erhalten dürfen.
Im aktuellen Gefangenen-Info wird im Blick auf die Situation
in den Berliner Knästen dafür plädiert als Linke
mehr Anti-Knastarbeit zu machen, anstatt immer nur den eigenen
Kumpels aus den Knästen zu helfen.
Eine
Berliner Aktivistin ist für einen Hausfriedensbruch in der
Lichtenberger Ausländerbehörde zu 5 Monaten Haft verurteilt
worden. Der Prozess
gegen sie, zeigt wie die Justiz auf geringfügige aber dafür
dauerhafte Dissidenz reagiert.
Ein Berliner Aktivist
beschwert sich auf Indymedia, weil er sich vom LKA verfolgt fühlt.
Obgleich sein Bericht etwas verschwöhrungstheoretisch ist, weist
er doch darauf hin, wie die politische Abteilung des LKA ihre
Klienten auch mit unrechtmäßigen Mitteln hinterherermittelt.
An den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Genua 2001
dürfte der Berliner Fabian K. nicht teilnehmen. Er mußte sich
statt dessen täglich bei der Polizei melden. Das Bundesverwaltungsgericht
hat es jetzt in einem Urteil für "rechtens" erklärt,
daß Bürgern die
Ausreise - zum Zwecke einer Demonstration - von der Polizei verboten wird.
So basteln Politik, Polizei und Richterei sich "rechtsstaatlich"
die totale Entrechtung ihrer Mitmenschen zusammen.
In den Monaten rund um den G8-Gipfel gab es nun die dritte Welle
von Hausdurchsuchungen gegen Linke, die mit dem Gummiparagraphen 129 begründet
werden. Wieder einmal ist das Eis dünn, auf dem der Vorwurf
des Terrorismus konstruiert wird. Am 31.7. wurden Axel, Florian,
Oliver und Andrej verhaftet, mit dem Hubschrauber nach Karlruhe geflogen
und dort dem Haftrichter vorgeführt, nun sitzen sie in U-Haft in
Moabit. Der Vorwurf, der die Haftbefehle rechfertigen soll, lautet Bildung
einer terroristischen Vereinigung mit dem Namen „militante
gruppe“. Drei der Beschuldigten seien auf frischer Tat
beim Anzünden von Bundeswehrfahrzeugen auf dem Gelände der auch
als Rüstungsfirma bekannten MAN-AG in Brandenburg erwischt worden,
der vierte habe einen der drei anderen gekannt. Sonderseite
wegen aktuellem 129a-Vorwurf und Solikundgebung
vor der JVA-Moabit
Der
Berliner Polizeihauptmeister Andreas T. wurde vorrübergehend
suspendiert, weil er an der Produktion
von Merchandise und CDs der Rechtsrockband D.S.T.
beteiligt war. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in der Lübzer
Straße in Mahlsdorf wurden Shirts, CDs und Computer sichergestellt.
Wir hatten uns schon gewundert, warum gegen die Berliner Band D.S.T. so
wenig Razzien wirklich erfolgreich sind. Andreas T. ist mit Neonazi-Kaderin
Michaela Zanker befreundet. Sie ist seit Jahren bei der Gemeinschaft
Deutscher Frauen und tritt nun auch für die neuen NPD-Frauenclique
RDF auf.
Wie der Tagesspiegel in diesem Zusammenhang berichtet gab es 2006
insgesamt 1767 Strafverfahren gegen Polizeibeamte.
26.07.2007:
Christian in Isohaft | Post für
Gisela | Tote in Haft
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Statt Christian wieder zurück in die JVA-Hakenfelde zu verlegen und
sich um seinen offenen Vollzug zu kümmern, wurde
Chrisitan nach dem Artikel Morddrohung
gegen NPD-Gegner in Isohaft in der JVA-Tegel
verbracht. Am Mittwoch kam er in eine Einzelzelle. Noch
immer wird ihm sein Geld und seine Klamotten vorenthalten.
Immerhin seit nunmehr einer Woche zwischen den JVAs in Berlin auf Reisen.
Das Personal in Hakenfelde verwies Christians Angehörige wegen der
scheinbar verloren gegangenen Sachen direkt an die Justizsenatorin
Gisela von der Aue, wenn es schneller gehen soll. Diesen Hinweis
nehmen wir ernst.
Schreibt
unseren Protestbrief an z.H. Gisela von der Aue, Senatsverwaltung für
Justiz, Salzburgerstr. 21-25, 10825 Schöneberg
In Tegel gehen die Schikanen weiter - kein Wunder, gibt es gerade keinen
Anstaltsleiter geht alles drunter und drüber in dem völlig
überbelegten Knast. Die gestellten Besuchsanträge werden
nicht bearbeitet. Chrisitan war einen Tag vor einem geplanten
Besuch von FreundInnen aus Hakenfeld nach Tegel verlegt worden. Wahrscheinlich
muss er nun aufgrund interner JVA-Pannen weitere zwei Wochen auf seinen
Besuch warten. Die ohnehin sehr knapp bemessene Besuchszeit von
insgesamt 1 Stunde pro Monat wird dadurch nocheinmal empfindlich beschnitten.
Bilanz
in Berliner Gefängnissen - im Juni 2007 hat es in den zehn
Berliner Gefängnissen einen Todesfall und zwei Selbstmordversuche
unter den mehr als 5.000 Häftlingen gegeben. Im Haftkrankenhaus sei
ein 58jähriger seiner Krankheit erlegen, teilte Justizsenatorin Gisela
von der Aue (SPD) auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion
mit. Der Gefangene war seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft
in Moabit. In welchen Justizvollzugsanstalten sich die Suizidversuche
ereigneten, teilte die Senatorin nicht mit. Die Grünen stellen diese
Anfrage jeden Monat neu, da die Justizsenatorin seit November 2006 von
sich aus keine Todesfälle in Haft mehr bekannt gibt.
22.07.2007:
Tegel Haftbedingungen | Straflust
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Christian teilt sich mit fünf anderen eine Zelle. Er hat eine Stunde
Hofgang am Tag und sechs Stunden Umschluss im Gebäude. Bisher hat
er keine seiner Sachen aus Hakenfeld bekommen. Er darf
im Monat eine Stunde Besuch empfangen. Schreibt ihm!
Telepolis
begutachtet die zunehmende repressive Strafgesetzgebung in
der BRD als logische Konsequenz des Neoliberalismus - Raubtierkapitalismus
angewandt auf die Strafgesetzgebung. Als Alternative gilt: soziale
Sicherung statt Wegsperren.
20.07.2007:
Christian in geschlossenen Vollzug verlegt
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Heute Mittag wurde Christian S. ohne Vorwarnung und ohne Angabe
von Gründen aus der JVA Hakenfeld in die JVA
Tegel verlegt. Damit gibt es keine Chance mehr für ihn
den offenen Vollzug wegen seiner Schule , seinen sozialen Tätigkeiten
und seiner Erkrankung wegen Hepatitis-C zu bekommen. Neonazis feierten
auf dem linken Internetportal Indymedia, ihn töten zu wollen falls
er die JVA-Tegel betritt.
Ein Vollzugsplan wurde für ihn von der zuständigen Sozialarbeiterin
Heike Schlagge (Hakenfelde) nie erstellt. Sie und der
Anstaltsleiter von Hakenfelde Uwe Meyer-Odewald geben selbst
seiner Familie keine Angaben über die Gründe der Verlegung und
der Unmöglichkeit für Christian den Offenen Vollzug zu prüfen.
Pressemitteilung der Soligruppe
und Indymedia-Beitrag
mit Möglichkeiten selbst Protest zu organisieren.
18.07.2007:
4. Prozeßtag
| Kienbaum | Neuer Toter und Resozialisierung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der heutige Prozeßtag
bedarf keines umfassenden Berichts. Entscheidend war in der einen Verhandlungsstunde,
dass das Gericht durch die ganzen Videobeweise "verwirrt"
ist und gern alles nochmal sehen will. Bereitschaftspolizist
Krause und PHK Kreft aus Rostock wurden nur formal kurz befragt. Strittig
bleibt wo sich die Angeklagten zum angeblichen Tatzeitpunkt aufhielten.
Wir ersparen euch die Einzelheiten und humoristischen Einlagen des Richters.
Bis zum Urlaubsbeginn des Staatsanwalts Raupach am 12.
August möge bitte alles erledigt sein. Mal sehen ob das gelingt.
