Ausbildung für Justizbeamte.
Foltern und Vertuschen für "wenig Geübte"

Wir wollten wissen wie die Justizbeamten eigentlich ausgebildet werden und haben uns unter
http://www.berlin.de/imperia/md/content/senatsverwaltungen/justiz/ausbildung/1._halbjahr_2007_faltblatt.pdf
umgesehen.

Wer macht z.b. das Training für Sicherungs – und Selbstverteidigungstechniken also das Zusammenschlagen und Foltern von Gefangenen? Ein Herr Lange vom Justizvollzugskrankenhaus! Hier ist sein Lehrgang:

Tz. : I/03 – 2007 Training Sicherungstechniken und Selbstverteidigung (für wenig Geübte)
Inhalte:
è Alters- und konditionsstandentsprechende Erwärmung
è Rücken- und gelenkschonende Gymnastik
è Auffrischung der Kenntnisse in den Festlege-, Transport-, Abwehr- und Ablenkungstechniken
è Übungen zum Einsatz von Hand- und Fußfesseln
è Absprachen in Eingriffssituationen
è Übungen zur Durchsuchung von Personen
Leitung:Herr Lange (JVK Berlin)
Zielgruppe:Mitarbeiter/innen des allgemeinen Vollzugs-, Werk- und Krankenpflegedienstes,die längere Zeit an keinem Training teilgenommen haben
Termin:14. und 15. Februar 2007, 8.00 bis 15.00 Uhr (Treffen an der Pforte um 7.45 Uhr)
Teilnehmeranzahl:14Ort:Turnhalle der JVA Charlottenburg, Friedrich-Olbricht-Damm 17, 13627 Berlin
Meldeschluss: 12. Januar 2007

Warum lernen auch die Beamten des Krankenpflegedienstes Festlege- und Ablenkungstechniken und den Einsatz von Hand- und Fußfesseln? In deren Bereich wird doch so was gar nicht angewand laut Senatsverwaltung. Warum ist der Ausbilder ein Sanitäter oder Arzt und kein Sporttrainer oder Sicherheitinspektor?

Dieses Lehrgang verdeutlicht folgendes:

Gefangene werden nur bei Gerichtsterminen, Ausführungen oder ihrer Freistunde regulär gefesselt ohne das medizinisches Personal daran beteiligt ist. Wenn Gefangene im Knast gefesselt werden dann nur im Bunker bzw. im "besonders gesicherten Haftraum", als Sanktion in dieser Reihenfolge: zuerst Bunker und dann gefesselt im Bunker. Der einzige Bunker in Moabit mit Videoüberwachung ist im Haftkrankenhaus, alle die angekettet werden müssen kommen da hin. Dr. Rainer Rex oder sein Vertreter ordnen das entweder an wegen "Suizidgefahr" oder genehmigen es bei Widerstandshandlungen. Es kommen auch Leute für Hungerstreik oder diskutieren in den Bunker.

Wenn die Senatsverwaltung das in der Anfrage bestreitet ist es unlogisch das ein Beamter vom JVK Lehrgänge zum Fesseln für Krankenpfleger anbietet, denn die Aufgabenbereiche Sicherheit und Ordnung sowie medizinische Versorgung sind eigentlich getrennt. In anderen Bundesländern muss jede Unterbringung im Bunker dem Justizvollzugsamt gemeldet werden und bei längerer Dauer als der von 3 Tagen von dort genehmigt werden. Berlin hingegen hat kein Justizvollzugsamt weshalb z.b. in der JVA Tegel schon Leute für Monate im Bunker und somit auch an den Boden gefesselt waren.

