Interim
Oktober 2007 Bei den routinemäßigen Besuchen des LKA 6332 im Berliner Mehringhof wurden Ende Februar07 Plakate entdeckt und entfernt. Auf dem Plakat sind Abbildungen von Zeitungsausschnitten zu Brandanschlägen sowie einem Foto von Ehrhart Körting (Innensenator von Berlin) mit dem Schriftzug "Ich bin ein Mörder und Versager!" und "Bullenschweine und Atomterroristen raus aus Berlin! Wir kriegen euch alle! Am 1. Mai und beim G8 - Deutschland abschlachten!". Eine Anzeige wegen "Verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen" wurde vom LKA 521 GOK Friedel gestellt. Kriminalkommissarin (KK) von Lübken vom LKA 534 führte ab diesem Zeitpunkt die Ermittlungen. Der
Streifendienst des Abschnitts 52 (Kreuzberg61) wurde sofort von Polizeihauptkommissar
(PHK) Wolf beauftragt den Mehringhof auf weitere Plakate abzusuchen und
gegebenenfalls zu entfernen - die Streifenhörnchen mussten dafür
über einen Zaun klettern. Polizeihauptmeister (PHM) Borgwardt vom
Abschnitt 52 verstand die Aufregung nicht und schrieb lediglich eine Anzeige
wegen Verstoß gegen das Pressegesetzt. Da
die Plakate seit 28. Februar07 überall in der Stadt hingen, wurde
ein Großeinsatz gestartet. Alle Plakate sollten entfernt und wenn
möglich zur daktyloskopischen Untersuchung ins LKA gebracht werden.
Abschnitt 57 - Friedrichshain personell vertreten durch Polizeikommissar
(PK) Auert hatte als einer der ersten Erfolg - er fand am 1. März
ein Plakat in der Rigaer Straße. Dieses wurde als Spurenträger
ans LKA weitergeleitet. Am Vormittag des 2. März entfernte PK Feldmann
(DirHu 54) zusammen mit PHK Hoffmann in der Adelbertstraße ein Plakat.
KHKin Rademacher vom LKA wurde in Kenntnis gesetzt und gab Anweisung.
Die Hundertschaft sollte die Umgebung absuchen und fand so weitere Plakate
im Nahbereich Kottbussser Tor. KHK Stresemann vom LKA KT 12 konnte leider
keine Spuren auf dem Plakat aus der Adelbertstraße finden. Der Rest
war aufgrund der hastigen Griffel der Einsatzhundertschaft nicht mehr
zu gebrauchen. Durch
die allgemeine chemische Untersuchung durch LKA KT 43 Ende März konnte
festgestellt werden, dass verschiedene Klebstoffe beim Anbringen der Plakate
in den verschiedenen Bezirken benutzt wurden, was entweder auf verschiedene
oder sehr raffinierte Plakatierer hinwies. Mitte April schickte LKA KK von Lübken den ganzen Vorgang per Eilvermerk an die Staatsanwaltschaft zwecks Strafantrag wegen "Verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen", "Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens" und "Verleumdung". Das ging nun weil Polizeichef Dieter Glietsch, auf bittende Anfrage durch das LKA, Strafantrag gegen die Plakatierer stellte, die Anfang April festgestellt worden waren. Glietsch war auf dem Plakat als V.i.s.d.P. angegeben. POK Linke vom Abschnitt 56 fiel noch auf, dass wegen des gefälschten V.i.s.d.P eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Pressegesetzes vorliegen müsse. Auch das bekam der Staatsanwalt. Staatsanwältin Karl frisierte noch einmal die Akten Mitte Juni, damit alles passte. Ganz interessant am Rande: Als die beiden Plakatierer am 8. April in Kreuzberg kontrolliert wurden, merkte der Dauerdienst vom LKA 5, KOK Bauch an, dass die Plakate aufgrund fehlendem Strafantrags keinen strafbaren Inhalt enthielten. Die Personen seien zu entlassen. Mitgeführtes Pfeffer und Schlagstock seien zurückzugeben, da auch hier keine Straftat vorläge. Die Zivis vom Abschnitt 56 mussten sowieso weiter, weil sie eigentlich im Bereich Kreuzberg zur Aufklärung wegen dem Geburtstags Öczalans eingesetzt waren. Die verbliebenen Plakate wurden dem LKA noch am Abend ausgehändigt. Von Lübken gab im Juni 07 sämtliche Plakate in der Asservatenstelle LKA KT 0111 ab und vermerkte frecherweise bei Delikt: "Gefährliche Körperverletzung". Hätte sie "Verleumdung" als einziges Delikt vermerkt, wären die Teile in zehn Jahren längst wegen Geringfügigkeit vernichtet worden. Während die Polizeiabschnitte, angeheizt durch das Berliner LKA, von März bis Mai 2007 auf der Jagd nach Plakaten waren, brannten knapp 60 Luxus- und Firmenautos in der Berliner Innenstadt. Weiter so! |