Die
Justizsenatorin von Berlin hat ein Gutachten vorgelegt
wie sich weiter Stellen in den JVAs in Berlin einsparen lassen. "Durch
ein Vorziehen des Einschlusses von 22 Uhr auf 18 Uhr könnten 1644
Arbeitsstunden im Spätdienst gespart werden." Auch
die TAZ
hat das Gutachten der Unternehmensberatung Kienbaum
untersucht. Der Tagesspiegel
hat wie üblich alle Beteiligten zu Wort kommen lassen. Stellungnahme
der Soligruppe Christian S.
Bartosz
K. stirbt am 15.7. in seiner Zelle in der JVA-Tegel - die
Anstaltsleitung geht von Suizid aus. Drei
Tage später stirbt der Deutsche Mike Peter W. - auch
hier wird von Suizid ausgegangen. Die Foderungen an Gisela von der Aue
diese Todesfälle systematisch zu veröffentlichen steigen wieder
an. Häftlinge fordern die Haftbedingungen in dem völlig überbelgeten
Gefängniss zu verbessern - ihre Beschwerden werden nirgends
bearbeitet, berichtet der Tagesspiegel.
Außerdem
gibts mal wieder eine Debatte um Resozialisierung. Die
Sprecherin der Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD), Barbara Helten,
bedauert, dass das Thema Resozialisierung den Bürgern egal ist, wenn
sie nicht persönlich betroffen seien. Schließlich handele es
sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Wir
können und wollen die Entlassenen doch nicht in den Keller sperren."
Ein interessanter Beitrag zu Resozialisierung in der JVA Hakenfelde
kam im Februar 2007 auf RBB: Chancenlos:
Resozialisierung von Strafgefangenen in Gefahr
10.07.2007:
Meuterei in Tegel erwünscht?
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In der JVA-Tegel brodelt es angeblich. Die Häftlinge
planen eine Meuterei für Herbst - so jedenfalls suggeriert
es der Tagesspiegel. Die CDU fühlt sich herausgefordert
und verlangt von der Justizsenatorin „Maßnahmen
zur Verhinderung von Meutereien zu erarbeiten“. Die Leidtragenen
dieser Medienente sind die Häftlinge - einer verlor seine
Arbeitsstelle im Knast, weil er verdächtigt wird Informationen an
den Tagesspiegel zu geben.
05.07.2007:
Prozeßbericht | Kennzeichnungspflicht | Überbelegung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Aufgrund der irreführenden
Berichtsstruktur auf Indymedia veröffentlichen wir einen
zusammenhängenden Text,
der die ersten drei Verhandlungstage beschreibt. Berufungsverhandlungen
sind meist nicht das spannenste auf der Welt, deshalb wollen wir die Öffentlichkeit
nicht nach jedem Tag mit dem aufgewärmten Mist nerven,
sondern lieber die wesentlichen Knackpunkte bennen.
Im
Berliner Abgeordnetenhaus wurde die Diskussion
zur Kennzeichnungspflicht von Bereitschaftspolizisten, auf
Januar vertagt.
In
Tegel ist die Überblegung der JVA dramatisch. Die
TAZ
befragt Insassen und den Vollzugsleiter Nitschke. Der rät den
Gefangenen die "Füße still zu halten" und nicht gegen
die Doppelbelegung von Zellen zu klagen. Andreas Werner, Chefredakteur
der Gefangenenzeitschrift Lichtblick sieht das anders. "Wenn du in
Tegel warst, stehst du danach schlechter da als vorher" sagt er.
88 Prozent der aus der JVA Tegel entlassenen Häftlinge leiden unter
psychischen Erkrankungen, fand ein Aachner Institut heraus.
Aus
aktuellem Anlass veröffentlichen wir die aktuellen
Auslastungszahlen der Berliner Haftanstalten. Durchschnittlich überbelegt!
28.06.2007:
3. Prozeßtag | Haft in Hakenfelde
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Heute
wurde nocheinmal bestätigt, dass der Justiziar der Berliner
Polizei Tölle (Bild links) höchstpersönlich die
Polizeizeugen auf den Prozess gegen Christian und Leila vorbereitet. Er
ist es auch, der seit Jahren Verfahren gegen rechtswidrige Praxen
des LKA in Berlin verhindert.
Auch heute fand der Richter es unproblematisch dass sich die Polizeizeugen
in seinem Gerichtssaal vermummen. Die Aussagen brachten
wiederum nichts wesentlich neues. Strittig bleibt weiterhin der Zeitpunkt
an dem Christian eine Flasche auf eine Polizeieinheit geworfen haben soll.
Bericht
des Tages ist auf Indymedia. Das Neue Deutschland hat einige Tage
später einen gut recherchierten Artikel
zum Thema Codierte Polizeizeugen veröffentlicht.
Seit
dem 14. Juni sitzt Christian in der JVA
Hakenfeld in Berlin-Spandau und kann sich schwerlich auf
seine Prozesse vorbereiten. Er hätte gern Post und wünscht
sich Zeitungsabos (bitte bei der Soligruppe melden falls ihr
eins übernehmen wollt).
26.06.2007:
2. Prozeßtag
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Trotz
Urteil des Verwaltungsgerichts treten Beamte des Berliner
LKA vermummt mit falschem Bart und Perrücke beim Prozeß
auf. Auf Nachfrage der Verteidigung will der Richter diesem nicht weiter
nachgehen. Es gab einige Unterschide in der Erinnerung der beteiligten
LKA-Beamten und der Festnahmeeinheit. Außerdem fehlt weiterhin
entlastenes Videomaterial, was auch der Richter sehr kritisch würdigte.
Ein kleiner
Bericht von dem Tag ist auf Indymedia zu finden.
Auch die TAZ macht sich über den "Bitteren
Karneval" im Gerichtssaal lustig
Der nächste Prozeßtag ist am 28.6. um 9 Uhr Turmstraße
91 Saal 820. Danach ist erstmal Schluss und die Verhandlung wird am 18.07.
im Saal 700 fortgesetzt.
23.06.2007:
1. Prozeßtag
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vor dem Gericht versammelten sich trotz der frühen Stunde immerhin
ca. 15 FreundInnen und ProzeßbesucherInnen. Die Taktik den aus der
Haft in Handschellen vorgeführten Angeklagten in den Glaskäfig
des Hochsicherheitssaales zu sperren scheiterte gleich am Protest
des Richters. Die obligatorischen LKA Späher liessen sich diesmal
erfreulicherweise nicht blicken.
Es begann mit dem Verlesen des Urteils aus erster Instanz, das 7 Monate
auf Bewährung und 1 Jahr ohne Bewährung lautete und der Abfrage
der persönlichen Daten der Angeklagten und der Richter zeigte reges
Interesse an den Zukunftsplänen und Studiengang zeigte.
Danach wurden die Videobänder in den für den Tatvorwurf relevanten
Zeitabschnitten abgespielt, damit wurde gesichert, dass sie vollständig
als Beweisdokumente beigezogen werden können. Bei den nächsten
Terminen am 26.6 um 9 Uhr in der Turmstraße 91 Raum 820
sowie am 28.6.07 werden dann die ersten Polizeizeugen gehört. Auf
Indymedia
ist ein kleiner Bericht.
14.06.2007:
Haftantritt für Christian | Paten gesucht
| Prozessbeginn
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Trotz schwerer Krankheit und Zweifel an Rechtmäßigkeit
des Urteils muss Christian S. am 14. Juni eine Haft von
insgesamt 40 Monaten antreten. Das Strafmaß setzt sich
aus einer Verurteilung wegen Landfriedensbruch am 1. Mai 2004 und einem
Bewährungswiderruf wegen Landfriedensbruch am 12. März 2000,
zusammen. Beide Straftaten waren gegen die Durchführung von
Großaufmärschen der NPD gerichtet. Christian wurde
Anfang 2006 vom Amtsgericht Berlin genötigt seine Berufung in dem
1. Mai 2004-Verfahren zurückzuziehen. Als Ausgleich
sollte er im Dresden 2005-Verfahren von der Untersuchungshaft
verschont werden. Die Rechtmäßigkeit dieser Berufungsrücknahme
wird derzeit noch geprüft. Trotz deshalb eingelegten Gnadengesuchs
wird an dem Haftantritt festgehalten. Pressemitteilung
und Indymedia-Bericht
zum Haftantritt. Reaktion
der Rigaer-Straße in Berlin zum Haftantritt. TAZ
berichtet.
Wir
suchen Paten, die bereit sind Christian im Knast zu unterstützen.
Aufruf: Werde auch DU Pate von Christian.
