Christians
Bericht zur Verlegung aus der JVA Hakenfelde (Offener Vollzug) nach JVA
Tegel (Geschlossener Vollzug) im Juli 2007
Das
normale Aufnahmeverfahren für den offenen Vollzug sieht so aus: Innerhalb
der ersten Woche ein Gespräch mit der Sozialarbeiterin Frau Schlagge.
Das duaert fünf Minuten, ein Fragebogen wird ausgehändigt der
ausgefüllt mit Lebenslauf zum Zweitgespräch wieder mitzubringen
ist. Innerhalb von zwei bis zehn Wochen findet das Zweitgespräch
statt. Dieses soll Richtungsweisend sein und dauert eine Stunde. Gewalttäter
müssen danach noch zum Psychologen. Noch eine Woche später ist
dann ein Termin beim Anstaltsleiter wobei der Vollzugsplan erstellt wird
oder wenn man bis dahin negativ aufgefallen ist der „Abschuss“
erfolgt. Ich bin nur zum ersten Kurzgespräch bei Frau Schlagge gekommen.
Offensichtlich sparen sie sich aufgrund der Überbelegung das offizielle
Verfahren.
Am 20. Juli haben sie mich über Lautsprecher in die Zentrale gerufen
und dort mit sechs Beamten angefallen. Im Bunker haben sie mir unter Gewaltandrohung
alles was ich bei mir trug abgenommen (Schmuck, Telefonnummern, Geld,
Gürtel). Bis auf meine Schuhe habe ich davon nichts wiedergesehen.
Irgendwann kamen andere Beamte wovon sich einer als Vollzugsleiter vorstellte.
Dann wurde verlesen, dass gegen mich zwei Ermittlungsverfahren geführt
werden und ich im gerade laufenden Dresden-Verfahren zu einem Jahr verurteilt
werde. Tatsächlich hat das LKA gegen mich Ermittlungsverfahren eingeleitet,
die allesamt niemals zu Gerichtsverfahren führen werden. Der einzige
Grund ist offensichtlich die Verhinderung meines Offenen Vollzugs gewesen.
Dass ich im Dresden-Verfahren in Berufung gegangen bin wird mir nun nachteilig
ausgelegt. Zumal die vermeintlich anstehende Haftstrafe von einem Jahr
schon längst durch die Untersuchungshaft von Februar 2005 –
Januar 2006 verbüßt ist. Das hatte ich der Sozialarbeiterin
Frau Schlagge alles erzählt.
Nach der Begründung kamen so knapp zehn Beamte und haben mich mit
einer Knebelkette gefesselt und in einen Bus gezerrt. So eine Behandlung
kommt eigentlich nur Leuten zugute, die keine Selbssteller sind oder schon
mal ausgebrochen sind. Ich durfte weder in Hakenfelde, noch nach der Ankunft
in Tegel jemanden von meiner Verlegung informieren. Der Neonazi Christian
Bentz, der in der JVA-Hakenfelde einsitzt bzw. Offenen Vollzug hat, bekam
das Geschrei um mich natürlich mit und ließ die Drohungen gegen
mich auf Indymedia posten.
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