Was muss ein Beamter wissen wenn in seinem Bereich ein Problem entsteht?
Weiter im Lehrplan von Frau Aue:

Tz. : I/01 – 2007 Bearbeitung und Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen Inhaftierte
Inhalte:
è Gesetzliche Regelungen
è Vorgaben der Senatsverwaltung für Justiz
è Anforderungen der Rechtssprechung
è Typische Probleme bei der Bearbeitung
è Beweissicherung
è Besprechung ausgewählter und für den Justizvollzug praktisch bedeutsamer Beispiele
Hinweis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können gerne Fälle aus der eigenen Praxis mitbringen
Leitung:Herr Riemer (Senatsverwaltung für Justiz)
Zielgruppe:Mitarbeiter/innen aller Justizvollzugsanstalten, die Schadensersatzansprüche gegen Gefangene bearbeiten
Termin:30. Januar 2007, 9.00 bis 16.30 Uhr
Teilnehmeranzahl:18
Ort:Abteilung III, Referat B, Salzburger Straße 21–25, 10825 Berlin
Meldeschluss: 02. Januar 2007

Hat die Senatsverwaltung ob ihres eklatanten Versagens Angst vor Meutereien in den Haftanstalten ?
Anscheinend, der nächste Fortbildungskurs:

Tz. : I/02 – 2007Verhalten bei Geiselnahme
Inhalte:
è Grundlagen der Kommunikation in schwierigen Situationen
è Bewältigung von Stressè Stockholm-Syndromè Simulation von Ernstfällen
è Gesprächsanalysen
è Handlungsspektrum in der Situation
Leitung:Herr Laube (Mitarbeiter der Verhandlungsgruppe bei dem Pol.-Präs. von Berlin)
Zielgruppe:Leitende Mitarbeiter/innen des allgemeinen Vollzugs-, gehobenen Sozial-, Verwaltungs- und höheren Dienstes sowie Mitarbeiter/innen der Alarmzentralen, die noch kein Grundseminar besucht haben
Termin:07. bis 09. Februar 2007, 9.00 bis 16. 30 Uhr
Teilnehmeranzahl:15Ort:Abteilung III, Referat B, Salzburger Straße 21–25, 10825 Berlin
Meldeschluss: 08. Januar 2007

Zum Glück hat die Justizsenatorin einen kompetenten Berater gefunden um wenigstens offen rechtradikales Auftreten ihrer Vollzugsbeamten zu erkennen, es ist PMS- Grobi ! Aktuelles Foto

Tz. : I/04 – 2007Erscheinungsformen rechtsradikaler Organisationen
Inhalte:
è Abzeichen, Parolen und Grußformen rechtsradikaler Organisationen
è Medien Rechtsradikaler (Musik, Internet, Printmedien)
è Strafbarkeit von rechtsradikalen Äußerungen
è Hinweise zum Umgang mit rechtsradikalen Emblemen und Äußerungen
è Strukturen rechtsradikaler Organisationen
Leitung:Polizeioberkommissar Herr Gromotka, LKA 63 PMS
Zielgruppe:Mitarbeiter/innen aller Laufbahnen des Justizvollzuges und der Sozialen Dienste der Justiz
Termin:26. und 27. Februar 2007, 9.00 bis 16.30 Uhr
Teilnehmeranzahl:18
Ort:Abteilung III, Referat B, Salzburger Straße 21–25, 10825 Berlin
Meldeschluss: 26. Januar 2007

Und wo trainieren Frauen die im Knast arbeiten? Gerne auch in Kreuzberg, dieses Sportstudie hat nichts gegen Knast:

Tz. : I/13 – 2007SAFE – Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen
Inhalte:
è Wahrnehmungsschulung
è Umgang mit Angst, Stress und Gewalt
è Professionelle Deeskalationsstrategien
è Körperliche Abwehrtechnikenè Verteidigung gegen und mit Alltagsgegenständen
Leitung:Trainer/innen von BaKum – Institut für Selbstverteidigung
Zielgruppe:Mitarbeiterinnen aller Laufbahnen des Justizvollzugesund der Sozialen Dienste der Justiz
Termin :02. bis 04. Mai 2007, 9.00–16. 30 Uhr
Teilnehmeranzahl:16Ort:Dojo, Hasenheide 9,10967 Berlin
Meldeschluss: 23. März 2007

Hier gibt’s mehr Infos: Ausschuss für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Immunität und Geschäftsordnung 14.02.2007 15:00 / Abgeordnetenhaus, 113. Die Grünen wollen dort Fragen stellen.