Erklärung
zum Gnadengesuch: Weil die Pflichtverteidigung mit der Rechtskraft
eines Urteils endet haben viele Verurteilte im Vollstreckungsverfahren
keinen Anwalt mehr. Besonders problematisch in Berlin ist die
seltene Strafaussetzung zur Bewährung nach 2/3 der Strafe, im letzten
Jahr ist das nur 33 Mal vorgekommen. Grundsätzlich werden Verurteilte
nach kurzer Zeit zum Strafantritt geladen, unabhänig davon ob wirklich
die Vorraussetzungen dafür vorliegen. Es gibt einige Gründe
aus denen die Staatsanwaltschaft einen Strafaufschub gewähren kann.
Dabei ist eine gute anwaltliche Vertretung wichtig, besonders wenn Strafen
vollstreckt werden sollen, deren Rechtskraft durch unzulässige Methoden
erzwungen wurde.
Am
21. Juni 2007 soll am Landgericht Berlin die Berufungsverhandlung
gegen Christian und Leila wegen Landfriedensbruch pp. beginnen. Die
Termine: 21.06. im Saal B129 und 26.06.07 im Raum 820 | jeweils 9 Uhr
| Landgericht Berlin | Turmstraße 91.
Die beiden waren am 13. Februar 2005 in Dresden bei Gegenprotesten zu
einem Naziaufmarsch von Berliner Zivilbeamten observiert und festgenommen
und im Dezember 2005 zu Haftstrafen bzw. Bewährung verurteilt worden.
Ursprünglich sollte der Prozess bereits Ende 2006 beginnen, aber
das LKA machte einen Rückzieher. Nach dem vernichtenden Urteil
des Verwaltungsgerichts Ende 2006, ist es dem LKA nicht mehr
so einfach möglich sich vor Gericht zu verkleiden. Auch der erneute
Versuch Ende März 2007 scheiterte an den PolizeizeugInnen.
Christian und Leila sind in Berufung gegangen, weil es erhebliche Zweifel
an den Aussagen von bisher unbekannt gebliebenen LKA-Beamten gab und keine
weiteren Beweise für eine Straftat vorlagen. Videomaterial
wurde von der Staatsanwaltschaft manipuliert und unterschlagen,
während den widersprüchlichen Aussagen der anonymen Beamten
vom Gericht enormer Wert beigemessen wurde.
Der Knackpunkt in diesem Verfahren ist nicht die vermeintlich geworfene
Flasche sondern allgemein die Chance sich als Angeklagte gegen
anonyme PolizistInnen vor Gericht verteidigen zu können.
Es wird mit mehreren Verhandlungstagen gerechnet. Flyer
und Indymedia-Ankündigung
03.06.2007:
Freispruch wg. LKA | Berliner beim G8 | Kultur
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Berliner Landgerichts
gegen einen mutmaßlichen Drogenhändler aufgehoben, weil das
LKA
sich Beweismittel illegal besorgt hatte. Die übliche
Praxis des Berliner LKA zusammen mit dem zuständigen Staatsanwalt
ohne richterliche Bestätigung Wohnungen zu durchsuchungen
ist nun endlich auch gerichtsbekannt.
Bei
den globalisierungskritischen Protesten in Rostock am
2. Juni 2007 waren auch wieder LKA-Beamte
aus Berlin in zivil aktiv. Einer
war sogar an Ausschreitungen
gegen Berliner Kollegen beteiligt. Die Berliner
Zeitung berichtet, dass die Beamten angegriffen wurden
und verweist auf Berliner Autonome, die sich gegen die Bespitzelungen
im Urlaub wehren. Von den vermeldeten 189 verletzten
Berliner Polizisten sind 16
krankengeschrieben.
Hip
Hop against the System,
nennt sich eine Reihe von Konzerten, die regelmäßig stattfinden
sollen. Einerseits soll die politische Hip-Hop-Szene gestärkt
und Soliknete für verschiedenste Projekte gesammelt werden.
Los geht es am 15.06. in Magdeburg (Heizhaus) und 16.06.2007 Berlin (Köpi).
25.05.2007:
Internetseiten gegen Verdeckte | 1. Mai Prügel | G8-Panik
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Webseite "Who's
a rat?" outet Polizeiinformanten, V-Leute,
Kronzeugen. US-Behörden versuchen bisher vergeblich, die Seite abzuschalten.
Die Betreiber wundern sich: Es sei doch nur ein Service für Anwälte.
Der Spiegel
deckt die Hintermänner auf.
In Berlin ist das LKA diesbezüglich rabiater. Letzte Woche durchsuchten
Beamte Räume
eines verwirrten Satanisten unter dem Vorwand er würde die Seite
sondereinheit.fateback.com
betreiben. Auf der Seite wird die Arbeit des Berliner LKAs kritisch
dokumentiert und Straftäter im Amt aufgedeckt.
Am
1. Mai wurde in Kreuzberg eine friedliche Besucherin niedergeknüppelt
und schwer verletzt. Nach
Tagesspiegel-Bericht gibt es jetzt Fotos
– und einen Zeugen
In
Hamburg schürt das Landeskriminalamt
Angst vor Angriffen militanter G8-Gegner,
indem z.B dem Verlagshaus G+J Tipps zur Absicherung des Gebäudes
gegeben werden. Außerdem fängt das LKA
in einem Postamt die Briefe vermeintlicher G8-GegnerInnen ab.
19.05.2007:
Flügge beschwert sich | Wieder Toter
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ex-Staatssekretär
für Inneres Flügge beschwert sich nach seinem
Rauswurf durch Justizsenatorin von der Aue. Er fühlt
sich ungerecht behandelt, da er den Medikamentenklau in der JVA-Moabit
nicht verschuldet habe. Im Tagesspiegel
und TAZ
etwas ausführlicher. Gisela von der Aue
antwortet prompt.. Eine Auffrischung, was
der Medikamentenskandal ist.
Außerdem plant die Justizsenatorin Maßnahmen
gegen den Oberstaatsanwalt Reusch. (und Tagesspiegel)
Währenddessen
stirbt Abdulehet
Y. in der JVA Plötzensee. Der Knast
gibt an, er sei an Übergewicht gestorben. Die Leiche wird obduziert.
14.05.2007:
Erziehungsmittel U-Haft | Toter | Polizeialltag | Soli-Termine
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Weil
er sich vom Gesetzgeber daran gehindert sieht, Jugendliche Verdächtige
wegzusperren, nutzt der Berliner Oberstaatsanwalt Roman
Reusch die Untersuchungshaft als “Erziehungsmittel”
und prahlt auch noch damit. Lustig: Gefakte
Kommentare auf der Tagesspiegel-Seite aus Reuschs-Büro. Innensenator
Körting
hat ähnliches schon 2005 gefordert und ist immernoch
im Amt.
Aber nicht nur die Spezialabteilung von Reusch setzt U-haft illegal als
Erziehungsmittel ein, sondern auch die Abteilung 81 Js.
Deshalb auch die vielen Haftbefehle am 1. Mai und bei anderen
Demos. Es wurden am 2.Mai sogar Leute wegen Widerstand vorgeführt.
Am
7. Mai stirbt in der JVA Heiligensee
der 49 Jährige Dietbert H.
weil der zuständige Arzt eine notwendige Operation hinauszögerte.
Etwas weiter ausgeholt wollen wir über einen ähnlichen
Fall von 1975 berichten, der
auch den Umgang der deutschen Justiz mit den politischen Gefangenen
beleuchtet.
Der
Leitende Polizeidirektor in Sachsen-Anhalt Hans-Christoph Glombitza
soll versucht haben, die Bekämpfung
rechter Kriminalität zu bremsen, um den Ruf des Landes
nicht zu gefährden. Die Nestbeschmutzer, drei LKA-Beamte, haben sich
versetzen lassen. Ein Panorama-Bericht
vom Juli 2007
Die
Termine für die Berufungsverhandlung gegen Christian
und Leila wegen Landfriedensbruch pp. am 13.02.2005 beim Naziaufmarsch
in Dresden wurden festgelegt: Landgericht Berlin, Turmstr. 91,
21. und 26. Juni, Raum B 129, 28. Juni, Raum 820, je 9:00.
Um schonmal Geld für die Anwälte zu sammeln gibts einen
Soli-Tresen mit Infos und Film am 19.05. ab 20 Uhr im Fischladen
(Rigaerstr. 84)
06.05.2007:
1. Mai Nachlese
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Während
in den Medien der 1. Mai 2007 als friedlich und ausgeglichen
beschrieben wird, schockiert uns die Zahl von 237 Festnahmen und
20 Inhaftierungen. Für die 20, die nun in Untersuchungshaft
sitzen hat ABC
eine Knastkundgebung veranstaltet. Hier unser
Beitrag dazu.
