Selbstmord in Tegel. Hand an sich legen

Ich bin abgestoßen davon, dass der Freitod des Gefangenen in der TA I (13.05.05) ein so minimales Echo ausgelöst hat.
In der Berliner Zeitung (18.05.05) unter Nachrichten, 4 Sätze mit 68 Worten, (inkl. Überschrift). Kein Besucher von planet-tegel.de zeigte eine Reaktion auf unser Epitaph.
Meine Kollegen von planet-tegel.de, die die Anstalt schon länger kennen, wundern sich eher über meine Bedenklichkeit. Die Mitgefangenen der TA I verweigern dem Unglücklichen über den Tod hinaus Interesse und Mitgefühl.
Die Anstalt hat die 5 Zellengenossen durch Verlegung getrennt.Ich vermute, sie ist gerade dabei, sich selbst von einer Verantwortung zu dispensieren und das Unglück sauber in einer Akte abzulegen. Da wird ein Mensch gegen geltendes Recht in einer 6-Mann-Zelle untergebracht. Hilferufe werden mit Strafandrohungen als Vollzugsstörungen behandelt und ignoriert. Ein Mensch legt Hand an sich – und niemanden kümmert’s – keiner fragt nach.
Zum Beispiel: Wenn der Mann wegen bekannter Suizidgefahr nicht für eine Einzelunterbringung geeignet war. Wie und wer konnte verantworten, dass er dann überhaupt in der Anstalt seine Strafe absitzen sollte? Wer und wie, mit welcher gefährlichen Gleichgültigkeit, konnte voraussehen, dass die Zellengenossen der Suizidgefahr wehrten?
Knacki bewacht Knacki – wie bizarr. Furchtbar, mich ekelt das.