Andrea
Special zur Demo am 8. März
Ziel
des politischen Strafrechts ist es Angst zu verbreiten und Widerstand
zu verhindern
„Protest
ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist,
wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht
länger geschieht.“ Ulrike M. Meinhof
Ziel
von staatlicher Repression ist immer, ein Klima der Angst zu schaffen,
ob offen oder unterschwellig, um Menschen davon abzuhalten, effektiven
Widerstand gegen die existierenden Verhältnisse zu leisten oder auch
nur darüber nachzudenken. AktivistInnen werden durch
Gefängnisstrafen ganz unmittelbar davon abgehalten, politisch zu
arbeiten und aktiv zu bleiben.
Die
Berliner Antifaschistin Andrea sitzt seit dem 01.12. 2007 im Knast, zuerst
in Lichtenberg und seit 12.12. in der Pankower JVA (http://de.indymedia.org/2007/12/201348.shtml).
In
den letzten zwei Monaten zeigte sich für die FreundInnen, UnterstützerInnen
und besonders für Andrea anhand von Besuchen, Paket- und Büchersendeungen
usw. ganz deutlich das Ausgeliefertsein im willkürlichen Knastalltag
und die Ausnutzung von Macht und Schikane der
SchließerInnen gegenüber den Gefangenen in den Knästen.
In dem Frauenknast in Pankow herrscht de facto Arbeitszwang. Allen Gefangenen,
die die Arbeit verweigern, wird der Besuch zum Knast-Kiosk verweigert
und damit die Möglichkeit genommen abseits des eintönigen, verkochten
Gefängnisfraß Zugang zu frischem Obst, Gemüse oder Süßigkeiten
zu haben. Andrea verweigert die Arbeit und ist daher auch vom Besuch des
Knastkiosk ausgeschlossen..
Andrea
soll 14 Monate Haft absitzen
Warum
:
Sie ist Antifaschistin. Und nicht erst seit der Nazidemo am 01.12.2007
(auf der sie festgenommen wurde), sondern schon seit Jahrzehnten. Auf
der Demo wurde sie von PMS lern (99100268/642 LKA) festgenommen, die sie
persönlich kennen, von Observationen auf Demos und von Prozessbesuchen
gegen Linke +Nazis (http://de.indymedia.org/2007/09/194869.shtml).
Seit August 2007 hatte sie einen offenen Haftbefehl und war nicht bereit
sich selbst zu stellen und auch nicht ihre politische Aktivität einzustellen.
Am
12. Juli 2007 verurteilte das Landgericht München sie wegen Waffenbesitz
(Pfefferspray und Multitool) zu 4 Monaten Haft ohne Bewährung. Sie
wurde mit den Waffen von Zivilpolizisten am Aktionstag 2006 gegen das
alljährlich an Pfingsten stattfindende Gebirgsjägertreffen in
Mittenwald angehalten, durchsucht und festgenommen. Obwohl es an dem Tag
keine linke Demonstration in
Mittenwald gab und deswegen das Tragen von Waffen völlig legal war,
begründete das Gericht die Verurteilung damit, dass im ganzen Bezirk
ein Ausnahmezustand herrschte, allerdings gab es keinerlei öffentliche
Mitteilung an die örtliche Bevölkerung darüber. Aufgrund
dieses Urteils
erfolgte zudem ein Bewährungswiderruf von 3 Monaten wegen Waffenbesitz
bei einer antifaschistischen Aktion am 1. Mai 2003 in Berlin. Zusammen
gefasst sind das 7 Monate Haft. weil Andrea gegen eine Feier von Mördern
protestieren wollte, die während des zweiten Weltkrieges, u.a. die
Ermordung von 317 ZivilistInnen im nordgriechischen Kommeno und auch für
die Erschießung von 4000 entwaffneten italienischen Soldaten auf
der griechischen Insel Kephallonia verantwortlich waren. Von den Gebirgsjägern
sowie ihren Bundeswehrnachfolgern und den rechtsradikalen Kameradschaften
wird dieses Treffen als Gedenkfeiern für die gefallenen deutschen
Wehrmachtsverbrecher der greisen SS-Gebirgsjäger-Kameraden abgehalten.
(Andreas Prozesserklärung Siehe Unten)
Wie
angemessen es ist, als Antifaschistin nicht blauäugig ohne Bewaffnung
in den Wald von Mittenwald zu laufen zeigt die Zeitungsmeldung von 2007,
wo die Bullen zwei Nazis mit Schusswaffen in der Höhe des Denkmals
festnahmen.
Der
Fall Andrea ist ein Beispiel für die akribische Strafverfolgung von
Linksradikalen hierzulande, wohingegen Nazis und Konsorten i.d.R. mit
wohlwollender Milde bedacht werden, ihnen Bewährung oder offenen
Vollzug und andere Hafterleichterungen großzügig gewehrt werden.
Aktuelles
Beispiel hierfür ist der Vollzugsplan für den Antifaschisten
Christian S., wo mit Bezug auf seine politische Überzeugung sämtliche
Hafterleichterungen abgelehnt werden, während für Mordversuch
inhaftierte Nazis problemlos in den offenen Vollzug kommen. Auch ist es
ein überaus beliebtes juristisches Argumentationsmuster, dass angeblich
ach so gewalttätige Linksradikale keinerlei Waffen (oder ähnliche
Gegenstände) besitzen oder sich gar mit ihnen in der Tasche fortbewegen
dürfen und weh, dass sie doch Messer, Schlagstock, Pfefferspray im
Haus oder Tasche haben. Da schlägt es dann 13 bei der Justiz und
sie reibt sich die Hände, dass sie über dieses Konstrukt der
Kriminalisierung von legalen Gegenständen, (wenn diese in Besitz
von Linksradikalen sind) Linksradikale drankriegen können, für
Waffenbesitz eben. Und so bringen sie die Leute nach und nach in den Knast,
Geldstrafe, Bewährung, Haftstrafe- eine feine Methode, um Leute wegzusperren
und viele andere abzuschrecken. Letztes Beispiel dazu war, dass bei Matti
im Briefkasten ein völlig legaler Schlagstock gefunden wurde, wie
ihn viele AutofahrerInnen auch besitzen und zwar werden diese öffentlich
zum einschlagen von Fensterscheiben zum Retten aus dem Auto verkauft.
Deshalb:
8.3. Demo vor den Frauenknast Pankow | 14 Uhr U-Bhf. Eberswalder Str.
Allgemeiner
Andrea Flyer
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