28.04.2007:
1. Mai Repression
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Überall auf der Welt gehen am 1. Mai Menschen gegen Ausbeutung und
Unterdrückung auf die Straße. Klar, dass es da nicht
friedlich bleibt. Vorsorglich ist für den 3. Mai eine Knastkundgebung
in Berlin um 18 Uhr vor der JVA-Moabit (Alt-Moabit 12a) für
die hoffentlich nicht so vielen Gefangenen des 1.Mai-Protests geplant.
In
Berlin wird vor dem 1. Mai die befürchtete Polizeigewalt
thematisiert und dazu aufgerufen mit modernster Technik Aufklärungsarbeit
zu leisten: Übergriffe
von Zivilpolizisten melden!. Damit das unkontrollierte Filmen
nicht die falschen Leute trifft haben Videoaktivisten einen Ratgeber
für HobbyfilmerInnen erstellt.
Auf
Indymedia
berichtet ein Flyerverteiler, wie er vor dem 1. Mai von Streifenpolizisten
schikaniert wurde.
Interessant:
Der 1. Mai mal nicht aus der Sicht der revolutionsbegeisterten Massen,
sondern aus Perspektive
der staatlichen Repressionsorgane.
Der 1. Mai ist auch für die Polizei WarmUp für das G8-Treffen
in Heiligendamm Anfang Juni 2007. Deshalb stellten mehrere Gruppen in
diesem Zusammenhang ihre "Strukturen
und Strategien gegen Polizeigewalt" vor.
17.04.2007:
LKA verletzt | LKA observiert | VS aufgeflogen | Medikamente
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen
die Berliner SEK Beamten mit den Codiernummern PK 50. PHM 122,
PHM 176, POM 180 und POM 199 wurde eingestellt. Die Beamten gehören
zum LKA 632 und waren Nachts am 29.4.2005 in die Wohnung der türkischen
Familie R. eingedrungen. Der 17 jährige Erdal wurde in seinem
Bett durch Schläge mit einem Eisenschild und Tritte schwer verletzt.
Ihm wurde ein Raub vorgeworfen, von dem er inzwischen freigesprochen ist.
Die Staatsanwaltschaft glaubt keine strafrechtliche Verantwortung
der Beamten zu erkennen. Wer die Täter sind bleibt unklar,
der Beamte PHM 122 hat seine Nummer mittlerweile auf PHM 202 geändert.
Die Anwältin des Geschädigten betreibt ein Klageerzwingungsverfahren,
hier
ist ein Interview dazu
Der
aus der Untersuchungshaft entlassene Antifa
Matti wird rund um die Uhr vom LKA Berlin observiert. Er
war im November 2006 in Haft genommen worden, weil zwei Neonazis behaupten
er habe sie angegriffen. Das LKA ermittelte wegen "versuchtem Totschlag".
Erst nach der Übergabe der Haftprüfung an eine Schwurgerichtskammer
kam Matti nach 101 Tagen U-Haft in der JVA-Moabit wieder frei. Die Ermittlungen
seien nun abgeschlossen, der Prozeß steht bevor. Das LKA
scheint damit unzufrieden..
Zwei
verdeckte Beamte des Verfassungsschutzes, sind nach mehreren
Jahren in der radikalen Linken, endlich entarnt worden. Erhard
"Abi" Abitz und Stephan Humer.
Der
Bericht
der Untersuchungskomission zum Medikamentenskandal in Berliner Haftanstalten
ist da. Nach zwei Monaten Recherche stellt er fest, dass jahrelang
von Bediensteten der JVA-Moabit unrechtmäßig Medikamente verschrieben,
unterschlagen und verkauft wurden. Jetzt sollen wieder Köpfe
rollen, kündigt Justizsenatorin von der Aue an. (RBB-Bericht)
Im Tagesspiegel
stehts ganz genau. Rainer Rex, der Leiter des Haftkrankenhauses,
meldet sich sogleich zu Wort: "Die
Darstellung im Tagesspiegel ist eine grobe Entstellung der tatsächlichen
Verhältnisse und nützt offenbar denjenigen, die ihre eigene
Verantwortlichkeit den Ärzten zuschieben wollen."
08.04.2007:
Berliner Haftdauer | Schimmel-Tote | Tote im Maßregelvollzug
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In Berlin werden nur 10% der Gefangenen nach 2/3 der
Haft entlassen. Selbst in Bayern sind es 20%. Die Erklärung dafür
ist nicht die mangelhafte Bearbeitung der Anträge
durch die Justizbehörde, so die neue Justizsprecherin Barbara
Helten (sie löste am 1. Februar Baer-Henney ab, die ins
Bundesjustizministerium wechselt), sondern die fehlende Bereitschaft der
Gefangenen sich frühzeitig entlassen zu lassen. Die Angst
vor dem Bewährungshelfer sei für die lange Haft verantwortlich.
Taz
beschwert sich zu Recht.
In
der JVA-Tegel sind nach Ansicht der Grünen zwei Gefangene
an Schimmelbefall der Zelle zu Tode gekommen. Während die
Justizverwaltung wieder alles dementiert und die Todesursache offiziell
unbekannt bleibt, haben sich die Grünen Proben aus der betreffenden
Zelle beschafft und diese untersuchen lassen.
Der Tagesspiegel deckt alles auf (interessante Kommentare!).
Auch
im Maßregelvollzug, in dem schuldunfähige
oder suchtkranke Straftäter eingewiesen werden, brachten sich 2006
zwei Personen um. Ein
Häftling aus der Bonhoeffer-Klinik, meldet sich in einem Brief und
macht die Anstalt für die Toten verantwortlich.
03.04.2007:
Zufällige Häufung | Jugendhaft
| Hausdurchsuchungen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gisela von der Aue geht von einer zufälligen
Häufung der Notarzteinsätze in der JVA
Tegel in den letzten drei Monaten aus. Mit 21 Fällen ist
die Zahl der Einsätze die höchste in den letzten Jahren.
Im
Abgeordnetenhaus von Berlin gab es in letzter Zeit mehrere kleine
Anfragen zu der Situation in den JVAs. Lesenswert: Dienstaufsichtsbeschwerden
in der JVA | Vollstreckungshaftbefehle
in Berlin | Zahl
der Einsätze von Notärzten in der JVA Tegel | Todesfälle
im Knast im Februar 2007 | Medikamentenetat
der JVA Moabit
Der
Gesetzentwurf
für den Jugendstrafvollzug, den Gisela von der Aue zusammen
mit anderen Justizministern der Länder Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern,
Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen
vorgelegt hat, enthällt auch den Passus, dass Jugendliche Gefangene
keine Pakete mehr bekommen dürfen.
Was
tun bei Hausdurchsuchungen? Ein Videoratgeber gibt gute Hinweise.
23.03.2007:
Freilassung | Polizeigewalt
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Berliner Antifa
Matthias Z. wurde nach 101 Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen.
Neues zu dem Fall unter freiheitfuermatti.com.
Ein 0815-Journalist zeigt gewisse Kontinuitäten
zwischen dem aktuellen Fall und der Gesinnungsjustiz vergangener Zeiten
auf.
Eine
neue Ausstellung
thematisiert Polizeigewalt: Beleidigungen, Schikanen, Tritte
und Schläge durch Polizisten sind für viele Menschen in Deutschland
traurige Realität. Neben Linken, Prostituierten und Obdachlosen werden
vor allem Migrant_innen vermehrt Opfer von Polizeigewalt. Sie berichten
von systematischen Übergriffen, die mit einer „verdachtsunabhängigen”
Kontrolle beginnen, mit rassistischen Beleidigung ihren Lauf nehmen und
in Tritten und Schlägen enden.
22.03.2007:
Prozeßabbruch | Antisemiten
| LKA | Knast-Story | VS-Story
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Berufungsverhandlung gegen Christian und Leila wegen Landfriedensbruch
pp. in Dresden am 13.02.2005, wurde heute während der Beweisaufnahme
wieder abgebrochen. Aufgrund der Abwesenheit vom Polizeizeugen
Radmann und den terminlichen Engpässen des Gerichts (Vorsitzender
Lindemann) und der Verteidigung, war es nicht möglich weitere Verhandlungstage
zur Befragung der anonymisierten Polizeizeugen, innerhalb der
gesetzlich vorgeschriebenen Frist von drei Wochen, auszumachen.
Die Verhandlung wird demnach am 21. Juni 2007 wiederholt,
um dann mit mehr Elan auf allen Seiten ans Werk zu gehen. Termine:
21. und 26. Juni, Raum B 129, 28. Juni, Raum 820, je 9:00
Schon heute wurde nach der Sichtung der Videomaterialien klar wie konstruiert
das Verfahren und die Aussagen der kodierten Polizeizeugen sind. Die Angeklagten
sind zum vermeintlichen Tatzeitpunkt nicht am Tatort zu sehen, auch die
Masse, die als "die öffentliche Sicherheit gefährdene beschrieben
wurde" steht untätig auf der Treppe zur Brühlschen Terrasse.
Laaaannngggggggweilig.....
Aber
auch in anderen Prozessen sorgt das LKA für Verwirrung und mischt
sich fleißig ein. Zwei Tage vorher beobachtete KHK Bernd
Lange vom LKA Berlin den Prozess gegen SchülerInnen, die
nach einer Demo z.T. in Untersuchungshaft landeten. Er wolle Fehler des
Verfahrens aufdecken meinte er. Das Gericht schenkte ihm Glauben. Prozessbericht
von einem fragwürdigen Einsatz bei einer Schülerdemo und den
gerichtlichen Folgen.
Und
ein weiterer Prozeß wegen Beleidigung hat in diesen
Tagen die offensichtliche Überstrapazierung von Tatvorwürfen
durch die Gerichte bestätigt. Aber diesmal scheitert das am Angeklagten,
der sein Recht auf Verteidigung nichtmal einem Anwalt überläßt.
Der
Gerichtssaal als Bühne.
An
der Polizeischule in Ruhleben (Charlottenburger Chaussee
67, 13597 Berlin) hat eine Klasse eine Unterrichtsstunde zum Holocaust
mit einem Zeitzeugen aus antisemitischen Gründen abgesagt.
Berliner
Zeitung
Die
Zeitschrift Analyse&Kritik druckt
unseren Artikel zu den Bedingungen in den Berliner Haftanstalten
und der aktuellen Debatte.
Etwas
für LiebhaberInnen: Anfang der 90iger Jahre veröffentlichte
der Ermittlungsausschuß Berlin wie
sie einen VS-Spitzel entarnten. Die Legende machts..
18.03.2007:
Knast-Chefs in Pension | Tag der politischen Gefangenen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Nach dem Leiter des in Verruf
geratenen Haftkrankenhauses Rainer Rex, geht nun auch der Leiter der JVA
Tegel in den Ruhestand. Vorher
kotzt Klaus Lange-Lehngut aber noch Geschichten der letzten 25 Jahre aus.
Bundesweit
findet der Tag der politischen Gefangenen am 18.3. statt.
In berlin heißt diesmal das Motto:
"Staatsschutzkonstrukte platzen lassen".
Die
Veranstaltung "Das
Bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um!", zur
Kriminalisierung von AntifaschistInnen im KATO auf Indymedia zusammengefasst.
Außerdem wird der Kongreß
in Berlin und andere
Aktionen zusammengefasst.
07.03.2007:
Freispruch für Prügelzivi
| Berufungsverhandlung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Einer der Zivilbeamten,
die im Oktober 2005 bei der Zapfnix-Demonstration in
Berlin wahllos in die Menge prügelten und international für
Schlagzeilen sorgten, bleibt straffrei. Das Gericht billigte
ihm zu, die Situation nicht richtig überblickt zu haben. Jungewelt-Artikel
Während
Antifaschisten wie Christain S., wegen einer ins Leere geworfenen Flasche
auf ein Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt wird gelten für
LKA Beamte andere Gesetze. Auch die Beweislast in dem
Zapfnix-Skandal ist lückenlos, während in Christians
Verfahren lediglich die Aussage zweier unbekannt bleibener Zivilpolizisten
ausreicht.
Am
22. und 27. März , jeweils 9 Uhr am Landgericht-Berlin,
Turmstr. 91 (22.03. im Raum 704 | 27.03. im Raum 537),
Berlin Moabit, beginnt die Berufungsverhandlung gegen Christian
und Leila wegen Landfriedensbruch pp. in der Nähe eines
Naziaufmarsches in Dresden am 13.02.2005. Im ersten Verfahren wurden beide
zu erheblichen Strafen verurteilt, obwohl nur unbekannt gebliebene Polizeibeamte
als Zeugen dienten. Ursprünglich
sollte der Prozess bereits Ende 2006 beginnen, aber das
LKA machte einen Rückzieher. Nach dem vernichtenden Urteil
des Verwaltungsgerichts Ende 2006, ist es dem LKA nicht mehr
so einfach möglich sich vor Gericht zu verkleiden.
Der Knackpunkt in diesem Verfahren ist nicht die vermeintlich geworfene
Flasche sondern allgemein die Chance sich als Angeklagte gegen
anonyme PolizistInnen vor Gericht verteidigen zu können.
Es wird mit mehreren Verhandlungstagen gerechnet. Flyer
und Pressemitteilung
05.03.2007:
Überbelegung | Neues Haftkrankenhaus | Racist-Cop
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Überbelegung der Berliner Gefängnisse nimmt immer schlimmere
Ausmaße an. So liegt die Belegung in Tegel derzeit bei 112
Prozent. Neu ist, dass auch das Frauengefängnis
mit 124 Prozent belegt ist. Anfang 2006 betrug die Auslastung
nur 95 Prozent. Spitzenreiter ist weiterhin die Jugendstrafanstalt
mit einer Überbelegung von 128 Prozent. In der JVA Plötzensee
drohten nun 40 Insassen in einem Offenen Brief an den Bürgermeister
Wowereit, dass dadurch „das Kostenrisiko für das Land
Berlin“ erheblich steigen würde. Die Grünen fordern
daher die Entlassung nach 2/3 der HAftstrafe (bisher wird das nur bei
10% der Inhaftierten angewand). Tagesspiegel
Das
neu errichtete Haftkrankenhaus
in Plötzensee bleibt leer. Erst müssen mangelhafte
Sanitäranlagen erneuert werden und jetzt kommen noch Keime in den
Wasserleitungen hinzu.
Der ärtzliche Direktor des Haftkrankenhauses Dietmar Groß
(direkter Untergebener von Rainer Rex) darf im Tagesspiegel
auch mal sagen was er von Gesundheit im Knast hält. Er mag seinen
Job, weil er nicht so unter Zeitdruck steht - stimmt, die Gefangenen können
ja zu keinem anderen Arzt. Rex beschwert sich über die Patienten,
die eine etwas übertriebene Sensibilität zu ihrem Körper
haben und jene, die ihn ständig wegen Körperverletzung anzeigen.
"Da kann man nichts machen, es gibt keine Zwangstherapie.“
Und
auch die neue Justizsenatorin Gisela
von der Aue erzählt der TAZ von ihren Problemchen und
warum nur Gesetze die Welt retten können: "Das Recht ist in
allen Bereichen des menschlichen Lebens präsent. Wäre das nicht
so, würde unser Miteinander längst nicht so friedlich ablaufen."
Ein Berliner
Polizeibeamter
der außer Dienst seine rassitischen Einstellungsmuster nicht latent
halten kann. Diesmal waren wehrhafte türkische Taxifahrer seine
Opfer.
26.02.2007:
LKA kodiert | Veranstaltung
| Prozeßtermin | Toter in Tegel
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Berliner LKA gerät
mal wieder in Bedrängnis. Wie so oft: Konstruierung von Straftaten,
um mit der Härte des Gesetzes tätig zu werden. Am 4.
August 2006 verhinderte KHK Bernd Lange vom LKA 5 die Durchführung
einer Antifa-Spontankundgebung gegen eine große NPD-Pressekonferenz,
ließ sämtliche Handys der Anwesenden beschlagnahmen, aller
erkennungsdienstlich behandeln und beraubte sie über Stunden ihrer
Bewegunsfreiheit. Außerdem ließ er die 14 Antifas von mehreren
Neonazis in Augenschein nehmen, um einen vermeintlichen Raub am gleichen
Tattag am anderen Ende Berlins aufzuklären. (Vorgangsbericht
des PK Burgmeier, der die Spontankundgebung zunächst genehmigt
hatte). Während das Amtsgericht Berlin diese Massnahme noch rechtmäßig
fand, war das Landgericht anderer Meinung. Hier
der Beschluss des Landgerichts.
Während
den AntifaschistInnen sämtliche bürgerlichen Freiheitsrechte
abgesprochen werden, verschleiern auch in diesem Verfahren die ermittelnden
Polizeibeamten ihre Identität mithilfe von Codiernummern.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse veröffentlichen wir eine neue
Zusammenstellung aller uns bekannten Codiernummern und den dazugehörigen
Verfahren.
15.
März Polizeitaktik - Von codierten Polizeizeugen und deren
Auswirkungen auf Gerichtsverfahren und Demos. Infoveranstaltung mit Referenten
der Soligruppe Christian 20 Uhr | Bunte Kuh | Parkstrasse. 16 | Veranstalter:
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB]
Am
22. und 27. März , jeweils 9 Uhr am Landgericht-Berlin,
Turmstr. 91, Berlin Moabit, beginnt die Berufungsverhandlung gegen
Christian und Leila wegen Landfriedensbruch pp. in der Nähe
eines Naziaufmarsches in Dresden am 13.02.2005. Im ersten Verfahren wurden
beide zu erheblichen Strafen verurteilt, obwohl nur unbekannt gebliebene
Polizeibeamte als Zeugen dienten.
Der
26jährige Thomas G. hat sich in Tegel erhängt.
Er war kurz vor Abschluss seiner fünfjährigen Haftstrafe. Obwohl
er als suizidgefährdet eingestuft war, wurde er
nicht unter Beobachtung gestellt.Stattdessen wurde er in einen gesicherten
Bereich verlegt, weil vermutet wurde er würde mit Drogen dealen.
Berliner
Zeitung und Tagesspiegel
und TAZ
22.02.2207:
Toter in Tegel
| Kleine Anfragen
| Repression in Hamburg
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dietmar D. ist in Tegel nach neun Jahren Haft und zwei Jahren
anschließender Sicherungsverwahrung an den Folgen eines
Schlaganfalls gestorben. Mithäftlinge kritisierten die unverhältnismäßige
Inhaftierung des schwerkranken Mannes. Tagesspiegel.
Vieles
was wir heute über den Berliner Strafvollzug wissen, ist nur per
Anfrage im Berliner Abgeordnettenhaus ans Tageslicht
befördert worden. Klar, dass die Gegenseite jetzt gegen diese Praxis
mobil macht und behauptet Sinnlose
Anfragen legen Behörden lahm. 4451 Vorgänge allein in der letzten
Legislaturperiode.
Mustergültige
Überdramatisierung von Aktionen gegen den Hotelbau Wasserturm
in Hamburg. Hamburger LKA überwacht emails, handys, nimmt Schriftproben
und observiert Personen wegen geringfügiger Straftaten. Ein
aktuelles Flugblatt klärt auf. Neuigkeiten zum Widerstand gegen
Stadtumstrukturierung in Hamburg unter: www.schanzenturm.de
16.02.2007:
Flügges Nachfolger | Entstehungsgeschichte | Toter
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Justizsenatorin von
der Aue hat ihren langjährigen Kollegen, den ehemaligen Chef des
Brandenburger Verfassungsschutzes, Hasso Lieber, in das
Amt des Staatssekretärs als Nachfolger von Christoph Flügge
gehoben. Presse zum neuen Strippenzieher: Berliner
Zeitung, Tagesspiegel.
Aufgrund dieser Entscheidung geräte die Justizsenatorin von vielen
Seiten aus unter Druck. Presse zu Flügges Rauswurf: Berliner
Zeitung
Wie
die Clique um Flügge (Staatssekretär), Fixon (JVA Moabit Anstaltsleiter)
und Rex (Leiter des Haftkrankenhauses) über Jahre hinweg funktioniert
hat und warum der Staatssekretär anstatt der Leiter des Haftkrankenhauses
nun entlassen wurde, könnt ihr in unserer Entstehungsgeschichte
der Symbiose zwischen Senatsverwaltung, Anstaltsleitern und Haftkrankenhaus
im Berliner Strafsystem nachlesen.
Gestorben
wird in Berliner Knästen immer. Gerade jetzt, während des Justizskandals
um die medizinische Versorung der Gefangenen, stirbt
der Gefangene Eberhard Reichert, weil er seine Medikamente nicht erhalten
hat. Obwohl Reichert
mit etlichen Anträgen, Beschwerden und Briefen an Politiker
auf seine Situation aufmerksam machte, geschah nichts. Doch
die Verantwortlichen sind, auch jetzt nach seinem Tod, wie immer blind.
Selbst der Gefängnisseelsorger Axel Wiesbrock, der den Tod des Gefangenen
in der Knastkirche miterlebte ist voller
Lob für die medizinische Versorgung in der JVA Tegel. Zumindest
seine Mithäftlinge vergessen ihn nicht und fordern eine schonungslose
Aufklärung seines Todes und seiner misserablen Behandlung
durch das Anstaltspersonal. Die Anstaltsleitung unter Klaus Lange--Lehngut
antwortete schon symbolisch: Die Gedenkkerzen vor seiner Zellentür
wurden sofort wieder ausgeblasen. Tagesspiegel
hat mit den Gefangenen in Tegel gesprochen.
Eine
kleine Möglichkeit ein ausgewogeneres Verhältniss zur
justiziellen Übermacht beim Zahlen von Strafgeldern zu verursachen
ist auf Indymedia
beschrieben.
11.02.2007:
Medikamentenskandal | Knastpersonal |
Knastkundgebung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Auch
in der JVA Tegel sollen Justizbeamte Medikamente, die für
Gefangene bestimmt waren, einbehalten und verkauft haben. Tagesspiegel
deckt es auf. Außerdem lässt der Tagesspiegel auch den
Leiter
der JVA Tegel Klaus Lange-Lehngut, der
den Knast seit 25 Jahren führt zu Wort kommen. Er warnt vor einer
drohenden Meuterei: "Auch wenn es bisher dank der
einfühlsamen Aufmerksamkeit aller Bediensteten zu keiner realen Meuterei
gekommen ist, rückt der Zeitpunkt möglicher erheblicher
Gefährdung von Sicherheit und Ordnung der Anstalt immer näher."
Ein
Nachschlag zum Medikamentenklau in Moabit: Nachdem die
Justizsenatorin schon im November 2006 die Dienstanweisung
ausgab, die Medikamentenrezepte und Ausgabe stärker zu kontrollieren
reagierte
die JVA Moabit bzw. ihr Leiter Wolfgang Fixson nicht. Erst
nach Anfrage des RBB wurde Anfang Februar 2007 die Anweisung den Angestellten
mitgeteilt.
Währenddessen
hat die Justizsenatorin Gisela
von der Aue der Öffentlichkeit einen Schuldigen zu präsentieren,
den sie für die Vorgänge in Moabit feuern kann. Christoph Flügge
aus der Senatsverwaltung für Justiz, dessen Ehefrau auch noch leitende
Ärztin in der JVA Moabit ist.
Der Tagesspiegel
hat einige Gefangene befragt und herausgefunden, dass der
Medikamentenhandel nichts neues ist und dafür regelmäßig
die Krankenakten der Gefangenen manipuliert werden. Da
die Gefangenen ihre Akten nicht einsehen dürfen,
wird meist nie bekannt, dass sie Medikamente, die als "erhalten"
vermerkt sind, einbehalten wurden. Auf Indymedia
wird auch über den aktuellen Justizskandal diskutiert.
Schon im Jahr 2000 wurden öffentlich die Gesundheit und die
hohe Suizidrate in der JVA Moabit, sowie die mangelnde Aufklärungsbereitschaft
der Justiz angeprangert. Ganz pikant: Die gleiche Clique wie heute,
die sich rausredet und die Schuld den Gefangenen zuschiebt. Christoph
Flügge für die Senatsjustizbehörde und Wolfgang Fixson
als JVA-Moabit Anstaltsleiter: Berliner
Zeitung vom 12.12.2000 .
Schlechte
Zeiten für die Justizsenatorin, Todesfälle in den Berliner
Haftanstalten ohne Ende, Schweigeerlass deswegen, Medikamentenskandal
in der JVA Moabit, Staatssekretäre werden geopfert und jetzt
das:
In einer kleinen Anfrage der PDS vom 10. März, ka 15/ 13341 lautete
die Frage Nr. 7: „Trifft es zu das im Bereich des KBVA der JVA Moabit
Gefangene in besonders gesicherten Hafträumen in unbekleidetem
Zustand auf dem Boden fixiert werden- insbesondere aus vorgeblich
medizinischen Gründen und auf ärztliche Anordnung ? Wenn ja,
warum?“. Antwort der Senatsverwaltung: „Nein“
Wir wollten wissen wie die Justizbeamten eigentlich ausgebildet
werden und haben uns etwas
ausführlicher bei der Senatsverwaltung informiert. Das Ergebnis
könnt ihr hier bestaunen: Aus-
und Weiterbildung für Justizvollzugsbeamte.
Foltern und Vertuschen für "wenig Geübte".
Am
14.02. um 18 Uhr findet eine Knast-Kundgebung vor der JVA-Moabit (Alt
Moabit 12a) statt. Es
soll gegen die Anordnung der Untersuchungshaft bei dem Antifaschisten
Matti protestiert werden. Unser Redebeitrag
ist an alle Gefangenen gerichtet.
Und
für alle, die ihren Ärger grad mal nicht auf der Straße
ausleben wollen, empfehlen wir Yard-Attac.
Autoritäten virtuell verprügeln. Und danach dann
wieder fleißig alles über sich ergehen lassen.
07.02.2007:
Justizskandal | Todesursachen werden verheimlicht
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Fünf
Angestellte (leitende Mitarbeiter im Pflege- und Verwaltungsbereich) der
JVA Moabit werden beschuldigt Medikamente,
die für Gefangene bestimmt waren, jahrelang unterschlagen und z.T.
verkauft zu haben. Die Anstaltsleitung wollte die Unregelmäßigkeiten
zuerst verschleiern und brauchte einen Monat, um sich bei der
Polizei zu melden (Tagesspiegel).
Die misserable gesundheitliche Versorgung im Untersuchungsgefängniss
Moabit ist aber nicht nur auf das Fehlverhalten einiger Beamter
zurückzuführen, sondern strukturell. KLARTEXT
deckte die ganze Geschichte auf. und sorgt nun für neuen
Zündstoff (Sendung vom 07.02).
Selbst Rainer Rex, Direktor des Haftkrankenhauses bezeichnet das Haftkrankenhaus
in Moabit als menschenunwürdig. In Plötzensee wurde
nun ein neues, unter der Leitung von Rüdiger Tietze, mit 125 Plätzen
erichtet.
Laut TAZ habe die Justizverwaltung wegen der menschenunwürdigen
medizinischen Versorgung in den letzten Jahren ein Auge zugedrückt,
damit keine Gefangenen in öffentliche Krankenhäuser behandelt
werden müssen. In der Ärztezeitung
wird das rational begründet: "Die Gefängnisleitung
muß etwa zehn Wachmänner bereitstellen, wenn ein Patient
für eine Woche in ein Krankenhaus in der Freiheit kommt",
erklärt der Leiter des Haftkrankenhauses Rex. Als Arzt sei man angesichts
dieses Aufwands dazu gezwungen, die Höhe der Latte, ab der man die
stationäre psychiatrische Behandlung eines Kranken für unausweichlich
hält, etwas zu veschieben.
Ob sich mit dem neuen Haftkrankenhaus jetzt etwas an der Knast-Todesstatistik
ändert, wird sich zeigen. Der resignierte Leiter des Haftkrankenhauses
Rainer
Rex hat eine hohe Todes-Statistik zu verantworten.
Und gerade er ist es, der sich in der Ärztezeitung über seine
missliebigen Patienten beschwert:
"der Patient sehe den Arzt zuweilen als Feind, Gegner oder Angriffsscheibe."
Rainer Rex hat in einem langen Artikel zum Symposium
"JURISTEN
UND ÄRZTE. MEDIZINISCHE PROBLEME IM JUSTIZVOLLZUG"
1999 geschrieben, der einen tiefen Einblick in sein Unrechtsbewußtsein
gewährt. Er will, dass sich Ärtzte gefälligst nicht
um die Vollzugsbelange zu kümmern haben und die erkrankten
Gefangenen dem Vollzugssystem allein ausgesetzt sind.
Krankheit
im Knast ist so unangenehm wie draußen, aber durch die mangelhafte
Behandlung kommt es zu erheblicheren Beeinträchtigungen der Gesundheit
und auch pshyischen Verfasstheit der Gefangenen, da den Inhaftierten eine
eigene Behandlung (durch bspw. eigene Medikamentierung) untersagt ist.
Gerade jetzt fand das Robert-Koch-Institut heraus, dass
es rund 50
Tuberkulosefälle jährlich im Berliner Strafvollzug
gibt - draußen wäre sowas nicht passiert.
Aufgrund
der Ereignisse in Moabit und der Verschleierungstaktik der Justiz bei
Todesfällen in Haft haben wir uns nochmal die Pressemeldungen
des Jahres 2006 vorgenommen.
Bis zum 08.08.2006 gab es laut Senatsverwaltung der Justiz
16 Tote in den Berliner Haftanstalten: Todesursache 6 mal unbekannt, 8
mal Selbstmord, 1 mal Selbstmord durch Drogen, 1 mal Verletzung. In der
Jva Tegel ist die Todesursache immer unbekannt, in der JVA Moabit
immer Selbstmord. Bis zur Woche 32 im Jahr 2006 starb
durchschnittlich alle 15 Tage ein Gefangener, danach wird keiner mehr
gemeldet.
Die
Senatsverwaltung für Gesundheit meldete Anfang Januar 2007 die Zahlen
für Drogentote des Jahres 2006. Demnach sollen 2006 auch
5 Gefangene durch Drogen ums Leben gekommen sein (Justizverwaltung meldet
genau einen). Entweder die Kriterien der verschiedenen Verwaltungen bzgl.
Drogentoten ist dafür verantwortlich oder die Justizverwaltung
fälscht bewusst ihre Zahlen.
Schon
Mitte 2006 haben wir zusammen mit Häftlingen mehrere Pressemitteilungen
der Justizverwaltung als unrichtig entlarven können. Zusammenstellung
der angeblichen Selbstmorde 2006
02.02.2007:
Erster Suizid 2007 | Soli für Matti | Repression gegen Schüler
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
In Moabit hat sich am 31.01.2007 ein Untersuchungshäftling
das Leben genommen. Angeblich der erste Suizid in diesem Jahr
in Moabit. Die Senatsverwaltung für Justiz verheimlicht den
Vorfall, wie es von der Justizsenatorin Ende 2006 angewiesen
wurde aus Datenschutz-Gründen. Aber der Tagesspiegel
bekommt ja scheinbar alles raus.
Die
Linksparteipolitikerin Evrim
Baba erklärt sich mit dem einsitzenden Antifaschisten Matthias
solidarisch. Der Antifa war im November 2006 festgenommen worden, weil
Nazis behaupten, dass er se verprügelt hätte. Seit dem sitz
er in Untersuchungshaft und gegen ihn wird ein Verfahren wegen versuchtem
Totschlag geführt. Kampagne
zu seiner Freilassung. und EXTRASoliSeite.
Und auch international
sorgt der Fall für Aufsehen. Ein Interview
mit seinem Anwalt klärt die genauen Umstände.
Der
Prozess am 30.01. gegen vier SchülerInnen , die
nach einer Demo gegen Bildungsabbau im September 2006 Haftbefehle erhielten,
sorgt für viel Unmut. Die ganze Palette an Repression incl. Untersuchungshaft,
Falschaussagen von Polizeibeamten und miserable Pflichtverteidiger
wird nun auch bei Heranwachsenden angewand. Bei Indymedia
ist ein lesenswerter Bericht des Prozesses. Am 20. März
gehts am Amtsgericht Berlin weiter mit der Show.
25.01.2007:
Polizeigewalt | Stahlkappenschuhe
| Nazicops | Ähnlicher Fall
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Deutsche
Institut für Menschenrechte nennt nach einer Studie die
Gründe für Polizeigewalt: Fremdenfeindlichkeit, Frustration,
persönliche Überforderung. Zitat: "Angriffe auf
ihre Autorität können Polizistinnen und Polizisten
schwer aushalten, da sie ihnen aus dem traditionellen polizeilichen
Rollenverständnis heraus unhinterfragbar erscheint. Sie
empfinden eine nahezu uneingeschränkte Notwendigkeit, diese Autorität
bestätigen zu müssen." (Quelle: TAZ)
In Sachsen beschäftigt sich eine parlamentarische
Anfrage mit dem Thema > Wie
benehmen sich Polizeibeamte?!
Und auch die Kreuzberger Bevölkerung fühlt
sich zunehmend bedroht > Bullen
terrorisieren Kreuzberg.
Das
Berliner Amtsgericht entschied: Stahlkappenschuhe
auf Demonstrationen zu tragen ist keine Straftat. In jüngster
Vergangenheit wurden regelmäßig Demonstrationen in Berlin auseinandergeknüppelt
um Personen festzunehmen, die Stahlkappenschuhe trugen. Mit dieser
Praxis dürfte jetzt erstmal Schluss sein.
Wieder
nahmen Polizeibeamte privat an einem Naziaufmarsch teil.
Das NS "Heldengedenken", dass eigentlich im brandenburgischen
Halbe stattfinden sollte, wurde im November 2006 in der benachbarten Gemeinde
Seelow abgehalten. Um die gefallenen deutschen Soldaten des zweiten Weltkriegs
trauerte auch ein Brandenburger Beamter des Landeskriminalamtes
Bereich "Organisierte Kriminalität". Gegen ihn wurde ein
Disziplinarverfahren eröffnet. Spiegel
Ein
Fall in Lübeck, der dem von Christian vom 13.02.2005 ähnelt,
wurde nun eingestellt. Auch hier war es ein verdeckter Ermittler,
der eine vermeintlich geworfene Flasche am Rande eines Naziaufmarschs
beobachtet haben will und keine weiteren Beweise liefern
konnte. Prozessbericht
auf Indymedia. Während solche abstrusen Belastungstendenzen
in Lübeck mit einer Einstellung enden, kommt es in Berlin zu mehrjährigen
Haftstrafen, wie in dem Fall von Chrisitan S.
19.01.2007:
Repression nach Schülerdemo
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Am
13.9.2006 fand eine Schülerdemonstration, gegen die Streichung der
Lernmittelfreiheit, Lehrermangel, Studiengebühren und das dreigliedrige
Schulsystem am Alexanderplatz statt. Zum Abschluss kam es zu massiven
Auseinandersetzungen mit der Polizei, da diese das Abschlusskonzert
verhindern wollte. Neben zahlreichen Verletzten SchülerInnen wurden
etliche Jugendliche festgenommen.
Die festgenommenen Jugendlichen befanden sich mindestens 24 Stunden in
der Gefangensammelstelle. Ihnen wurde verwährt ihre Eltern oder einen
Rechtsanwalt zu informieren obwohl sie noch minderjährig waren. Einige
von ihnen wurden, zum Teil ohne Rechtsanwalt dem Haftrichter vorgeführt.
Mindestens eine Person sitzt seitdem ohne nachvollziehbare Begründung
in Untersuchungshaft. Andere müssen sich viermal die Woche
bei der Polizei melden, ansonsten wird der Haftbefehl vollstreckt. Indymedia
Bericht und Extra-Anti-Repressionsseite
Der erste Prozess findet nun am 30.01.2007 um 9 Uhr im Amtsgericht
Tiergarten (Turmstraße 91, Moabit). Für mehr Infos
gibt es ein Treffen am 26.1.2007 um 20.00 Uhr im Infoladen
„Daneben“, Liebigstr. 34. >>> Flyer
zum Selbstkopieren
18.01.2007:
Linke Freiräume geschlossen | BVG Gewalt | ZiviCops
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das
Wirtschaftsamt Mitte lässt linke Räumlichkeiten, die für
Infoveranstaltungen, Solipartys und Treffpunkte genutzt werden wegen
"illegalem Schankbetrieb" schließen. Am letzten
Wochenende erwischte es die Köpi
1
2.
Nach
200 bekannt gewordenen Übergriffe ziviler Fahrkartenkontrolleure
auf Fahrgäste zwischen 2002 und 2006, werden einige Fälle
auch mal vor Gericht verhandelt. Ein umfassender
Bericht mit den Hintergründen zur Sicherheitspartnerschaft
zwischen Wachschutz und Polizei in Berlin findet sich auf Indymedia.
Eine
ansprechende Möglichkeit sich gegen observierende Polizeibeamte
auf Demonstrationen zu wehren hat ein Aktivist auf der LuxemburgLiebknecht
Demonstration am 14. Januar 2007 ausprobiert: Gegenobservation.
17.01.2007
Antifa in Haft | Landgericht pro-rechts
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der
junge Mann mit antifaschistischem Hintergrund, der Mitte Dezember in Berlin
wegen eines vermeintlichen Angriffs auf Neonazis festgenommen
wurde bleibt bis zu seinem Prozess in Untersuchungshaft. Die Jungle
World deckt die ganze Story auf und das Gefangenen
Info ebenfalls. EXTRA.Solikampagnen-Seite
In einem weiteren Fall sind wieder Neonazis die einzigen Zeugen und das
LKA nimmt dankend jegliche Hinweise entgegen um gegen Antifas
in Berlin aktiv zu werden. (siehe Jungewelt)
Scheinbar wendet sich nun die staatliche Repression wieder mehr gegen
Antifas, nachdem die Neonaziszene in Berlin/ Brandenburg öffentlichkeitswirksam
hinter Gitter gebracht wurde. In diesem Zusammenhang ist auf
einen Beschluss des Amtsgericht vom 31. Juli 2006 verwiesen, wo sich das
Landgericht Berlin eindeutig positionierte: "Das
Haben und Äußern sog. „rechtsextremer", ggf. auch
ausländerfeindlicher Meinungen ist für sich genommen
keine Straftat. Es gibt auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen
Ordnung des Grundgesetzes keine allgemeine Verpflichtung des Staatsbürgers
zur Verfassungstreue" (541 StVK (Vollz) 113/06)
10.01.2007:
Neues aus den Haftanstalten
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Justizdenatorin Gisela
von der Aue hat ihre Entscheidung
Suizide in der Haft nicht mehr bekanntzugeben verteidigt
und sich vom Datenschutzbeauftragten Rückendeckung
geben lassen. Zeitgleich legt sie zusammen mit acht weiteren Bundesländern
ein neues
Jugendstrafvollzugsgesetzt vor, dass auf Einzelunterbringung,
Arbeit und Zwangsfreihetsgestaltung beruht.
Personalkarrussel
in der Justizverwaltung zwischen Berlin und Hamburg sorgt nun
für Gefangenenaustausch
zwischen den beiden Stadtstaaten. Berlin will Häftlinge
nach Hamburg abschieben bis der neue Knast in Großbeeren
2012 fertig ist.

CDU-Finanz- und Bauexperte Alexander Kaczmarek sagte im Berliner Abgeordnettenhaus:
"Unser Ziel ist es, die JVA Großbeeren als Modellversuch für
,Public Private Partnership' im Berliner Justizbereich
auf den Weg zu bringen. Konkret heißt das, daß sowohl der
Bau als auch die spätere Bewirtschaftung von einem Privatunternehmen
durchgeführt werden." Morgenpost
In der JVA-Tegel
wehren sich jetzt Gefangene mit einer Sammelklage
vor dem Europäischen Parlament gegen die verfassungswidrige
Unterbringung. Auf das Berlin kommen Schadensersatzklagen
zu.
05.01.2007:
Antifa in Untersuchungshaft | Landgericht
pro-rechts
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das dynamische Trio aus Nazis, LKA-Staatsschutz und politisch motivierten
Staatsanwalt hat einen Berliner
Antifa in Untersuchungshaft wegen "versuchtem Totschlag"
gebracht.
03.01.2007:
Silvesterdemo | Anschläge und Presse
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
300 Menschen verbrachten ihren Jahreswechsel
vor der JVA-Moabit in Berlin, um gegen die misserablen Haftbedingungen
und für eine Gesellschaft ohne Knäste zu demonstrieren. Angedroht
hatte die Polizei
die Demo stark einzuschränken - doch daraus wurde nichts. Unser
Redebeitrag zu Verselbstständigungstendenzen
bei der Polizei und wie die radikale Linke damit umgeht.
Die
Demo war mal wieder Anlass sich mehr mit Knast und der Zurichtung
von Menschen durch Überwachen und Strafen zu beschäftigen.
Die Taz stellt die populistische Funktion des Bestrafens
fest: "Wahlkämpfe
machen Gefängnisse voll"
Juliane
Baer-Henney aus der Pressestelle der Senatsverwaltung für
Justiz behauptet auf Nachfrage, dass es keine Anordnung zum Verschweigen
der Todesfälle in den Haftanstalten gab. Sie gibt an: "hierbei
handelt es sich vielmehr um eine Entscheidung der Senatsverwaltung für
Justiz nach eingehender Beratung des juristischen Für und
Wider." (also eine mündliche Willkürentscheidung
einer aufgebrachten Justizsenatorin). Der Grüne im Abgeordnettenhaus
Benedict Lux schießt gegen Rot-Roten-Senat wegen
ihre Politik in den hiesigen Haftanstalten. Die
Haft ist kein Zuckerschlecken
Die
außerparlamentarische Ebene macht ebenfalls mobil gegen
die neue Justizsenatorin >>> Indymedia
und Tagesspiegel Anschlag
auf Amtssitz der Justizsenatorin im Nordsternhaus in Schöneberg.
Irgendwann ist eben Schluss mit..
2004-2006
Mehr >>>
|